Google einigt sich mit Europäischer Kommission, wird Bing und Yahoo besser platzieren

5. Februar 2014 Kategorie: Google, Internet, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Monopole sind eine schwierige Sache, will bis auf die Monopolisten selbst keiner haben. Was aber, wenn man unbeabsichtigt zum Monopolist wird, weil das eigene Produkt einfach besser ist, als das der anderen? Die Europäische Kommission weiß Rat. Man wird einfach gezwungen, die Konkurrenz zu bewerben, um einer empfindlichen Strafe entgehen zu können. Was ziemlich falsch klingt, passiert mit Google gerade. Alternativ könnte man bei Google natürlich auch eine Strafe in Höhe von bis zu 5 Milliarden Dollar auf den Tisch legen.

Google Startseite

Es geht um die Darstellung der Suchergebnisse bei Google. Google hat in den letzten Jahren mehrere Vorschläge zur Beilegung des Streits gemacht, die alle nicht zufriedenstellend waren. Wir berichteten im Dezember bereits davon. Google hat sich nun bereit erklärt, Suchergebnisse der Konkurrenten gleichwertig mit den eigenen Angeboten zu präsentieren. Die genaue Form der Darstellung wird so aussehen, dass sie für den Nutzer klar erkennbar sind. Für Google anscheinend eine günstigere Lösung, als die Strafe zu akzeptieren.



Quelle: Engadget | EU
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18 Kommentare

Bernd 5. Februar 2014 um 16:46 Uhr

Genausoein Nonsens wie die Browser-Wahl Geschichte..

Flo 5. Februar 2014 um 16:48 Uhr

Dann müsste ja Audi ab jetzt auch Werbung für BMW, VW etc.. machen und umgekehrt?! Was läuft denn hier falsch?!

ocin 5. Februar 2014 um 17:06 Uhr

Ich finde, der Artikel ist sehr einseitig geschrieben. Google wird gerade nicht zum Vorwurf gemacht, ein Monopolist zu sein. Es ist in der EU nicht verboten so gut zu sein, dass man zum Monopolisten aufsteigt.
Verboten ist hingegen ein solches Monopol zu missbrauchen (Art. 102 AEUV). Und genau das wird Google vorgeworfen.

Dass Google nun gezwungen würde, seine Konkurrenz zu bewerben klingt reichlich polemisch. Konkurrenz, also Wettbewerb benötigt einen gemeinsamen Markt. Der ist hier nicht vorhanden. Google wird vielmehr vorgeworfen, dass es seine marktbeherrschende Stellung auf dem Suchmaschinenmarkt missbraucht, um seine anderen Produkte auf anderen Märkten in ein besseres Licht zu rücken. Die Kommission ist davon überzeugt, dass Google seine eigenen Dienste besser platziert als andere (z.B. Youtube besser als andere Videoportale, Maps besser als andere Kartendienste, etc.).

Ob die nun getroffene Einigung wirklich zum Vorteil der Verbraucher ist, bezweifle ich allerdings…

Sascha Ostermaier 5. Februar 2014 um 17:08 Uhr

@ocin: Google hat mehrere Vorschläge zur Einigung gemacht, die allesamt abgelehnt wurden. Siehe verlinkter Beitrag vom Dezember. Etwas anderes als forcierte Werbung für die Konkurrenz ist die Lösung nicht.

Fraggle 5. Februar 2014 um 17:13 Uhr

Wunderbar. Zumíndest für diejenigen, die erkennen was für eine Macht hinter der Anzeige bei Suchmaschinen steckt.
Allerdings bin ich auf konkrete Beispiele mal gespannt.
Für alle anderen ist es nonsense oder es läuft etwas falsch. Aber was will man auch erwarten, wenn viele ja auch nichts zu verbergen haben.

ocin 5. Februar 2014 um 17:20 Uhr

@Sascha: Vom Ergebnis her hast du Recht. Die Lösung des Streites ist alles andere als zufriedenstellend. Ich glaube der Wettbewerbskommissar Almunia hätte gerne mehr für die Verbraucher herausgeholt. Aber bald stehen Europawahlen an und er weiß nicht, ob er danach noch Wettberwerbskommissar ist. Er muss also vorher den Streit beenden.
Genau das weiß Google und hat daher die letzten Monate auf Zeit gespielt, um richtige Strafen zu vermeiden. Grundsätzlich kann man Google das natürlich nicht verdenken, schließlich ist Google auch nur ein wirtschaftlich denkendes Unternehmen.
Trotzdem ist hier nicht die Kommission die Böse, die das arme Google zwingt, seine Konkurrenz zu bewerben.

Felix 5. Februar 2014 um 17:22 Uhr

@Flo: Nein. Das nicht. Aber wenn Du einen Audi-Händler nach einem guten Auto fragen würdest, dann müsste der Dir auch andere Fahrzeuge, von anderen Händlern, vorstellen. Völlig wiedersinnig.

max 5. Februar 2014 um 17:34 Uhr

Haha, Bravo Google!!! EU wollte Kasse machen, Google ist schlau aus der Falle raus gekommen!

Alles andere, Vorwurf und Entscheidung, ist Bullshit!!!

JMK 5. Februar 2014 um 18:14 Uhr

“ unbeabsichtigt zum Monopolist wird, weil das eigene Produkt einfach besser ist, als das der anderen?“

Danach sollte man aufhören zu lesen. Das Produkt Google Suche war mal das Beste am Markt, heute wird es schlicht aus Bequemlichkeit genutzt, weil Menschen glauben das Internet bestünde nur aus Google, Facebook und Amazon.

Sascha Ostermaier 5. Februar 2014 um 18:16 Uhr

@JMK: Mal Bing oder Yahoo auf Dauer genutzt? Ich schon und die Ergebnisse waren nicht einmal ansatzweise befriedigend.

Mr.Gerard 5. Februar 2014 um 18:32 Uhr

Das Problem ist eben, wenn solche Monopole missbraucht werden um andere Produkte besser zu platzieren. Das ist letztlich dieselbe Geschichte wie die Verknüpfung von IE und Windows. Microsoft musste keine Strafe zahlen, weil Windows aufr >90% der Rechner installiert war, sondern weil es den Vertrieb mit Internet Explorer bündelte. In diesem Kontext ist die EU-Entscheidung folgerichtig und begrüßenswert. Letztlich haben die Verbraucher kein Interesse an Monopolen und der damit einhergehenden Marktmacht. Das sollte man auch in einem Blog anerkennen, das Google gegenüber sehr wohlgesonnen ist.

max 5. Februar 2014 um 20:11 Uhr

Ich nutze bing da es ja standardmäßig beim IE eingestellt ist und ich kann mich nicht beschweren! Für den Alltag reicht es alle male. Nur für besondere Suchen, bei denen ich auf Bing nicht finde , dann benutze ich google.

Andy 5. Februar 2014 um 20:48 Uhr

@JMK
Wenn’s nicht so wäre würden alle zur Konkurrenz abwandern. So wie alle von HotBot, Lycos, Yahoo, etc zu Google sind. Oder von MySpace zu Facebook.

Justus 6. Februar 2014 um 00:48 Uhr

@Sascha Der Artikel ist leider sehr einseitig geschrieben. Und ocin hat Recht, du hast das Wettbewerbsrecht nicht so ganz verstanden. 🙂

Zur Qualität der Suchanbieter: Seit ich ein Surface habe, nutze ich Bing regelmäßig. Mehr aus Bequemlichkeit denn aus tiefer Überzeugung, da die Eingaben in der Adressleiste halt eine Bing- und keine Google-Suche auslösen… 🙂 Meine Erfahrung: Der Dienst ist vielleicht nicht perfekt, findet aber in >95% der Anfragen problemlos und schnell das Gesuchte. Google ist zwar noch besser, aber deine negative Aussage über die Bing-Qualität ist völlig übertrieben. Insgesamt zeugen deine Aussagen im Artikel und den Kommentaren nicht von einer sachlichen Berichterstattung. Klar, im Blog darf die persönliche Meinung ruhig sein, ist ja nicht die Tagesschau, aber etwas mehr Ausgewogenheit könnte nicht schaden…

Naja 6. Februar 2014 um 01:50 Uhr

Ich lese hier im Blog leider immer öfter Aussagen, die so einfach nicht stimmen. Entweder richtig recherchieren wenn man selbst keine Ahnung hat, oder es lassen. So ist das doch Schwachsinn, mal ganz ehrlich.

Die Strafzahlung zum Beispiel ist doch keine Alternative wie hier dargestellt.
Google hätte sich damit doch nicht freikaufen können..

Und natürlich ist der Anfang einfach der Slang eines Google-Fanboys.
Das Problem ist nicht, dass Google eventuell das bessere Produkt ist. Das Problem ist, dass Konkurrenten dann keine Chance haben sich zu platzieren.

Und das Vorschläge abgelehnt werden wenn sie ungenügend sind ist jetzt auch nicht wahnsinnige Überraschung.

laderio 8. Februar 2014 um 14:22 Uhr

In wie fern genau wurde denn nun die Monopolstellung von Google missbraucht?




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