Elektro-LKWs, kleine Busse, autonomes Fahren: Elon Musk veröffentlicht neuen Masterplan für Tesla

21. Juli 2016 Kategorie: Internet, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Tesla-Motors-logo-2Am 2. August 2006 veröffentlichte Elon Musk seinen Masterplan für Tesla, ausgelegt auf 10 Jahre. Der Plan zeichnet ein größeres Bild der Vision von Elon Musk, der Tesla nur als einen Zwischenschritt auf dem Weg zur Massenversorgung mit erneuerbaren Energien sieht. Der Plan sah es so vor, wie es auch eingetroffen ist. Erst einen exklusiven, teuren Sportwagen, dann ein günstigeres Modell, aber immer noch nicht für die Massen und zu guter Letzt ein bezahlbares Elektroauto für jedermann. Warum diese Reihenfolge? Das ist verblüffend einfach, Elon Musk wollte kein Geld von Investoren verbrennen.

Elon Musk startete Tesla mit eigenen Mitteln, die er durch den Verkauf von PayPal zur Verfügung hatte. Offenbar glaubte er selbst nicht an den Erfolg, immerhin ist das Automobilgeschäft für Neueinsteiger noch einmal ungleich härter als für die Alteingesessenen, die auch nicht vor Problemen geschützt sind. Zwei amerikanische Automobilhersteller sind heute noch aktiv.

Aber darum soll es nicht gehen. Elon Musk hat seinen 10-Jahres-Plan erreicht (und noch viel mehr), Zeit sich neue Ziele zu stecken. Beziehungsweise neue alte Ziele, denn das Hauptziel ist immer noch die Verbreitung erneuerbarer Energien, insbesondere von Solarenergie. Das muss zwangsläufig irgendwann erreicht werden, denn fossile Brennstoffe sind nicht unbegrenzt verfügbar, zudem schadet deren Nutzung der Umwelt massiv. SolarCity heißt die Firma, die für die Energiegewinnung verantwortlich ist.

Um diesen Übergang schneller zu vollziehen, werden Tesla und SolarCity zusammengeführt. So sollen sich Solardächer mit angeschlossenen Akkus schneller verbreiten, der Nutzer außerdem alles aus einer Hand bekommen. Also nicht mehr Powerwall von Tesla und die Kollektoren von SolarCity, sondern eben ein integriertes System von einem Hersteller, mit einem Ansprechpartner.

Günstigere Preise für Tesla-Modelle als das Model 3 sind indes nicht vorgesehen. Aber neue Betätigungsgebiete bei Tesla. Der nächste Schritt ist nämlich das Transportwesen, sowohl für Güter als auch für Personen. Das ist sehr spannend, finde ich zumindest. Denn Tesla verspricht nicht mehr als einen Truck, der nicht nur die Transportkosten senkt, sondern auch für mehr Sicherheit sorgt und „Spaß in der Nutzung“ machen wird. Zu sehen soll es ihn bereits nächstes Jahr geben, wann er allerdings verkauft werden soll, wird nicht genannt.

Ebenso spannend sind die Pläne für öffentliche Verkehrsmittel. Busfahrer möchte Elon Musk nicht mehr in den Bussen sehen. Sie sollen eher eine Art Flottenmanager werden. Denn die Busse sollen auch schrumpfen, sich so gezielt für den Bedarf einsetzen lassen. Flüssiger Verkehr soll durch eine Geschwindigkeitsanpassung an andere Fahrzeuge entstehen. Außerdem benötigt man auch nicht mehr zwingend Bushaltestellen, Menschen würden dort abgeholt werden, wo sie sich befinden und dort hingebracht, wo sie hin wollen. Abgewickelt per App versteht sich.

Hier spielt auch ein weiterer Punkt eine wichtige Rolle: autonomes Fahren. Tesla hat mit seinem Autopiloten aktuell bereits ein Assistenzsystem, das den Fahrer unterstützt, aber eben nicht alleine fährt. Da möchte Tesla natürlich hin. Und hier kommt auch die Erklärung, warum Tesla-Fahrzeuge nicht günstiger werden.

Sind die Fahrzeuge einmal so weit, dass sie tatsächlich autonom unterwegs sind, wird man einen Tesla per Button in einer App rufen können. Das Fahrzeug kommt dann, man steigt ein und kann machen was man möchte, auch schlafen. Der Clou ist aber, dass man sein Fahrzeug für die Tesla-Flotte bereitstellen kann, zum Beispiel während man arbeitet. Dafür erhält man Geld, wie es beim Car-Sharing eben so üblich ist. Laut Tesla genug, damit sich das Fahrzeug ein Stück weit selbst finanziert. Das ist der letzte Punkt des neuen 10-Jahres-Plans von Elon Musk.

Wer sich dafür interessiert, dem sei der Original-Text ans Herz gelegt. Und vielleicht auch noch einmal der alte Plan, schon interessant wie gut das alles funktioniert hat. Spannend wird natürlich auch sein, wie die alt eingesessenen Automobilhersteller reagieren werden. Klar, alle setzen in Zukunft auf Elektro und autonomes Fahren, aber Tesla scheint mir hier doch einen gewissen Vorsprung zu haben. Könnte allerdings auch täuschen und es vermittelt nur der offene Umgang mit Plänen diesen Eindruck. Man weiß ja nie, was bei anderen hinter verschlossenen Türen passiert.



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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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