Windows 10: Upgrade von Raubkopien weltweit möglich, wird aber nicht kostenlos legal

Vor zwei Tagen berichteten wir auf Grundlage eines Reuters-Berichtes, dass Windows 10 in China auch für die Upgrader kostenlos sein wird, die vorher keine legale Kopie des Systems besitzen. Die Aussage „We are upgrading all qualified PCs, genuine and non-genuine, to Windows 10“ von Terry Myerson veranlasste zu dieser Feststellung. Ganz so einfach wird es allerdings doch nicht werden, dafür aber auch nicht auf China beschränkt.

Windows 10

Richtig ist, dass es zwar möglich sein wird, ein Update von Windows 10 durchzuführen, dies aber die Raubkopie noch lange nicht zu einer „genuine“ Version von Windows macht. Den Nutzern wird lediglich ermöglicht, Windows 10 dann über den Windows Store zu einer legalen Kopie zu machen, von kostenlos ist hier allerdings nicht die Rede. Gegenüber The Verge gab Microsoft folgendes Statement:

„We will provide a mechanism for non-genuine Windows 10 PC devices to ‚get genuine‘ via the new Windows Store, whether they are upgraded versions of Windows or purchased.“

Diese Vorgehensweise wird weltweit verfügbar sein, ist also nicht auf China beschränkt. Ob diese Methode allerdings helfen wird, um Nutzer wieder zu Kunden zu machen? Immerhin haben Nutzer mit Raubkopien kaum Einschränkungen bei Windows. Sicherheitsupdates werden eingespielt, lediglich optionale Updates gibt es oft für Raubkopierer nicht, das System an sich wird aber aktuell gehalten.

Wie die Limitationen von Windows 10 Raubkopien aussehen werden, ist noch nicht bekannt, es wird aber davon ausgegangen, dass diese sich nicht allzusehr von früheren Einschränkungen unterscheiden. Ebenfalls ist davon auszugehen, dass auch Windows 10 wieder beliebtes Ziel von Menschen wird, die sich daran versuchen werden, die Microsoft’schen Sicherheitsbemühen auszuhebeln, sodass auch das neue System sicherlich über diverse Kanäle komplett kostenlos und freigeschaltet zu haben sein wird.

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

14 Kommentare

  1. Keine schlechte Idee um so mehr abzusetzen. Es klingt für mich so, als machte MS irgendetwas Sorgen für die mittlere Zukunft. Sei es vielleicht Android auf Tablets/Handys, die immer stärker werden und vielleicht per Dockingstation an einen Monitor usw kommen, oder sei es der Linuxumstieg in Asien.

    Eines habe ich bei der kostenlos Aktion bislang aber nicht eindeutig verstehen können: Wenn ich im Jahr 1 das Upgrade durchführe und aktiviere, was ist, wenn ich im Jahr 2 das System neu aufsetzen möchte. Ganz abgesehen davon, daß die Abogeschichte in meinen Augen ebenfalls noch nicht eindeutig dementiert wurde.

  2. Wer ein Betriebssystem als Schwarzkopie, und damit aus nicht vertrauenswürdigen Quellen, einsetzt dem ist sowieso nicht mehr zu helfen. Aber es gibt ja auch Leute die laden sich gecrackte Versionen von einem Virenscanner und wundern sich dann nachher wenns Konto leer geräumt wurde oder seltsame Aktivitäten mit ihren Logindaten passieren…

    Dummheit und Naivität kennt manchmal keine Grenzen.

  3. Die kostenlosen Updates machen sich gut für die Statistik, damit sich Microsoft irgendwann als das weitverbreitesteste Betreibssystem brüsten kann.

  4. Stimmt, Hotti. Da hat Microsoft hat auch mächtig aufzuholen…

    Ich verstehe gecrackte Betriebssysteme ebenfalls nicht. Bei Angebotspreisen von weniger als 50 EUR (Win 8 wurde zu Beginn für ca. 30 EUR verkauft) gibt es wirklich keinerlei Grund, sich den Stress und das Risiko anzutun.

  5. @elknipso Tribal ftw 😉

    Sie -Bie nicht mehr ist, gibts nix besseres als -Tribal….

    Und du willst doch MS nicht als vertrauensvoll deklartieren? Die Frage sollte immer nur sein, wo bekomm ichs her und wie vertrauensvoll ist die Sache.

  6. Man muss dazu aber auch fairerweise sagen, dass solche Angebote wie die 15€-Geschichte damals nicht an der Tagesordnung sind.
    Wer sich heute nen neuen PC zulegt und dafür Windows 8 kaufen möchte, muss 80€ hinlegen.
    Das ist sehr viel Geld für manche Leute.

  7. @erhier
    Zum einen sind die Preise für Windows zusammen mit neuer Hardware geringer, und zum anderen wenn es wirklich auf jeden Euro ankommt nimmt man sich halt eine gebrauchte Windows 7 Lizenz, was vollkommen legal ist und die es für 20 – 24 Euro gibt. Teilweise sogar für etwas unter 20 Euro. Und komm mir jetzt bitte nicht mit dem Argument, dass sich das jemand der einen PC für einige hundert Euro kauft nicht leisten kann ;).

  8. Wobei das mit den „gebrauchen Win7 Lizenzen“ schon auch recht problematisch ist. Jeder kennt vermutlich die Geschichte rund um PC-Fritz, da wurden Lizenzen für 20 EUR verkauft. WIrklich geklärt, ob diese Lizenzen nun tatsächlich *illegal* sind/waren, wurde meines Erachtens bis heute nicht.

    Microsoft hat dann halt einfach mal ein paar Tausend Keys gesperrt und in den Diskussionen rund um das Thema wurde immer wieder darauf verwiesen, dass „man doch erkennen muss, dass eine 20 EUR Lizenz nicht legal sein *kann*“.

    Seltsamerweise gibt es nach wie vor jede Menge solcher Angebote und keiner kann so recht beanworten, ob diese nun OK sind oder nicht. Da heißt es z.B., dass so gut wie alle Dell-OEM-Datenträger samt dieser Lizenzaufkleber gefälscht seien etc.

  9. Finde den Ansatz von Microsoft gut, alle Systeme updaten zu lassen. Jetzt müssen sie nur endlich mal die gute Idee bis zum Ende durchziehen und die Lizenz für „non-genuine“ Versionen für maximal 20€ über den Store raushauen. Bei so einem Betrag denken sicherlich viele nicht weiter drüber nach während bei ~80€ die Zahl der Käufer minimal sein dürfte…

  10. @Straycat
    Die Geschichte mit PC Fritz ist noch einmal eine Geschichte für sich, und hat eigentlich nur am Rande wirklich mit der Kernthematik der Gebrauchtlizenzen zu tun.
    Fakt ist, nach deutscher Rechtssprechung dürfen Gebrauchtlizenzen verwendet und auch weiterverkauft werden, sobald sie auf dem ursprünglichen Gerät entfernt wurden.

  11. @Thomas
    Idee gut, aber du hast es mit Menschen zu tun. Die 20€ scheinen dir (stellvertretend) jetzt als ein gerechtfertigter Preis. Kostet dann das Produkt jedoch diesen, sinkt nach einer gewissen Zeit immer auch dann die Bereitschaft, genau das zu bezahlen.
    Caschy hatte dazu hier mal einen Bericht darüber, wie die Realität ist. Traurig aber wahr… Programmierer dürfen wohl kein Geld verdienen, im Gegensatz zu den Raubkopierern. 😉

  12. Auf diese Angebote werden nur die Otto Normalverbrauchern nicht aufmerksam. Außerdem ist das nicht so einfach, wie alle zwei Jahre ein neues Handy aus dem Laden nach Hause zu tragen. Außerdem sind die alle beim Supportende von XP in den Mediamarkt gegangen und haben sich Restbestände mit Windows 7 andrehen lassen. Der Rest nutzt noch Vista.

    Die gecrackten Windowsversionen finden sich (Achtung! Behauptung!) zu 99% auf Rechnern von Minderjährigen Zockern und volljährigen Geizhälsen, die einfach nur das neuste Windows haben wollen. 😉

  13. Ich habe viele Bekannte, die nutzen noch Windows XP weil sie keinen Sinn in einem neueren Windows sehen bzw. kein weiteres Geld ausgeben wollen. Einige haben noch Windows Vista und sehen ebenfalls kein Sinn für ein Upgrade zu Windows 7 und schon gar nicht Windows 8.

    Da Windows 10 kostenlos für diejenigen angeboten wird, sehen plötzlich doch einen Sinn in ein Upgrade und wären sogar bereit einen neuen Computer wegen der Hardware zu kaufen.

  14. @meofilis
    Die verwendete Windows Version ist doch 99,9 Prozent der normalen Anwendern egal. Mit viel Glück kennen sie den Namen bzw. die Versionsnummer aber das wars dann auch schon. Und solange das Internet, Mail und bisschen Office noch so laufen wie vorher wird da auch kein Update gemacht.

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