Wirecard meldet Insolvenz an

Knall auf Fall geht es beim Zahlungsdienstleister Wirecard weiter. Nachdem aus dem Nichts 1,9 Milliarden Euro verschwanden, der Wirecard-Chef noch mit Aktien zockte, meldet das Unternehmen nun Insolvenz an. Konkret heißt es: „Der Vorstand der Wirecard AG hat heute beschlossen, beim zuständigen Amtsgericht München wegen drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Wirecard AG zu stellen.“ Mal schauen, wie da die gesamte Branche nun reagiert.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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58 Kommentare

  1. Ja so eine Scheisse. Hab Aktien gekauft als als die Talfahrt begann aber das ist nun der Preis den ich zahlen muss für meine Gier. Wenn ich jetzt verkaufen würde hätte ich knapp 600€ Verlust; denke ich werd das weiter laufen lassen in der Hoffnung… tja mal gewinnt man, mal verliert man 🙂

    • Haha, ich hab das zwar nur in nem Börsenspiel gekauft, aber auch hier hats mal richtig gescheppert. 😉 Dachte auch noch dran, das sich das noch bessert. Falsch gedacht.

    • das ist auch nix anderes als zocken bei der aktuellen Informationslage, das ist das Geld im Casino besser aufgehoben

    • cHaOsStyle says:

      Kopf hoch 🙂
      Mein Kumpel hat Shell vor dem Öl-Crash gekauft 🙂

      • Es gibt Kommentare in einschlägigen Foren, da haben Leute mit Wirecard 28k (Erbschaft der Oma) verloren, manche auch bis zu 90k…. Wiederum andere haben gehebelt und Kredite aufgenommen, in der Hoffnung das der Kurs wieder hochschnellt („Rebound“). Bei denen hält sich mein Mitleid in Grenzen.
        Aber eigentlich denkt man ja, ein DAX Unternehmen hat eine gewisse Qualität….
        Ich investiere nicht mehr in Einzeltitel aber ich finde es immer wieder interessant zu sehen wie Gier Hirn frisst….

        • Wer 90k für Wirecard übrig hatte, der hat entweder zu viel Geld oder hat das Konzept der Risiko-Minimierung nicht verstanden. Einzelaktien sind immer mit höherem Risiko. Nicht nur Wirecard, auch die Deutsche Bank ist so ein Beispiel. Wer sein ganzes Geld in ein Unternehmen steckt, der ist schlecht beraten worden. Selbst ein DAX ETF hat den Wirecard-Crash gut weggesteckt, Europa oder World ETFs sowieso.

          Ja, ich hatte auch überlegt 500 in Wirecard bei 15 zu investieren. Gut, dass ich es nicht gemacht habe. Aber ich hatte da den Totalverlust auch mit eingeplant. Zocke nicht, wenn du nicht auch verlieren kannst.

          • Ich möchte manchmal gern die Leute wiederfinden, die neulich noch in Foren behauptet haben, bei 20€ nochmal mit 20k voll eingestiegen zu sein… Aber die werden sich verstecken, wenn es denn überhaupt gestimmt hat. Bei solchen „Short-Deals“ muss man das Geld echt überhaben, für echte Anlagen gibts für mich nur Immobilienfonds und breit gestreute ETFs.
            Bin kein Zocker…

            • Du wirst hier aber mit Begrifflichkeiten um Dich… gute Güte. Short-Deals sind mal was vollkommen anderes… und ja, die 20k zu 20€ Leute treten natürlich gerade nicht auf den Plan. Warum auch? Erfreust Du Dich am Leid anderer? Du hättest denen doch auch nicht gratuliert, wenn der Kurs gestiegen wäre – oder hättest Du die Leute dann auch wiederfinden wollen? Und glaub mir: Das wurde nicht nur behauptet – da sind andere noch mit ganz anderen Summen baden gegangen. Solange man sich das erlauben kann – gehört so ein Totalausfall, der einem DAX Konzern SO gar nicht passieren dürfte – auch mal dazu. Zumal wir hier ja nicht davon reden, dass kleine Anleger die Marktlage falsch eingeschätzt und das Unternehmen falsch bewertet hätten. Sie wurden angelogen – bis aufs letzte. Da ist man viel eher Betrugsopfer, und kein dummer Investor. Nach den veröffentlichten Zahlen und Statements der letzten Jahre (die testiert wurden!) gab es nun wirklich keinen Grund zu glauben, dass das Ding in die Insolvenz geht…

        • Wie immer. Erst verstehen, dann investieren.

        • Ganz ehrlich, wer derart zum Himmel schreiend dumm und naiv agiert ist es am Ende auch selbst Schuld. Ein klassischer Fall von Gier frisst Hirn.

    • Du machst glaube ich gerade einen weit verbreiteten Fehler bei der Beurteilung der Aktien. Du lässt die Tatsache, dass die Aktien mal 600€ mehr Wert waren nicht aussen vor und willst den Verlust nicht anerkennen.

      Mach mal folgendes Gedankenspiel: Stell dir vor, du hättest den Betrag, den die Wirecard Aktien aktuell Wert sind zur freien Verfügung und du besäßest aktuell keine Wirecard-Aktien. Würdest du dieses Geld aktuell in Wirecard Aktien investieren?
      Falls ja, weil du wirklich denkst die Aktie geht wieder nach oben, dann halte die Aktien, falls nein, dann verkaufe!

      Dass du irgendwann viel mehr dafür bezahlt hast, hat keinerlei Bedeutung für die zukünftige Entwicklung der Aktie, unser Hirn ist da aber leider anderer Meinung und will die Verluste nicht realisieren, weil der Verlust schmerzt. Der Börse ist das aber wurscht.

      • Genau das ging mir beim Lesen des obigen Kommentars auch durch den Kopf und ich hatte schon überlegt, sowas wie du zu schreiben. Aber ich schließe mich deinem Kommentar einfach mal an, passt nämlich alles, sogar der Name 😉

    • Kopf hoch das wird schon. Steinhoff hält sich auch mehr oder weniger stabil bei 7 Cent

    • Bis 11:20 ist der Handel mit der Aktie ausgesetzt. Wenn Du danach schnell bist, dann kannst Du vielleicht noch was retten.

    • Habe ich bei Silicon Graphics Aktien auch gemacht, bis sie NICHTS (Null Nada) mehr wert waren also Totalverlust. Ich kann Dir nur raten zu retten was noch zu retten ist. Ich weiss, entgangener Gewinn schmerzt mehr als erlittener Verlust deshalb mach ich im großen „Börsenspiel“ nicht mehr mit weil das Verkaufen das Problem ist.

    • Das klingt nach https://de.wikipedia.org/wiki/Eskalierendes_Commitment bei dir (englisch Sunk Cost Fallacy), du glaubst noch irgendwas retten zu müssen, weil du ja schon so viel investiert hast. Verkaufe besser was geht, so verlierst du wenigstens nicht dein gesamtes Geld.

      • Was will er da retten? Da kostet der Trade mehr, als er einbringt 😉
        Außerdem klingt das nach Spielgeld von daher könnte man auch drinbleiben und schauen, ob die Insolvenzverwaltung das Unternehmen wieder in Schuss bringt. Immerhin existiert ja ein im Kern funktionierendes Unternehmen, dessen Produkte im Einsatz sind.

      • Danke, genau das meinte ich, mir fiel nur der Fachbegriff nicht mehr ein.

    • Geht mir genauso, bei 40 Euro Aktienkurs zugeschlagen. Nun ca 1000 Euro ärmer…

      Aber Risiko war bekannt. Deswegen ärgere ich mich jetzt auch nicht so.

  2. therealThomas says:

    So kann man ein aufstrebendes, innovatives, ausnahmsweise sogar mal deutsches Unternehmen natürlich auch gegen die Wand fahren. Vor ein paar Tagen noch im DAX, heute Insolvenz…
    Ich bin froh, nur Beobachter von außen gewesen zu sein.

    • @ therealThomas 11:11 – das hast Du wunderschön beschrieben ! „anlagetechnisch“ bin ich auch nur Beobachter von aussen, aber ich sehe die Sch… als KUNDE der Firma. Die sind unser Provider für die EC-Cash-Abwicklung … und ich sitze nun hier und grüble, ob ich den Vertrag weiterlaufen lassen soll oder nicht. „Eigentlich“ laufen die Zahlungen unserer Kunden ja nur bei Wirecard durch die Rechner, aber wer weiß ? Andererseits gibt man eine bestehende Beziehung ja nur ungern auf, und das, was Wirecard bisher geliefert hat, war fehlerfrei, tadellos zu einem Preis, den man nicht „billig“ nennen kann, aber seinen „Preis wert“. Ich denke, da grübeln gerade viele Verantwortliche von Betrieben. Ich wünsche mir von Herzen, dass die Verantwortlichen ermittelt und einer gerechten Strafe zugeführt werden !!! Es hängen ja auch viele, viele Mitarbeitende dran, die weit überwiegend mit Sicherheit NICHTS für die Misere können !

      • „Ich wünsche mir von Herzen, dass die Verantwortlichen ermittelt und einer gerechten Strafe zugeführt werden!!!“
        Glaub mir, da wünschst du dir mit 99,9999%iger Sicherheit zu viel, weil da, wie fast immer nichts, aber auch gar nichts, mit den dafür verantwortlichen passieren wird. Einen der Ex-Vorstände VERMUTET man auf die Philippinen. Ja, warum wird der wohl weit weit weg sein, wo man ihn kaum finden kann? Ein Schlem, wer böses denkt. Die Vorstände und Manager und wer da noch so was zu sagen hat, haben alle den Hals wieder nicht vollbekommen und Dreck am Stecken und gehören dafür ALLE zur Verantwortung gezogen. Nur passieren wird es nicht. Und wenn, dann einer oder zwei, beim Rest lässt man es wie immer unter den Tisch fallen. Und irgendwo tauchen die dann schon wieder auf, wenn sie den Hals wieder nicht voll genug haben.

  3. Das ist mehr als schräg, wie kann es sein, dass niemand auffällt das die Bankguthaben in der Höhe nicht vorhanden sind.

    • Ist die Frage ernstgemeint? Wenn man geschickt ein paar Scheine oder irgendwas anderes über den Tisch schiebt, damit derjenige nicht so genau hinschaut. Da gibt es soooooo viele Möglichkeiten.

    • Mit etwas krimineller Energie sicher leicht machbar. Schwieriger dürfte es gewesen sein die Kontrollinstanzen an der Nase herum zu führen.

      • Jeder Normalo wird besser durchleuchtet, als eine GmbH oder AG. Wenn du 1.000.000€ Aufwärts an Kapital hast, kriegst du problemlos neue Kredite.

  4. Das Insolvenzverfahren über das „Vermögen“ zu eröffnen, bei fehlenden 1,9 Milliarden, hat natürlich was… 😉

    • Na über die 1,9 Mrd. Euro geht ja auch schlecht, wenn die gar nicht vorhanden sind. 😉 Deshalb über den „Rest“ der noch (hoffentlich) da ist.

  5. Grumpy Niffler says:

    Mal sehen was auf boon.PLANET wird – war ein vielversprechendes Produkt einer Bank, die ich bis vor wenigen Tagen für doch ein wenig seriöser als N26 hielt 😀

  6. Wie sieht eigentlich mit den ganzen Kreditkarten aus, wo die Banklizenz von Wirecard kommt wie bei Advanzia und neuerdings auch Crypto.com?

  7. Ich benutze seit 2 Jahren die boon-App (Wirecard) um mit dem iPhone bzw. Applepay zu bezahlem. Ist boon auch von der Insolvenz betroffen. Im Netz konnte ich gar nichts dazu finden. Weiss jemand näheres…???

  8. Das Ganze hat sich doch schon über Monate hin angekündigt. Und immer wieder wurde abgewiegelt. Tut mir leid um die Anleger, aber wer hier Geld verloren hat das richtig schmerzt sollte seine Anlage-Strategie nochmal überdenken. Wirecard war schon lange ein Zockerwert, DAX hin oder her.
    Ich bin schon bei den ersten FT Berichten ausgestiegen (mit nem kleinen Plus), mir ist das Geld zu schade für solche Zockereien.

  9. Christian says:

    zu hoffen ist nur, dass es auch bei der BAFIN ein Köpferollen. Völliges Versagen dort, vor allem nachdem die FT schon vor einem Jahr immer wieder darauf hingewiesen hat, dass hier etwas nicht stimmt.

  10. Silberknie says:

    Klotzen und nicht kleckern war wohl das Motto bei Wirecard und nun wird der Sack eben zugemacht.
    Von Aktienkäufen bin ich endgültig geheilt seit Manfred Krug´s T-Aktie.
    Deshalb merke: Geld ist nicht weg, es gehört jetzt nur anderen !

    • Die T-Aktie hab ich auch noch schmerzlich in Erinnerung. Hab vor 2 Jahren Gold gekauft und jetzt im Mai mit 39% Gewinn vergoldet…;O)

  11. So, also welche Karten betrifft es noch die relativ bekannt sind?
    boon haben wir ja schon mal aufgeführt.

    • boon als „relativ bekannt“ zu sehen ist m.E. schon sehr optimistisch, das kennt unter den Normalbürgern da draußen im Grunde kein Mensch. 😉

  12. Wie sieht das mit N26 aus? Haben die auch noch eine Wirecard Lizenz?

  13. Wolfgang D. says:

    Hab schon die hier genutzten FinTechs geprüft.

    boon Kündigung ging noch durch, denen platzt jetzt sicher der Mailserver. Bin gespannt wann und ob das Restguthaben überwiesen wird.
    Curve hat schon vor Wochen die Trennung von Wirecard (Tochterfirma ist Hardware-Kartenausgeber) zum Ende Juni geplant, Revolut ist schon länger weg, VIMpay nutzt igendwelche deutsche ehemalige Bankdienstleister. Advanzia ist schon länger eigenständige Bank mit Lizenz. Alles safe jetzt.

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