HTC One A9 ausprobiert: Haptik-Gott mit Handicap

28. Oktober 2015 Kategorie: Android, Hardware, geschrieben von:

artikel_htconea9Kurz vor Jahresende stellte HTC mit dem One A9 noch einmal ein Smartphone vor, das viele Nutzer zweimal hinschauen lässt. Auch wenn das Design auf dem der One-Serie basiert, ist die Ähnlichkeit zur aktuellen iPhone-Generation nicht von der Hand zu weisen. Ich finde das nicht schlecht, im Gegenteil, endlich einmal ein Hersteller, der in Sachen Optik und Haptik zum weltweit meist verkauften Smartphone aufschließt. Samsung versuchte dies mit dem Galaxy S6, kommt da – meiner Meinung nach – aber nicht ganz heran. Nun erhielt ich das One A9 und freute mich schon beim Auspacken wie ein Schnitzel. Was dann geschah, war unglaublich. Nein, ernsthaft, welchen Eindruck das HTC One A9 bei mir hinterlassen hat, lest Ihr in den nächsten Zeilen.

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Optik und Haptik

Je ähnlicher sich Smartphones werden, desto genauer kann man auf die Details achten. Ein wichtiger Punkt ist hier das Erscheinungsbild und das Anfassgefühl eines Smartphones. Immerhin ist es das Gerät, das man mehrmals am Tag nutzt, vielleicht sogar der technische Gegenstand im Leben, der am intensivsten genutzt wird. Und Junge, HTC hat geliefert. Ich habe noch nie ein Smartphone in der Hand gehabt, das sich besser anfühlt. Der Metall-Unibody schreit förmlich danach angefasst zu werden. Man findet keine scharfen Kanten, dennoch sind die Rundungen an den Seiten so gestaltet, dass ich nie Angst hatte, das Gerät könnte mir unbeabsichtigt aus der Hand gleiten.

Die Rückseite des Smartphones ist an zwei Stellen durch einen Querstreifen für die Antennen unterbrochen, auf der Oberseite ist ebenfalls eine Unterbrechung eingelassen. Stört nicht wirklich und fällt auch nicht großartig auf. Auf der Rückseite ist außerdem ein dezentes HTC-Logo vorhanden. Auf der linken Seite befinden sich die Slots für die SIM-Karte und eine microSD-Karte. Auf der rechten Seite gibt es den griffigen Power-Button und eine Wippe für die Lautstärkeregelung. Diese weist leider keinen allzu deutlichen Druckpunkt auf, eine Betätigung fühlt sich immer irgendwie schwammig an, obwohl die Steuerung trotzdem präzise ist.

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Die Unterseite sorgte nach der Vorstellung bereits für Spott und Hohn, wie kann es HTC sich nur erlauben, den microUSB-Port nicht mittig zu verbauen? So ein quatsch, ehrlich. Einmal „mit Hinschauen“ eingestöpselt, klappt das auch ohne. Ist ja nicht so, dass der Port einen halben Meter neben dem Smartphone angebracht ist. Rechtshänder haben durch die leicht versetze Anordnung sogar einen Vorteil. Wird das One A9 geladen, kann man den „kleinen Finger“, wie gewohnt stützend einsetzen, ohne dass der Stecker im Weg wäre. Linkshänder schauen hier vermutlich in die Röhre, halte ich das Smartphone mit Links, ist der kleine Finger direkt auf dem Port.

Auf der Unterseite befinden sich außerdem ein Mikrofon, der Lautsprecher – HTC verzichtet bei diesem Gerät auf die frontseitigen BoomSound-Lautsprecher – und der Headset-Anschluss. Auf der Vorderseite fällt natürlich sofort der Fingerabdruckscanner auf, der auch als Homebutton genutzt werden kann. Das 5 Zoll FullHD-Display hat sowohl an den Seiten, vor allem aber oben und unten sehr viel Luft zum Rand. Das ist wohl vornehmlich der Dünne des Gerätes geschuldet, irgendwo muss die ganze Technik ja ihren Platz finden. Mich stört es nicht weiter, das Smartphone lässt sich super in einer Hand halten und größtenteils auch bedienen.

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In Sachen Optik und Haptik, vor allem aber bei der Haptik, hat HTC hier ein Meisterwerk abgeliefert. Das muss man einfach mal so sagen. Sicher viel Subjektivität dabei, aber ich denke, dass ich mit dieser Meinung nicht alleine dastehe.

Display

Das Display des HTC One A9 misst 5 Zoll in der Diagonalen und kommt mit FullHD-Auflösung. Geschützt wird es durch Corning Gorilla Glass 4. Die Auflösung passt auf dieser Größe, allerdings gehört es nicht zu den besten Displays auf dem Markt. Auch hier ist es wieder ein subjektives Empfinden, ich habe das Gefühl, dass es etwas kräftiger sein dürfte. Für ein AMOLED-Display wirkt das alles recht dumpf. Das ändert sich, wenn man die Helligkeit auf höchste Stufe stellt, aber dann kann man auch zusehen, wie sich der Akku doch recht flott verabschiedet.

Positiv ist allerdings, dass sich das Display auch bei niedrigerer Helligkeit gut bei direkter Sonneneinstrahlung ablesen lässt. Das schont den Akku und die Nerven, wer verrenkt sich schon gerne oder hält schützend eine Hand über das Smartphone. Natürlich spiegelt da auch ein HTC One A9, aber eben nicht so extrem wie manch andere Geräte.

Insgesamt ist das Display schon eines der besseren, aber eben nicht so toll, das man in Jubelstürme ausbrechen müsste. Jammern auf hohem Niveau ist das, ich weiß.

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Software

Hurra! Android 6.0 Marshmallow, ohne eine Nexus-Gerät besitzen müssen. Das Beste, was HTC machen konnte. Dazu gibt es HTC Sense in Version 7.0. Herstelleroberflächen sind so ein zweischneidiges Schwert. Der Normalnutzer nimmt das, was ihm der Hersteller präsentiert, der Techfreak ersetzt die Oberfläche einfach mit einem Launcher seiner Wahl. Die Zusatzfunktionen, die HTC Sense mitbringt, sind stimmig, ob man sie benötigt, muss jeder selbst entscheiden. Ich konnte die Oberfläche „out of the box“ gut nutzen, einzig die „Vorschläge“, ein extra App-Ordner auf dem Homescreen, waren nicht so mein Ding.

Links vom Homescreen kann man sich über Updates in seinen Sozialen Netzwerken informieren und man bekommt auf Wunsch Neuigkeiten von „News Republic“ präsentiert. Das ist für mich nicht weiter störend und ich habe tatsächlich die ein oder andere Nachricht aus dem Weltgeschehen darüber konsumiert. Muss man nicht nutzen, aber man kann.

HTC bietet außerdem einen Theme Store, über den man kinderleicht das Aussehen verändern kann. Benötigt einen HTC-Account, bietet dafür aber auch zahlreiche Themes, die man dann kostenlos nutzen kann. Wer nicht sowieso auf einen alternativen Launcher zurückgreift, findet so eine praktische Möglichkeit der Design-Anpassung. Gleiches gilt für Schriften, hier stehen im gleichen Store ebenfalls welche zur Verfügung. Nicht so mein Fall, aber schön, dass es die Möglichkeit gibt.

Der Fingerbadruckscanner

Eigener Punkt für den Fingerabdruckscanner? Ja, weil er ist fantastisch und verwirrend zugleich. Zum einen funktioniert er natürlich, um die Displaysperre mit einem einfachen Auflegen des Fingers zu deaktiveren. Einmal eingerichtet, ist er nicht nur extrem schnell, sondern auch extrem zuverlässig. Tatsächlich hatte ich – obwohl ich die Einrichtung bewusst schlecht vorgenommen habe – keinerlei Aussetzer. Finger drauf, erkannt – immer. Hinzu kommt, dass man ihn, dank Android 6.0, auch für Einkäufe im Play Store nutzen kann. Das funktioniert ebenfalls super und zeigt wieder einmal, für wie viel Bequemlichkeit so ein Feature sorgen kann.

Ob man seinen Fingerabdruck auf einem Gerät ablegen will, da scheiden sich bekanntlich die Geister. Da die Nutzung des Fingerabdrucks zwingend mit der Einrichtung eines weiteren Sichehreitsmerkmals (zur Verfügung stehen PIN, Passwort und Muster) verbunden ist, werden viele Nutzer wohl auch zum ersten Mal eine solche Sichehrheitsfunktion überhaupt einrichten. Vermutlich nicht die Leser hier, aber eben viele, die bisher aus Bequemlichkeit darauf verzichtet haben.

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Da Google die Nutzung eines Fingerabdruckscanners unter Android 6.0 klar definiert, beziehungsweise vorschreibt, wie dieser implementiert wird, sollte man sich auch nicht allzu große Gedanken machen, dass der Hersteller hier eine Lücke schaffen könnte. Sollte es eine solche Lücke einmal geben, ist Google verantwortlich. Hilft dann zwar auch nicht mehr viel. Ich selbst nutze meinen Fingerabdruck seit ich ein iPhone mit TouchID habe und habe auch keinerlei Bauchschmerzen, diesen auf Testgeräten zu hinterlegen. Nennt mich naiv, aber ich denke, dass es wesentlich sensiblere Daten gibt als einen Fingerabdruck.

Der Scanner ist kein Button und doch ist er einer. Heißt: Er lässt sich nicht drücken, funktioniert aber trotzdem als klassischer Homebutton, wenn man es möchte. In den Einstellungen kann der Nutzer nämlich festlegen, was der Fingerprint alles machen darf. Lässt man die Standardeinstellung aktiviert, kann man den Scanner zum Aufwecken und Entsperren des Gerätes nutzen, außerdem kommt man mit ihm wieder auf den Homescreen zurück, wenn man Apps verlassen will.

Insgesamt stehen dem Nutzer so drei Möglichkeiten zur Verfügung, das Smartphone aufzuwecken. Homebutton, Double Tap To Wake und natürlich der Power-Button. Hier wird man wohl hauptsächlich das nutzen, was man vorher schon kannte, alle Möglichkeiten funktionieren gleichermaßen gut. Fingerprint hat halt den Vorteil, dass man nur eine Bewegung braucht. Finger auflegen, das Gerät wird geweckt und entsperrt. Super schnell und super bequem.

Die Kamera

Die Kamera ist bei HTC schon immer ein „Problem“ gewesen. Gerne hätte ich etwas anderes geschrieben, als das, was jetzt folgt. Ich habe mich sogar extra noch mit HTC auseinandergesetzt, da ich es nicht so recht begreifen konnte, was die Kamera da für Bilder liefert. Klingt hart, ist aber leider so. Die meisten Menschen nutzen ihre Smartphone-Kamera als Ersatz für eine normale Digicam. Gleichzeitig nutzt ein Großteil der Otto-Normalverbraucher den Modus, der voreingestellt ist, den Automatik-Modus. Ebenso ist die Wahrscheinlichkeit, dass Bilder unter perfekten Bedingungen geschossen werden, extrem gering.

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Ich weiß allerdings auch, dass andere „Tester“ die Kamera sehr loben, umso unbegreiflicher ist die Leistung bei meinem Testgerät für mich. Ein technischer Defekt ist zu 99 Prozent ausgeschlossen, dazu gleich mehr. Tagsüber, unter guten Lichtbedingungen, arbeitet die Kamera sauber, da gibt es nichts zu meckern. Das machen aber die meisten Smartphone-Cams, tricky wird es, wenn die Bedingungen eben nicht optimal sind.

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Im Automatik-Modus lässt die Leistung der Kamera spürbar nach, sobald sich die Bedingungen verschlechtern. Bei Dunkelheit gibt es zwar wenig Bildrauschen, aber generell fängt die Cam – ohne Blitz – relativ wenig Licht ein. Sind Rottöne im vorhandenen Licht im Spiel, werden diese übertrieben dargestellt. Für mich sehr enttäuschend, liegt aber vielleicht auch an meiner Smartphone-Nutzung, schnell aus der Hüfte geschossen, so wie sich die Kamera-App mir nach dem Öffnen präsentiert. Positiv zeigt sich hier der optische Bildstabilisator, der doch einiges an Bewegung abfängt und zum Beispiel für klare HDR-Fotos sorgt oder bei der Videoaufnahme stabilisierend eingreift.

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Aber HTC hat die Kamera-App ja nicht nur mit einem Automatik-Modus versehen. Es gibt einen manuellen Pro-Modus, der die Feinjustierung diverser Parameter erlaubt. Auch kann man in diesem Modus Bilder im RAW-Format aufnehmen, dann sollte man sich allerdings schnell eine große Speicherkarte zulegen. Die RAW-Format Bilder nehmen ordentlich Platz weg. Der Pro-Modus im JPEG-Format erlaubt die Aufnahme guter Bilder auch bei schlechteren Bedingungen, erfordert aber natürlich erstens Ahnung, was die verschiedenen Parameter wie Blende, ISO oder Weißabgleich bedeuten und zweitens auch die Einstellung dieser. Perfekt für die typischen Smartphone-Schnappschüsse. Nicht. Da die Kamera im RAW-Modus gute Bilder macht, schließe ich einen Hardware-Defekt aus.

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HTCs Kamera-App ist sehr übersichtlich und bietet schnellen Zugriff auf weitere Funktionen, wie zum Beispiel Hyperlapse- (Zeitraffer) oder Slomo-Videos. Video nimmt die Kamera in FullHD-Auflösung auf, 4K ist durch den eingesetzten SoC nicht möglich. Finde ich nicht weiter schlimm, wer Videos aber in 4K-Auflösung aufnehmen möchte, muss dies mit einem anderen Gerät tun.

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Um es noch einmal klar zu sagen, die Kamera-Performance ist bei guten Bedingungen wirklich zu gebrauchen. Sie bietet einen schnellen Fokus und einen schnellen HDR-Modus. Nachtaufnahmen ohne Blitz sind – im Automatik-Modus – schlecht. Aufnahmen bei Dunkelheit mit Dual-LED-Blitz sind in Reichweite des Blitzes gut. Wer mehr als Schnappschüsse machen möchte, findet im Pro-Modus (am besten kombiniert mit RAW) ein geeignetes Plätzchen. Ich selbst könnte mit der Kamera-Performance nicht leben, weil ich ausschließlich mein Smartphone nutze, um „mein Leben“ festzuhalten.

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Auf der Vorderseite kommt eine Ultrapixel-Kamera zum Einsatz, neben BoomSound ein weiterer Klassiker von HTC. Was mir positiv aufgefallen ist: Man muss den Arm nicht länger machen als er ist, um auch mehrere Personen auf ein Selfie zu bekommen. Auch kann man gleich eine Optimierungsoption für Selfies einstellen, per Schieberegler wird bestimmt, wie stark diese greifen soll. Für Selfie-Fans eine gute Kamera, die auch bei Videochats eine gute Figur macht. Freilich nicht vergleichbar mit der rückseitig verbauten Hauptkamera, für eine Frontkamera aber sehr gut.

Unbearbeitete Beispielbilder könnt Ihr Euch hier ansehen (Google Drive), die im Beitrag enthaltenen Fotos durchlaufen den üblichen Verkleinerungs- und Komprimierungsprozess, spiegeln also nicht unbedingt das tatsächliche Bild wider.

Generelle Performance

Ob es an Android 6.0 Marshmallow oder an HTCs Anpassungen liegt, vermag ich nicht zu beurteilen, aber das One A9 performt sehr gut. Der Qualcomm Snapdragon 617, nicht das obere Ende der mobilen SoC-Fahnenstange, ist flotter unterwegs als ich vorher gedacht hätte. Weiß man nicht, welcher SoC zum Einsatz kommt, merkt man nicht, dass es kein High-End-SoC ist. Es stehen außerdem 2 GB RAM zur Verfügung. Diese reichen in meinem Anwendungsfall voll und ganz aus, egal ob ein aufwändiges Game läuft oder andere Aufgaben anstehen.

Genutzt habe ich Firmware 1.10.401.7, laut HTC die Firmware, die auch auf den Verkaufsgeräten ausgeliefert wird. Nach der ersten Einrichtung laggte es hier und da einmal, das stabilisierte sich aber recht flott und es gibt nichts mehr zu bemängeln. Super weiche Bildschirmwechsel, kein hakeliges Scrollen in Apps, alles butterweich. Ob dies bei längerer Nutzung auch noch der Fall sein wird? Das wird sich – wie bei so vielen Smartphones – erst noch herausstellen. Bedenken sollte man hier auch, dass diverse Anpassungen, die man eventuell vornimmt, durchaus Einfluss auf die Performance haben können.

Wer gerne einmal ein Spiel auf dem Smartphone zockt, hat mit dem HTC One A9 ebenfalls gute Karten. Selbst die Hardware eher fordernde Titel wie Modern Combat 4 oder Asphalt 8 weisen weder längere Ladezeiten, noch Schwächen während des Spiels auf. Überraschte mich ehrlich gesagt etwas. Selbst Bloons TD 5 benötigte eine beachtliche Anzahl Ballons auf dem Bildschirm bis es die für das Game typischen Aussetzer gab. Bloons TD 5 ist übrigens nicht nur ein hervorragendes Tower Defense Game, sondern zeigt einem auch sehr gut die Leistungsgrenzen des genutzten Smartphones auf. Insgesamt saubere Gaming-Performance, die meine Erwartungen übertroffen hat.

Sound

HTC verzichtet beim One A9 auf die BoomSound-Lautsprecher auf der Vorderseite des Gerätes. Das merkt man auch, wenn man Musik hört oder Videos schaut, die über den verbauten Lautsprecher ausgegeben werden. Vorbei sind die Zeiten, in denen man auch ohne zusätzliche Hardware einen akzeptablen Sound aus dem Gerät holt. Das ist einerseits schade, andererseits aber auch nicht weiter schlimm, Kopfhörer oder einen Lautsprecher angeschlossen, schon ist es besser. Der Sound direkt aus dem Smartphone klingt nun halt wieder Smartphone-typisch, nicht mehr BoomSound-gut.

Anders sieht es aus, wenn man entsprechendes Equipment hat. Man merkt dem Gerät den 24-bit / 192 KHz DAC an, der verbaut wurde. Man hört – hier entsprechende Sound-Dateien vorausgesetzt – zum Beispiel mit Hi-Res-Kopfhörern einen deutlichen Unterschied zu anderen Smartphones. Inwieweit sich dies in Zeiten von Spotify und Co. positiv auswirkt, ist natürlich fraglich, weil bei komprimierter Musik kann sich das maximal auf die Lautstärke auswirken, einen Qualitätsanstieg wird man da nicht feststellen. Aber haben ist bekanntlich besser als brauchen, insofern feiner Zug, wenigstens hier die BoomSound-Stärke aufrecht zu erhalten.

Akku

HTC verbaut einen 2250 mAh-Akku. Das klingt nicht sonderlich viel, reicht aber aus, um bei normaler Nutzung über den Tag zu kommen. Dank Energiesparmodus kann man im Notfall auch länger über die Runden kommen, man nimmt dann aber natürlich Abstriche bei der Performance und den Netzverbindungen in Kauf. Ich bin kein Freund solcher Energiespar-Modi, wenn ich ein Gerät nutze, möchte ich es komplett nutzen und nicht in irgendeiner Form beschnitten werden. Dank QuickCharge ist der Akku schnell wieder geladen. Der Akku lässt sich nicht tauschen, wie bei so gut wie jedem Unibody-Smartphone.

Auch wenn ein Akku-Benchmark nicht viel aussagt – die individuelle Nutzung ist hier sehr viel ausschlaggebender als ein standardisierter Benchmark – hier noch der Wert von PCMark, getestet wurde wie immer mit 50 Prozent Displayhelligkeit:

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Von 100 auf 20 Prozent lief der Akkubenchmark 6 Stunden und 14 Minuten, macht in unserer 100 Prozent Vergleichstabelle eine Laufzeit von 7 Stunden und 47 Minuten, also auf Augenhöhe mit dem Motorola Nexus 6. Zu bedenken ist hier, dass 50 Prozent Displayhelligkeit nicht bei jedem Hersteller die gleiche Leuchtkraft bedeuten, da man das One A9 tendenziell eher heller einstellen muss, kann es hier durchaus zu Differenzen kommen.
Fazit

HTC hat mit dem One A9 meiner Meinung nach so viel richtig gemacht wie schon lange nicht mehr. Verarbeitungstechnisch habe ich hier das beste Smartphone vorliegen, das mir jemals zwischen die Finger gekommen ist. Die Größe ist ebenfalls so gestaltet, dass ich mir das Gerät in der Hosentasche wünschen würde. Für dieses Smartphone würde ich auch die verlangten 579 Euro – trotz sehr viel höherem Preis als in den USA – auf den Tisch legen.

Wenn das Wörtchen wenn nicht wäre. Die Kamera gefällt mir nicht. Das ist sehr subjektiv, aber ich komme nicht drauf klar, wenn ich mit einem über ein Jahr altem Smartphone bessere Fotos schieße. Vielleicht bessert HTC hier via Software noch nach, dass die Kamera an sich nicht schlecht ist, zeigt der Pro-Modus mit RAW-Unterstützung.

Der Rest der Hardware ist super, hier gibt es nichts zu bemängeln. Natürlich könnte der Akku fetter sein und natürlich sind die Ränder um das Display sehr ausgeprägt. Das ist aber nichts, was mich persönlich stören würde. Wer keinen großen Wert auf die Kamera legt, macht mit dem HTC One A9 nichts verkehrt. In meinen Augen – trotz der Kameraschwäche – das beste Smartphone, das bisher von HTC veröffentlicht wurde.

Die Spezifikationen des HTC One A9:

Display: 5 Zoll FullHD AMOLED (1920 x 1080), Corning Gorilla Glass 4
Prozessor: Qualcomm Snapdragon 617 (4x 1,5 GHz, 4x 1,2 GHz, 64-Bit)
Speicher: 2 GB RAM / 16 GB ROM, erweiterbar per microSD-Karte
Mobilfunk: 2G, 3G, 4G (FDD: 1, 3, 5, 7, 8, 20, 28 / TDD: 38, 40, 41)
Konnektivität: WLAN ac (2,4 & 5 GHz), BT 4.1, microUSB 2.0, 3,5 mm Audio
Kameras: rückseitig 13 Megapixel mit (OIS), vorderseitig Ultrapixel-Kamera
Akku: 2150 mAh (QuickCharge 2.0, QuickCharge 3.0 per Update)
Abmessungen: 145,75 x 70,8 x 7,26 mm, 143 Gramm

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Über den Autor:

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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