Xiaomi stellt UWB-Technik vor: Smart Home einfacher über das Smartphone steuern

Xiaomi hat eine neue Technologie für das Smart Home vorgestellt: Via Ultra-Wideband (UWB) will man es ermöglichen, dass das jeweilige Smartphone, über welches ihr euer Smart Home verwaltet, direkt Signale von Geräten aus der Umgebung erhält. Zur Steuerung müsst ihr euer Phone dann nur auf das Gerät richten. Diese „revolutionäre“ Idee klingt irgendwie… nach einer (Universal-)Fernbedienung.

Völlig neu ist UWB nicht und auch keine Erfindung von Xiaomi – Apple nutzt ebenfalls bereits entsprechende Chips in seinen iPhone 11. Über die UWB-Technik an kommenden Mi-Geräten könne man laut Xiaomi zentimetergenau Devices erkennen. Auch Winkel könnten einbezogen werden, das Verfahren ähnele ein wenig Indoor-GPS. Um die Technik zu nutzen, müssen aber nicht nur die jeweiligen Smart-Home-Gerätschaften, sondern auch die jeweiligen Smartphones UWB-Chips und -Antennen integrieren. UWB arbeitet mit 500-MHz-Technik und erreiche eine hohe Präzision. Zudem seien die Signale extrem schwer abfangbar und daher sehr sicher.

Xiaomi will UWB in Zukunft als Ergänzung zu Bluetooth und Wi-Fi einsetzen. Der Vorteil sei eben, das man sein Smartphone nur auf ein kompatibles Gerät richten müsse, automatisch eine Verbindung hergestellt werde und schon sei das Phone als Fernbedienung tauglich. „Point to connect“ nennt Xiaomi den Mechanismus. Entsprechende Control-Panels sollen dann automatisch am Smartphone aufploppen, ganz ohne großes Hantieren.

Es soll so auch funktionieren z. B. direkt den Bildschirminhalt des Smartphones an etwa einen TV oder ein Notebook zu casten. Das alles sei laut Xiaomi aber nur der Anfang, denn langfristig strebe man sogar eine komplette Hands-free-Interaktion an. Beispiel: Der Nutzer nähert sich der Autotür und das Smartphone in der Jackentasche erkennt dies und entsperrt das Fahrzeug automatisch. Oder ihr fahrt mit Bus und Bahn und die Bezahlung findet dank UWB automatisch statt.

Klingt alles nicht verkehrt, muss aber natürlich noch breite Unterstützung finden. Apple nutzt wie gesagt ebenfalls schon UWB-Chips, in der Praxis tut sich da aber aktuell noch eher wenig mit der Unterstützung.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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5 Kommentare

  1. Ich finde die Idee dahinter gut aber die Steuerung mit dem Smartphone empfinde ich eher als Hindernis. Ich steuere mein „Smarthome“ mit diversen Google Nests und würde die Stimmenaktivierung nicht mehr missen wollen. Ich würde es aber cool finden, wenn diese Steuerung mit dem Mi Band gehen würde. Man zeigt kurz auf die Deckenlampe und diese geht an (weil das Mi Band es am Gelenk erkennt). Das würde ich mir eher wünschen, als das Handy in der Hand haben zu müssen.

  2. Ganz nett, wenn Xaomi jetzt noch den Cloud-Zwang in ihren Smarthomegeräten aufhebt und den Benutzer entscheiden lässt ob er die oder eine lokale Zentrale (Openhab, IoBroker …) nutzen möchte, wäre es perfekt. Mit dem Cloudzwang und öffnen des lokalen Lan in die Chinacloud, kommt Xiaomi leider nicht in Frage.
    Die Angst liegt da nicht mal großartig auf Spionage, sondern ehr auf Angriffe durch Dritte. Wenn eine Cloud zu millionen Home-Lans hat, ist sie nun malnein lohnendes Angriffsziel. Und nichts ist 100%ig sicher. Und ab einer gewissen Größe lihnen sich nun mal auch aufwändige Angriffstechniken.

  3. Widerspricht sich der Inhalt nicht ein wenig? Einerseits wird davon geredet dass das Handy auf das Endgerät ausgerichtet werden muss (klingt nach den Nachteilen der alten IR Steuerungen), aber andererseits soll ein in der Jackentasche getragenes Handy das Auto öffnen – also ohne spezielle Ausrichtung?.

    • Nein, das wiederspricht sich nicht. Im ersteren Fall wird für die Bedienung nur für die Zeit der Bedienung eine Verbindung gezielt aufgebaut. Im letzteren Fall wird scheinbar in regelmäßigen Zeitintervallen geprüft.
      Das Ganze hat auch den Vorteil, das man dafür kein Netzwerk braucht.

  4. Klaus Mehdorn Travolta says:

    Das bedeutet aber nicht dass ich für eine Hue-Lampe als Beispiel dann keine Hue-Bridge mehr benötige – oder?

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