US-Kartellwächter erwägen Klage gegen Google

Google und die FTC (Federal Trade Commission) werden in diesem Leben vermutlich keine dicken Freunde mehr. Über ein Jahr hat man nun seine Untersuchungen vorangetrieben und dabei einen über 100-seitigen Bericht verfasst, an den man zur Zeit letzte Hand anlegt. Darin scheint sich abzuzeichnen, dass es seitens Google zu kartellrechtlichen Verfehlungen gekommen ist. Bestätigt sich das, wird man der US-Regierung eine Klage gegen den Suchmaschinen-Riesen empfehlen.

Stimmen 3 der 5 obersten Beauftragten der FTC dafür, dass man gegen Google vorgehen muss, macht sich die Klage-Empfehlung auf den Weg nach Washington. Bis Ende des Jahres sollen die Untersuchungen abgeschlossen sein, aber bereits jetzt hat man sich die Dienste der Star-Anwältin Wilkinson gesichert für diesen Fall.

Google wird unter anderem vorgeworfen, dass man in seinen Suchergebnissen die eigenen Dienste bevorzuge und dass man aus anderen Services wie TripAdvisor oder Yelp Informationen gesammelt habe, die man in Google Places verwendet. Desweiteren steht im Raum, dass man Partnern, die Android Smartphones herstellen, nahegelegt haben soll, nicht mit Google-Konkurrenz zusammen zu arbeiten. Aktuell kann Google noch aus der Nummer rauskommen, indem man sich auf einen Vergleich einlässt – passiert das nicht, wird wohl noch einiges Ungemach auf das Unternehmen zukommen.

Quelle: New York Times via The Verge

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17 Kommentare

  1. Also manchmal frage ich mich echt in welcher Welt wir leben.
    Was ist denn daran bitte verwerflich das Google in SEINER Suchmaschine SEINE Ergebnisse (mit denen sie die kostenlose Suchmaschine fingieren) bevorzugt?
    Komischer weise bevorzugen Bankberater der Sparkasse auch immer die Finanzprodukte der Sparkasse.
    So ist das nunmal wenn ich zu jemanden gehe der Produkte verkauft, muss ich nunmal auch damit rechnen das er seine Produkte besser aussehen lässt als die der Mitbewerber.

  2. @DerDirk

    als Monopolist muss man sich an Regeln halten, in den USA scheint das halbwegs zu funktionieren, bei uns leider gar nicht :/

  3. @Namerp

    Gibt es dafür auch beispiele das es bei uns nicht funktioniert?

  4. danke dirk, das dachte ich auch gerade. ein service darf doch seine eigenen services vorziehen. es handelt sich hierbei ja nicht um einen vermeintlich unabhängigen betreiber, sondern eben um die suchmaschine einer firma, die somit doch machen darf, was sie will Oo

  5. zb telecom, zb bahn, zb post
    alle drei sind jeweils durch benachteiligung der konkurenz schon auffaällig geworden und bis auf die telekom hat es keine großartig erfolgreichen regulierungen gegeben.

    man erinnere sich dass pin nur mit der post konkurieren konnte in dem man den eigenen angestellten 1,23€ gehalt gezahlt hat.
    die bahn leistet es sich einfach ihr schienennetz nur an regionale kleinst betreiber zu vermieten. ansonsten dürfen nur noch auslaändische bahnen auf deutschen schienen pendeln.

    im bereich energie und kraftstoffe tanzen uns rwe, eon & seit jahren auf der nase und mit bp, aral & co gleich noch die nächsten super riesen auch…

  6. Teile meine Einstellung mit DerDirk! Klar nimmt man den direkten Mitbewerbern den Traffic, aber umgekehrt scheren die doch auch einen Dreck, das Vergleichsprodukt von Google zu bewerben.
    Aber war damals bei Microsoft ja auch schon nicht anders, als es um den Internet Explorer als Standartbrowser mit Windows-Auslieferung ging und ich mich heute frage, warum es bis heute noch keinen anderen getroffen hat (Apple => Safari usw.)?!

  7. @Namerp

    Obwohl Google die größte Suchmaschine ist ist sie nicht die einzige, man hat alternativen wie Bing oder Yahoo. Mich würde übrigens mal interessieren, ob diese das anders machen mit ihren Ergebnissen.

  8. gema und gez sind noch 2 verwertungsgesellschaften die ihre monopolistische stellung im markt mit allen mitteln verteidigen und sich dann schwacher politiker sogar auf die sicherung ihrer monopolstellung von den ländern sicher sein können.

  9. @FlyingT
    im Bereich Strom,Benzin,Medizin … (zwar keine Monopole, dafür Kartelle, kommt für uns auf das selbe raus)

    @Simon
    es geht nicht um Alternativlos sondern um Verbreitung

  10. Da bei Energie ( EON, RWE, Vattenfall, EnBW und noch so nen paar) und Kraftstoff ( BP ( die sind Aral, Exxon, Shel, ENI wen wir bei den Herstellern sind) es mehrere Big Player gibt haben wir da schon mal kein Monopol. Bei Tankstellen erst recht nicht, da liegt Aral als größter bei läpischen 23%. Bei Telekomunikation haben wir es ebenso, gerade mit Kabel Deutschland und Unity Media sind da noch 2 komplett unabhängige Anbieter. Zumal die Telekom bei Breitband eh nur nen Marktanteil von unter 50% hat.

    Zur Post, ja die arme Axel Springer AG, komischerweise kann TNT mehr bezahlen. Und das Monopol hat die Post auch nur bei der Snakemail zustellung, und da kommen langsam auch die anderen Südmail baut jährlich ihren Marktanteil aus. Und bei der Paketbeförderung liegen die mit der DHL bei gerade mal 23%. Das ist nicht viel mehr im vergleich zu Hermes, TNT oder DPD und definitiv kein Monopol.

    Einzig und allein bleibt da die Bahn, da hat die DB noch gut 75% Marktanteil. Aber wenn man sich den Markt so anschaut sinkt dieser auch immer mehr.

    Fürn Monopol bedarf es einer Marktbeherschenden Stellung, und zwar wirklich und nicht nur gefühlt

  11. Google stellt es seit Jahren sehr subtil und geschickt an, dass man die Firma einfach mögen muss. Darum sehn wir das auch nicht soooo kritisch, wenn sie in der eigenen Suchmaschine ihre Produkte bevorzugen. Doch wenn Monopole ihre Vormachtstellung ausnutzen führt das früher oder später zu Innovationsverlust. (Ist halt leider so…) Und es geht um die Beeinflussung der Massen für das eigene Gut der Firma und da finde ich schon gut, wenn es da ein paar kritische Behörden hat.

  12. @jonas: als ob es denen um erhalt der innovation ginge…

  13. Ich möchte die Sache mal aus Sicht eines Website Betreibers darstellen.

    Seid Anfang des Jahres hat Google immer wieder für Wirbel gesorgt. Also anscheinend versuchen Sie die Suchergebnissen stark zu beeinflussen. Mittlerweile merke ich dies als Betreiber auch das man immer mehr gezwungen wird die Social Dienste zu nutzen.
    Mit der neusten Änderung ist es so das Website Betreiber den Hype leider mitmachen müssen sonst sind die guten Positionierungen weg. Angefangen von den Rich Snippets was ja noch nach voll ziehbar ist, aber auch noch Google+ Verknüpfung damit die Seite oben bleibt bei den Suchbegriffen einfach nicht gerechtfertigt.
    Ein normaler Kleines Mittelständiges Online Unternehmen hat garnicht die Leute um mittlerweile alles in dem Bereich zu bedienen. Google + Facebook und Twitter muss gepflegt werden. Die Frage stellt sich aber auch mit was. Ein Online Shop der Artikel verkauft was soll dieser ständig neues schreiben in den Portalen? Es wird bald eher unattraktiv die Social Dienste zu nehmen da die meisten nicht mehr gepflegt und bearbeitet werden. Schaut euch doch mal die Facebook Profile an von Firmen, jedes zweite ist sozusagen verlassen.
    Mehr Kunden bringt es auch nicht wirklich.

    Google soll aufhören nun uns auch noch etwas Aufzuzwingen mit seinen Diensten bzw dies nicht auch noch als Ranking Faktor dazu zunehmen. Die Betreiber von Seiten werden auch so schon auf eine Harte Probe gestellt. Man hat gute Inhalte und trotzdem sind die Großen ganz vorne. Wenn ich zum Beispiel ein Artikel Suche, kommt meist Amazon und die Großen Anbieter ganz vorne. Aber würde ein Benutzer da nicht lieber andere Anbieter sehen wollen. Ansonsten gehe ich direkt zu den großen Anbietern auf die Seite. Dies sollten Sie vielleicht mal ändern.

  14. Zitat von derdirk:
    „Was ist denn daran bitte verwerflich das Google in SEINER Suchmaschine SEINE Ergebnisse (mit denen sie die kostenlose Suchmaschine fingieren) bevorzugt?“

    Das „fingieren“ sollte wohl „finanzieren“ heißen, ist aber eine 1A Freudsche Fehlleistung.

    There’s no such thing as a free lunch.

  15. @FlyingT:

    Ich finde dein Vergleich hinkt… ich beziehe mich auf folgendes Zitat:
    „Bei Telekomunikation haben wir es ebenso, gerade mit Kabel Deutschland und Unity Media sind da noch 2 komplett unabhängige Anbieter.“

    Tatsächlich ist jedoch das meines Erachtens nicht mit den Tankstellen vergleichbar… denn ich habe im Normalfall genug Tankstellen in meiner Umgebung, um mir eine auszusuchen. Gleiches gilt eben auch bei Telefon-Anbietern.. ich kann einen Anschluss bei der Telekom beziehen, aber auch bei 1&1. Bei Kabelfernsehen ist die Sache nicht so sauber.. so gibt es nicht viele Regionen in Deutschland, an denen 2 Anbieter verfügbar sind in einem Haus. Unitymedia bietet ihr Kabel in den meisten Regionen Hessens, NRWs und BWs an, Kabel Deutschland halt im Rest… aber in manchen Regionen sind es kleine Anbieter (bei mir beispielsweise KCR). Trotzdem: man ist als Kunde ja nciht gezwungen, sie zu verwenden, Satelliten-Fernsehen ist deutschlandweit möglich, in meiner Region erhält man per DVB-T einige Sender, in vielen Regionen ist auch IPTV möglich (bei mir mit DSL2000 logischerweise nicht).

  16. Ich finde es schon sehr schlecht, wenn ein Konzern wie Google, der das Web so beherrscht, einem User keine Chance gibt diesen auf normalem Weg zu erreichen. Keine Hotline, und keine Möglichkeit bei Fragen eine Mail zu schicken.

  17. @ Well
    Natürlich soll es finanzieren heißen.
    Sorry, ich werde demnächst meine Texte etwas kritischer nachlesen 😉

    Aber ich verstehe das Gerede von der Monopolstellung nicht.
    Denn ein Monopol sehe ich nur da, wo es keine Alternativen gibt.
    Wer zwingt einen denn Google zu nutzen.
    Und es ist ja nun durchaus was anderes ob ich im Browser eine andere Adresse angeben muss, oder 1000 Dinge tun um den Stom-/Telefonanbieter zu wechseln.

    Mich würde mal interessieren wie groß der Aufschrei wäre wenn man für eine Suchanfrage Geld zahlen müsste um „neutrale“ Ergebnisse zu bekommen. So wie es bei Finanzprodukten so üblich ist.

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