United Internet will Mobilfunknetz in ganz Deutschland aufbauen

United Internet will in Deutschland ein bundesweites Mobilfunknetz aufbauen. Als Begründung nennt man, dass die Mietkosten und Vorleistungen, welche man sonst an Wettbewerber zahlen müsste, mittlerweile auf einem Niveau lägen, bei dem sich genau so ein eigenes Netz rechne. Abhängig ist man aber noch von den anstehenden 5G-Auktionen.

Ziel sei es jedenfalls laut dem Chef Ralph Dommermuth, ein bundesweites Netz aufzubauen. Deswegen mischt die United-Internet-Tochter Drillisch nun mit bei der Versteigerung der 5G-Frequenzen. Bei der nächsten Versteigerung wolle man deswegen auch Flächenfrequenzen erwerben und ein eigenes Netz über Ballungszentren hinaus großflächig aufbauen.

Aktuell läuft noch die Versteigerung der kurzwelligen Frequenzen, die in Deutschland in Ballungszentren zum Einsatz kommen. Dort geht es nicht um große Reichweite, sondern um hohe Stärke um möglichst viele Teilnehmer auf engem Raum versorgen zu können. Dommermuth hat aber betont, dass man das eigene Netz nicht um jeden Preis aufbauen wolle. Man könnte aber eben von Ausnahmeregeln profitieren, da der Neueinsteiger mit einem weiteren Netz bis Ende 2022 erst einmal nur etwa 25 % der Haushalte versorgen müsste. Die Wettbewerber mit bestehenden Netzen, also die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica (O2) müssen 98 % erreichen.

Die Bundesnetzagentur will es mit jener Sonderreglung Neueinsteigern leichter machen. Klar, dass die Konkurrenz davon aber nicht so angetan ist – die Deutsche Telekom hatte das etwa bereits als unfair kritisiert.  Man habe den Verdacht United Internet wolle sich auf Ballungszentren fokussieren und den kostspieligeren Ausbau auf dem Land vernachlässigen. Dommermuth von United Internet sieht das anders, man zahle aktuell pro Jahr ca. 600 Millionen Euro Miete für Mobilfunkvorleistungen an Wettbewerber. Da sei nun, auch aufgrund jährlicher Steigerungen, ein Punkt erreicht, an dem sich auf Dauer ein eigenes Netz mehr rechne – bundesweit.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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12 Kommentare

  1. Ich freue mich, dass Herr Dommermuth so viel Humor besitzt um sich als altruistischer Wohltäter darzustellen. Das er damit eher der Wolf im Schafspelz ist, sollte jedem klar sein, der Ihn auch nur 5 Minuten kennengelernt hat.
    1&1 will einzig und allein die eigene Marge optimieren und hat nicht im geringsten Maße Interesse dem Kunden ein besseres oder günstigeres Netz zu bieten.
    So schwer es mir fällt, aber in diesem Fall muss man der Telekom zustimmen. 1&1 will einzig und allein Profit aus den Regeln für Neueinsteiger ziehen. Die Firma hat weder die Ressourcen, noch das know-how um einen flächendeckenden Ausbau zu gewährleisten. In der Branche wird daher schon jetzt über mögliche Käufer der Lizenzen in 2-3 Jahren spekuliert. Dabei fallen Namen aus vielen Ländern.

    • Also die wichtigste Ressource haben die, Geld. Know-how kann man einkaufen.
      Wo ist nun das Problem? Wer mal bei der Telekom gearbeitet hat, weiß was für ein „know-how“ die haben 😀

      • Zum Aufbau eines solchen Netzes ist eine derartige Bandbreite an Know-How erforderlich, welches es z.Zt. am deutschen Markt schlicht nicht gibt.
        Das fängt an bei der Akquisition von möglichen Standorten, wo es vielerorts sehr große Widerstände gibt, geht über die Planungsleistungen für Netz und konkreten Aufbau am Standort und endet dann beim tatsächlichen Aufbau. Das mal so ganz grob überrissen, da stecken noch unzählige Schritte dazwischen.
        An all diesen Ecken stoßen schon die alteingesessenen Betreiber, welche schon ein Netz haben und dieses nur unterhalten müssen an die Kapazitätsgrenzen des Marktes. Ich bin gespannt, wie 1&1 da mit Geld weiterkommen will, insbesondere da alle anderen ja in diesen ausgelasteten Bereichen bereits langfristige Verträge haben.
        Ganz abgesehen davon, von welchen Investitionsvolumina wir hier nur für den erstmaligen Netzaufbau sprechen.

    • Ach, und die anderen Firmen bieten wohl aus Wohltätigkeit mit? Bei jeder der Firmen steht die Gewinnmaximierung im Vordergrund. Ist ja auch normal in einer Marktwirtschaft. Aber Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft und das ist der Vorteil für den Kunden!

  2. Lustig wird es sein das die 3 Großen so hoch bieten werden das sich für 1&1 nix lohnt und die wohl verzichten werden… der teuere Spaß bringt vielleicht dann Einnahmen jedoch weiß ich wie die Preise die nächsten Jahre sich verhalten, steigen ohne Gegenwert oder bleiben jedoch ohne Mehrwert.

  3. Die Telekom findet es ungerecht, dass ein Neueinsteiger nur 25% der Haushalte erreichen muss?

    Der Rosa Riese macht großspurig Werbung, man erreiche über 95% der Haushalte. Statt endlich die relevanten Zahlen auf den Tisch zu packen: Nicht mal 60% der Fläche Deutschlands sind mit Telekom LTE versorgt.
    DAS finde ich unfair.

  4. Heisenberg says:

    Ich bin übrigens gegen ein 5g Roaming!
    Als Telekom Kunde möchte ich keine Bremsen von Kunden aus nicht ausgebauten Netzen!

    • Ich schon. Dann müsste ich nicht mehr Telekomkunde sein, sondern könnte zu o2 wechseln und hätte überall angemessenes Netz zu einem angemesseneren Preis.

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