Ausprobiert: Withings Home

21. Juni 2015 Kategorie: Hardware, Smart Home, geschrieben von: caschy

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Ich hatte in den letzten Wochen die Möglichkeit, die Smart Home Kamera von Withings auszuprobieren. Sie hört auf den Namen Withings Home und ist für den Inneneinsatz gedacht. Withings Home ist klein und unauffällig und für meinen Geschmack recht schick gestaltet. Die kleine Kamera ist nicht dazu gedacht, irgendwo an der Wand angebracht zu werden, stattdessen kann man sie auf einen kleinen „Unterteller“ platzieren und irgendwo hinstellen und so während Tag und Nacht überwachen.

Verbunden wird die Kamera per LAN oder WLAN – und für einen Anschluss an das Stromnetz müsst ihr auch sorgen, denn die Withings Home hat keinen Akku. Eingebunden in das WLAN-Netz wird die Withings Home Kamera ganz flott, denn sie kann die Einstellungen aus eurem Smartphone übernehmen – passende App installieren, per Bluetooth koppeln und schon ist die Kamera in eurem WLAN. Alternativ gibt es da natürlich die LAN-Option.

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Viele der Kameras, die neu auf den Markt kommen, wollen es dem Nutzer möglichst einfach machen. So lassen sich beispielsweise Aufzeichnungen direkt in der Cloud speichern. Das kennt man beispielsweise von der Dropcam, die Nest anbietet – eine von Google gekaufte Firma. Hierfür bezahlt man dann einmal den Anschaffungspreis, wer dann auch noch ein Videoarchiv in der Cloud haben möchte, der bezahlt auf Basis der Pläne auch noch einmal.

Das ist auch bei der Withings Home der Fall – und hier beginne ich mal mit einer kleinen Kritik. Die Withings Home ist im Grunde eine gut designte Kamera zur Raumüberwachung, die eine gute Bildqualität und einen großen Erfassungsbereich bietet. Aber: der technisch versierte Nutzer bekommt keine Fallback-Möglichkeit, einen eigenen Server zur Aufnahme zu nutzen. Das ist schade, denn hier hätte man bei Withings auch weitere Klientel ansprechen können, die eben nicht in der Cloud speichern wollen.

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Und die Cloud-Speicherung ist nicht günstig. Will man Videos in der Cloud speichern, so zahlt man 7,99 Euro pro Woche – alternativ werden 19,99 Euro im Monat für den Cloud-Rekorder fällig, bei einem Anschaffungspreis, der momentan bei 199,95 Euro liegt.

Hat man sich damit abgefunden, dass man also keine Videoaufnahmen bekommt – oder man eben tief in die Tasche greift, kann die Withings Home in Betrieb genommen werden. Das funktioniert – wie bereits erwähnt – recht einfach. Im Laufe der letzten Wochen sind einige Firmware-Updates erschienen, sodass ich mal davon ausgehe, dass man derzeit noch recht aktiv entwickelt und Fehler ausmerzen muss.

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Die Benachrichtigungsmöglichkeiten bei so einer Kamera sind natürlich wichtig. Hier hat man die Option zwischen Bewegungen, Ton und Luftqualität. Im Bereich der Bewegungen hat man ein recht kurioses Benachrichtigungssystem eingebaut, welches per Schieberegler mal mehr oder weniger Alarme auslöst.

Ob man sich hier an der Größe und Bewegung der Objekte orientiert, ist mir nicht ganz klar – zumindest lassen sich keine Bereiche definieren, auch wenn das von Withings in der Vergangenheit mal angekündigt wurde. Es empfiehlt sich daher, die Push-Benachrichtigung zu deaktivieren oder stark einzuschränken, wenn man die Kamera beispielsweise im Wohnzimmer einsetzt, während man selber zu Hause ist.

Screenshot, Sound und Mikrofon

Screenshot, Sound und Mikrofon

Trifft ein Ereignis ein, dann gibt es eine Push-Benachrichtigung auf das Smartphone. Eine willkommene Sache, die leider viele Kameras nicht anbieten. Nun hat der Nutzer die Möglichkeit, einen Blick in seine vier Wände zu werfen. Nicht falsch verstehen, man kann natürlich immer in die vier Wände schauen, aber die meisten werden dies sicherlich bei einer Benachrichtigung tun.

Hierfür muss der Nutzer über die App gehen. Ein Web-Zugang existiert bislang nicht, obwohl auch dieser meines Wissens in der Vergangenheit angekündigt war. Auch hier fehlen für professionelle Anwender die Möglichkeit eines eigenen Zuganges, den er selber einrichten und absichern kann (DynDNS und Co). Stattdessen ist der Withings-Zugang der Blick in die Kamera – und diesem Konto fehlt auch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung, wenn ihr mich fragt.

Withings Home iOS-App

Withings Home iOS-App

Doch zurück zu den Benachrichtigungen. Treffen diese ein, dann wird entweder in der Cloud aufgezeichnet – alternativ macht Withings Home auch Fotos. Diese Fotos können dann von euch abgerufen werden. Kommt ein Einbrecher ins Haus und klaut nicht die Kamera, so habt ihr wenigstens sein Bild in der App abrufbar. Aber Withings Home bietet auch etwas anderes: einen Zeitrafferfilm, der die letzten 24 Stunden abbildet.

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Hier sieht man dann noch einmal detaillierter, was so in den vier Wänden passiert ist. Im Zeitrafferfilm werden Bewegungen oder andere Benachrichtigungsalarme (Luftqualität und Ton) noch einmal detaillierter aufrufbar, als dies im Einzelbild der Fall ist. Hier hat man nicht nur den Zeitrafferfilm, der die letzten 24 Stunden komprimiert zeigt, bei dauerhaften Bewegungsalarmen hat man auch hier nicht nur ein initiales Auslöserbild, sondern auch mehrere Bilder, die einen Bewegungsablauf zeigen.

Licht & Sound

Licht & Sound

Die Bildqualität während der Live-Übertragung ist wirklich gut, wie auch die des exportierten Videos. Ich habe hier einmal Screenshots eingebunden, die ein Bild zeigen, welches ich dem Zeitrafferfilm entnommen habe. Dieser ist übrigens aus der App exportierbar und kann auf jede Plattform hochgeladen werden. Was aber kurioserweise nicht gut gelöst ist: das Anfertigen von Bildern, wenn ein Alarm ausgelöst wurde.

Hier darf man sich fragen, inwiefern die angefertigten Screenshots überhaupt taugen, um einen Menschen auf diesen Bildern zu identifizieren. Unter diesem Beitrag seht ihr ja immer ein Autorenbild – und hier habt ihr einmal Bilder, wie mich die Withings Home-Kamera gesehen hat. Wird nicht ganz einfach, mir nachzuweisen, dass ich auf den Bildern bin, oder? Nutzt man nicht den Cloud-Plan, dann hat man also nur eine Kamera, die Bilder, kurze Bildfolgen bei Alarmen, Push-Benachrichtigungen bei Alarmen und Zeitraffervideos bietet.

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Zu den genannten Funktionen gesellen sich aber auch welche, die die Cam zum Babyphone machen können – so lässt sich in die Cam auch lauschen, man kann aber auch ein Liedchen anmachen oder sich über das integrierte Mikrofon mitteilen. So fungiert Withings Home zusätzlich als definierbares Nachtlicht und Einschlafhilfe.

Eine Art Fazit? Durchwachsen, wirklich. Ist man eigentlich andere Dinge von Withings gewöhnt, so hat man bei Withings Home das Gefühl, dass man Bananaware im Haus hat, die beim Kunden noch reift. Die Kamera hat im Laufe der Verfügbarkeit immer wieder mal durch Firmware Funktionen spendiert bekommen, was pauschal nichts Schlechtes ist.

Withings Home Apple Watch App

Withings Home Apple Watch App

Alles in allem hinterlässt Withings Home aber kein gutes Gefühl bei mir, wenn ich darüber nachdenke, ob ich das Produkt empfehlen würde. Gerade, wenn man kein Abo für ein Cloud-Recording abschließen will, ist es eigentlich so, dass man ein klares Bild von Bewegungen haben will, die einen Alarm auslösen. Dies ist in meinem Falle nachweislich nicht der Fall gewesen – und da hilft auch die Apple Watch-App für Withings Home nicht, die einen Blick in mein Journal und einen Live-Blick in mein Arbeitszimmer bietet. Withings sollte auf jeden Fall noch nachoptimieren, dann fallen die Bewertungen sicherlich besser aus.

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