Ausprobiert: Apple MacBook

6. Mai 2015 Kategorie: Apple, Hardware, geschrieben von: caschy

Ich habe in den letzten Wochen das neue MacBook von Apple unter die Lupe genommen. Der kleine Begleiter mit Retina-Display sollte einmal zeigen, was in ihm steckt – und vor allem: wie ich damit arbeiten kann. Menschen stellen unterschiedliche Ansprüche an ihre Lösungen, ich persönlich habe einen leichten Fetisch für gute Trackpads und Tastaturen. Apple hatte es endlich geschafft, ein kleineres Notebook zu bauen, welches mit einem Retina-Display auf den Markt kommt.

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Vorbei die Zeiten der normalen Auflösung, wie sie beispielsweise das MacBook Air noch immer bietet. In der Zeit vor meinem Test nutzte ich lange Zeit das MacBook Air, dann wiederum die 13 Zoll-Ausgabe des MacBook Pro – trotz des Mehr an Gewicht – das besser skalierbare Display machte hier einen Unterschied (wobei ich, sofern ich häufig unterwegs wäre, jederzeit das MacBook Air nutzen wollen würde). Nun stand es also vor mir: das MacBook. 12 Zoll bietet es und eine ganze Menge weniger Rahmen, als noch beim MacBook Air der Fall. Lediglich 920 Gramm wiegt es und mit 13,1 Millimeter ist man das Dünnste im Apple-Universum.

In Sachen Haptik bekommt der Käufer Erwartetes, das Unibody-Paket passt einfach. Das Gerät ist klein, leicht und dünn – ohne dabei zerbrechlich zu wirken. Aber ganz ehrlich: man wäre schön doof, bei diesem Preis etwas anderes zu erwarten.

Größenvergleich: 13 Zoll Air, MacBook und MacBook Pro:

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Breit ist das MacBook 28,05 Zentimeter und auf diese Breite hat man die komplette Tastatur gezogen. Kaum Rahmen ist zu finden. Und hier möchte ich dann gleich einsteigen. Ich kann in der Tat sehr gut auf dem MacBook tippen, die Tasten haben einen für mich perfekten Anschlag, auch wenn sie anscheinend etwas lauter sind, als die meines alten Notebooks – behauptet zumindest meine Frau.

Ich habe mich oft ertappt, dass ich das MacBook auf der Couch nutzte – hier setze ich als Unterlage seit vielen Jahren auf einen Belkin CushTop (echter Tipp, hält bei mir bestimmt schon 8 Jahre). Oftmals wollte ich das Notebook an die richtige Stelle schieben, fasste es dabei immer an Rand an, hier schlägt man unweigerlich die seitlich sitzenden Tasten an, sodass man etwas aufpassen muss. Entweder man gewöhnt sich daran, das MacBook anders anzufassen, oder man lebt mit etwaigen Tippern. Nicht schlimm, aber durchaus zu erwähnen. Wer sein altes Notebook seitlich anpackt, muss halt umdenken.

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Ansonsten kann ich der Tastatur keinen Vorwurf machen, ich tippe flott und gut damit. Es ist halt kein verkleinertes Keyboard, sondern eines, welches die Tasten etwas enger beieinander hat, da ist man aber eigentlich recht flott drin, sodass ein Umlernen eigentlich nicht der Fall sein sollte. Müsst ihr bei Interesse selbst mal in einem Store ausprobieren, die Tasten sitzen durch den Butterfly-Mechanismus auf jeden Fall eine Ecke besser und fühlen sich nicht mehr so „wobbelig“ wie beim Air an – haben aber auch einen kürzeren Hub.

Nicht direkt sichtbar: der verbaute Umgebungslichtsensor nebst LED‑Hintergrund-Beleuchtung für die einzelnen Tasten. Neu im MacBook ist auch das Force Touch Trackpad für Zeigersteuerung und druckempfindliche Funktionen. Das Ganze könnte ich in diesem Testbericht noch einmal erneut aufschreiben, doch das mache ich nicht, denn dem Force Touch Trackpad habe ich schon einen extrem langen Part im Testbericht zum Apple MacBook Pro 13 Zoll Early 2015 gewidmet.

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Erwähnenswert aber: das Force Touch Trackpad ist noch eine Ecke breiter, als im MacBook Air mit 13 Zoll, was die Menschen freuen wird, die ebenso wie ich auf den Einsatz einer Maus verzichten und liebend gerne alles mit dem Trackpad erledigen. Halten wir fest: die Schnittstelle Mensch zu Maschine ist gelungen, sofern man sich an der randlosen Tastatur nicht stört. Arbeiten kann ich sehr gut darauf.

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Der Rahmen um das Display ist noch vorhanden, wenn auch eine Ecke schmaler geworden. Dafür bekommt der Nutzer aber nun ein Mehr an Pixeln. 2304 x 1440 Pixeln bei 226 ppi bringt das Retina-Display mit, wie ihr euch das Ganze darstellen lasst, ist von euren Vorlieben abhängig – skalierte Auflösungen stehen in 1440 x 900 Pixel, 1280 x 800 und 1024 x 640 Pixeln zur Auswahl. Hier kommt es wie immer auf den Nutzer an. Die meisten Arbeiten kann man gut im angepassten Retina-Modus erledigen, manche Arbeiten lassen sich eben doch besser mit höherer Auflösung ohne Retina-Modus erledigen. Das System und die Apps skalieren gut, sodass ein Switch problemlos möglich ist.

Ansonsten ist der Blickwinkel – wie auch beim MacBook Pro – sehr gut, das Display so hell, dass ich es meistens innerhalb geschlossener Räume auf geringerer Helligkeitsstufe verwende. Draußen im Sommer wird das natürlich anders, hier gehe ich weiterhin auf das Maximum und achte darauf, dass die Sonne nicht auf das Display scheint – das empfinde ich als sehr anstrengend für meine Augen. Doch als jemand, der seit Jahren mit den mobilen Kisten arbeitet, kann ich sagen: es ist schon eine ganze Ecke besser mit der Antireflexionsschicht geworden.

Interessant sind auch die Lautsprecher. Ich bin wirklich beeindruckt, was aus den kleinen Lautsprechern kommt. Die über der Tastatur liegende Soundausgabe kommt klanglich und vom Volumen her nicht an das Pro-Modell des MacBooks heran, muss sich aber keinesfalls verstecken. Der Sound kommt klar, satt und warm rüber. Dafür gibt es den Daumen nach oben.

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Kommen wir zur Leistung. Und da wird es für mich schwierig eine wirklich allgemeine Aussage zu treffen. Das MacBook erledigt 99 Prozent meiner Aufgaben wie gewünscht – aber ich bin eben auch „nur“ ein Schreiberling, der meistens was mit Text und Web macht, ehrliche Video- und Fotobearbeitung ist nur ganz selten der Fall. Und hier zerschlägt sich meine anfängliche Befürchtung, dass der Core M wenig leisten könnte. Das, was ich mache – jau, das erledigt er. Wenn ihr aber mehr wollt, Spiele oder Videoschnitt ins Auge fasst – Freunde, lasst die Finger vom MacBook. Gerade der Export von Videos in hoher Qualität wird da zu einem Geduldsspiel, denn da geht ordentlich Zeit bei drauf.

MacBook Preise: Das MacBook mit einem 1,1 GHz Dual-Core Intel Core M Prozessor mit Turbo Boost-Geschwindigkeiten bis zu 2,4 GHz, 8 GB Arbeitsspeicher, 256 GB Flash-Speicher und Intel HD 5300 Grafik ist ab 1.449 Euro erhältlich; mit einem 1,2 GHz Dual-Core Intel Core M Prozessor mit Turbo Boost-Geschwindigkeiten bis zu 2,6 GHz, 8 GB Arbeitsspeicher, 512 GB Flash-Speicher und Intel HD 5300 Grafik ab 1.799 Euro.

Dafür sollten professionelle Arbeiter eher zu den Pro-Varianten greifen, ja selbst das MacBook Air liefert da leistungstechnisch noch etwas mehr Luft nach oben. Ich denke, dass das MacBook in dieser Form noch eine sehr spitze Zielgruppe hat. Menschen, die nicht unterwegs auf ihren Mac verzichten wollen, möglichst klein und leicht – wenn man eben nicht im Stil von Michael Bay Filme produziert und auf dem Mac zusammenfrickelt. Für Freunde des nackten Zahlenwertes hier einmal die Ergebnisse aus dem Geekbench.

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Zudem habe ich auch den Speicher einem Test im laufenden Betrieb unterzogen, denn Apple nutzt in den neuen MacBooks einen schnelleren Speicher. Hier kommt aber auch das neue MacBook nicht an alle seine Vorgänger heran, sondern bewegt sich im Bereich 400 MBit schreibend und 770 MBit lesend. Hier ein paar Vergleiche:

MacBook, Early 2015:

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MacBook Pro 13 Zoll, Early 2015:

MacBook Pro Early 2015

MacBook Pro 13 Zoll, Late 2012:

macbook pro late 2012

MacBook Air, Early 2014:

MacBook Air, Early 2014

MacBook Air, 2011:

MacBook Air 2011

MacBook Pro 15 Zoll, 2012

MacBook Pro 15 Zoll 2012Der Akku? Kann alles von bis. Von ist, wenn ihr Google Chrome als Browser nutzt, der hat zumindest bei meinem Surfverhalten das MacBook in Sachen Akku stärker beansprucht als Safari. Die Wiedergabe von Filmen ist in der Tat wie von Apple angegeben bis zu 10 Stunden möglich, lässt sich aber noch nach unten rechnen, wenn man Filme von einer Netzwerkplatte streamt. Bis zu 9 Stunden Surfzeit im Web gibt Apple an, 7,5 bis 8 sind realistisch bei meinem Mischbetrieb. Für das schmale Volumen dennoch ein sehr guter Wert, wer mehr will – der muss zum Air greifen.

Die Anschlüsse. Ja, das hätte eigentlich ein kurzer Absatz werden können. Ein USB-C-Anschluss. Einer für alles. Klasse: mit entsprechendem Kabel kann ich das MacBook via externem Akku laden. Aber sonst? Richtig, ich brauche für fast alles diesen einen Adapter. Für meinen USB-Stick, für meinen Kartenleser – für einfach alles. Das bekommt man auch mittlerweile im Handel, auch von Dritt-Anbietern für kleineres Geld. Aber will ich das? Ich kann mich noch an das Air ohne Kartenleser erinnern.  Hat mich echt gestört, diesen immer mitzunehmen.

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Klar, Fotos macht man per Smartphone und wie durch ein Wunder (Cloud) landen diese auf dem MacBook. Kann man halt so machen. Vom Feeling her bin ich gedanklich beim MacBook im Jahr 2008, da waren auch wenige Anschlüsse am Start und das MacBook Air wurde zerrissen – auch wenn es fortschrittlich war.

Schaut man auf das MacBook, dann wird man irgendwie an Notebook-Käufe erinnert, die gefühlt 100 Jahre zurückliegen: Wie – kein VGA? Wie – kein Kartenleser? Wie – kein Firewire? Wie – kein DVD-Brenner? Es gibt ganz viele Menschen, die gut auf Schnittstellen verzichten können. Aber du? Aber ich? Ich weiss es nicht. Adapter-Geraffel macht mich immer völlig fertig. Hat man auch wirklich alles eingepackt, was man braucht? USB-C ist definitiv die Zukunft, wird über kurz oder lang so einiges ablösen – aber jetzt ist die Zeit noch nicht für alle da. Aber – die spitze Zielgruppe für das MacBook erwähnte ich ja bereits. Nein, Adapter sind kein Beinbruch, aber für viele doch störend. Ach Apple – tut in so einer Kiste eine 480p FaceTime Kamera Not? Da darf echt mehr gehen.

Eine Art Fazit? Hier kann ich nur für mich persönlich sprechen – und ich sehe Licht und Schatten. Klar, der Formfaktor ist klasse, Optik, Haptik, Trackpad und Tastatur für mich über jeden Zweifel erhaben. Der Akku reicht mir und wenn ich nur meine 99 Prozent Arbeit im Kopf hätte, dann wäre ich geneigt zu sagen: jau, klein und leicht – das nehme ich wohl. Das muss jeder für sich persönlich abwägen: „Ist mir die Portabilität und die eventuellen Leistungseinschränkungen den hohen Anschaffungspreis wert? Deshalb kann mein Rat nur lauten: geht zum Dealer eures Vertrauens, schaut es euch selber an – meckert dann aber nicht rum, weil euch euer 13 Zoll-Gerät auf einmal so unwirklich groß vorkommt.

Und falls ihr Fragen habt: schießt los, ein paar Tage habe ich das Testgerät noch zu Hause.



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Über den Autor: caschy

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