Intel kann nun ARM-basierte Smartphone-Chip-Designs im 10nm-Verfahren fertigen

17. August 2016 Kategorie: Hardware, Mobile, geschrieben von: Sascha Ostermaier

artikel_intelIntel hat es in der Vergangenheit immer wieder versucht, der Prozessor-Markt im Smartphone-Bereich bleibt aber fest in ARMs Hand. Das galt bisher auch für Intels Custom Foundry, hier produziert Intel Prozessoren nach Maß für verschiedene Hersteller. Auf dem Intel Developer Forum in San Francisco verkündete Intel nun eine neue Möglichkeit, auch ARM-basierte Produkte fertigen zu lassen. Das bedeutet, dass Hersteller mit eigenen ARM-Chip-Designs diese bei Intel fertigen lassen können, auch im kommenden 10nm-Verfahren. Erste Partner hat man bereits an Bord, so wird zum Beispiel LG eine „World-Class Mobile Platform“ basierend auf Intels 10nm-Design produzieren.

Allzu überraschend kommt dieser Schritt allerdings nicht. Intel selbst geht davon aus, dass 2020 50 Milliarden Connected Devices auf der Welt verteilt sind. Basieren diese auf ARM, was vor allem im mobilen Bereich ja aktuell der Fall ist, muss Intel einen anderen Weg finden. Diesen hat man nun offenbar gefunden und der Weg dürfte vor allem den Fertigern von Custom Designs nicht so gut schmecken.

Auf längere Sicht gesehen, könnte Intel Aufträge von Samsung, TSMC und wie sie nicht alle heißen, abgreifen. Und vielleicht können sich nun auch die jahrelangen Gerüchte irgendwann bewahrheiten, dass Intel für die iPhone-Prozessoren sorgen wird. Die AX-Serie basiert bekanntlich auf ARM-Design, das würde also besser passen als bisher. Allerdings wird in diesen Bereichen auch längerfristig geplant, sodass so ein Wechsel dennoch frühestens in zwei bis drei Jahren möglich wäre.

Aber natürlich kommen auch andere Firmen wie Qualcomm oder Nvidia als neue Auftraggeber in Frage. Das ist durchaus ein großer Schritt für Intel, auch wenn es „nur“ Custom Foundry betrifft. Bei den PC-Prozessoren ist Intel wie immer stark dabei, allerdings schwächelt hier auch der Gesamtmarkt, sodass man eben andere Bereiche, wie das Internet der Dinge oder Mobile nicht einfach links liegen lassen kann.



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Über den Autor: Sascha Ostermaier

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