Ausprobiert: Elgato Avea

Unser Haushalt wird immer smarter, sofern wir das denn wünschen. Wir können unsere Türen per Smartphone öffnen, die Rollläden herunterfahren, die Zahnbürste via Bluetooth funken lassen und in Sachen TV haben wir die Auswahl zwischen einem reinen Smart TV oder einer Stick- beziehungsweise Boxenlösung, die ich bevorzuge.

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Aber auch in Sachen Lichtgestaltung gibt es seit einiger Zeit diverse Lösungen, die um die Gunst des Kunden buhlen. Das geht los von normalen Schaltern, die man per Fernbedienung oder Modul bedient bis hin zu Lampen, die diverse Modi bezüglich des Lichts bieten. Hier tummeln sich diverse Anbieter, bekannt sind sicherlich Belkin-, Osram- oder Philips Hue-Lösungen, aber auch Elgato hat mit der Avea-Reihe etwas im Angebot.

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Eben jene habe ich mir anschauen können. Diese Lösung besteht nur aus den reinen Birnen, die der Nutzer per Bluetooth ansteuert. Das hat alles seine Vor-und Nachteile. Während Lampen mit WLAN-Anbindung eine größere Entfernung des Nutzers erlauben, sind die reinen Bluetooth-Lösungen oftmals günstiger und benötigen keine Bridge. Bin ich da allerdings aus der Reichweite, so fällt ein Umschalten schwer. Kurzum: ich kann eine WLAN-Lampe in meinem Obergeschoss auch von unten ausschalten, da ich eine WLAN-Verbindung habe, bei Bluetooth wird das aber unter Umständen etwas enger. First World Problems.

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Die Avea-Lampen funktionieren über das besagte Protokoll Bluetooth und sind somit schnell und überall einsetzbar. Die Einrichtung ist in Windeseile erledigt und Laien-kompatibel. Installiert man die App, die bislang leider nur für iOS zu haben ist, so muss man mit aktiviertem Bluetooth lediglich die angeschaltete Lampe suchen lassen, um diese zu koppeln. Diese kann man dann benennen, sodass man in der App eine bessere Übersicht bei mehreren Birnen hat – unterstützt werden übrigens 10 davon. Randfakt: Apple Watch-Träger bekommen auch die Möglichkeit in die Hand gedrückt, die zuletzt ausgewählte Lampe via Smartwatch zu steuern.

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Die App nebst Einrichtung ist ein Selbstgänger, den Spaß hab ich meiner Frau überlassen, die das Ganze fix einrichtete und offensichtlich sehr angenehm findet. In der App selber hat man nicht die meisten Optionen. Man findet hier diverse Presets vor, beispielsweise Abendstimmung, Polarlicht, Kirschblüte, Kaminfeuer oder aber auch die reine Farbe der Lampe. Ob man einzelne Lampen oder das komplette Set steuert, ist einstellbar, ebenso die Helligkeit oder die Lebendigkeit (Randinfo: 7kWh/1000h Energieverbrauch, Effizienzklasse A).

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Einzelne Presets lassen sich zudem als Favorit definieren. Wer mag, der kann in der App einen Lichtwecker aktivieren. Hier lassen sich Vogelgezwitscher, aber auch eigene Lieder definieren. Hier wird dann die Lampe langsam eingeschaltet und der Song erreicht die höchste Intensität zum Weckzeitpunkt. Hierbei muss allerdings bedacht werden, dass das iPhone in Lampenreichweite sein sollte. Die Birne hat keinen Lautsprecher, sodass das Smartphone als Tongeber herangezogen wird. Die Einstellungsmöglichkeiten bezüglich des Weckers sind rudimentär, eine Wochenplanung ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht möglich, wäre aber wünschenswert.

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Interessant: wer mehrere Birnen nutzt, der wird feststellen, dass sie untereinander für die nötigen Farbwechsel sorgen, hierbei muss man nicht mehr steuernd eingreifen oder eine Verbindung zu iPhone oder iPad haben. Was nicht funktioniert: Das Ausschalten der Lampe auf Basis eines Timers. Lässiges Einschlafen bei emuliertem Kaminfeuer ist also nicht möglich. Das wäre noch schick gewesen, wie ich finde. (Tipp am Rande: Die Birne macht sich gut in den runden Tischleuchten, beispielsweise Ikea FADO, Reality und Co)

Der technisch Versierte in mir sagt, dass die App zu wenig kann, da ist noch Luft nach oben. Während meiner Frau eine Avea-Lösung ausreicht, schaut man doch vielleicht neidisch zu anderen Lösungen herüber, die beispielsweise Lichtrezepte via des Dienstes IFTTT anbieten. Da geht schon einiges und die reine App-Asuwahl ist auch einen Ticken größer.

Preislich liegt man bei Elgatos Avea unter dem Wettbewerb, eine Birne ist bei Amazon für 39,95 Euro zu bekommen, während Gravis via ebay die Lösung für 34,99 Euro anbietet. Zum Vergleich: Das Philips Hue Starterset liegt bei rund 189 Euro (ebay 169 Euro), hier bekommt man drei Birnen nebst Bridge, die Einzelbirne ist für 59 Euro (ebay um 45 Euro) zu haben.

Nein, definitiv kein schlechter Einstieg in die Welt der smarten Lampen, aber dennoch ist Luft nach oben. Elgato kann und will Smart Home-Lösungen alltagstauglich machen, dies sieht man an der Eve-Lösung. Aber man muss dann auch einfach mal den Wettbewerb hinter sich lassen und Möglichkeiten bieten. Während die Lösung vielleicht vielen reicht die einsteigen wollen, so werden doch genug Menschen eben zu den Lampen greifen, die ein Mehr an Funktionen bieten – wenn auch mit Aufpreis. Ich bin gespannt, was man da noch aus dem Ärmel schüttelt. Und wenn ein Nachfolger kommt: der darf ruhig etwas heller sein: die in Variante E27, E26 und A21 zu beziehbare Lampe bietet 430 lm / 3000K. Das reicht für meinen Schreibtisch dicke, aber für einen großen Raum darf das kräftiger sein.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei X, Threads, Facebook, LinkedIn und Instagram.

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20 Kommentare

  1. Kleiner Tippfehler: Da geht schon einiges und die reine App- Asuwahl ist auch einen Ticken größer.

  2. Naja ich weiß nicht… Wenn der Akku vom Smartphone leer ist kommt man bald nicht mehr ins Haus, haut sich ständig die Rübe an weil keine Licht geht, kann keinen Kaffee aufsetzen weil die Kaffeemühle nicht eingeschaltet werden kann.

    Ich finde Funksteckdosen toll, da sie einen kleinen aber feinen Komfort bieten. Lassen sich meiner Meinung nach auch schneller bedienen als per App auf dem Smartphone.

    Ich bin gespannt in welche Richtung sich das alles bewegen wird…

  3. Loss Cochones de EBEr says:

    Nächste Generation kann man bestimmt mit Fitnesstracke/Pulssensor gekoppelt werden, wenn man gestresst ist – leuchtet das rosa – bei der darauf folgenden Generation wird gleich auch die Temperatur per smartmeter gesenkt – oh Happy Day abgespielt und das Smartphone fragt; Mutter anrufen/wählen?

  4. ich habe mir bewusst bisher keines dieser systeme gekauft, da ich auf einen einheitlichen herstellerübergreifenden heimvernetzungs-standard warte, der auf wlan basiert. diesen (offenen) standard gibt es zwar bis heute nicht, sofern man auf der steuerungsseite sich nicht einschränken lassen will, jedoch hat apple mit homekit wenigstens überhaupt mal was in diese richtig an den start gebracht.
    sobald also demnächst die ersten beleuchtungssysteme mit homekit unterstützung kommen, gucke ich mir das nochmal genauer an. GE soll da ja bald was anbieten.

  5. Thomas Baumann says:

    Erinnert etwas an die Technik die in conspiracy . com (der Film, keine URL!, aka Startup, Antitrust) gezeigt wird. Wird wohl so langsam so weit.

  6. 2015 und nur eine iOS Version, ohne Worte. Scheint als wollen sie nichts verkaufen.

  7. lentille says:

    Kirschblüte. Kaminfeuer. Erinnert mich an diese alten Kitschlampen, die man manchmal noch auf dem Flohmarkt findet. Im Ramschladen hießen die früher Fernsehleuchten. Kitsch bleibt Kitsch, das wird durch Gadget-Steuerung nicht besser. Wer’s braucht, aber ist halt alles Geschmackssache. 😉

  8. Plantoschka says:

    Hab die Lampe seit einigen Monaten im Einsatz und bin sehr zufrieden damit. Ein Tick heller dürfte Sie aber sein.

  9. Dämliches, simples Spielzeug für dämliche, simple Gemüter.

  10. ‚- lösungen‘ klingt als ob es ein Problem gegeben hätte 🙂

  11. Manch Kommentar…da bewerten schlichte Gemüter andere als schlichte Gemüter.

  12. @LIZ: Das hier ist hauptsächlich eine Geek-Seite. Und hier wird nun mal viel geekisches vorgestellt. Ob sinnvoll oder nicht, sei dahin gestellt und hat jeder für sich zu entscheiden. Also, wenn es Dir nicht passt, einfach die entsprechenden Artikel nicht lesen und wenn doch gelesen wird und es einem nicht gefällt, sinnlose Kommentare hier vermeiden und einfach mal die Fresse halten (frei nach Dieter Nuhr).

  13. @HO
    Ich denke da kannst du seeeeehr lange (oder ewig) drauf warten. Ich hatte den gleichen Gedanken aber entweder bindet man sich an einen Anbieter (z.b. jährliche gebühren) oder zahlt richtig kräftig pro Komponente.

    Ich bin nun seit letzter Woche mit FHEM extrem glücklich. Ein Raspberry PI im Wohnzimmerschrank schaltet meine Rolladen oder (Baumarkt-)steckdosen per Funk, bindet SONOS Boxen oder andere Multimedia per Netzwerk ein und auch solche Farbspiele sind mit einem WLAN Adapter und LED Streifen möglich alles aus einer Software / App heraus. Die Möglichkeiten sind ernsthaft fast unendlich. Selbst ich wäre nie auf die Idee gekommen meinen Kalender automatisch auszulesen um per Sonos Boxen am Vorabend „Morgen gelbe Tonne rausstellen“ auszugeben 😉

    Klar man muss ein wenig Programmierung verstehen ist also kein Produkt für die Masse, dafür bleibe ich Herr im eigenen Hause – im wahrsten Sinne.

  14. @HO Was wirklich genial funktioniert im Zusammenspiel ist: philips hue light mit RWE Smarthome (Lichtschalter, Bewegunsmelder, Steckdosen IFTT) sowie mit meiner Harmony Smart Control.

    Ein Beispiel fürs Wohnzimme, was ich hier per IFTT programmiert habe:
    Wenn ich ins Wohnzimmer komme wird per RWE Bewegungsmelder das Licht hinter dem Gemälde eingeschaltet und nach 2 Minuten wird die Temperatur auf ca. 22 Grad aufgedreht. Habe hier 2 Wandschalter (einen WoZi Eingang) den anderen an der Couch und tippe auf an. Per Klick des Wandschalters gehen alle 7 Hue Lichter an, TV, AVR Onkyo 818, Subwoofer … . Wenn ich die HUE Lichtverhältnisse ändern möchte mache ich dies mit der Harmony Fernbedienung, RWE app, Harmony Smart App, Philips hue tab … Hier wird in der Regel fast immer die Harmony Fernbedienung benutzt, außer zum An- und Ausschalten. Um 20 Uhr zur Tagesschau gehen die Lichter auf blau und um 20:15 passen sie sich dem Film an (Ambilight). Wenn eine Wichtige Kalendereinträge, Email bzw. Ebay Angebote ablaufen oder reinkommen, verändert sich das Licht in der ganzen Wohnung in 2x blinken Orange. Wenn ich auf der Harmony auf Sonos oder Musik umstelle, wird die App Hue Disco gestartet und die Philips hue Lichter tanzen dann 🙂

    Es gibt noch so vieles, was man hier machen und alles funktioniert ohne Ausfälle … das macht Spass°!

  15. Birne, Birne, Birne…. Ahhhhh!

  16. Behält die Lampe nach dem Ausschalten mit dem Lichtschalter die Einstellung? Das kann Philipps hue ohne speziellen Lichtschalter nämlich nicht. In der Realität will ich ja das Licht nicht nur mit dem Handy einschalten (Stichwort nachts aufs Klo).

  17. Es handelt sich hier um Bluetooth Smart – was im Artikel leider ziemlich untergeht. Bluetooth Smart ist DER kommende herstellerübergreifende Standard.

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