1492: Amazon entdeckt das Gesundheitswesen

27. Juli 2017 Kategorie: Internet, geschrieben von: Sascha Ostermaier

Amazon ist stets bemüht, anderen einen Schritt voraus zu sein. Sei es super bequemes einkaufen, die Bindung der Kunden durch vollgestopfte Bundle-Angebote oder eben auch direkt im Bereich der Technik. Mit Echo war der erste Smart Speaker großflächig verfügbar, jahrelang waren die Kindle e-Reader praktisch konkurrenzlos. Muss nicht immer klappen, mit dem FirePhone war Amazon seiner Zeit ein bisschen voraus. Jetzt soll das Unternehmen ein Gebiet betreten haben, das vor allem Microsoft, Google und Apple aufhorchen lassen wird: Das Gesundheitswesen.

CNBC will dazu ein paar Informationen aus nicht näher genannten Quellen haben. Amazon hat für das Gesundheitswesen ein sogenanntes Skunkworks Lab eingerichtet, also eine Abteilung, die relativ freie Hand hat, was die Verwirklichung von Ideen angeht. Dieses Team wird von Amazon 1492 genannt, wohl eine Referenz auf den Zeitpunkt der Entdeckung Amerikas.

Das geheime Team ist sowohl für die Entwicklung von Software als auch die Entwicklung von Hardware verantwortlich. Konkretes gibt es dazu aber wenig. Das Team soll sich damit beschäftigen, wie man Gesundheitsdaten von medizinischen Aufzeichnungsgeräten erhalten kann und solche auch mit welchen versorgt. Der Datenaustausch im medizinischen Bereich hat hohe Ansprüche an Privatsphäre, die Daten sind sehr sensibel.

Darüber hinaus möchte Amazon eine Plattform für „Telemedizin“ gestalten, man kann also einen Arzt aufsuchen, ohne ihn aufsuchen zu müssen. Eine solche Plattform sollte indes für Amazon kein allzu großes Problem darstellen, mit Chime hat man bereits ein Kommunikationssystem, auf das sich aufbauen lässt.

Damit aber immer noch nicht genug, das Team soll außerdem auch ausloten, inwieweit sich Gesundheits-Apps in bestehende Amazon-Hardware integrieren lässt. Unklar ist hingegen, ob Amazon auch an neuen Geräten mit Gesundheitsbezug arbeitet, ausgeschlossen ist dies aber nicht.

Hinweise auf die geheime Gruppe geben auch Stellenangebote, Amazon suchte für das „Special Projects Team“ bereits nach Experten für Machine Learning, aber auch UX-Designer. 1492 ist aber nicht die einzige Abteilung, die sich bei Amazon mit dem Gesundheitswesen beschäftigt.

Amazon Web Services, die große Cloud-Abteilung, ist ebenfalls damit beschäftigt, sich im Business-Umfeld des Gesundheitswesens zu behaupten. Krankenhäuser und Pharma-Unternehmen sind hier das Ziel, Google und Microsoft die Gegner. Und dann ist da natürlich auch noch der Verkauf von medizinischen Produkten, hier hat Amazon ebenfalls eine gute Ausgangsposition.

Es wird spannend bleiben, wie die Unternehmen die Digitalisierung des Gesundheitswesens angehen werden. Und auch inwiefern der Kunde davon profitieren wird, wenn überhaupt. Aber so Dinge wie Telemedizin können auch für den normalen Nutzer sehr hilfreich sein, ebenso wie die genaue Auswertung von erfassten Daten zu einem Gesundheitsproblem.


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Über den Autor: Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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