Valve schränkt den Handel mit Steam Gifts massiv ein

Seit gestern Abend rumort es ordentlich in der Gaming-Branche. Grund ist wieder einmal Valve, Betreiber von Steam, die offensichtlich still und heimlich massive Einschränkungen bei den Steam Gifts vorgenommen haben. Erst kürzlich nahm Valve eine Einschränkung vor, die den Wiederverkauf von Steam Gifts erst nach 30 Tagen erlaubte. Nun geht man einen Schritt weiter und unterbindet den Handel von Steam Gifts, welche aus bestimmten Regionen stammen.
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Die Einschränkung der Steam Gifts bezieht sich jedoch lediglich auf die Regionen Russland, Südamerika, Türkei und Südost Asien. Alles Länder, in denen Computerspiele erheblich weniger kosten bzw. für viel weniger Geld den Besitzer wechseln als hierzulande. Dieses Schlupfloch wurde von professionell aufgezogenen Plattformen für Verkäufe von Steam Keys ausgenutzt und Spieler (beispielsweise aus Europa), machten regen Gebrauch davon.

Steam Gifts gelten unter Spielern als besonders günstig und mussten nicht immer zwangsweise aufwendig via VPN auf den Steam Account freigeschaltet werden. Damit dürfte nun endgültig Schluss sein, denn selbst mit VPN lassen sich diese Steam Gifts aus einer entsprechenden Region im Account nicht mehr freischalten. Es sei denn, man ist im Ursprungsland des Gifts tatsächlich wohnhaft.

Unklarheiten

Bestehende bzw. bereits freigeschaltete Gifts, sind davon nicht betroffen und funktionieren weiterhin. Unklar jedoch ist die Situation bei Spielen, die deshalb gekauft oder verschenkt werden, um in den Genuss der originalen Sprachausgabe oder aufgrund von Uncut-Versionen zu kommen.

Das Valve hier derartige Maßnahmen ergreift ist kaum verwunderlich. Schon häufig gab es von Herstellerseite Beschwerden über diverse Plattformen, denen Valve kaum beikommen konnte. Nun hat man rechtzeitig vor dem großen Winter Sale die Reißleine gezogen. Ich bin mir sicher, dass im nächsten Jahr weitere Maßnahmen ergriffen werden, um den Handel außerhalb der Steam Plattform, wieder auf normalem Niveau zu bekommen. Günstige Preise für Spiele wird es meiner Meinung nach weiterhin geben. Sei es in Form von Humble Bundles, verifizierten Partnern oder den üblichen Sale Aktionen. Händler, die in der Grauzone agieren, dürften es in Zukunft sehr schwer haben. Quelle: Reddit

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18 Kommentare

  1. Normal. Globalisierung gilt nicht für den Endverbraucher. Aber, ok. Was nicht ok ist, dass man digital eingekaufte Software nicht mehr weiter verkaufen kann. Da muss ein Gesetzgeber endlich mal aktiv werden.

  2. Sie könnten die ganzen Geschenk- und Tradeoptionen jetzt eigentlich rausnehmen. Ist sinnbefreit ab jetzt.
    Schade, der „Trading-Markt“ war ein großer, das sollte man nicht unterschätzen, und ich hoffe auch Steam merkt das in den Verkaufszahlen beim diesjährigen Weihnachtssale.

    Vor 2 Jahren war ich bei 200 Games, jetzt bin ich bei 800+, das wäre ich NIEMALS wenn ich die EU-Apothekenpreise hätte zahlen müssen, die selbst im Sale noch teils überteuert sind. Und ich bin da nicht der einzigste der massiv Spiele gesammelt hat.

    Desweiteren werden vorallem auch Indie-Devs darunter leiden. Ja, wenn man in RU gekauft hat haben sie wenig Geld bekommen, aber für viele viele User waren die ganzen Indiespiele Instant-buys, eben weil es billig war, nicht weil sie die Spiele wollten. Somit wird den kleinen Indie-Devs ne Menge Geld durch die Lappen gehen, leider.

    Schlechter Schritt von Steam, aber die „dummen Massen“ zahlen dann halt weiterhin Apothekenpreise und lassen sich noch mehr gängeln.

  3. geht gar nicht, in Brasilien 9€, bei uns 49€… ne danke Steam…

  4. Hier kostet der Schinken auch 1,09 – paar Ecken weiter, im selben Bundesland, kostet er plötzlich 1,29. Hier kostet das Graubrot 1,29. Zwei Ecken weiter bezahle ich 0,99. Wohlgemerkt beim selben Anbieter (und tatsächlich auch beim selben „Sub-Unternehmen“). Es ist stinknormal seine Preise den Regionen anzupassen. Da wo besser verdient wird, wird halt etwas mehr Geld genommen. Da wo weniger gut verdient wird, ist es billiger.

    Woanders sind „umgerechnet“ 9 Euro halt genauso viel wert, wie bei uns 49 Euro.

    Das ist halt der Geiz. Alles und billig haben wollen. Dabei ist es gerade bei Steam häufig einfach wirklich ordentliche Rabatte zu bekommen. Natürlich nicht SO günstig. Aber die Sales sind z.T. schon sehr fair und vor allem regelmäßig

    Woanders hat man halt keine 1300 Netto im Monat. Und da bin ich ja schon eher am untersten Verdienstrand für einen Vollzeit-Jobber.

  5. @IrgendWer

    Muss dir im Punkt Indie-Devs widersprechen. Ist eigentlich genau das Gegenteil. Ich weiß von einigen Indie-Devs, dass die Gewinnspanne schon eh recht klein ist und die Bereitschaft vom Spieler, für Indie Spiele über 9,99 zu zahlen, ab diesem Wert rapide abnimmt. Da wird vonseiten der Indie Devs lange auf Sales verzichtet und erstmal „halbwegs vernünftig verdient“ damit die Kosten gedeckt werden, bevor man sich auf Sales eingelassen hat.

  6. @Benny Dann sollen die US-Unternehmen, welche hier agieren und die Globalisierung ausnutzen auch entsprechende Steuern dafür zahlen. Es ist einfach dreiste Geldmacherei, die meisten Vollpreisspiele sind bei uns absurd überteuert. Ich hoffe(!) die Einkäufe brechen ein.

  7. @Andreas: dann hast du „keine Ahnung“ von dem ganzen Traden 😉 (no offense^^), alleine schon zich tausend Kopien gehen (bzw. nun gingen) bei jedem Indiegame über den Tisch, weil es halt billig aus Russland war. Das muss(te) nicht bei nem Sale probieren, in Russland ist es halt allgemein so günstig, dass man doch nen „Haufen“ Games „einfach so mitnimmt“, das fällt nun weg. D.h. die Devs haben Geld bekommen. Das Geld bleibt jetzt aber aus, eben genau aus dem Grund, weil zichtausend Trader nicht „mal eben noch das billige Indie-Spiel“ mitnehmen, bzw. nicht mehr günstig mitnehmen können. Ende vom Lied: sie kaufen es gar nicht.

  8. @Andreas: siehe auch mein Beispiel von oben… von 200 auf 800+ Games in 2 Jahren… und ich kenne wirklich viele die ähnliche Zahlen haben – durch Russen-Preise. Das sind alles Käufe, die zu den hiesigen Appothekerpreise niemals hätten stattgefunden, bzw. halt nun nicht mehr stattfinden werden.

  9. Wer 800+ und mehr Spiele hat doch NUR gekauft weils billig war. Also kommt mal alle wieder runter, Steamdeals bzw. Humble sind doch vollkommen korrekt. Bei den ganzen Keydealern Seite machen sich irgendwelche Zwischenhändler die Taschen voll und Steam darf aber weiterhin die Infrastruktur zur Verfügung stellen.

  10. Und es kommt noch ein erhebliche Umsatzverlust für Steam obendrauf… den kennen aber eigentlich nur „Trader“. Ich reiße es gerne mal kurz an.

    Die „Tradewährung“ ist „TeamFortress2 Keys“, respektive auch diverse Keys von CS:GO.
    Das sind Schlüssel, die man InGame für ca. 1,80 € kaufen kann um Kisten aus dem Spiel zu öffnen.
    Man kann die Schlüssel auch im Market wieder verkaufen.

    Folgendes passierte:

    1) Schlüssel würde für 1,80 € gekauft, das sind 1,80 € für Steam „aus dem Nichts“
    2) Man benutzt(e) diese Schlüssel, um z.B. den freundlichen Russen von nebenan damit zu bezahlen
    3) der Trader(buyer) stellt diesen SChlüssel wieder in den Steammarket ein. Sagen wir mal er stellt den für 1,80 € wieder rein, dann passiert folgendes:
    – Schlüssel für 1,80 € einstellen
    – jemand kauft den Schlüssel für 1,80 €
    – der Trader(buyer) bekommt aber „nur“ 1,58 € dabei raus, der Rest sind „Steam-Gebühren“ die Steam einbehält. Somit hat der Trader effektiv 1,58 € als Steamwallet Guthaben, womit er wiederrum neue Spiele kaufen kann.

    Jedes mal werden diese „Gebühren“ abgezogen, und es gehen/gingen teilsweise mehrere tausend Keys pro Stunde über den Market weg. Rechnet euch alleine mal den „Gewinn aus dem Nichts“ aus, den Steam damit macht.

    Selbiges gilt übrigens für Karten und dergleiche, Steam behält bei jeder Markettransktion einen Haufen „Gebühren“ ein.

  11. So lange es nur die Gifts beschränkt ist es nur halb so schlimm,
    normale Keys günstig ausm Ausland sollten dann ja noch immer funktionieren!?
    Habe bis dato diese günstige Möglichkeit auch gerne und oft genutzt.

  12. Wird eben nichs mehr gekauft so einfach. 🙂
    Alle Paar Jahre ein GTA, BF und ein FIFA muss dann eben reichen.
    Soll der Rest doch pleite gehen.

    Digitale Kopien kosten ein Paar Cent und wie heißt es so schön die Masse macht es.
    Wenn nun Steam das nicht mehr möchte ja gut, ist ihr gutes Recht.
    Nur zu Mondpreise wird eben gar nichts mehr gekauft.
    Den es dürfte genug Leute gegeben haben, die bisher auch mal ein Spiel gekauft haben, das sie dann überhaupt nicht oder nur ein Paar Minuten gespielt haben.
    Wird wohl wegfallen ^^ und bis auf AAA Titel werde ich sicher auch nichts mehr anschauen.
    Bei den Preisen nein danke, am Ende hat man dann viel zu viel für ein Spiel bezahlt das evtl. unfertig ist, unausgereift ist oder einem schlicht gar nicht gefällt.

  13. Nur so als Nebenhinweis, das hängt eher mit dem Rubel zusammen als mit der Gier von Valve:
    „As most of you know, our developer tools suggest pricing based on market research and purchasing power parity. In the case of territories such as Russia, Brazil, and SE Asia, we suggested pricing that is lower than the direct USD conversion. This is based on our assessment of actual pricing of comparable products in that market. Recently Rubles have hit an all-time low which has been a concern of many game developers. We are still assessing the market to see if suggesting new prices in Russia is right for customers who live in that market. We do not think that pricing based on currency conversion only is the right way to approach the Russian market necessarily.

    !!!
    What we are doing immediately in response to the Ruble drop is limiting trading and gifting from Russia to prevent people from taking advantage of the situation.
    !!!

    We have been applying a gifting and trading lock of this type on all newly created packages on Steam since mid-2014. Today we have propped a change that will affect all packages on Steam which will not allow them to be unpacked to an account, if gifted or traded from a lower priced region to a higher priced region. This change is not retroactive and only affects new purchases. It also will not affect customers in that region from gifting a copy to other people in that same region. All customers will have proper warning when they are purchasing a gift prior to checkout in those regions as well. We will continue to assess the situation and make changes if necessary in the future. If you have any questions please feel free to write us via the contact form via the Steamworks Development site – Documentation & Help -> Contact Steam Publishing.“
    https://twitter.com/SteamDB/status/545138931805995009

    Also nicht gleich mimimi über die unfairheit des Marktes, etc tun.

    Danke <3

  14. Ich hab‘ auch schon öfter Games über Russland gekauft, zuletzt Assassin’s Creed Unity und Watch Dogs (jeweils rund 15€ dort, hier 60€).
    Warum ich das mache? Ganz einfach: Weil mir die Spiele nicht mehr Wert sind.
    Gäbe es nur noch die Möglichkeit, das Zeug für 60€ zu kaufen, würde ich’s eben lassen.
    So verdient man zumindest noch ein bisschen an mir.
    Ich sehe darin auch absolut nichts verwerfliches, die entsprechenden Online-Shops sind ja für jedermann zugänglich, es wird keine Sperre o.Ä. umgangen.

  15. Ich bin kein Zocker, weshalb mir die Preisgestaltung relativ egal ist, aber Vergleiche wie „Es ist stinknormal seine Preise den Regionen anzupassen“ sind doch ziemlich hanebüchen. Im physischen Einzelhandel differieren auch die Lohnkosten und Mieten von Region zu Region, weshalb es unterschiedliche Kostenstrukturen gibt. Online ist das absolut nicht der Fall. Wenn man mir dann für dasselbe Produkt ein vielfaches abzockt, würde ich mich auch verarscht fühlen.

  16. Es ist nicht eiinzusehen warum ein Spiel im Land X deutlich weniger kostet wie im Land Y, von der MwSt. mal abgesehen.
    Wenn es die Spiele in Deutschland jetzt nur noch zum Abzock-Preis gibt während ein es woanders weniger als die Hälfte kostet, kaufe ich halt gar nicht mehr.
    Toller Knieschuß Valve, Applaus, Applaus, Applaus!

  17. @Benny danke für Deinen Kommentar…spricht mir aus der Seele. Das verstehen die Geiz ist Geil Jünger nur sicher nicht dass nicht überall so gut verdient würd wie in DE oder würden sie umgerechnet 200€ für ein Spiel bezahlen? Wohl kaum.

  18. ätsch, wolltet ihr doch so, Globalisierung ist doch ja sooo doof.

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