Unu Scooter Move: Neues Einsteigermodell des Elektro-Flitzers ohne smarten Schnickschnack

Über den Berliner E-Roller-Hersteller unu haben wir bereits berichtet. Im Laufe meines IFA-Trips nach Berlin konnte ich da doch den einen oder anderen Roller des Herstellers erspähen. Mit dem unu Scooter Move steht nun ein neues „Einsteiger-Modell“ ins Haus. Man ersetzt das Modell mit 3.000 Watt durch eines mit 2.000 Watt. Man streicht zudem die smarte Funktionalität des nun sogenannten Pro-Modells.

Der unu Scooter Move kommt im gewohnten Design. Technische Merkmale habe man beim Scooter überarbeitet, darunter eine Doppelschwinge sowie ein größeres und kontrastreicheres Display mit LED-Panel. Auf dem Display zeigt man neben Geschwindigkeit auch den Batterie-Status sowie gefahrene Kilometer. Mit der neuen Federung geht man da auf einen der wenigen Kritikpunkte des Vorgängers ein – man scheint da auf alle Fälle ein offenes Ohr für Kundenfeedback zu haben.

Bei der Reichweite bleibt alles beim alten: 50 Kilometer mit einem Akku, 100 Kilometer mit zwei – Stauraum von 33 Litern unter dem Sitz inklusive. Ein Akku sei binnen 7 Stunden vollständig aufgeladen. Der ist nicht ganz so schick – muss er aber auch wohl kaum sein – und dürfte entsprechend auch nicht kompatibel zum Vorgängermodell sein.

Im Unu Move steckt anstelle eines Bosch-Motors einer von QS Motors. Im Gegenzug muss man mit etwas weniger Leistung klarkommen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt jedoch weiterhin 45 km/h. Somit ist der Roller auch mit einem Autoführerschein benutzbar. Zudem verzichtet man auf die unu-App sowie Bluetooth-Anbindung. Statt Keycard und App dient hier ein Schlüssel zum Benutzen des Rollers. Man besinnt sich hier also auf die Basics – ganz ohne den smarten Kram. Und manch einer ist da vielleicht auch froh, nicht auf App und Cloud-Konnektivität zu setzen.

Inwieweit die verschobenen Präferenzen nun diesen kleinen Preisaufschlag rechtfertigen, vermag ich nicht zu beurteilen. Das Pro-Modell gibt es ja auch noch, mal schauen, ob man hier ebenfalls in naher Zukunft mit einer Revision um die Ecke biegt – mit neuem Display und neuer Federung. Der Unu Move kostet etwas mehr als sein stärker motorisierter und smarter Vorgänger: 3.499 Euro werden hier fällig. Die Auslieferung erfolgt bereits in den kommenden 3 Wochen.

Reichweite

Bis zu 100 km (50 km pro Akku)

Stauraum

Bruttostauraum: 45 l
2 Batterien + 33 l. (für 2 Helme oder deine Sachen)
42 x 32 x 35 cm

Passagiere

Gemacht für 2 Personen. Einklappbare Fußstützen und Handgriff für deinen Passagier.

Länge der Sitzbank: 73 cm

Höchstgeschwindigkeit

45 km/h

Akku

1.81 kWh Lithium Ion (LG)
Tragbar, 10,45 kg
Haltbarkeit 7-10 Jahre / 1.000 Ladezyklen

Aufladen

200-240V Ladegerät
Ladezeit maximal 7 Std.

Emissionen

Keine lokale Emissionen
Der einzige klimaneutral produzierte E-Scooter im deutschen Markt

Öffnen/Schließen 

Schlüssel mit Ein-, Aus-, und Sitzbox-Taste

Display

3-farbiges LED Display

Abmessung + Gewicht

Abmessung (LxHxB): 182 cm x 106 cm x 68 cm
Gewicht: 77 kg

Motor

QS Motors Brushless Elektromotor (im Hinterrad)
Maximalleistung: 2kW

Bremsen

Hydraulische Scheibenbremsen (vorne und hinten)

Räder

10″ Vorderrad, 10″ Hintenrad

Führerschein

PKW-Führerschein (B)

Ladekosten

Weniger als 1€ / 100 km

Gangschaltung

1 Modus, 1 Gang

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Baujahr 1995. Technophiler Schwabe & Studienreferendar. Unterwegs vor allem im Bereich Smart Home und ständig auf der Suche nach neuen Gadgets & Technik-Trends aus Fernost. Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: felix@caschys.blog

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22 Kommentare

  1. Fahre seit 2 Monaten einen E110SE Roller mit freiwilliger Zulassung (bekomme also 400 Euro jährlich THG-Prämie). Roller kostet 2400 Euro und bietet jeglichen Schnickschnack, wie entsperren ohne Schlüssel per Handy, GPS und 4G und einen riesigen Stauraum. Auch der Akku hält ca. 70 km weit. Kann ich echt nur empfehlen!

  2. Was soll denn ein Autoführerschein sein? Ihr meint wohl eher Fahrerlaubnisklasse AN die beim Erlangen von B inklusive ist.

    Sonnst toll das der Smarte Unsinn bei sowas rausfliege dann der Motor aber schlechter, die Akkus nicht kompatibel und alles auch noch mehr kostet. Nein Danke…

  3. Was, man spart sich Sachen wie den Bosch Akku, spart an Leistung und verlangt dann noch mehr als beim vorherigen Modell? welche Karte spielt man jetzt, die Inflation? Die Leute und deren Kaufkraft geht auch zurück…also ich finde es schlichtweg unverschämt. Das abwerfen des smarten Krams finde ich jedoch gut.

    • es muss wohl heißen: “ kostet etwas weniger als sein smarter Vorgänger. “

      zumindest wenn ich nach der Tabelle gehe. Aber andere Kommentatoren plappern es ja schon hirnlos nach. @Ipod

  4. Idee ist cool, ein preisgünstiges Modell auf den Markt zu bringen. Aber die Smarten Features find ich schon cool beim Pro, soll ja noch viel erweitert werden…
    Mal gespannt…

  5. Finde die Preisgestaltung auch sehr fragwürdig. Für 2500€ wäre es okay aber so nicht. Und sie haben immer noch kein kleines Ablagefach vorne verbaut für Schlüssel, Handy und Geldbörse etc.
    Und die Smartgeschichte ist auch so lala. Wir fahren den großen Pro seit letztem Jahr und seit dem gab es 2 Firmwareupdates und 2 App Updates. Alles super langsam. Und das letzte APP Update (nicht Firmware) hat den Roller einfach mal disconnected. Sprich musste komplett neu verbunden werden via Bluetooth, das hat echt gedauert den Fehler zu finden.
    Ich würde z.B. auch begrüßen wenn der Blinker einen Sound generieren würde, viel zu oft schon vergessen den Blinker wieder deaktivieren. Es gibt auch immer noch kein Update für eine Navigation im Display des Rollers etc. alles versprochen und nix passiert. Naja

  6. Problem aller E-Roller ist der Preis des Fahrzeugs und der Preis der Akkus. Wenn das Neufahrzeug erheblich mehr kostet als ein Roller mit Benzinmotor und wenn die LiIon-Akkus als Verschleißteil teurer sind als der Restwert des Fahrzeugs nach wenigen Jahren, hat man rein gar nichts für die Umwelt getan. Man hat nur noch mehr Schrott produziert.

    Wenn man sieht, dass Mopeds und Roller (Simson, Vespa) 50 und mehr Jahre im Einsatz sind, ein E-Roller in der gleichen Zeit aber 10x neue Akkus gebraucht hätten, die insgesamt so teuer wie ein Kleinwagen gewesen wären, vergeht einem der Spaß.

    Ne Simson verbraucht 2,5 Liter Benzin auf 100 km. Bei einer typischen Fahrleistung von 1.000 km im Jahr auch nur lächerliche 50 Euro jährlich. Selbst wenn Strom kostenlos wäre, sind die Gesamtkosten durch den Akkuverschleiß eines E-Rollers erheblich höher als die Benzinkosten einer Simson. Ohne dass Akkus standardisiert und damit erheblich billiger werden, wird das nix mit der E-Mobilität.

    Für die 1.500€, die z.B. der Akku eines Niu kostet, kann ich auch gleich nen ganzen Benzin-Roller kaufen. Das ist doch völlig unverhältnismäßig. So ein Akkupack sollte so um die 500€ kosten und genormt wie andere Batterien sein, damit sich E-Mobilität durchsetzt. Denn natürlich ist diese sinnvoller als das Verbrennen von Benzin.

    • Ich stimme dir in fast allem zu.
      Aber wie kommst du auf eine „typische“ Fahrleistung von 1000km im Jahr?
      Selbst, wenn man das Dingen nur für Fahrten zur Arbeit benutzen würde, dürfte die Strecke nicht länger als 2,5km sein.
      Das kann man fast zu Fuss gehen:)

      • Mit meinem Motorrad fahre ich 1.000 km im Jahr und wenn ich auf den Tacho der vielen Simsons guckte, die ich besaß, und die km durch die Jahre dividierte, kamen da meist erheblich geringere jährliche Fahrleistungen bei raus. Aber richtig, das kann individuell ganz anders sein.

        LiIon-Akkus unterliegen ja einem doppelten Verschleiß. Selbst bei optimaler Pflege (nie tiefentladen, keine Ladung bei extremen Temperaturen) sterben sie durch Alterung (ca. 3-10 Jahre) und durch Nutzung (300-2.000 Ladezyklen). Meist ist es eine Kombination aus beidem. Auto-Akkus erreichen dabei natürlich deutlich bessere Werte als Handyakkus.

        Wenn ich meinen E-Roller alle 3 Tage lade und 15 km pro Tag fahre, werde ich höchstens 5 Jahre mit einem Akku hinkommen. Bei 1.500€ Neupreis für den Akku also Kosten von mindestens 300€ pro Jahr. Für die 300€ bekomme ich ca. 150 Liter Benzin (beim aktuellen Wucherpreis). Damit fährt eine Simson 6.000 km.

        Mit anderen Worten: Ich kann mit einer Simson im Jahr 6.000 km fahren und erreiche erst dann die Kosten eines E-Rollers nur für dessen Akkuverschleiß.

        Nun kämen beim E-Roller noch Stromkosten und bei der Simson etwas Verschleiß hinzu. Beides vernachlässigbar gering, also nicht relevant für diese Betrachtung. Wichtig ist nur zu erkennen, dass die Akkukosten viel zu hoch sind derzeit. Bei 500€ pro neuem Akku wäre der E-Roller wirtschaftlich sinnvoll. So billig sind die Akkus aber leider (noch) nicht.

    • @Matze
      Beim Verbrenner gibt es weit mehr Verbrauchskosten als nur den Kraftstoff.
      Wenn ich nur dran denke, wie oft man wegen Kettensatz, Anlasser, Zündkerzen, Vergaser etc. am frickeln war. Oder mein Kumpel mit seinem Vespa 80ger Roller, der war mehr am Schrauben als es für den Arbeitsweg (zehn Minuten) brauchte. Der hat das Drecksding mit Renteneintritt gleich verkauft und fährt jetzt lieber Diesel PKW.

      Aber klar sind die Akkus noch viel zu teuer. Wird sich so bald nicht ändern. Dazu taugt die Elektrik und die mechanische Qualität der elektrischen Motorroller nach Lesen in etlichen Foren immer noch nicht. Dieser nervige Smartmüll dient nur der Vorbereitung eines Abomodells für km, wie beim Leasing. Oder für Features, wie bei Tesla.

      Von daher, würde ich glatt mein Pedelec verkaufen und als Anzahlung für den Move Roller 45km/h nehmen.

      • Verschleißkosten gibt es. Und je nachdem, was man fährt und ob man selbst baut oder teure Werkstätten nutzt, sind diese gering bis mittel.

        Meine fast 50 Jahre alte Simson ist noch im Originalzustand. Wenn ich da jetzt mal ne neue Kette draufziehe, zwei neue Reifen oder Kolben/Zylinder wechsle – die Kosten sind an sich lächerlich und durch die 50 Jahre geteilt noch viel lächerlicher. Aber die S50 wurde auch wenig gefahren.

        Daran sieht man schon, wie dieser Aspekt die Kalkulation beeinflusst. Ein E-Roller Akku verschleißt leider auch bei geringer Nutzung. 10 Jahre sind unmöglich, 50 Jahre sowieso.

        Aber rechnen wir mal das andere Extrem. Ich fahre 20.000 km im Jahr. Das sind 55 km am Tag. Beim E-Roller sind das ca. 400 Ladezyklen. Der Akku ist nach spätestens 2,5 Jahren hin. Also 600€ Akkukosten pro Jahr. 400x Laden a 29 Ah (1,2er Ladeverlustfaktor, 60V = 2 kW/h) mach 800 kW/h. Bei einem Strompreis von derzeit 40 ct. pro kW/h macht das 320€ Stromkosten. Also Gesamtkosten von ca. 1.000€ pro Jahr.

        Die Simson verbraucht für 20.000 km ca. 500 Liter Benzin. Macht auch ca. 1.000€ pro Jahr. Aber hinzu kommt noch der Verschleiß am Motor. Selbst beim Selbstbau müsste ich mindestens 200€ für Kette, Kolben/Zylinder und Kleinteile rechnen. Versicherung und Reifen sind gleichteuer.

        Fazit: Ich wäre also in dieser unrealistischen Rechnung mit einer Simson teurer. 20.000 km im Jahr fährt aber so gut wie niemand im Jahr. Und bei 5.000 oder 10.000 km im Jahr bin ich wieder mit der Simson erheblich günstiger. Kurz: E-Roller Akkus müssen billiger werden.

      • Na ja, mein 50er Roller den ich vor knapp 8 Jahren als Zweitfahrzeug für die Stadt gekauft habe hat nur 4x die Werkstatt gesehen. 2x ein Garantiefall am Anfang (Tacho, Blinker) und 2x Inspektion, das wars. Jetzt brauche ich neue Bremsbeläge und Reifen, das ist aber normaler Verschleiß

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