YouTube Musik-Abo-Service soll sich wegen Indie-Labels verzögern

YouTube wird schon länger die Arbeit an einem Musik-Dienst nachgesagt. Die Pläne eines solchen Dienstes verzögern sich allerdings. Grund hierfür liegt nicht etwa bei den Großen Anbietern Universal, Sony und Warner, sondern bei den Independent Labels. Das Worldwide Independent Network erklärt dies in einem Statement, bezeichnet das Angebot, welches von YouTube unterbreitet wird, als unfair. Das Modell, das von YouTube an die Independent Labels herangetragen wird, unterschreitet die gängigen Preise von Streaming-Diensten wie Spotify, Deezer oder Beats Music.

YouTube_Logo

Labels, die nicht nach YouTubes Regeln spielen wollen, haben schlechte Karten. Diesen droht YouTube, dass die Inhalte einfach blockiert werden. Das umfasst offizielle Kanäle ebenso wie Einnahmen, die durch Nutzung der Musik in anderen Videos entstehen. Eine große Wahl hat man als Indie-Band demnach nicht, möchte man weiterhin auf YouTube präsent sein.

Das wirft kein gutes Licht auf einen möglichen YouTube-Musik-Streaming-Dienst. Gerade als Plattform für nicht so bekannte Künstler ist YouTube bestens geeignet. Diese finanziell zu benachteiligen, klingt nicht nach einem fairen Geschäftsgebaren. Zumal YouTube den großen Anbietern offensichtlich wesentlich bessere Angebote unterbreitet hat.

Dadurch, dass sich Google allerdings stur stellt und nicht auf die Forderung von Worldwide Independent Network eingeht, kann es aber auch durchaus sein, dass sich der Dienst eben nicht weiter verzögert. Im Prinzip scheint man bei YouTube ja alle Vorbereitungen abgeschlossen zu haben. Wenn dieser Service dann an den Start geht, soll dies mit einer Umgestaltung von YouTube einhergehen, die einen solchen Abo-Service dann ermöglichen soll.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

12 Kommentare

  1. Und plötzlich scheint ein völlig anderes Licht auf den Streit mit der GEMA: Böse Independent-Label! Alle nur geldgeil! 😀

  2. unterschreitet die gängigen Preise von Streaming-Diensten wie Google Play Music, hast du vergessen!!11

  3. sirjc684-fh says:

    Ich habe es satt, alles am Smartphone wird vermarktet.Überall Werbung und graphisches Rumgetease mitzumachen und Flatrates für alles…Ein klares Betriebssystem zu einem gerechten Preis ohne Weiter Vermarktung möchte ich.Websites die öffentlich bleiben und nicht monetarisiert werden.
    So satt, es wird der Zeitpunkt kommen wo ich aussteigen und dem echten Leben ausschließlich nachgehen werde.

  4. Jim Phelps says:

    @Sascha: Der Titel dieses Beitrags sollte meiner Meinung nach „Google erpresst Indie-Labels“ lauten.

  5. Jim Phelps says:

    @Sascha: Der Titel dieses Beitrags sollte meiner Meinung nach „Google erpresst Indie-Labels“ lauten.

  6. Würde mich interessieren, ob Google so weit gehen würde, diese Bands nicht nur in ihrem Straming-Dienst, sondern gleich ganz auf YouTube zu blockieren… zuzutrauen wär’s ihnen.

  7. Und genau DESHALB, sollte niemand mehr Dienste von Google nutzten. Mal abgesehen davon, dass sie mit ihrem Monopol auch Webmaster, Videokünstler und alle anderen indirekt erpressen und die Richtung vorgeben.

  8. @Peter
    sondern ?

  9. Hoffe ja weiterhin, dass das dann ein Teil des All-Inklusive Abos sein wird.

  10. @Peter: Dienste von Google werden dir ohnehin immer wieder begegnen, weil deren Technik in vielen Anwendungen verbaut ist. Der kommende Standard http 2.0 wird auf SPDY aufbauen und viele Dienste wie Twitter nutzen PFS beim Schlüsseltausch während des Logins. Ganz freischaufeln von irgendwelcher Google-Technologie kannste dich also auch nicht. Insgesamt ist das Problem aber nicht neu, bei den offiziellen Herstellern von Android-Gadgets gibts das schon länger bzw. man munkelt auch da, dass es erheblichen Restriktionen gibt.

    Ansonsten mache ich ja aus meiner Abneigung gegenüber Google keinen Hehl, ich mag den Konzern auch nicht. Allerdings wirds für mich ne ziemliche Herausforderung, YouTube – wenn überhaupt – zu ersetzen, und sollte Twitch an Google gehen, würde eine Alternative wegfallen. Deswegen bleibt mein Google-Konto… vorerst. Gibt einfach zu viele Inhalte auf YouTube, die mir nen Mehrwert bieten (und nein, ich rede nicht von Katzen, Vlogs etc.). Außer YouTube konnte ich mich aber glücklicherweise schon von allen Diensten verabschieden.

  11. Es geht doch dann bei Youtube um einen VIDEO-Dienst oder wie? Einen Musik-Streaming Dienst hat Google bereits am laufen und somit auch die Lizenzen.

    ‚Im Prinzip scheint man bei YouTube ja alle Vorbereitungen abgeschlossen zu haben.‘ – Woraus schliesst du das bzw. ne Quelle wäre nett …