EFF kritisiert Microsofts E-Mail-Durchsuchung

23. März 2014 Kategorie: Google, Internet, Windows, geschrieben von:

Wir berichteten letzte Woche über den Ex-Microsoft-Mitarbeiter, welcher wegen Windows-Leaks festgenommen wurde. Interessant ist hierbei, wie ihm Microsoft auf die Schliche gekommen ist. Das Unternehmen durchsuchte einfach den Hotmail-Account des französischen Bloggers, der die Leaks erhielt und auch veröffentlichte. Ohne richterlichen Beschluss, nur unter Berufung auf die allgemeinen Geschäftsbedingungen, die schließlich jeder Nutzer akzeptiert. Andrew Cocker von der Electronic Frontier Foundation sieht die Vorgehensweise unter falschen Voraussetzungen. Microsoft hätte sich einen Beschluss vom FBI holen können, so wie es andere Anfragende auch tun müssen.

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Dies würde Missbrauch Tür und Tor öffnen, da man sich nur noch auf die Terms of Service beziehen müsste und jederzeit Zugriff auf die E-Mail-Konten bieten würde. Microsoft ist nicht das einzige Unternehmen, welches sich so über die allgemeinen Geschäftsbedingungen absichert. Ähnliche Formulierungen finden sich auch bei Apple, Yahoo und Google. Diese sieht Cocker ebenfalls kritisch und bezieht die Kritik auf jede solche Vorgehensweise, egal von welchem Unternehmen sie stammt.

Wie TechCrunch Gründer Mike Arrington in einem Artikel schreibt, geht Google ebenso vor. Als er einmal über Google schrieb, wurde seine Quelle mit einer E-Mail zwischen der Quelle und Arrington konfrontiert. Da nur Arrington eine Gmail-Adresse verwendete, geht er davon aus, dass Google in seinem E-Mail-Postfach war. Der Google-Mitarbeiter verlor daraufhin seinen Job.

Es reicht also nicht mehr, sich nur vor außenstehenden Angriffen zu schützen, auch bei den Diensten selber kann man sich dann schwammiger Geschäftsbedingungen nicht sicher sein, dass Kommunikation tatsächlich vor den Augen anderer geschützt ist, auch wenn die Anbieter dies immer allzu gern beteuern.


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Quelle: Engadget |

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