Verbraucherzentrale watscht Tomorrow ab

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg mahnte das Fintech Tomorrow ab. Das sind die, die gerne mit dem Klimaschutz werben. Konkret rieb man sich an einer Aussage auf der Homepage des Banking-Unternehmens. Die Tomorrow GmbH warb demnach mit der Aussage „Als Premiumkonto ist Tomorrow Zero gemacht für Menschen mit besonders hohen Ansprüchen – im Klimaschutz wie im Banking.“ Darunter tauchte die von der Verbraucherzentrale abgemahnte Werbeaussage auf: „Dein CO2-Fußabdruck kompensiert“.

Für interessierte Verbraucher wäre es natürlich ein Gewinn, wenn sie „ihren CO2-Fußabdruck“ reduzieren könnten. Aber woher soll ein Unternehmen diesen kennen und dann exakt kompensieren können? Jeder Mensch hat einen individuellen CO2-Fußabdruck, weil die Produktauswahl nie deckungsgleich ist“, so Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, „solche Werbeaussagen sind schlichtweg irreführend.“

Anstelle des individuellen Fußabdrucks wird nun auf den jährlichen deutschen Durchschnitt verwiesen, indem dort nun steht: „Über die Kontogebühr finanzieren wir CO2-Zertifikate, die den CO2 -Fußabdruck des jährlichen deutschen Durchschnitts von 11,17 t Pro-Kopf-CO2-Emissionen kompensieren.

Doch auch die vorgenommenen Änderungen stimmen die Verbraucherzentrale nicht zufrieden. Tomorrow nutze die Solarisbank. „Diese veröffentlicht jedoch auf ihrer Internetseite weder einen Geschäftsbericht noch aussagekräftige Informationen zur Nachhaltigkeit der Mittelverwendung„, kritisiert man die fehlende Transparenz für Verbraucher weiter. Solange es keine klare gesetzliche Regelung für Aussagen zur Klimaschutzwirkung von Produkten und Dienstleistungen gibt, ist solche Werbung nichts anderes als eine Marketingmasche, so Nauhauser weiter.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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20 Kommentare

  1. aufmerksamer says:

    https://www.tomorrow.one/de-DE/c/kiezkonto/
    das ist das einzige was mir an tomorrow gefällt
    fc sankt pauli >>>kiezkonto 😉

    • Das ist DAS, was mir an Tomorrow NICHT gefällt. Weil Fußball ein Klimakiller ist, Irrsinn in den Veranstaltungen und vom ganzen Grundkonzept nichts mit einem fairen Miteinander und gerechter Verteilung zu tun hat.

  2. einfach mal hier gucken https://www.fairfinanceguide.de/ da gibt es ein paar alternativen

  3. Welchen CO2-Fußabdruck hinterlässt die „Watsche“ der Verbraucherschützer, die vermutlich ohne größere Wirkung verpufft?
    (Dieser Kommentar wurde auf einem Computer verfasst, der mit 100% Ökostrom aus erneuerbaren Energiequellen in „ok-power-Label“-Qualität betrieben wird. 😉

    • Ah…auf so einen Kommentar habe ich gewartet. Belege? Oder nur mal „einen raushauen“?

      Was ist dein Problem mit dem Verbrauchersachutz oder geht es nur um „die da oben“?

      • Mein Problem mit dem „Verbrauchersachutz“ ist es, dass es Leute gibt die das nicht richtig schreiben können 😉 und sich der Verein selten um die „echten“ Probleme der Verbraucher kümmert.

  4. Ich kann die Kritik verstehen, aber ich bin selbst zufriedener Kunde bei tomorrow inklusive Zero-Abo. In der App werden die einzelnen Projekte zur CO2-Kompensation meiner Meinung nach gut dargestellt. Natürlich kann man sich damit nicht das Gewissen rein waschen, aber das versteht sich ja von selbst…

  5. Dieses Greenwashing ist derzeit sehr in Mode. Alles ist plötzlich CO2-neutral und total öko.
    Gibt es aber nicht nur im Bereich Klima sondern auch z.B. bei LBTQI. Da sind auf einmal Unternehmen die sich nie etwas geschert haben plötzlich ganz auf Rainbow und Öko.
    Marketing-Fuzzis haben da einen ganz neuen Zweig.

  6. CO2-Reduktion ist doch fast immer eine Marketing-Lüge. Die Neoliberalen haben die Klimakatastrophe zur Einkommensquelle umgebaut, und jetzt werden Emissionspapiere an Klimabörsen gehandelt. Kein Gramm CO2 wird dadurch eingespart.

    Es muss endlich mal wirklich was passieren: Dichtmachen, wer vermeidbaren Dreck macht!

  7. Finde ich richtig… ABER… Tomorrow versucht ja inzwischen per Algo den ungefähren Verbrauch durch die Bezahlungen zu berechnen. Perfekt wird das nicht gelingen, aber Tomorrow macht da mehr als viele andere Banken. Finde es dennoch richtig, dass so etwas dann abgemahnt wird.

  8. Nach den Kommentaren hier zu urteilen braucht es noch viel mehr Abmahnvereine. Ich frage mich allerdings wer uns Verbraucher vor diesen Abmahnvereinen schützt? Wenn wir quasi blind, ohne selbst mal über das was uns die Werbung suggerieren will nachzudenken, durch die Welt laufen halte ich das für sehr gefährlich. Wir konsumieren nur noch das was uns irgendwer empfohlen hat. Im Gegenzug beschweren wir uns über Lobbyisten, die die Politik beeinflussen und sind keinen Deut besser.

  9. Tomorrow hat einen recht ausführlichen Artikel dazu veröffentlicht, in welcher Form sie einen Klimaschutzbeitrag leisten, wie Gelder verwendet werden und nach welchen Kriterien Projekte ausgewählt werden:
    https://www.tomorrow.one/de-DE/magazin/konsequent-nachhaltiges-banking-der-klimaschutzbeitrag-mit-tomorrow/

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