Google Street View und die WLAN-Daten: wird der Fall in Europa neu aufgerollt?

3. Mai 2012 Kategorie: Google, geschrieben von:

Tja, da dachten sich die Google-Mannen, das Thema wäre endlich durchgestanden: die FCC hat sich des Falls angenommen und festgestellt, dass beim Street View-Projekt alles mit mehr oder weniger rechten Dingen zugegangen wäre. Die Daten wurden versehentlich eingesammelt, dazu gab es eine 25.000 Dollar-Strafe für die mangelnde Zusammenarbeit seitens Google mit den Behörden und es schien so, als könne man sich anderen Dingen zuwenden.

Aber wie sagt man so schön: erstens kommt es anders, zweitens als man denkt… Wie nun berichtet wird, wollen die Behörden sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien und Frankreich den Fall wieder aufgreifen, was an dem Abschluss-Bericht der FCC liegt. Während es zunächst hieß, dass lediglich ein einziger Google-Mitarbeiter für die Software verantwortlich war, die dazu führte, dass die beanstandeten Daten eingesammelt werden konnten, präsentiert der nun komplett vorliegende Bericht der FCC ein anderes Bild.

Demnach soll besagter Mitarbeiter schon 2007 seine Kollegen darüber informiert haben über die technischen Möglichkeiten seiner Software. Jetzt gehen Experten wie der Hamburgische Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar davon aus, dass diese brandneuen Erkenntnisse von größter Wichtigkeit für die laufenden Untersuchungen sind:

Das wird selbstverständlich große Auswirkungen haben. Das ist offensichtlich eine vollkommen andere Situation als anfangs angenommen. Uns war gesagt worden, es war ein einfacher Fehler. Aber jetzt erfahren wir, dass es kein Fehler war und dass Leute im Unternehmen wussten, dass die Informationen mitgeschnitten werden.

Wer jetzt also gehofft hatte, dass endlich Ruhe einkehrt, sieht sich eines besseren belehrt. Weder aus Kalifornien noch von Google Deutschland gibt es dazu eine andere Stellungnahme als die zuletzt veröffentlichte, dass man davon ausgehe, dass der Fall abgehakt werden könne. Gibt es hier für Google doch noch mehr Ärger als das bislang eingefangene blaue Auge in Form einer lächerlichen 25.000 Dollar-Strafe?

Quelle: New York Times via ZDnet


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