USB-C: Upgrade auf 240 Watt

Der Anschluss, der meistens schnöde als USB-C bezeichnet wird, der kann eine Menge. Dies ist quasi ein Fluch und ein Segen, denn optisch kann man nun meist nicht erkennen, was er leistet – und für manche Dinge werden auch noch spezielle Kabel benötigt.

Immerhin: Man benötigt in den meisten Fällen nicht mehr 100 unterschiedliche Anschlüsse und Kabel. Und USB-C wird noch mächtiger. Das „USB Implementers Forum“ (USB-IF) hat neue Spezifikationen veröffentlicht (wie cnet berichtet), nach denen Hersteller nun neue Lösungen umsetzen können. Die Leistung, die man über ein Kabel übertragen kann, kann nun bis 240 Watt betragen.

Die USB-C-Power-Delivery-Spezifikation besagte bisher, dass dies maximal 100 Watt sein dürften. Natürlich gibt es Notebooks für die 100 Watt locker ausreichen (mein MacBook Pro 16″ nutzt 96 Watt), aber es gibt halt Geräte, die mehr schaffen oder brauchen. Prinzipiell kann man auch mit 100 Watt fast alles laden, es dauert dann aber länger. Und es geht ja nicht nur darum, dass Notebooks geladen werden – auch bei Monitoren und anderen Geräten kann so USB-C eingesetzt werden.

Letzten Endes bedeutet das neue „Extended Power Range“, dass Hersteller künftig besonders leistungshungrigen Geräten stärkere Netzteile mitgeben müssen – aber auch entsprechend ausgelegte Kabel.

Woran man jenes Kabel erkennt? Es sollte die Kennzeichnung EPR haben und auf 50 V und 5 A hinweisen. Wie die USB-Organisation schreibt: Alle EPR-Kabel müssen sichtbar mit EPR-Kabelsymbolen gekennzeichnet sein, wie von der USB-IF definiert. Dies ist erforderlich, damit die Endbenutzer visuell bestätigen können, dass das Kabel bis zu einer Leistung von PDP = 240 W unterstützt, wie in der USB-PD-Spezifikation definiert.

Die Kabellängen scheint man nicht verändert zu haben, da scheint es weiterhin auf 2 Meter zu gehen, wenn man USB 3.2 und USB 4 im Auge hat.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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25 Kommentare

  1. Viel zu schnell ändert sich der Standard, viel zu kompliziert für den 0815 User.
    Wenn USB-IF wenigstens die USB2.0 Zertifizierung abschaffen würde (bei USB-C), oder gar Micro-USB.

    • „viel zu kompliziert für den 0815 User“. Es gab sogar einen Mitarbeiter einer bekannten PC-Zeitschrift, der man eingeräumt hat, dass USB3xy Gen 1 ist jetzt USB 3yx Gen4 usw ohne einer selbsterstellten Tabelle, sich nicht zurecht finden würde. Das Durcheinander erinnert mich an den früheren Wirrwar bei Wifi. Hätten die mit der Einführung von USB-C das ganze als USB 4 bezeichnet, hätte es der Endverbraucher einfacher. Und je nach Anwendung halt dann 4.1 oder 4.2. Und wenn wie jetzt 240 Watt möglich sind, dann wäre es halt 4.5. Aber so

      • Mir hätte es auch gereicht, wenn sie es bei USB 3.X (ohne Gen irgendetwas) gelassen hätten. Aber eine Sache übersiehst Du: Warum um alles in der Welt sollte eine Powerbank mit 40 Gbit/s angebunden werden können? Wozu sollte ein Netzteil Datenübertragung können? Es ergibt schon Sinn, dass Datenübertragung und Energieübertragung getrennt spezifiziert sind, die Bezeichnung und Kennzeichnung ist nur nicht zu gebrauchen.

        • USB-C für Charge, USB-D für Data + Charge. Oder USB-C für Daten und USB-C (PD) für Daten mit Power Delivery.
          Und die Mindestgeschwindigkeit und die Mindestleistung für Kabel vorschreiben.
          Auch wenn eine Powerbank keine Daten überträgt, sollte das beiliegende Kabel das können bzw. extra und eindeutig markiert werden, wenn nicht.

          Jetzt weiß man nie, was ein Kabel bzw. ein Gerät kann.
          https://xkcd.com/927/ halt, nur hat USB-C mehrere mögliche Spezifikationen, die Hersteller nach Lust und Laune einbauen.

          Ich habe gehofft, dass die EU was dagegen machen kann, nun denke ich, dass die EU die Situation nur noch verschlimmern kann.

    • Gebe ich Dir absolut recht. Der USB „Standard“ ist total vermurkst.

  2. 240W ist schon ordentlich, wenn man bedenkt welche abwärme das bei einer GPU erzeugt.
    Im nächsten Update kann ich dann mein E-Auto mit USB-C laden?

    • Mit der dazugehörigen Powerbank…
      🙂

    • Für viele Gaming-Notebooks und Workstations mit GPU sind die 100 W zu wenig. Sonst waren die meisten Geräte mit <100 W bisher zufrieden.

      Für den Nutzer sollte es aber deutlicher werden welches Usb-c Netzteil wofür genutzt werden kann. Mein 65 W Netzteil kann viele Spannungen bis 20 V. Für ältere Nutzer ist der Aufdruck aber sicher zu klein. Am besten die Netzteilleistung sollte immer groß genug aufgedruckt sein und die Endgeräte sollten ihre Leistungsanforderung aufgedruckt haben…

      • Ich bin inzwischen dazu übergegangen, auf jedes Netzteil mit dem Labelprinter draufzuschreiben, wieviel Leistung (bzw. V und A) es bringt – sieht vielleicht doof aus, hilft aber ungemein, wenn man in der Kabelkiste „mal eben schnell“ ein Netzteil braucht. Vor allem wenn man noch Geräte hat, die nicht mehr als 5V input vertragen….
        Jedesmal die Lupe rauszukramen finde ich noch schlimmer 😉

    • Der Gedanke ist mir auch gekommen :).

    • Die Frage ist eher, was will ich mit 50V laden ? Ein Smartphone bestimmt nicht, da muss aus den 50V erst mal wieder 5 V werden = gleich Abwärme. Und selbst Notebooks arbeiten mit ca 20V, also brauch ich da auch schon wieder Spannungswandler.
      Oder die Stromquelle ist so intelliegent, die Ausgangsspannung ans Gerät anzupassen, dann werden bei 5V aber mit Sicherheit keinen 240W durchgegen – wir reden dann von 48 A, da braucht mal ordentlich dicke Kabel. Selbest 50V/5a wird nicht mit den aktuellen USB-C Kabeldicken funktionieren. Davon mal abgesehen, das auch die Stecker entsprechend ausgelegt sein müssen.
      Also kommt wieder ein komplett neuer Steckerstandart und der Zirkus nimmt kein Ende.

      Also irgentwo sehe ich derzeit keinen Bedarf für Ladegeräte mit 50V und 240W

      • Ich gebe Dir einen Tipp: Wenn der Strom zu groß wird, kannst Du statt dessen die Spannung erhöhen. Dann geht es auch mit dünneren Kabeln. Die ganzen Schnellladegeräte arbeiten doch jetzt schon mit bis zu 20V und müssen das wieder wandeln.
        Und USB PowerDelivery 4.0 kann jede Kombination aus Strom und Spannung (innerhalb der Grenzen) liefern, je nach dem, was der Verbraucher fordert. Und das man bessere Kabel braucht steht ja im Text.

    • deresbesserweiß says:

      wie meinst?
      48V*5A (denk mal nicht dass so viel Volt genommen wird)
      12V*20A <- mit 1,5mm^2 Querschnitt möglich, sprich 1,4mm dick + Ummantelung
      5V*48A <- stell ich mir zu viel Ampere vor, da bräuchte man ja schon Richtung 5mm^2, sprich 2,5mm dickes Kupfer + Ummantelung

      Des Weiteren geht es um ein bis zu, z.B. kannst du damit dann auch Monitor + Notebook versorgen, und schon sind die maximal 240W plötzlich gar nicht mehr so viel. (und an das notebook und monitor können noch smartphone + tablet hängen und geladen werden ..)
      Oder es als Ladekabel für was auch immer Nutzen, und da gibt es durch aus Gerätschaften, die sich über 240W freuen.

      Als Vergleich TESLA Supercharger V3 schafft 250kW .. nur halt mal 1000x so viel ..
      Viel Spaß beim Autoladen mit 240W xDD
      15-20kWh für 100km ^^ sprich 5,7kWh pro Tag, sprich 3 Tage mit USB-C Kabel laden um 100km weit fahren zu können. haha.

  3. Also weiß ich in Zukunft nicht mehr, ob ich das USB-C Kabel in der Schublade zum laden nutzen darf, wenn ich mich nicht genau über Standards informiere. Sowas ist doch Bullshit. Das ist genau so doof wie MiniUSB, denen bestimmte Sockel fehlten und sie mit der Digitalkamera funktionierten, dann aber an Gerät X und Y nicht mehr.

    USB-C ist ja gerade deshalb so toll gewesen, weil ein Kabel für alles genutzt werden konnte. Jetzt brauche ich wieder Spezialkabel. Was passiert, wenn ich nicht daran denke? Fackelt mir dann meine Bude ab oder funktioniert es einfach nicht.

    • Es war noch nie so dass jedes Kabel mit jedem Gerät funktioniert hat. Das ist – genau wie das bisherige USB-Gereffel – kaputt bis ins Mark.

      Standardkonforme Geräte sollten nicht abfackeln, aber die Funktion komplett verweigern. Für Fernostschrott würde ich da allerdings meine Hand nicht ins Feuer legen.

      • Hast du da mal Beispiele? Ich müsste mal Inventur machen, aber ich komme hier auf bestimmt 25 USB-C Kabel im Haus und im Auto, und so um die 10 Netzteile/Powerbanks. Mir ist bis jetzt noch kein Fall untergekommen, wo irgendwas nicht funktioniert hat, was hätte funktionieren sollen. Klar, das 5V 1A Netzteil vom Kopfhörer liefert nicht 15V und 3A die mein Notebook mind. haben will, aber aus der E10 Pistole an der Tanke kommen auch keine 98 Oktan. Also alles das was laut Spezifikation gehen soll, geht. Sogar im Auto kann ich das USB-C Kabel fürs Handy, Tablet oder Laptop nehmen. Selbiges gilt für eine meine Powerbanks. Wenn auf der einen Seite genug Strom reingeht, kommt das auf der anderen Seite auch raus. Und bei den Kabeln ist durchaus auch „Fernostschrott“ dabei. Selbst PD und Displayport schaffen alle Kabel die ich bis jetzt dafür genutzt habe.

    • Im günstigsten Fall wird einfach nur das Kabel merkbar warm.
      Das lässt sich dann beliebig steigern bis hin zu Schmorbrand…..

      Die Lösung ist aber ganz einfach: du verschrottest sofort alle alten Kabel und setzt für alles nur noch die neuen Hochleistungskabel ein, dann bist du auf der sicheren Seite 😉

    • Eine gewisse Basisfunktionalität erfüllt aber jedes Type C Kabel. Du bekommst halt nicht die super duper Features die dann spezielle Kabel benötigen. Die Zeiten wo ein Kabel eine passive Komponente ist, sind offenbar schon lange vorbei.

    • Ohne EPR-Chip wird es die 200 Watt einfach verweigern und fällt auf max 20V 3A (5A mit e-Mark)

    • Nein, die Kabel haben einen Chip (seit USB 3.1), der u.a. dem Ladegerät mitteilt, dass es mehr Power verträgt. Erst dann schaltet das Netzteil hoch. Du kannst weiterhin alle Kabel verwenden, auch die ohne Chip, nur lädt er dann langsamer. Neu ist, das man dem Kabel ansieht, dass er mehr Energie veträgt.

    • Ich denke eher die Bude fackelt ab… zumindest war bisher nirgends zu lesen, dass die Kabel Ihr Spezifikation digital kommunizieren können. Und das passt auch gut zu der aktuellen Vorgabe, dass EPR deutlich sichtbar am Kabel kenntlich gemacht werden muss.

      Die Lösung für Deine Anforderung „ein Kabel für alles nutzen können“ wäre dann wohl alle bisherigen Kabel wegwerfen und nur noch EPR Kabel kaufen. 😉

    • Dann läd es halt nur mit max 100W oder gar nicht. Wenn du mit dem USB-C Netzteil deiner Kopfhörer versuchst dein Notebook zu laden, gehts ja auch nicht.

    • Du sagst es selbst schon richtig und es ist bereits jetzt so. Hast Du nicht das korrekte Kabel, funktionierts halt einfach nicht… Beispiel hierfür ist das Pixel, steckt man ein USB-C Kabel ein welches nicht den Spezifikationen entspricht, passiert überhaupt gar nichts, kein laden, keine Datenübertragung nichts… ist Ärgerlich wenn man Strom braucht und das einzige zur Verfügung stehende Kabel nicht fuktioniert.

    • >> USB-C ist ja gerade deshalb so toll gewesen, weil ein Kabel für alles genutzt werden konnte.

      So was gab es nie.
      Vielen Handys lag zwar ein USB-C Kabel bei, das aber nur USB2.0 konnte, sah nur halt schicker aus, als ein MicroUSB-Kabel. Und das Handy selbst konnte dann nur 5W oder 7,5W sodass ein PD-Netzteil keinen Mehrwert brachte.

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