Google erklärt AMP Cache und AMP Lite

17. Januar 2017 Kategorie: Google, Internet, geschrieben von:

Der moderne Mensch ist heutzutage 24/7 mobil oder auch daheim per Internet mit der Außenwelt in Kontakt. Gerade beim Ansurfen von Internetseiten kommt aber auch schnell mal Frust im Netz auf, wenn die gewünschte Page elendig lange braucht, um fertig zu laden. Dabei ist natürlich jedem klar, dass mit Bildern überladene Seite deutlich mehr Daten ziehen müssen als solche, die nur reinen Text darstellen. Um dem Problem mit den langsamen Seiten Herr zu werden, hat Google vor geraumer Zeit das Projekt AMP ins Leben gerufen. AMP steht für „Accelerated Mobile Pages“, ein offenes Protokoll zur Beschleunigung von Medienabrufen über Mobilgeräte.

Accelerated Mobile Pages sollen also für kürzere Ladezeiten von Webseiten auf mobilen Geräten sorgen. Hierbei wird unter anderem nicht das festgelegte Theme der Seite geladen und angezeigt, stattdessen kommt spezieller HTML-Code sowie eine eigene JavaScript-Bibliothek (AMP JS Library) zum Einsatz.

In einem separaten Blog-Post erklären die Entwickler bei Google aber nun, wie genau es eigentlich möglich gemacht wird, mit AMP für einen derartigen Geschwindigkeitsschub beim Laden von Internetseiten zu sorgen. Dabei ist es vor allem das Caching von Inhalten, was hier als große Basis genannt wird. AMP Cache nennt sich das smarte Caching, welches dafür sorgen soll, dass angebotene Inhalte in Apps und Seiten besser auf den entsprechenden Anwender zugeschnitten seien. Demnach benötigt es nachvollziehbar weniger Zeit, Informationen aus dem Cache des eigenen Gerätes abzurufen, als eben jene Daten erst von vielen unterschiedlichen Quellen im Netz heranzukarren.

So sorge die Infrastruktur hinter Google AMP Cache für wesentlich schnellere und vor allem einheitliche Übermittlung der Daten. Am Ende soll es möglich sein, auf hunderte Millionen von Dokumenten binnen kürzester Zeit zugreifen zu können, ohne unterschiedliche Infrastrukturen dafür verwenden zu müssen – einer der Gründe dafür, dass Google AMP Cache für jedermann frei verfügbar ist. Zwei wichtige Neuerungen sollen dieses Erlebnis noch zusätzlich verbessern: Verbesserte Bild-Übermittlung und AMP Lite für Regionen mit schwierigen Bandbreiten.

Unter Verwendung der Google-eigenen PageSpeed-Module und der Datenkomprimierung von Chrome lassen sich Bilder deutlich umfangreicher Bandbreiten-sparend optimieren. So werden unter anderem Thumbnails und Standort-Daten aus dem Bild entfernt – Informationen, die der Anwender so oder so nicht am Bild sehen kann. Bei JPEGs werden außerdem die Qualität des Bildes auf 85 heruntergeschraubt und Farb-Optimierungen vorgenommen. So kämen wohl Daten-Einsparungen von über 40 Prozent zustande, ohne dass man wirklich eine Änderung am Bild wahrnehmen kann. Im Blog-Post könnt Ihr noch weitere Informationen erhalten, welche Optimierungen im Bild möglich sind, damit so viel Bandbreite wie möglich eingespart werden kann. Nicht alle gelisteten Änderungen werden benötigt, AMP entscheidet am Ende, wo das Bild Optimierungsbedarf hat.

AMP Lite für Regionen mit langsamen Netzwerk

Doch es gibt auch Orte auf dieser Welt, wo selbst durch AMP-optimierte Seiten die Netzwerk-Verbindungen der Anwender immer noch zum Qualmen bringen. Mit AMP Lite setzt Google dann auch wirklich an den letzten daten-hungrigen Fitzeln einer Page die Schere an. So nehme man zuerst einmal vor allem sämtliche Verbesserungen am Bild vor, hier prüft AMP nicht erst, ob nötig oder unnötig. Durch die Verwendung des amp-Font-Tags lädt eine entsprechende Seite den Font direkt und ohne Ladezeiten, der externe Font muss sich dazu nicht im Cache befinden.

AMP Lite wird aktuell unter anderem in Vietnam und Malaysia veröffentlicht, aber auch andere Regionen sollen bald schon in den Genuss kommen.


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