US-Verbraucherschützer verklagen Amazon wegen gefährlicher Produkte im Sortiment

In den Vereinigten Staaten zieht die U.S. Consumer Product Safety Commission (CPSC) gegen Amazon vor Gericht. Man wirft dem Online-Händler vor, Produkte zu verkaufen, welche die Gesundheit der Kunden potenziell gefährden. Hunderttausende von Artikeln seien betroffen. Es bestehe für die Käufer die Gefahr, sich entweder ernsthaft zu verletzen oder gar zu Tode zu kommen.

Was für Produkte sind gemeint? Laut den Verbraucherschützern gehe es beispielsweise um 24.000 Detektoren für Kohlenmonoxid, welche nicht korrekt funktionierten. Aber auch 400.000 Haartrockner habe man entdeckt, welchen die notwendigen Sicherungen fehlen, um vor Stromschlägen und Co. zu schützen. Amazon sei dafür verantwortlich diese Produkte aus dem Sortiment zu nehmen bzw. zurückzurufen. Es seien zusätzlich auch Schlafanzüge für Kinder betroffen, die Feuer fangen könnten.

Offenbar verkaufte Amazon die meisten der betroffenen Produkte nicht selbst, sondern es waren Marketplace-Händler, welche die Plattform damit geflutet hatten. Das nehme Amazon jedoch laut CPSC nicht aus der Verantwortung. Zwar habe der Händler Schritte eingeleitet, jene seien jedoch bisher nicht ausreichend. Amazon selbst wiederum bestreitet die Vorwürfe: Man habe der CPSC vorgeschlagen sein eigenes Rückrufprogramm auszuweiten. Die CPSC ziehe eine Klage vor, die Amazon nun größtenteils zu dem verpflichten wolle, was man ohnehin schon an Maßnahmen ergriffen habe. Die strittigen Produkte seien aus dem Sortiment entfernt worden und man habe den Kunden die Preise erstattet.

Ich selbst bin mir relativ sicher, dass auch in Deutschland über Marketplace-Händler aus Drittländern oft derlei Produkte angeboten werden. Etwa vermute ich, dass da oft mit dem CE-Siegel gemogelt wird, das bei uns in Europa eigentlich für den Verkauf vieler Produkte notwendig ist, da damit sichergestellt ist, dass sie die notwendigen Standards eingehalten haben und die Produkte unbedenklich sind. So gibt es mittlerweile auch bei Amazon.de ja viele asiatische Händler, die ihre Waren feilbieten und aus dem Ausland nach Deutschland versenden.

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18 Kommentare

  1. Zur Info: ein CE Siegel bedeutet nicht, dass irgendwas getestet wurde. Es heißt lediglich, dass der Hersteller sich verpflichtet alle europäischen Regulierungen einzuhalten, die das Produkt betreffen.

  2. Feuerteufel says:

    Wir halten fest: Das Kind fängt Feuer, und dank des defekten co2 melders bekommt Mutti, die sich in der Badewanne die Haare fühlt nichts mit

  3. Bei dem CE Logo ist doch nichts gemogelt. Das steht doch eindeutig für China Export.

  4. Geht die Consumer Product Safety Commission dann wohl an die Waffenindustrie? Schließlich könnten diese Produkte ebenfalls und potentiell Schaden verursachen. Zweiter Zusatz hin oder her. Wenn ich mir die „Block 19“ so ins Gedächtnis rufe, verniedlicht man in den USA sogar automatische Waffen durch einen Legonachbau.

    • Die Gewaltkriminalität mittels Waffen ist in den Staaten mit den striktesten Waffengesetzen am Höchsten. Ist auch logisch, denn dort brauchen die Kriminellen keine Angst haben, dass die Opfer oder Zeugen der Tat zurückschießen.

      Und wenn man sich anschaut, in welcher Montur der deutsche Streifenpolizist heutzutage rumläuft, scheint ein fast totales Waffenverbot keinerlei Effekt zu haben.

      Und wenn man bedenkt, dass so eine Distanzwaffe der einzige effektive Schutz vor Messerangriffen ist, sollte man mittelfristig vielleicht über eine Lockerung nachdenken.

      • Bull. Shit. Aber sowas von.

      • Demzufolge ist die Gewaltkriminalität in Deutschland, striktes Waffengesetz, höher als in den USA, laxe Waffengesetze.
        Na, wers glaubt…..

      • Ja, ich erinnere mich an die Aufnahmen aus Würzburg, wo der eine Mann mit einer Pistole auf den Messerangreifer losgegangen ist. Die Bilder wurden dann natürlich von den Staatsmedien entsprechend manipuliert, damit es so aussah, als hätte er mit einem Stuhl nach ihm geschlagen.

      • Wird zum Glück hier nicht passieren. Wäre ja nur zu gut dass gewisse Gestalten denen schnell die Sicherung durchbrennt nicht mehr nur mit nem Messer rumlaufen könnten…
        Damit eröffnet man nur einen Teufelskreis aus dem man nicht mehr herauskommt, siehe USA.
        Da werden dann genau wegen der ganzen Waffen welche ins Haus geholt um sich gegen diese verteidigen zu können… Das nächste sind dann Kamera in jedem Zimmer, in der Wohnung/Haus(!), auch zum Schutz… Selbst schon gesehen.
        Komplett sinnlos da irgendwas zu lockern.

    • Ich habr zwar noch keine Waffen bei Amazon gesehen, aber Messer und Äxte! Diese Produkte können ebenfalls Schaden verursachen.

  5. In Deutschland gibts diese Problematik ebenfalls und nicht nur Amazon ist betroffen.
    Ein aktuelles Beispiel:
    Habe seit einigen Jahren einen Föhn von einem Discounter.
    Der tut soweit was er soll und das auch ganz gut.
    Jedoch musste ich durch den Föhn elektrisiert feststellen, dass der hochohmige Wiederstand am Störschutzkondensator fehlt. Der hat die Aufgabe diesen Kondensator nach trennen vom Netz in kurzer Zeit auf ungefährliche Spannungswerte zu entladen. Da der Wiederstand fehlt hätte es mich einmal fast umgehaun.
    Das Problem in der heutigen Zeit scheint eine fehlende Qualitätskontrolle zu sein. Ein Sparwahn nach dem Motto „wird schon gutgehn“ wäre ebenfalls vorstellbar – oder was auch immer.

  6. Krümelmonster says:

    Seien wir ehrlich, die Suche bei Amazon bringt bei generischen Anfragen zumeist erstmal unzählige Chinaprodukte mit Fantasienamen. Der Marktplatz ist überflutet mit Produkten zweifelhafter Qualität und Sicherheit.

  7. Es hat schon seinen Grund warum es bei Amazon keinen
    „kein Marketplace“
    Filter auswählen kann.

  8. Hugo Schmitt Schmaller says:

    Nicht alles was aus China über Marketplace Händler importiert wird, ist automatisch Müll. Ich hatte schon Powerbanks. Steckernetzteile, Nachtlichter, CO2 Messgeräte all samt gut.
    Genauso hatte ich schon Haushaltsartikel über deutsche Marketplace Händler, die chinesische Ware verkauften die unterirdisch waren. Haushaltsschüsseln wo der Kleber an den Griffen hervorquoll. Steakmesser über deutsche Marketplace Händler die völlig unhygienisch waren.
    Ich habe es mir angewöhnt nur noch Artikel über Prime zu kaufen. Da klappt zumindest der Umtausch problemlos.

    Das Problem ist halt das Bewusstsein des Käufers immer billig zu kaufen, was diverse Elektronikmärkte dem Käufer erfolgreich bis heute ins Gehirn brannten.

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