Gimp 2.9/2.10: Vorschau auf kommende Funktionen

12. Januar 2013 Kategorie: Internet, Software & Co, geschrieben von: Patrick Meyhöfer

Nachdem Adobe doch nicht so spendabel ist, wie zunächst angenommen, lohnt sich ein Blick auf die freie Bildbearbeitungsalternative Gimp und dessen derzeitigen Entwicklungsstatus, wo wir einen ersten Einblick auf die geplanten Funktionen bekommen.

Gimp Entwicklerversion

CC BY 3.0 via PlaceIt

16/32-Bit-Support für Farbtiefen

Klingt zunächst relativ unspannend, ist aber ein großer Schritt in die richtige Richtung und ein häufig nachgefragtes Feature. Durch den viel größeren Farbraum können viel klarere Farbübergänge erstellt werden. Insbesondere wenn ihr Bilder mit vielen dunklen oder hellen Tönen habt, können mehr Details dargestellt werden.

Farbtiefen Gimp

Bild mit 8 Bit (links) im Vergleich mit 32 Bit (rechts) Bildquelle: Gimpusers CC BY NC 3.0

Zwischen diesen Farbräumen soll eine fast verlustfreie Konvertierung von Farbräumen stattfinden.

Neues Werkzeug: Vereinheitlichtes Werkzeug zum Transformieren von Ebenen

Durch den Google Summer of Code hält das Unified Transformation Werkzeug in Gimp Einzug. Man muss jetzt nicht mehr mehrere Werkzeuge (rotieren, skalieren u.v.m.) nacheinander auf Ebenen anwenden, sondern kann dies alles in einem Schritt erledigen. Ist definitv eine Zeitersparnis und funktioniert bereits gut.

Unified Transformation Gimp 2.10

Deutlich bessere Bildqualität beim Skalieren

Die bisherigen Resultate beim Skalieren von Bildern war bisher alles andere als perfekt. Zum Teil waren die Resultate unscharf oder leicht zackig, weshalb die Entwickler hier klaren Verbesserungsbedarf erkannten. Daher wird es neue Skalierungsmethoden geben, sogenannte Sampler, die zu deutlich schärferen Resultaten führen sollen.

skalieren_lohalo_gimp

Derzeit sind 4 verschiedene Methoden geplant, umgesetzt sind jedoch erst 2:

  • LoHalo, wenn ein Bild auf weniger als die Hälfte der Ursprungsgröße herunterskaliert wird
  • NoHalo, wenn die Größe nicht merkbar verändert wird (zB beim Rotieren oder perspektivischen Verzerren)
  • LoJaggy (noch nicht verfügbar), wenn das Endbild auf keinen Fall irgendwelche Zacken haben soll
  • LoBlur (noch nicht verfügbar), wenn ihr ein richtig scharfes Resultat haben wollt

Diese basieren auf GEGL (Generische Graphikbibliothek) und soll vollständig in Gimp 3.0 Verwendung finden. Derzeit sammeln die Entwickler noch Geld, um weitere Funktionalitäten einbauen zu können. Ein gutes Beispiel für die unterschiedlichen Resultate findet ihr z.B. hier.

Weitere interessante Funktionen in Kurzform (Details bei Gimpusers):

  • Mehr Direkt-Vorschau-Filter
  • Hardwarebeschleunigtes Multithreading für Filter mit OpenCL
  • GEGL basierte Filter und Plugins
  • Neuer Filter: Farbtemperatur-Korrektur

Leider gibt es noch keinen konkreten Zeitplan, den man der Roadmap entnehmen könnte, man hofft auf eine Veröffentlichung für dieses Jahr. Allerdings ist dies lediglich eine ungefähre Angabe, bei Gimp können sich Projekte durchaus länger verzögern, wie es bei 2.8 auch der Fall war, durch die beschränkte Entwickleranzahl. [via, Quelle]


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Über den Autor: Patrick Meyhöfer

#Linux, #Ubuntu, #OpenSource #Android sind meine Themen. Du findest mich auch auf Twitter und Google+. Zudem schreibe ich Beiträge für freiesMagazin und auf meinem Blog Softwareperlen .

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10 Kommentare

Raphael 12. Januar 2013 um 08:56 Uhr

Ich hoffe es gibt dann auch ein eine “Automatisch” Option beim skalieren der dann anhand der Bedingungen die oben stehen den richtigen Sampler auswählt. Bin nämlich momentan immer etwas überfordert welchen ich wählen soll.

Dieter 12. Januar 2013 um 10:38 Uhr

eine batch-konvertieren und -umbenennen-funktion wäre auch schön..

dischue 12. Januar 2013 um 11:19 Uhr

Gimp ist schon eine größe und für den Heimbedarf allemal ausreichen. Ich schätze, ich würde viele der “nicht so guten” Umsetzungen oder Probleme gar nicht erkennen.
@Dieter: wenn Du nicht soviel verändern willst, kannst Du für Batch-Konvertierung und Umbenennung irfanview nehmen. Geht alles in einem Zug. Bei der Konvertierung lassen sich Größe, Auflösung, Farbtiefe, Qualität und einiges mehr ändern.
Kompliziertere Sachen gehen allerdings nicht – aber sollte man sowas dann per batch machen?

Kk 12. Januar 2013 um 12:38 Uhr

Lieber Patrick, lieber Caschy, ich freue mich sehr, dass hier jetzt mehr über opensource und Verwandte Themen berichtet wird, eine willkommene Abwechslung

Stefan Strohmer 12. Januar 2013 um 14:03 Uhr

Gibt es mittlerweile eigentlich schon einen 1-Fenster-Modues bei Gimp? Das war immer mein größtes Ärgernis mit dieser Software.

Andy 12. Januar 2013 um 14:40 Uhr

@ Stefan Strohmer

Ja der ist schon dabei. Im Menu auf “Fenster” und dann auf “Einzelfenstermodus”

Yu 12. Januar 2013 um 14:43 Uhr

@Stefan Strohmer: Ja gibt es, ich glaube seit 2.8.

Peter 12. Januar 2013 um 14:45 Uhr

schließe mich KK an, schön hier regelmäßig und in letzter Zeit vermehrt über OpenSource-Projekte zu hören.
GIMP müsste ich mal wieder spenden, finde es unheimlich toll und wichtig, dass es dieses Alternative zu Photoshop und Co gibt.

Michael 12. Januar 2013 um 17:46 Uhr

Danke für den informativen Beitrag!

Caschy ist ein Heuchler und ich bin weg! 17. Januar 2013 um 14:54 Uhr

Um Gimp als Ersatz für Photoshop zu präsentieren muss man bereits schon vorher einen richtig Tee haben, oder ? ;-)

/lichtblitz
find . -name ‘FUD’ -exec mv {} /dev/null \;


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