Windkraftanlagen: Der Ausbau stagniert

Die Energiepreise steigen in diesen Tagen in exorbitante Höhen. Eine Unabhängigkeit von russischem Gas muss her. Das geht logischerweise nicht von heute auf Morgen. In weiten Teilen sollen erneuerbare Energien in die Bresche springen. Bis 2030 sollen mindestens 80 Prozent des Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien kommen, derzeit liegen wir knapp unter 50 Prozent.

Laut Bericht der Tagesschau stagniert der Ausbau von Windrädern hierzulande jedoch. Im Vergleich zum Vorjahr ist man nur mit ähnlichem, aber leicht rückläufigem, Tempo unterwegs. Viele Jobs der Branche sind daher in Gefahr und Einstellungen rückläufig. So wurden im ersten Halbjahr 2022 nur 238 Windräder mit einer Gesamtleistung von 977 Megawatt installiert. Auch die Ausbauziele sind in weite Ferne gerückt. Bis 2032 hatte man veranschlagt, zwei Prozent der Fläche an Land für Windkraft zu nutzen – hierfür wäre das fünffache Volumen notwendig.

Der Ausbau wird häufig durch schleppende Genehmigungsverfahren verzögert. Hier fordern diverse Verbände Reformen und die Verkürzung der Verfahren. Es mangelt also an Rahmenbedingungen, wie der ausgewiesenen Fläche für Windräder. Nur 62 der 294 Landkreise haben Flächen ausgewiesen – das Potenzial sei demnach da, wenn sich denn mehr Landkreise beteiligen würden. Länder sollen künftig per Gesetz verpflichtet werden, mehr Flächen bereitzustellen.

Rund 80 Prozent der neuen Windanlagen entfallen hierbei auf vier Bundesländer: Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Niedersachsen. Die Unterschiede zwischen den Ländern sind also groß. In den Stadtstaaten gab es keine neuen Anlagen und Bayern sowie Baden-Württemberg glänzen mit neun bzw. 21 neuen Anlagen nun ebenfalls nicht gerade.

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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28 Kommentare

  1. Stefan Pfefferkorn says:

    Wer ist eigentlich auf den Begriff „erneuerbare Energie“ gekommen?
    Energie kann man nicht erneuern, nur Erzeugen und Verbrauchen. Einmal verbrauchte Energie ist nicht erneuerbar.

    Zum Artikel: Ich sehe auch das größte Problem in den zu langen Genehmigungsverfahren. Da muss die kommunale Politik, genau so wie die Länder und der Bund schneller werden.

    • Verbrauchen kann man Energie auch nicht. Sie wird lediglich in eine andere Energieform umgewandelt.
      „Erneuerbar“ ist trotzdem Unfug.

  2. Viel wichtiger wäre es zu erfahren wie viele davon errichtet wurden aber aufgrund mangelnder Stromtrassen ihren Produzierten Strom nicht weiterleiten konnten.

    Es gab in der Vergangenheit Besitzer von Windkrafträdern die eine Förderung kassiert haben das Windkragtrad aber gar nicht an das Netz angeschlossen war.

  3. Und wenn die Genehmigung dann mal da ist kommt irgendein Wichtigtuer daher und will das Projekt stoppen.
    Strom ja. Aber nicht bei ihm produziert.
    Vor allem weil wir dezentralen Strom brauchen.

  4. Wenn wundert es? Seit Peter Altmayer (Altmayerknick) erfolgreich 2013 die erneuerbaren Energien zugunsten der großen Erzeuger abwürgt hatte, Den Rückgang des solaren Ausbaus um 40% – 50% pries Peter Altmaier als Großen Erfolg“, haben die Länder nachgezogen und Windkraft nachhaltig gebremst. In Bayern und NRW wurde das Gesetz (1km Abstand zu Gebäuden) so gestaltet dass Windkraft quasi unmöglich wurde.
    Die CDU hat alles dafür getan um die Interessen der fossilen Energieträger zu schützen und eine Dezentralisierung des Marktes zu verhindern.
    Die Zeche zahlen wir jetzt alle.
    Die Verantwortlichen sind jetzt eh gemachte Leute und werden die kommenden Katastrophen kaum noch erleben.

    • Mick R. Osoft says:

      Genauso sieht es mit privaten Solaranlagen aus. Man kann praktisch, wenn man nicht ein freistehendes Einfamilienhaus hat, die Solarpanels direkt bis an das Nachbarhaus heranbauen. Abstand bei Glas / Glas mindestens 0,5 Meter und bei Glas / Folie mindestens 1,25 Meter… Dank der Bauvorschriften und vorgeschobener Brandschutzvorschriften werde ich jetzt keine Photovoltaik installieren lassen.

  5. Sag ich nicht says:

    Ich frage mich immer, was wäre wenn. Wenn wir schon 10 Jahre früher begonnen hätten. Und wenn wir uns nicht immer selbst bürokratisch ein Bein stellen würden. Denn Klimawandel hin oder her. Wir müssen unabhängig von fossielen Rohstoffen aus dem Ausland werden. Das zeigt sich aktuell mehr denn je.
    Hier im Ort ist ein jahrelanger Rechtsstreit zuende gegangen. Die Windkraftgegner haben endgültig verloren. Die Windräder können nun endlich gebaut werden. „Bald“ soll es losgehen, das sagte man vor fast einem Jahr. Passiert ist bislang nichts.
    Und mal ehrlich, war die ganze verstrichene Zeit, die Gerichtsverhandlungen und Proteste unsinnig. 6 Windräder ca. 180m hoch, mindestens 1000m von der ersten Siedlung entfernt. Die stören da niemanden, so wie die Bürgerinitiative weiß machen wollte.
    Aber so ist das in Deutschland. Dagegen, hauptsache dagegen, Windkraft ja aber bitte noch nicht hier. Der Strom kommt schließlich aus der Steckdose.

    • – Abschaffung der ganzen Regulatorik im Zählerkasten (ein Elektriker kann das besser einschätzen was neu muss)
      – Abschaffung der MwSt für PV Komponenten, dann entfiele das ganze Finanzamt getue
      – Umsatz und Unternehmer-Regeln für private PV Besitzer bei Finanzamt ganz streichen und weglassen
      – Anmeldung im Stammdatenregister für jeden Bürger mit 5 Werten, Ort, Größe, Leistung, Installationsdatum, steuerbar in 5 Minuten machbar machen

      Schon mit den Maßnahmen würden mit einem Schlag zigtausend neue PV Projekte ermöglicht, weil die Leute auf den ganzen Verwaltungsoverhead keine Lust haben.

      • Dafür könnte ich Dich herzlich umarmen! Damit hast du sowas von Recht. Diese ganze Bürokratiesche* ist doch so gemacht, dass viele davon Abstand nehmen.

      • Mick R. Osoft says:

        Einfach so wie in den Niederlanden machen. Stromzähler ohne Rücklaufsperre, einfach beim Netzbetreiber anrufen: Ich habe jetzt Photovoltaik. Und gut ist. Der eingespeiste Strom ist durch die nicht vorhandene Rücklaufsperre genauso teuer, wie der entnommene. Das wäre dann ein Anreiz

  6. Deutschland hat seit kurzem keine Windkraftfabrik mehr und das trotz einer „grünen“ Regierung.

    • Eine Korrelation impliziert keinen Kausalzusammenhang.

      Wenn wir wirklich wollten könnten wir aber mit Millionen Subventionen wieder eine hier ansiedeln

    • DAs liegt aber weniger an den Grünen die gerade mal über ein halbes Jahr in der Regierung sind als der Rotz der 16-20 vorher den Mist langfristig verbockt hat. Altmaier, Rösler lassen grüßen.

    • Weil eine grüne Regierung auch nicht die Berge an Scheiße in paar Monaten aus dem Keller tragen kann, die Andere in Jahrzehnten verzapft und hinterlassen haben. Zusammenhänge erkennen ist nicht deine Stärke, oder?

  7. Strom wollen alle, nen Windrad nicht.
    Verstehe die Kurzsichtigkeit der Menschen nicht. Ich hätte gerne Land und Windrad drauf.

  8. Die verschandeln ja auch die wunderbare hübsche Landschaft. Zudem gibt es ja genug Öl, Kohle und Gas. So what ‍♂️

  9. Baron von Münchhausen says:

    Jetzt mal ohne Vorurteil und so… es gab mal eine Behauptung, und zwar würden Windräder Tiefs/Hochs oder so Energie entziehen, an und für sich hört sich das ja richtig an, die Energie wird ja von Windrad aufgenommen und umgewandelt. Dadurch würden diese Wetterlagen langsamer als ürsprünglich werden und würde dann z.B. Regen in einem Gebiet weit länger verteilen als mit der ursprünglichen Energie. Ist das Bullshit oder haben die Windräder wirklich einen Effekt auf sich bewegende Unwetterlagen?

  10. Es werden auch Anlagen abgebaut. Besonders viele in der Schweiz. Ohne Fördermittel sind sie ein Minusgeschäft, dort wo sie nicht hingehören. Wie in Windarme Regionen wie Bayern.
    Sieht man gut auf der Windkarte

    • Ab welcher mittleren Windgeschwindigkeit wäre es denn „lohnend“, deine Meinung nach? https://www.dwd.de/DE/leistungen/windkarten/deutschland_und_bundeslaender.html

    • In Deutschland leider auch wenn 10 JAhre alte jetzt durch neue ausgetauscht werden.
      Ja die neue hat doch die Leistung der 6 Alten. Dann reicht doch 1 neue. Ne genau net. Da müssen dann 6 neue mit eben wesentlich mehr Leistung hin.
      Aber die Politik wird das nie verstehen.

    • Windarme Regionen halte ich für eine G’schichte aus dem Paulanergarten. Sowas ist nur Wasser auf die Mühlen der Windkraftgegner. Es gibt Windkraftanlagen, die funktionieren auch bei wenig und schwachem Wind. Es wäre sinnvoll, wenn Forschung und Entwicklung in diese Richtung vorangetrieben werden. Aber Wind allein ist ja nicht die einzige Kraft mit der man Energie nutzbar machen kann. PV und Biomasse gibt’s ja auch noch. Aber wir verseuchen lieber unsere Böden mit Gülle.

  11. Von meinem Arbeitsplatz habe ich Blick auf 7 Windräder. Bei Sonnenschein stehen davon in 99 % der Fälle mindestens 2 still, auch im Winter. Wir brauchen dringend Lösungen bzw. Umsetzungen überflüssige Energie zu Speichern (Batterie, Wasserstoff, …). Bis wir dies haben, ist es wahrscheinlich schon sinnvoll weiter in neue Windräder zu investieren. Wenn wir das mit dem Wasserstoff dann besser können, können ja besonders störende Windräde vielleicht auch wieder abgebaut werden. Auch weil bis dorthin vielleicht auch mehr PV-Anlagen im Einsatz sind.

    • >>Wenn wir das mit dem Wasserstoff dann besser können, können ja besonders störende Windräde vielleicht auch wieder abgebaut werden.

      Wer legt dann fest welches Windrad „besonders störend“ ist und abgebaut werden soll? Wer entschädigt den Errichter dieser Windräder?

      Leider erschließt sich dem aufmerksamen Beobachter nicht warum ein Windrad stillsteht. Man sieht nur das es stillsteht und könnte daraus schlussfolgern, dass es gar nicht gebraucht wird oder an der falschen Stelle errichtet wurde. Aufgrund fehlender Speichermöglichkeiten macht eine Überproduktion elektrischer Energie wenig Sinn. Vielleicht ein Grund für stillstehende Windräder? Meiner Meinung nach, liegt es an der Ausrichtung unserer Energieerzeugung durch fossile Energieträger. Mit fortschreitendem Umdenken werden sicher weniger Windräder stillstehen.

  12. Solange alle das Thema immer nur mit einem Fokus auf Gewinnerzielung betrachten („wieviel bekomme ich für die Einspeisung“) kann es doch eigentlich nur scheitern.
    Ich bin ziemlich sicher, dass ein Ansatz mit Klein(st)anlagen und Fokus auf Kostensenkung („wieviel von meinem Strombedarf kann ich selber decken“) uns wesentlich schneller zum Ziel bringen würde. Camper kennen das schon seit Jahren: Strom aus der eigenen Solarzelle reduziert sofort den Betrag, den man für Strom aus der Steckdose zahlen muss.
    Gut, wäre zu klären, was „das Ziel“ ist: weg von fossilen Energieträgern oder möglichst viel Shareholder Value bei den Energiekonzernen – da gehen die Meinungen sicherlich auch auseinander……

  13. Wobei dann immer noch die Frage ist: heizen? Direkt mit Strom heizen ist in vielen skandinavischen Ländern , besonders in Ferienhäusern die nicht ganzjährig genutzt werden, an der Tagesordnung. Entweder als Radiatoren oder elektrische Fußbodenheizung. Die Nachtstromheizungen , die man hier in den 70er Jahren sogar suvbentionierte , damit man – das gab es auch damals schon – überschüssigen Strom sinnvoll nutzen konnte – wurden fast überall abgebaut und werden gerade von Klimaschützern verteufelt. Warum nicht eigentlich über nachtstrom elektrisch beheizte Wärmespeicher in Wohnhäusern , aus denen dann Warmwasser /Heihzung versorgt wird mit „überschüssigem“ Strom von Wind- oder sonnenstromanlagen beschicken? Sogar im vordigitalen Zeitalter konnten die Versorger über sog. „Rundsteuerempfänger“ in den wohnungen die Nachtspeicherheizungenau dann aufladen, wenn Strom überschüssig war und daher günstiger abgegeben wurde. Das sollte mit heutiger Technik doch auch kleinräumig für lokale Windparks / Solaranlagen realisierbar sein. Und das mit Technik – Nachtspeicherheizung als Ofen, Fußboden oder sonstige Flächenheizung, Warmwasserspeicher – die seit jahrzehnten bekannt, ausgereift und bezahlbar ist. Ich bin in einer Wohnung, die von Koksheizung auf nachtspeicher umgestellt wurde großgeworden und empfand die Wärme als sehr angenehm. Damit könnte man viel Gas als Primärenergie für Wohnungsheizung und Warmwasser ersetzen .

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