Google Wave wird nicht mehr weiter entwickelt

5. August 2010 Kategorie: Google, geschrieben von: caschy

Schon komisch. Erst habe ich auf Google Wave eingehackt, weil ich den Sinn nicht sah – dann habe ich irgendwann damit gearbeitet (eben mit Leuten, die überall in Deutschland sitzen) und nun ist es vorbei. Google Wave wird nicht mehr weiter entwickelt. Ende Aus - Micky Maus. Zurück in die Steinzeit mit Mail und Messenger.

Bleibt die Frage: war Google Wave unnütz oder sind wir Menschen kommunikationstechnisch noch nicht so weit wie die schlauen Köpfe bei Google?

Über den Autor: caschy
Dortmunder im Norden. Blogger, Freund gepflegter Technik, BVB-Maniac und Hausmeister dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, XING und YouTube.

31 Kommentare

CocaineRodeo 5. August 2010 um 03:44 Uhr

Wenn, dann würde ich auf letzteres tippen. Wave war seiner Zeit vorraus würde ich sagen.

Aber ich denke das Problem lag vor allem daran, dass a) Otto-Normal-User innerhalb der Beta-Phase, als Wave noch der Urknall schlechthin war, nur schwer Zugang zu Wave finden konnte. Und b) wenn er den gefunden hatte kam er nicht weit, da wahrscheinlich nicht viele seiner Freunde den Zugang bekommen haben. Und als Wave dann aus dem Betastatus heraus kam war das große Interesse bereits verflogen…schade.

Patti 5. August 2010 um 04:01 Uhr

Ich könnte mir vorstellen, dass viele Leute einfach keinen Weg gefunden haben, Wave sinnvoll zu nutzen. Ich persönlich bin Moderator eines Podcasts und unser Team steht unter anderem durch Wave ständig in Kontakt und wir bereiten auch unsere Sendungen größtenteils über Wave vor.

Wenn ich beispielsweise meine Eltern oder meine Schwester nehme, bei denen fällt mir kein vernünftiger Grund ein, warum und wozu sie Wave nutzen sollten.

NK 5. August 2010 um 04:29 Uhr

Wave war nicht offen genug, bot für die breite Masse wenige praktische Vorteile gegenüber existierenden Lösungen und man kam schwer ran. So kann man kein Produkt popularisieren. (Außer man klebt n Apfel drauf)

Heiner 5. August 2010 um 05:35 Uhr

Ich habe mangels Wave-benutzenden Kunden zwar nie damit arbeiten können, aber die Tests mit Freunden fand ich großartig!
Wollten sie das Ding nicht sowieso frei geben, um dezentrale Server zu ermöglichen? Dann wäre es doch immerhin möglich, dass sich eine Entwickler-Community drum herum bildet.

shrewm (twitter ) 5. August 2010 um 06:59 Uhr

Ich konnte Wave auch testen und muss gestehen dass ich das ganze Konzept ziehmlich cool fand. Selbst für kleine oder mittel große Unternehmen hätte man das gut einsetzen können wenn man bedenkt das mit den Robots alles möglich war. Schade eigentlich.

Ben 5. August 2010 um 07:39 Uhr

Ich hatte mit Wave im Wesentlichen drei Probleme:
1. Es war nicht intuitiv genug. Wenn sich sogar sehr Technik/Internet-affine Leute erst einmal Erklärungsvideos anschauen müssen um das Ding so halbwegs nutzen zu können, wobei das Ding die einfache Email ersetzen soll, dann ist was am Konzept falsch würde ich mal behaupten.
2. Es wurde von zu wenig Leuten genutzt. Ich hatte in meinem Bekanntenkreis viel zu wenig Leute mit denen ich das Ding hätte nutzen können. Und bei den wenigen wo ich es nutzen hätte können, ging es in der Regel wesentlich schneller und einfacher mal eben eine Nachricht per Jabber zu schreiben.
3. Man konnte es nur in der Weboberfläche von Google benutzen. Wenn ich aber was als Ersatz für Email nutzen soll, dann will ich es auch wie Emails mit einem entsprechenden Desktop-Client nutzen können und vor allem sollte das System nicht Email benutzen müssen um mir mitzuteilen, dass es Neuigkeiten gibt. Warum? Weil ich keine Lust habe mich immer wieder nur auf Verdacht in die Weboberfläche einzuloggen.

Thomas 5. August 2010 um 07:58 Uhr

Ganz ehrlich – kein Verlust.
Ich hab dem ganzen Hype damals eh nicht getraut und meine Eindrücke von Wave waren ziemlich ernüchternt. Mehr als 5 mal hab ich den Account dort nicht benutzt und seither liegt er brach.

Auch die ganze Leute, die ich eingeladen habe, nutzen Wave nicht mehr, weil uninteressant ist.

Mein Fazit: nette Idee, aber mehr nicht

Wolfgang 5. August 2010 um 08:17 Uhr

Schließe mich Thomas’ Aussage an.
Schon seit Monaten keinerlei Aktivitäten mehr in Wave, würde ich mich jetzt gerne aus WAVE abmelden – geht aber nicht.
Naja, dann ignoriere ich’s einfach.

chaospirate 5. August 2010 um 08:33 Uhr

Ich würde sagen: beides zu entsprechenden Teilen.
Der Nutzen war nicht klar und die Bedienung auch nicht intuitiv.

Christoph 5. August 2010 um 08:35 Uhr

Ich stimme Ben in allen Punkten zu.
Selbst in meinem beruflichen Umfeld (IT-Systementwicklung) war es schwierig, Kollegen von der Wave zu begeistern. Größtes Manko war m.E. die fehlende Intuitivität.

Hans 5. August 2010 um 09:20 Uhr

Das mag ich an Google: Wenn etwas nicht klappt, machen sie einen klaren Schnitt und sagen “Das war’s”. Andere hätten versucht, die schon fast tote Kuh noch so lange wie möglich am Leben zu erhalten oder sonstwie Profit daraus zu schlagen.

cyberfux 5. August 2010 um 09:26 Uhr

Wave wirkte für mich immer wie ein “aufgeblähtes” Twitter, den Sinn hab ich nie wirklich gesehen…

Paul 5. August 2010 um 09:57 Uhr

Google Buzz können sie von mir aus gleich mit zumachen.
Aber aktiv sind die Jungs ja schon, http://www.picnik.com habe ich grade für mich entdeckt, wurde aber schon vor ner Weile aufgekauft.

Julian (twitter ) 5. August 2010 um 09:58 Uhr

Ich finde es einerseits schade,aber irgendwie kann ich es auch verstehen, warum wave benutzen,wenn jeder icq hat????
Die live schreib Funktion war schon sehr toll,aber sonst fand ich es einfach zu kompliziert und es gab einfach zu wenige,die das hatten.
Vlt kommt ja ein Teil von wave echt in Google Me dran.

fanfarian 5. August 2010 um 10:22 Uhr

Macht ein iWave daraus und es wird der Renner ;)

Paradiesstaub 5. August 2010 um 10:30 Uhr

Wave ist super, leider aber auch zu kompliziert.
Wer eine Public-Wave suchen möchte muss >>with:public SUCHWORT<< eingeben, was viel zu kompliziert ist. Neben dem persönlichen "rum mailen" ist doch gerade das teilnehmen an öffentlichen Waves interessant, hier ist es mir unverständlich warum das immer noch so kompliziert ist – OMG Google!

Außer Freaks wird sich kaum jemand mit Wave lange genug beschäftigt haben um daraus einen Nutzen ziehen zu können, was schade ist.

nippelnuckler 5. August 2010 um 11:17 Uhr

irgendwo hier im blog schrieb ich im kommentar “neue totgeburt die niemand braucht” geiles gefühl wenn man recht hat lol ;) naja… ich bin sehr technikbegeistert und freu mich immer wenns was neues gibt aber das ding war (für mich) von anfang an nicht ausgereift genug

Andi 5. August 2010 um 11:21 Uhr

Meiner Meinung nach musste es sowieso so kommen. Die Idee für Google Wave war ja gut, die Umsetzung aber leider zu kompliziert und die Bekanntmachung eher gering. Zumindest kenne ich kaum einen, der Google Wave so gut wie Facebook oder ähnliches gekannt hat. Für die, die sich in Blogs ausauschen war Wave bekannt, für das “normale Volk” eben nicht so sehr. Angeblich sollen die entwickelten Technologien ja für “Google Me” verwendet werden, allerdings halte ich es für ausgeschlossen, dass wirklich viele Codes übernommen werden. Mal sehen was sie sich einfallen lassen, aber ich finde es konsequent den Dienst einzustellen, außer man hätte es noch mehr bekannt gemacht und noch benutzerfreundlicher gestaltet.

Patrick 5. August 2010 um 11:24 Uhr

Da ich nicht mal weiß was das überhaupt ist oder macht werde ich es wohl auch nicht vermissen ;-)

Leif (twitter ) 5. August 2010 um 12:30 Uhr

Ich fand Wave nicht schlecht, allerdings habe auch ich es eher selten genutzt. Was mich dabei am meisten störte:

1) Am Anfang gab es zu wenig Einladungen. Wer mehr oder weniger Aufwand betrieb bekam zwar relativ schnell welche über Twitter & Co, aber was nützt es wenn dann die ganzen Bekannten fehlen.

2) Ich glaube der Zugang zu Wave, bzw die Anpreisung der Möglichkeiten ist einfach nicht gelungen. Gerade für Nutzer welche die Präsentation nicht gesehen haben stell ich mir den Einstieg schon relativ kompliziert vor – kein Wunder also dass Gina Trapani zu Google Wave gar ein Buch schreiben und vermarkten konnte. Eine Art Templates/Vorlagen um dem Anwender Nutzungsmöglichkeiten nahe zu legen kam ja leider erst zu einem Zeitpunkt wo es wahrscheinlich viele schon nicht mehr genutzt haben.

3) Die Anbindung an die große Masse. Da kann ich Paradiesstaub nur zustimmen. Einerseits war die Public Search viel zu kompliziert, andererseits machte es insbesondere am Anfang nur für Google Nutzer Sinn. Ich hätte mir Google Wave z.B. sehr gut auch als Ersatz für bisherige Kommentarsysteme vorstellen können – allerdings nur wenn es auch das Schreiben und Lesen von Gästen erlaubt oder andere Authentifizierungssysteme integriert werden. Diese Möglichkeit fehlte leider.

Das gute an Google ist jedoch dass sie die Technik und das erworbene Wissen häufig in gut laufende bestehende Produkte integrieren. Einiges scheint in letzter Zeit ja schon in Docs eingeflossen zu sein (wobei da vieles auch von der Etherpad Übernahme stammen könnte), anderes könnte eventuell eines Tages in Mail einfließen.

Für Firmen oder private Anwender die weiterhin Wave nutzen möchten wird es sicher genug alternativen geben die auf dem Code basieren. Ich habe es zwar nie getestet, aber angeblich sollte “Pulse” von Novell, welches das Google Wave Protokoll nutzt, um einiges weiter und Anwenderfreundlicher sein. Zumindest Firmen werden darin also weiterhin ihre Lösung finden.

Tom 5. August 2010 um 12:48 Uhr

Tja, Google entwickelt so viele Tools und Programme und da kommt es eben auch mal vor, dass der Erfolg ausbleibt. Schade für Wave, ich habs aber ehrlich gesagt auch nie selbst ausprobiert.

Gruß
Tom

muff99 5. August 2010 um 13:05 Uhr

nie genutzt

Jeffrey 5. August 2010 um 13:08 Uhr

Ich finde es sehr schade, dass es nicht mehr weiter entwickelt wird, denn es ist schon sehr praktisch, wenn man zusammen ein Projekt ausarbeiten möchte.

Aber wie es hier in den Kommentaren bereits schon öfters erwähnt wurde sind viele Leute “einfach noch nicht so weit” und arbeiten lieber mit “den gewöhnlichen” Mitteln.

Luto (twitter ) 5. August 2010 um 13:17 Uhr

Ich werde Wave nicht vermissen. Als Ersatz für E-Mail war es nicht brauchbar, weil kaum jemand es nutzte bzw. nutzen konnte. Und einen Live-Chat bekomme ich eben auch mit anderen Tools hin. Von daher habe ich den Nutzen von Wave nie begriffen. Ein Konto hatte ich zwar, mangels Kontakten war aber natürlich nix los…

Mike Lowrey 5. August 2010 um 14:29 Uhr

Mein Hauptgrund es quasi nie zu nutzen, war der Mangel an externer Software.

Die Funktionen selbst eigentlich sehr gut, aber ein Webinterface ist aus meiner Sicht eine Ergänzung und nicht ein Ersatz.

Jetzt nutze ich OneNote über Windows Live und das funktioniert ganz ordentlich.

Vielleicht kommt ja auch noch “Wave 2″ mit Lunchpad Technik ;)

Claus 5. August 2010 um 19:21 Uhr

Kein (Mehr-) Wert für mich. Kein Zusatznutzen der es für mich Wert gewesen wäre, den Datenbanken von Google noch mehr Dinge über mich mitzuteilen.

Brater 5. August 2010 um 21:52 Uhr

Ich fand Wave eigentlich auch gut. Aber dieses System ist wahrscheinlich wirklich zu modern für viele User von heute. Außerdem ist es wie bereits Vorredner sagten, eher etwas für kleine Gruppen, die an einer konkreten Aufgabe arbeiten (Firmen etc).

Allerdings fand ich die Bedienung auch etwas problematisch mit der Timeline und die Möglichkeit, die Beiträge von jedem User bearbeiten zu können.

Das Problem der fehlenden Offenheit finde ich auch nicht gut. Beispielsweise haben wir in der Gruppe einige Polls über Google Wave gemacht. Allerdings scheiterte es schon bei manchen am Google Account oder der fehlenden Wave Registrierung. Da könnte Google noch Einiges machen. Mir fehlte auch die Verknpüpfung zu GMail. Mir wäre beispielsweise eine besser intergrierte Kalenderfunktion zu GMail lieber – wie beispielsweise bei Outlook. Manchmal bekomme ich eine Mail, die für mich erst in X Tagen relevant wird. Momentan muss man erst zum Google Calender wechseln, ehe man etwas einstellen kann (oder man verwendet entsprechende Programme zum Syncen und verwalten).

Mika B. 7. August 2010 um 10:44 Uhr

Viele die wohl Wave nicht Verstanden haben können sich nun einer gewissen Schadenfreude ob der Meldungen nicht “verkneifen” auch unter vielen Bloggern.
Nur das die allermeisten Meldungen dazu eigentlich Falsch sind, da sieht man das viele den Inhalt übernehmen ohne Nachdenken.
Google stellt zwar ihre Entwicklungsarbeit an Wave ein, nur bedeutet dies nicht das die Wave “Eingestellt” wird oder gar Sterben muss!

>Ende Aus – Micky Maus. Zurück in die Steinzeit mit Mail und Messenger.<

Stimmt wohl kaum?
Ein " Open Source" Projekt kann nicht "Sterben", es kann von jeden der will Weiter-entwickelt und -betrieben werden, auch außerhalb von Google.
Viele werden es halt auf eigene Server betreiben und weiterentwickeln , vielleicht kommt schon Morgen ein "Start up" und feiert mit einer Weiterentwicklung von Google Wave unter neuen Namen einen großen Erfolg?

Dafür sollte man eigentlich Google Dankbar sein das sie es "Open Source" gestellt haben für die Allgemeinheit.

caschy (twitter ) 7. August 2010 um 10:55 Uhr

Viele können nicht entwickeln oder eigene Server nutzen.



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