VZ: studiVZ und meinVZ sind als deutsches Social Network zurück

Schaut man auf den Kalender, dann stellt man fest, dass es Ende April ist. Es ist also mitnichten der 1. April, was man fast hätte meinen können, wenn man hört, dass sich die VZ-Netzwerke zurückmelden. Seit heute offiziell, natürlich von langer Hand geplant – auch nicht ganz so im Geheimen.

studiVZ und meinVZ, das kennen sicher zahlreiche deutsche Nutzer noch, war es doch zu Anfang des Jahrtausends ein recht populäres Netzwerk. 2005 von poolworks (Germany) Ltd. gegründet, gehörte das Konstrukt 2007 bis 2012 zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. Im Juli 2010 erreichte man noch rund 17 Mio. Mitglieder, zwei Jahre später hatten die ganzen Netzwerke lediglich 2,8 Mio. Mitglieder. Poolworks meldete Ende 2017 Insolvenz an. Viele von euch kennen den Auf- und Niedergang.

Nun meldet man sich überraschend zurück, noch überraschender hat man Alt-Daten von Nutzern, denn diese können sich mit ihrem Bestandskonto von damals verknüpfen. Der neue Diensteanbieter firmiert unter der VZ Networks GmbH. Geschäftsführerin ist die ehemalige StudiVZ-Chefin Agneta Binninger.

Was dabei ist? Gruppen, Kalender und der Plauderkasten. Hierbei wirbt man mit deutschen Servern, Privatsphäre und einen Datenausverkauf soll es auch nicht geben.

Die Plattform VZ hält sich an deutsche Datenschutzvorgaben und ist eine einfach zu bedienende Gruppenseite, auf der sich die Mitglieder ihre Funktionen nach dem Baukastenprinzip selbst zusammenstellen können. So kann zum Beispiel im integrierten Gruppenchat mit zugefügten Terminplaner der nächste Spieleabend einfach organisiert werden – ohne externen Messenger und unübersichtliche Timeline.

Hinter VZ steht aber noch etwas mehr; nämlich die Leitidee Social Media wieder sozial zu machen! Kein Datenausverkauf und kommerzielle Algorithmen, dafür deutsche Server und mit dem Ziel die Privatsphäre der Nutzer wieder besser zu schützen.

Wie erwähnt: Das neue Netzwerk VZ kann noch auf einen Datenbestand von Altnutzern zurückgreifen, die quasi alte Fotos und weiteres in das Netzwerk VZ importieren können – aber auch nicht unendlich, denn studiVZ und meinVZ werden voraussichtlich in einem Vierteljahr ganz abgeschaltet.

Tja. Was sagt ihr dazu? Wagt ihr einen Blick?

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei LinkedIn, Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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49 Kommentare

  1. Ich habe es damals nicht benutzt und bin auch heute nicht wirklich in sozialen Netzwerken aktiv. Das Einzige das ich überhaupt habe ist ein ungenutzter Xing-Account. Facebook, Insta & Co habe ich nie genutzt, und war da auch nie angemeldet.
    Aber wenn ich ein soziales Netzwerk nutzen würde, dann ein Deutsches.

  2. Also bei mir funktioniert das Einloggen mit der damaligen Mailadresse nicht. Die sei nicht bekannt. Aber genau die wurde bei der Abschiedsmail am 2.11.2028 noch genutzt.

    Wie auch immer, ich guckte nur aus Neugierde rein. Ich verzichte inzwischen gerne auf (A)Soziale Netzwerke. Das ist verschwendete Lebenszeit und eine Datenschleuder, wie wir heute wissen.

    Keine Nachrichten im TV gucken, keine asozialen Medien verwenden, keine WhatsApp-Gruppen und schon ist das Leben deutlich angenehmer. Jeder hat es selbst in der Hand, ob man sein Hirn mit Müll belasten will…

  3. Oh Gott oh Gott

  4. Wie verdienen die denn ihr Geld?

  5. Die „neue“ Seite ist genauso 1990 wie die alte meinvz welche es immernoch gibt, aber völlig tot ist – und es gibt faktisch nix neues warum man sich das wirklich ansehen sollte.

  6. Naja, hätte man wirklich was vernünftiges zu bieten, why not?!
    Vernünftig wäre bspw. dezentral, open source, kein Datenschleuder etc…
    Dafür würden heutzutage und nach den vielen Facebook Skandalen bestimmt einige zurück kommen. Aber gut, so nicht.

    • Wer ein dezentrales soziales Netzwerk sucht, kann mal einen Blick auf Diaspora werfen.

      https://klomp.de/index.php/81-diaspora-das-dezentrale-freie-und-soziale-netzwerk

      Mein eigener Podserver ist für Anmeldungen geschlossen, da momentan genug User drauf sind, aber es gibt viele weitere.

      • Das Problem an dezentralen Netzwerken ist, dass man den Serverbetreibern vertrauen muss. Auch da wird es mal Skandale geben, sobald das Netzwerk größer wird.
        Ich habe lieber ein vertrauenswürdiges Netzwerk, dass mit Daten gut umgeht.

        • Wie unterscheidet sich das zu dem Vertrauen bei zentralen sozialen Netzwerken? Auch bei dezentralen Netzwerken (Fediverse) hast Du die Möglichkeit einem großen Anbieter (z. B. Purism mit Librem One) zu vertrauen.

          Der große Vorteil ist aber, dass Du nicht unbedingt diesem Anbieter vertrauen musst. Du musst auch nicht dem gleichen Anbieter wie Deine Kontakte vertrauen. Du kannst für Dich ganz alleine entscheiden, welcher Anbieter (librem.one, dev.lemmy.ml, pixelfed.social, …) für Dich der Richtige ist und welche Oberfläche Dir am besten gefällt (Pixelfed vs Mastodon vs Lemmy) und trotzdem kannst Du mit all Deinen Kontakten in Verbindung bleiben.

          Und wenn Du keinem Anbieter vertrauen kannst, dann setzt Du eben einfach Deinen eigenen Server auf und vertraust nur Dir selbst. Du musst niemanden überreden auch Deinen Server zu nutzen (vgl. E-Mail: z. B. Gmail) oder die gleiche Plattform (vgl. E-Mail vs Matrix vs XMPP vs …) zu nutzen.

          • Das wird sich niemals durchsetzen. Aus dem einfachen Grund:
            Sich über solche Server zu informieren ist schon zu viel Aufwand für eine durchschnittliche Person!

            • Nach der Argumentation hätte sich E-Mail auch nie durchsetzen können, denn schließlich muss man sich auch über den richtigen E-Mail-Server informieren … Alternativ muss man eben den E-Mail-Server (/ Fediverse-Server) verwenden, der einem von jemand anderem empfohlen/aufgedrängt wird oder man nimmt einfach den erstbesten Server, ohne sich Gedanken drüber zu machen.

  7. Wird bestimmt ein Erfolg, nicht! Eine deutsche Insellösung wird im heutigen globalen Zeitalter nicht mehr funktionieren.

    • Wenn man mal ehrlich ist…. wie viele Freunde hat man denn die nicht aus Deutschland kommen?
      Bei mir: GAR KEINEN! Bei meinem recht großen Freundeskreis: GAR KEINEN.
      Und ich denke, es geht den meisten so, bis auf die „Checker“ die hier gleich antworten werden, das sie natürlich durch Studium und Job echte Freunde auf der ganzen Welt gefunden haben. Ja, genau ;-).

      Ich verstehe immer nicht, warum Internationalität bei sowas wichtig ist. Ich habe eine Freundin die in Schweden wohnt, aber eben auch aus Deutschland kommt.
      Also mir würde ein Netzwerk das eine deutsche Insellösung ist, ausreichen.

      • Die entscheidende Frage ist eher: wie definiert man Freunde. Wer seine Facebook Kontakte für Freunde hält… Ich behaupte, echte Freunde und keine oberflächlichen bekannten kann man an einer oder zwei Händen abzählen.

        Diese Plattformen sind so ähnlich, wie Klassentreffen:an will gucken, ob man erfolgreicher ist als die anderen.

        • Das muss man nicht nachgucken, das weiss man

        • Ich glaube bei niemanden sind die „Facebook Freunde“ nur die wirklichen Freunde. Da hat wohl so ziemlich jeder auch die ganze Reihe an Bekannten, Leute aus der Stadt von früher mit denen man x mal an y gemacht hat, ehemalige Klassenkameraden, Bundeswehrkameraden von früher usw.

          Das „Freunde“ sollte man da nicht so wörtlich nehmen :).

      • Ich bin bei Facebook etc. ja nicht nur mit echten „Freunden“ verknüpft, sondern z. B. auch mit anderen Musiker, Bands etc. Das ist schon echt mehrwertig und eine deutsche Insel wäre mich sowas von gar nicht interessant…

      • Manche Personen sind beruflich oder durch Studium internationaler unterwegs, dadurch öfter mal umgezogen, und so kann sich international sehr wohl ein grösserer Freundeskreis entwickeln. Mit Personen die man wirklich kennt und über soziale Netzwerke unter anderem Kontakt hält. Bezogen auf VZ gebe ich dir aber recht, diese Freunde werden niemals in den VZ-Netzwerken sein.

  8. westernworld says:

    als prämise für eine sitcom sicher eine eine super idee, im richtigen leben ein absturz mit ansage. insbesondere jetzt vor dem hintergrund eines kolabierenden werbemarktes der selbst facebook auslöschen könnte ( man darf träumen).

  9. Die Infos sind nicht ganz richtig. Es wurde nicht 2005 von poolworks gegründet sondern poolworks wurde ca. 2012 gegründet und dann wurde studivz verkauft. Poolworks war ebenfalls eine Holtzbrinck Firma – bis zum Verkauf.

  10. Zertifikat von Amazon, Hilfeseite auf zendesk, Datenschutzseite ist der Teil der Dienstleister länger als der gesetzliche, gemischter Inhalt auf einer http-Seite – wow, schon lange keine Seite mehr gesehen, die so grottig ist.
    Inhaltlich auf Stand von der Schließung von vz. Du MUSST drei Interessen haben und Du MUSST vier Gruppen (die meisten haben kaum Mitglieder bzw. Beiträge) beitreten. Das hat von Kasernenton, aber nicht von freundlich. Ja ich mag online Netzwerke, aber nicht so.
    Wen man die leeren Gruppen sieht, so wirkt es als wäre kein Betatest gelaufen o.ä. Nutzerzufriedenheit ist egal, es geht um Daten, Daten, Daten.

  11. Weltraummann says:

    2 Fragen:
    1) Gibt es wieder Haufen sinnlose Gruppen wie „Ich BIN der Admin verdammt“ oder „Ich dusche gerne nackt“?
    2) Kann man „Gruscheln“?
    😀

  12. @Weltraummann – Klar doch. Alles wie gewohnt.
    Auffällig, DS-Erklärung vom September 2019, jetzt aber erst online gehen.

  13. Was für eine Verschwendung von Ressourcen, als ob der Dienst auch nur den Hauch einer Chance hätte.

  14. Die Frau reitet gern auf toten Pferden.
    Das hat bestimmt was beruhigendes.

  15. Gibt es eigentlich eine Möglichkeit alle Daten von StudiVZ herunterzuladen? Ich habe mich erst letztes WE wieder eingeloggt und „musste“ etwas in alten Nachrichten finden. Ich war erstaunt, dass noch fast alles vorhanden ist.

  16. mike fedders says:

    VZ ist aber auch mal ein kreativer Name….

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