Umfrage: Lehrer wollen Informatik als Schulfach

Legt man 502 befragte Lehrer aus der Sekundärstufe 1 als Basis für Deutschland zugrunde, dann kann man festhalten: die Mehrheit wünscht sich anscheinend Informatik in der Schule als Pflichtfach. Der Branchenverband BITKOM hat Lehrer befragt, herausgekommen sind folgende Ergebnisse: Rund drei Viertel (73 Prozent) der Lehrer stimmen der Forderung zu, Informatik bundesweit als Pflichtfach einzuführen. Dabei unterstützt fast die Hälfte (45 Prozent) der Befragten die Forderung „voll und ganz“, 28 Prozent „stimmen eher zu“.

am überlegen

Die höchste Zustimmung zu einem Informatik-Pflichtfach gibt es bei Lehrern aus MINT-Fächern (Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften). Von ihnen sind 82 Prozent für eine solche Anpassung. Von den Lehrern für Deutsch und Fremdsprachen sowie für sonstige Fächer sind jeweils mehr als zwei Drittel für verpflichtende Informatik-Stunden (71 Prozent bzw. 68 Prozent).

Der BITKOM setzt sich bereits seit längerer Zeit für die Einführung von Informatik als Pflichtfach in der Sekundarstufe I ein. Die Umfrage zeigt, dass wir dabei auf die Unterstützung der Lehrer zählen können, die Schule und Schüler sicherlich am besten kennen“, sagte BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf im Vorfeld der Bildungsmesse didacta in Stuttgart. „Wir wollen nicht jeden zum Programmierer ausbilden, genauso wenig wie jeder Schüler Physiker oder Chemiker werden muss. Informatik darf sich aber nicht nur an besonders Interessierte richten, sondern muss als Teil der Allgemeinbildung begriffen werden.“ Eine Neuausrichtung der Lehrpläne müsse zudem um eine breit angelegte Förderung der Medienkompetenz ergänzt werden. Kempf: „Medienkompetenz sollte bereits in der Grundschule als zentrales Lernziel definiert werden und in allen Fächern eine entsprechende Rolle spielen.

Ja, wie schaut es denn bei euch in der Schule aus, sofern ihr noch in die Schule geht (oder Kinder habt, die in die Schule gehen)? Zu meiner Schulzeit gab es so etwas nicht einmal ansatzweise, die Computer AG war noch das Maximale, was man machen konnte. Die Zeiten haben sich rasant geändert und ich würde auf jeden Fall wollen, dass Informatik für meinen Sohn ein festes Schulfach wird, da der Arbeitsbereich IT und Netz auf keinen Fall außer Acht gelassen werden darf.

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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61 Kommentare

  1. Traurig das die Lehrer ERST im Jahre 2014 darauf kommen! *lach*

  2. Evo2Orange says:

    Also sind 20% aller MINT-Lehrer dagegen, und das dient dann als Anlass über hohe Fortbildungskosten zu labern und dann doch nix zu tun. Und sowieso sobald es beschlossen ist sind wieder alle dagegen.

    Ein Pflichtfach Informatik als fester Bestandteil der Schulsystems wäre seit über 20 Jahren fällig! Stattdessen werden die Fremdsprachen (am besten eine dritte und vierte verpflichtend) gepusht…

  3. Ich war der erste Jahrgang in dem es Informatik in der Oberstufe hab und ich hab letztes Jahr Abi gemacht und man konnte Informatik maximal als Grundkurs wählen.

  4. Ich habe mein Abitur 2001 schon mit Informatik als Leistungskurs gemacht. Das ging allerdings auch nur, weil die Oberstufen von 2 Gymnasien zusammengelegt wurden.

  5. Ich hatte vor 20 Jahren (in Worten: Zwanzig) Informatik in der Oberstufe als benotetes Wahlfach.
    In der Mittelstufe hingegen nur als AG.

  6. Der Wünsch ist fromm, aber viel wichtiger finde ich, dass erst einmal die Felder Medienkompetenz und vor allem informationstechnische Grundbildung beackert werden. Es ist schön wenn man auch in der Sek I schon anfängt zu programmieren, aber so lange sich nicht jeder sicher durch Textverarbeitungsprogrammen und Tabellenkalkulationen bewegt, muss da erstmal noch viel passieren. Formatiert wird noch heute in der Mehrzahl mit Leerzeichen, Formatvorlagen sind ein Fremdwort und Dinge wie automatische Verzeichnisse, Seitenumbrüche, etc lassen dann spätestens im Studium und/oder Beruf verzweifeln.
    In meinen Augen sind diese Themen akuter notwendig, aber ich begrüße den Vorstoß dennoch.

  7. Naja, kommt drauf an was die tatsächlichen Inhalte sind. In meinem Informatik Unterricht (2005-2008) waren das im wesentlichen HTML (Grundlagen) und sehr viel Java. Ich würde keinen Grund sehen das verpflichtend zu lehren oder als Allgemeinbildung zu betrachten. Medienkompetenz finde ich in dem Fach fehl am Platz, zumindest wenns Informatik heißt. Sinnvoll wäre sicherlich ein Verständnis für uns alle umgebende IT mit der jeder zu tun hat, damit die Personengruppe „Ich glaube ich habe das Internet gelöscht“ nicht mehr lang existiert 😉

  8. Wichtiger wären erstmal die Grundlagen, bevor man mit Informatik anfängt.
    Die meisten Azubis die zu uns kommen (angehende Bürokaufleute!) kennen nicht mal den Unterschied zwischen einem lokalem Laufwerk und einer Netzwerkfreigabe.
    Und wenn ich dann wieder Dokumente bekomme, in denen statt einem Tabulator 8 Leerzeichen benutzt wurden frage ich mich, ob an den Schulen überhaupt irgendetwas mit Computern gemacht wird.

  9. Informatik ist an meinem (Ex-)Gym auch ein unschönes Thema. „Früher“ (vor ~12 Jahren) war Informatik Pflicht von Klasse 7 bis 10, in 11 und 12 freiwillig. Danach war es in der 7 Pflicht und in der 8-12 freiwillig. Unterdessen gibt es keinen Informatikunterricht mehr, einige Lehrinhalte werden im Rahmen des fächerverbinden Unterrichtes im mat.-nat. Profil an die Schüler vermittelt (ca. 1/3 der vorherigen Stundenzahl). Das Problem damals war, dass die Schüler schutzlos dem Willen des Lehrers ausgeliefert waren, ohne dass dieser sich an einen strikten Lehrplan halten musste. Das hat teilweise zu extremer Überlastung und einseitiger Ausbildung geführt 🙁
    Ich bin auch pro-Info-Unterricht, man sollte aber einen Lehrplan aufstellen, in dem kompetente(!) Fachleute eine Auswahl an Lehrinhalten treffen, die man später noch gebrauchen kann. Und als kompetente Fachleute zähle ich jemanden, der mindestens 10 Jahre intensiver EDV-Anwender war, keine studierten Informatiker…

  10. Ist ja schön und gut, aber gefühlt 99% der Lehrer, die ich in den letzten Jahren hatte, können nichtmal selbst mit dem PC umgehen. Beispiel:
    Lehrerin will Video auf Youtube gucken. Lehrerin öffnet Firefox -> tippt oben in der Firefox Google Suchleiste „Google“ ein -> kommt auf die Suchergebnisseite von Google -> klickt dort den ersten Link an und kommt zu google.de -> gibt in der Suche „youtube“ ein -> geht über suchergebnisse dann auf youtube -> sucht dort nach dem video -> spielt das video ab -> öffnet neuen tab -> macht das gleiche nochmal -> zum schluss spielt das video 2 mal und die tonspuren überlagern sich -> lehrerin bekommt panik.

  11. Und wer soll das lehren? Vorher bräuchten die Lehrer mal Informatik-Unterricht. Die haben doch selbst am wenigsten Ahnung.

  12. Ich habe letztes Jahr Abitur gemacht und hatte zuvor 3 Jahre Informatik als Grundkurs (ein Leistungskurs wurde auf Grund zu geringer Nachfrage und Lehrermangels nicht angeboten.) Seit ein paar Wochen biete ich nun an der selben Schule eine Informatik-AG an.
    Positiv überrascht hat mich, dass sich bei den teilnehmenden 5 bis 6 Klässern der Mädchen- und Jungenanteil die Waage hält. Bei den Altären bin ich dagegen erstaunlicher Weise auf kein Interesse gestoßen, was die AG betrifft.
    Bezüglich der Lehrer habe ich bis jetzt nur positives Feedback erhalten. Diese freuen sich, dass wir gerade bei den jüngeren versuchen ein größeres Bewusstsein für den Umgang im Internet zu schaffen.

  13. Als (Jung-)Lehrer hau ich mal kurz rein:
    Man sollte bedenken, dass jede Befragung bei Lehrern zu 90% die Altersgruppe 50+ trifft. Und für diese ist meist Informatik = alles was mit Computern zu tun hat. Informationstechnische Grundbildung ist prinzipiell bundesweit als Fach vorhanden. Eher würde ich für eine Ausweitung der Inhalte des Faches in andere Fächer plädieren. In Englisch sehe ich selber, das die Schüler nicht fähig sind, in Word oder Open Office die Rechtschreibüberprüfung auf Englisch umzustellen.
    Aber das gehe ich demnächst mal selbst im Unterricht an.

  14. Ich studiere Mathematik und Informatik auf Lehramt und finde es wichtig, dass in die Informatik in die Schule kommt. Aber wir brauchen auch Lehrer dafür. In meinem Jahrgang sind zur Zeit 8 Studierende. Ich denke, dass diese Zahl für sich spricht und deshalb kaum guter Informatik Unterricht zur Zeit in der Schule möglich ist, sehr zu meinem Bedauern.

  15. Es fragt sich natürlich, was Informatik-Unterricht dann bedeutet. Regelmäßig besteht er ja darin, Word, Excel und vor allem Powerpoint zu bedienen. Je mehr unterschiedliche Farben und Schriftformate verwendet werden, umso besser wird die Note ;). Ob man das wirklich braucht? Ein paar Zeilen Spaghetticode in Basic zusammengefrickelt bringen auch nicht viel. Die Jungs und Mädels, die es interessiert, haben den Lehrplan der 12. Klasse schon mit 12 überholt…

  16. Ich hatte, als ich noch zur Schule ging, durchaus die Möglichkeit, Informatik als zweites Wahlpflichtfach zu belegen, und bin froh, es in der 9. Klasse nicht gemacht zu haben. Aus Erzählungen von Mitschülern ging hervor, dass es da eher um informationstechnische Grundbildung ging. Office und son Kram. Ich hätte mich zu Tode gelangweilt.
    Ich hatte daher einen Informatik-GK ab der 11, und da wurde immerhin was „richtiges“ gemacht. HTML, Javascript, Java, und logische Verknüpfungen.

    Es ist mir allerdings immer noch schleierhaft, wie man Office und Windowsbedienen als „Informatik“ verkaufen will. Das sind fachübergreifende Kompetenzen, die nichts mit „echter“ Informatik zu tun haben.

  17. Ich hatte Mitte der 90er Informatik zumindest als benotetes Wahlfach.
    Nur: Inhaltlich hielt sich der allgemeinbildende Nutzen hart in Grenzen. Im Endeffekt war der Kurs dann mit der Nerdbrigade der Schule besetzt und wir haben ein wenig Basic vor uns hin programmiert.
    Ich denke, mit dem Wunsch nach Informatik als Pflichtfach an den Schulen sollte sich vor allem auch die Frage nach den Inhalten stellen. Wenn man an die Mittel- oder gar Oberstufe denkt, werden die Vorkenntnisse bei den Schülern, die dann im Pflichtkurs landen, sehr weit auseinander gehen. Wenn, je nach Schulgröße, nur ein (Grund-)Kurs angeboten werden kann gibt es dann je nach Curriculum wahlweise die Möglichkeit, dass Menschen wie den Lesern dieses Blogs beigebracht wird, wie man einen Computer einschaltet, oder auf der anderen Seite den Kindern eher technophoberer Menschen versucht wird Programmieren beizubringen.

    Das ist dann aber vielleicht auch einfach eine semantische Frage, wie das Fach nun heißt und was gelehrt wird. Die Begriffe Medienkompetenz und informationstechnische Grundbildung sind ja bereits gefallen.

  18. Im Jahr 2000 konnte ich sogar mit Info als Leistungskurs Abi machen. Wobei ich die Rahmenbedingungen schon ulkig fand … einen Sortieralgorithmus in Turbo Pascal-Code als handschriftlichen Fließtext in einer Klausur??

    An den (Grund-)schulen in NRW gibt es seit 2 Jahren den Medienpass NRW, der allerdings „nur“ freiwillig ist. Hier werden bereits ab Klasse 1 einige Basiskompetenzen bezogen auf Medien und Internet angebahnt. Scheiter aber vielerorts an der mangelhaften Ausstattung der Schulen.

  19. Auf meiner alten Schule (Jahr 2010) hatte ich Informatik als Wahlfach. Schlimm war hier das ich teilweise den Unterricht übernommen habe, da der Lehrer auf dem Stand von 1990 war und nicht mal aktuelle Programme bedienen konnte. Meine Zeugnis Note könnt ihr euch sicherlich denken 😉

  20. Mediennerd says:

    Ich finde das einerseits in Ordnung und andererseits frage ich mich ob das nötig ist? Kinder wachsen heutzutage eh mit dem Computer auf, der gehört zum Alltag dazu, warum also noch ein Schulfach? Es sollte eher Fächer geben die einem auf das Leben vorbereiten.

  21. Habe vor einer Woche mein schriftliches Abitur geschrieben. Bin also noch mitten drinnen. Habe auch in der Sekundarstufe 1/2 Informatik gewählt. Dabei ging das auch maximal als Grundkurs (2 Std. die Woche) und das bei einer Schule mit 1400 Schülern. Das Problem ist, dass der Lehrer praktisch willkürlich den Lehrstoff aussuchen kann. Für mich war das glücklicherweise kein Problem, allerdings vergeht so die Vergleichbarkeit der Noten. Wir haben Ruby gemacht (Programmiersprache). Und da von 40 Schülern nur sechs weiterhin (Sekundarstufe 2) Informatik belegen, haben wir jetzt Unterricht zusammen mit der neuen Sek. 1. Jetzt wird Netzwerktechnik, Verschlüsselung, etc. gemacht. Auch noch mit Ruby, aber deutlich einfacher. Daher ist es vor allem sinnvoll, dass ein einheitlicher Lehrplan erstellt wird.

    Außerdem ist mir ein extremer Notenunterschied im Kurs aufgefallen. Die 34 Schüler, die abgewählt haben, hatten Noten im Bereich von 0-5 Punkten in der Regel. Wir sechs, die weitergemacht haben, haben im Schnitt knapp 14 Punkte (1,0). Da scheint es bei manchen Schülern, wie in Mathe, einfach am Verständnis zu fehlen. Ich weiß nicht, ob das als Pflichtfach ideal ist.

    LG

  22. Ich hatte 93 oder 94 bereits Computerunterricht in der Schule, alle 2 Wochen, die andere Zeit haben wir noch an der Schreibmaschine getipselt.
    Gelehrt wurden ganz einfache Grundsachen, welche damals viele überforderten (war der einzige mit PC zuhause).

    Ich finde es aber wichtig, dass EDV-Grundlagen gelehrt werden. Damit meine ich nicht die Bedienung von Word / Excel, sondern ein Grundverständnis für die Funktionsweise und gängige Bedienungsweisen.
    Was man auch ohne Maus machen kann, wie man bei einer Mail z.B. falsche Absender identifizieren kann, wie das Ordnersystem funktioniert und man Sachen wiederfindet, die man aus dem Internet heruntergeladen hat.
    Was man machen kann, wenn der Monitor nicht angeht bzw. kein Signal hat oder wenn man ein Programm installieren/deinstallieren möchte.
    Für Leute mit Computer-Interesse ist das natürlich großteils todlangweilig, für diese sollte ein Selbststudium von fortgeschrittenen Themen möglich sein.

    Ich habe an meiner Freundin gesehen, dass man nicht viel Zeit investieren muss um am PC souverän zu werden. Früher stand sie total auf Kriegsfuß mit den digitalen Gerätschaften, heute schließt sie an der Uni die Hardware an und löst die immer wieder auftretenden Softwareprobleme flott alleine.

    Es geht meiner Meinung nach sehr viel Arbeitszeit verloren, weil auch junge Leute keine Ahnung davon haben, dass man mit „Tab“ zum nächsten Feld springen kann, was Tastaturkürzel sind oder was man machen kann, wenn Excel die eingegebene SIM-Nummer immer als E hoch x anzeigt.

    Programmierung hat für mich im Pflichtprogramm nichts zu suchen, diese Zeit kann man wesentlich sinnvoller nutzen.

  23. Noch mal als Ergänzung zu oben:

    Nur um mal das zu verdeutlichen, was die zwei besten Schüler aus unserem Kurs (Ein Freund und Ich), innerhalb von einem Monat mit unseren erworbenen Kenntnissen programmieren konnten.

    https://www.dropbox.com/sh/snmyjv3wo2ahfu3/r-qbZtR_d6

    Das ist nichts wirklich besonderes, wie man ja beim Spielen erkennen kann. (Ruby 2.0 Vorraussetzung) Da sollte aber dran klar werden, wie der Kenntnisstand bei den schlechteren Schülern aussah. Das Projekt gab btw. 15 Punkte (1+).

    LG

  24. Ich denke auch, dass Informatikunterricht zwar wichtig und begrüssenswert ist, aber viel wichtiger sind dabei die hier schon vielfach angesprochenen Inhalte. Heutzutage beschränkt sich der sogenannte Informatikunterricht tatsächlich oft auf die Bedienung von Office und dann darf auch mal im Internet gesurft werden. Das hat für mich nicht viel mit Informatik zu tun. Wenn das der Inhalt der erweiterten Unterrichts ist, kann man es sich schenken bzw. auf ein Jahr reduzieren. Es sollten schon auch weitergehende informationstechnische Kompetenzen vermittelt werden.

  25. Sehe ich genauso wie Thalon: ein Fach, das die Grundlagen und die Zusammenhänge vermittelt, ist mehr als überfällig – wenn es aber ums Entwickeln von Software geht, ist das als Pflichtfach nicht geeignet, das würde mehr Frust verursachen als helfen.

  26. Mein Informatik Wahlfach am Gymnasium vor etwa 7 Jahren war ein Witz weil die Lehrperson weniger Ahnung als 90% der Schüler hatte.

    Informatik als Fach in dem man Umgang mit Internet im Bezug auf Datenschutz und so lernt, sowie einfachen Umgang mit Office finde ich sinnvoll. Office wurde bei mir gelehrt. Facebook hat noch keine Rolle gespielt.
    Informatik in der man programmieren lernt halte ich für unnötig. Der, den es interessiert bringt es sich autodidaktisch bei. Der Rest braucht es nicht.

  27. Also aktuell besuche ich das Berufliche Gymnasium der Gewerblichen Schule in Tübingen (BW) und habe dort als Profilfach Informatik (Hardware, Software, Netzwerke, am Anfang auch ein wenig Elektrotechnik).

    Ich kann das nur jedem empfehlen auf solch eine Schule zu gehen, wenn er ein paar Grundlagen in Informatik hat und weiß, was programmieren ist (also nicht nur denkst, dass man da schnell an einem Wochenende mal ein Spiel programmieren kann). Sonst fällt man eventuell schnell auf die Schnauze, wie einige in meinem Kurs.

    Aber ein oberflächlicher bzw. leichter Informatikunterricht halte ich auch für sinnvoll, jedoch sind oft die Lehrer zu unqualifiziert (Freundin besucht Wirtschaftsgymnasium und dort hat sie Computertechnik. Das was sie da vom Lehrer lernt, ist kompletter Schwachsinn. Der Lehrer hat leider null Ahnung und verwendet auch an vielen Stellen falsche Begriffe).

  28. Bei uns in der Schweiz war Informatik schon 1994/1995 ein Pflichtfach in der Sekundarstufe.
    Jede Woche 1-2 Stunden.
    Da wusste der Lehrer noch mehr als der Schüler. Ist dies heute auch noch so?

  29. Ich bin immer wieder schockiert, dass es selbst heutzutage an der Hochschule München Professoren gibt, die in der ersten Vorlesung gleich vorweg sagen, dass sie „EDV-technisch unbegabt“ sind und deshalb es nicht mal auf die Reihe bekommen, ihr Skript digital anzubieten. Muss sich einiges ändern und zwar schleunigst!

  30. In der achten und neunten hatte ich in NRW Informatik. Gelernt hatten wir word PowerPoint und Excel,das binäre System, HTML und Java. In der Oberstufe gab es mal Informatik aber die Durchfallquote war unglaublich hoch weshalb es wieder abgeschafft wurde. NRW.

    Ich wäre auch dafür Psychologie als Fach einzuführen. Das wissen ist im Alltag einfach sehr nützlich!

  31. Wir sollten lieber erst mal bei den Basics anfangen. In bayerischen Gymnasien kann ja der Großteil nicht mal das 10-Finger System

  32. Informatik sollte Pflicht werden, über die Inhalte kann man ja streiten. Meine Vorschläge:

    1. Office

    es ist erstaunlich, wie schrecklich manche Dokumente aussehen. Formatvorlagen? Inhaltsverzeuchnis? Fußnoten? Was ist das?

    dann gibt es jede Menge fehlerhafte Excelberechnungen, weil die Leute keine Ahnung haben, was Zellbezüge sind. Von Pivot oder S-Verweis ganz zu schweigen.

    etwas zu präsentieren ist heute selbstverständlich. Das man dazu u.a. Powerpoint nimmt, ist nicht per se verkehrt, jedoch sollte man a) Powerpoint beherrschen und b) etwas von Präsentationstechniken wissen

    2. Wissenserlangung und Wissensreproduktion

    für viele gibt es nur noch Google und Wikipedia – und was da steht ist Gesetz. Andere Quellen? Gegenbeweise? Fehlanzeige!

    Inhalte aufbereiten? Von wegen, abtippen was Wikipedia schreibt und gut ist es.
    Bilder aus dem Internet für eigenes Referat nehmen – und wie sieht es mit Urheberrecht aus?

    3. Datenschutz und Informationssicherheit

    Umgang mit Daten, Grenzen und Möglichkeiten sowie resultierende Gefahren. Web 2.0, …

    4. Logik

    bevor ich an irgendeine Programmiersprache denke, sollten die Leute erst mal die LOgik begreifen. Abfragen, Schleifen, XOR, De Morgan, Nassi-Shneiderman, …

    mir würde noch viel mehr einfallen, wie z.B. Rechnerarchitektur, OSI-Schichtenmodell, Datenbanken, Normalformen, … – aber damit soll es erst mal reichen.

  33. Ich fände es auch wichtig sich an den Schulen mehr mit dem Computer und dessen Bedienung zu befassen.
    Bei uns gab es so etwas garnicht, Abi 2010; ich kann leider auch immer noch nicht mit 10 Fingern tippen.

    10 Fingerschreiben, Textformatierung, und Tabellenkalkulation gehört für mich definitiv an eine Schule die einen hohen Bildungsabschluss verleihen soll.
    Aber nachdem selbst ganz junge Lehrer bei uns schon am DVD Player gescheitert sind, wage ich die Durchführung einmal zu bezweifeln 🙁

  34. Bei mir war Informatik in der 7. Klasse Pflicht. Wurde aber wegen Lehrermangel nach einem halben Jahr wieder eingestellt.

  35. Ich bin ausgebildeter Informatiker und studierter Sek I Lehrer(ua für Mathe). Ich habe Informatik nicht studiert unterrichte aber AGs (Grundkenntnisse Word, Excel, Html, Programmieren mit Python…) und in meinem Mathematiklehrplan stehen Excel und Geometrieprogramme (verpflichtend). Ähnlich sieht es in anderen Fächern aus.

    Ich finde es aber zum kotzen, wie man auch hier wieder vorschnell generalisiert auf Lehrer eindrischt. Ja, es gibt genug, die keine Ahnung haben und dafür nicht zu gebrauchen sind. Ähnlich in anderen Berufen wo es „Fachidioten“ gibt.
    Aber woher sollen sie es auch können? Viele kommen einfach aus einer Zeit ohne PCs und können soeben Word, Browser und Co bedienen. Sie haben keine MINT-Fächer und somit kaum einen Schnittpunkt mit der Thematik. Und selbst wenn, eine vernünftige Weiterbildung kann man lange suchen und auch dann ist das Wissen nicht ausreichend um heutigen Kids ordentlichen Unterricht zu bieten. Der Spagat ist riesig. Man hat vom Häcker bis zum „Nichtskönner“ alles dabei.
    Dazu kommt: Informatik kann idR. nur auf Sek II studiert werden. Grundschulen, Hauptschulen und Realschulen(+Mischformen) erhalten somit kaum reinen Informatiklehrer. Da kann man das Fach gerne verpflichtend machen, aber ohne entsprechende Ausbildungsmöglichkeiten für Lehrer passiert da nichts.

    Was jedoch das größere Problem ist: es gibt an Schulen einige Lehrer die Bock auf diese Thematik haben, sich weiterbilden, es so können und vor allem WOLLEN. Aber, es fehlt Geld. Häufige Realität ist: Eine Schule mit 700 Schülern teilt sich einen Computerraum. Oder es gibt eine 6000er Leitung für mehrere Pc-Räume. Oder die Rechner laufen mit Windows 2000. Es gibt kein WLAN, kein MS-Office (um OpenOffice und MS-Office vergleichend zu unterrichten), keine Lernprogramme die nicht kostenlos sind. Oder eine externen Supportpartner der alle 14 Tage für 2h nach dem Rechten guckt (und sonst keiner Admin-Rechte hat um selbst Dinge gerade zu biegen (wobei man den Supportvertrag riskiert))…. Somit sind selbst Grundkenntnisse kaum vermittelbar.

    Letztendlich kann ich jedoch ähnliches berichten, was auch die Studie sagt: die meisten Lehrer haben längst erkannt, dass Medien stärker einbezogen werden müssen. Und das schon vor Jahren! Aber die Politik hört nicht hin. Die Lehrpläne sind voll und es fehlt Zeit für diese Thematik. Und statt Schulen Zeit und Geld zu geben, um es zu ermöglichen, wird G8 eingeführt und Lehrerstellen werden gestrichen.
    Dabei ist eine EDV-Grundbildung wichtig. Programmieren sollte hingegen optional wählbar sein.

  36. Endlich!!! Und das sollte bitte ordentlich Gewicht im Lehrplan finden. Denn ich habe irgendwie die Befürchtung, dass es am Ende maximal 2h die Woche werden. Stattdessen sollte man lieber darüber nachdenken andere Fächer wegzustreichen, bzw. den gesamten Lehrplan mal auf Vordermann zu bringen.

    Ohne Informatik in der Schule fehlt den Schulabgängern nicht nur ein heutzutage essenzielles Stück Allgemeinbildung und grundlegend wichtige Skills (da lobe ich mir so Sachen wie code.org, die unlängst erkannt haben wie wichtig Programmieren mittlerweile ist), sondern auch ein erhebliches Maß an Perspektive. Leute die eigentlich gut darin wären trauen sich nicht Informatik zu studieren bzw. werden es eventuell nie erfahren. Leute die glauben sie könnten es fliegen meist ordentlich auf die Schnauze.

  37. Während meiner Schulzeit gab es schon Informatik als Pflichtfach, sowohl auf der Haupt- als auch Realschule und Gymnasium sowieso. Und das war in den Jahren 1995-2000 also schon ein ganzes Stück her. Allerdings kann ich mich erinnern, dass das ganze bei Schülern aus anderen Orten die ich kannte nicht so war. Damals wurden die Computer teilweise wohl von der Stadt sowie geschäftlichen Sponsoren getragen.

  38. Wenn Informatik unterrichtet werden soll, dann aber bitte unabhängig von Microsoft, Google, …
    Ich stell mir schon vor wie die großen Firmen versuchen die Neulinge an sich zu binden.
    Forderungen:
    -Es müsste also vor allem theoretische Informatik, also logisches Denken, behandelt werden.
    -Nur freie Software & ein freies Betriebssystem (also Linux) damit keine Bindung an eine Firma entsteht
    -Nur Programmiersprachen, die frei verwendet werden können und quelloffen sind

  39. Ich habe 2008-10 an einer Berliner Grundschule gearbeitet. Geht also bis Klasse 6 (12 Jahre)
    Ich bin also der Meinung das man natürlich schon dort anfangen muss alle möglichen IT/Web Themen vernünftig im Unterricht zu behandeln. Dazu gehören auch wichtige Dinge wie soziale Netzwerke, Chat, Sicherheit (nicht unbedingt Viren&Trojaner sondern mögliche Gefahren) da fällt einem eine ganze Menge ein und dann natürlich der grundsätzliche Umgang mit Programmen u. Internet ..
    Problem ist wie oben schon beschrieben dass es dazu fitte Lehrer braucht! Da hat man offenbar die letzten 10-15 Jahre geschlafen .. bei mir gab es genau 1 Lehrer der halbwegs Ahnung hatte. Ich könnte da haufenweise haarsträubende Storys erzählen.

    Und wenn ich mal an die eigentliche höhere Informatik denke: Sicher gibt es wie auch auf vielen anderen Gebieten Kinder/Jugendliche die auch mit 13/14 schon sehr talentiert auf dem Gebiet sind – alleine um solche Schüler überhaupt erkennen und fördern zu können wäre ein Informatikunterricht spätestens ab Klasse 6 mehr als wünschenswert. Zumal sich Informatik auch teilweise mit simpler Mathematik überschneidet – eventuell sollte man auch schon dort ansetzen.

    Mir fällt leider im Moment nur eine größere deutsche IT Firma ein: SAP – wir scheinen also einigen Nachholbedarf im Bildungssystem zu haben. Auf gehts ..

  40. Es muss nicht einmal ein Pflichtfach sein, sondern nur als Wahlmöglichkeit im Bereich der Naturwissenschaften angeboten werden, so wie Chemie, Physik und Biologie auch.
    Ich bin momentan in der 11. Klasse und habe Informatik gewählt, es kam aber nicht zustande (weil wir *nur* 12 Schüler waren). Das darf nicht passieren.

  41. Eike Justus says:

    Wenn das Thema selbst für unsere Kanzlerin, die ja Physikerin ist, „Neuland“ ist, dann brauchen wir uns nicht zu wundern, dass dafür keine Kohle vorhanden ist. Seltsamerweise kommt aber aus der Wirtschafts-Ecke, die ja eigentlich das größte Interesse an gründlicher EDV-Ausbildung haben müsste, nicht genügend Druck auf die Politik.
    Kleiner Seitenhieb auf # 1 u. 2: Vielleicht liegt’s daran, dass Lehrer noch viel zu viel Zeit aufwenden müssen, um den Schülern die richtige Verwendung von ‚dass‘ bzw. ‚das‘ oder die Kommaregeln beizubringen! 😉

  42. WTF? Das ist noch kein Pflichtfach? Und da wundert man sich, warum Deutschland bildungstechnisch so am Arsch ist?

    Mal ehrlich: Ich hab seit meinem Abitur nicht mehr wissen müssen, was ein zweihebiger Jambus ist, aber so einen Käse musste ich lernen.

    Aber es laufen genug Leute draussen rum (jung und alt), die nicht mal einen Email-Client einrichten können.

    Abi-Jahrgang 1989, Informatik als 4. Wahlfach…

  43. Als Wahlfach habe ich damals (1979) Kochen gewählt. Und es nie bereut 🙂

  44. Hab das Gefühl, dass diese Diskusion hier mehr bringt als jede politische 🙂

  45. 1986 – als eine der ersten Schulen in NRW. Informatik an Apple IIe… wobei sich das eher als Pascal-Programmierkurs herausstellte und wer keinen eigenen Rechner zu Hause hatte (wie ich zum Beispiel) hatte wirklich zu kämpfen.
    Aber eigentlich dachte ich, dass Informatik, seitdem zu normalen (Wahl-)fächern gehört. Und ich hab‘ mich immer gewundert, warum unsere Auszubildenden keine Computergrundlagen haben 🙁

  46. Ja Informatik sollte Pflichtfach werden uns zwar für die Lehrer. Habe Beruflich in Schulen viel mit EDV zu tun und wenn mich der Informatik Lehrer fragt wie er eine IP in einem Rechner Manuel festlegt unter Windows bekomme ich immer Kopfschmerzen. Der Rest weiß meist nur wie man in anschaltet und e-Mail ließt.

  47. Ja, das wäre toll. Es muss ja gar nicht so sehr ins coding gehen. Wenn alle müssten, wie Computer (logisch nicht Betriebssystem abhängig) und das Internet funktioniert (mit allem drum und dran) wäre man schon ein großen Schritt weiter (auch bei den Lehrern).
    Die meisten an meiner Schule wissen teils alles über z.B. Whatsapp, bei kleineren PC-Problemen scheitern sie…

  48. Bin selbst Lehrer an einer bayerischen Realschule und hier ist Informatik bzw. IT schon lang normales Unterrichtsfach. Die Diskussion, die wir führen geht darüber aber eigentlich schon hinaus. Es sollte doch nicht mehr um isolierten Unterricht in Informatik gehen, sondern darum, dass man in allen Fächern mit „modernen“ digitalen und elektronischen Medien und Tools arbeiten kann.
    Und darüber, dass grundsätzlich Schüler mehr von solchen Dinge verstehen als Lehrer, grinse ich recht häufig. Vor allem, wenn ich Schülern erklären muss, wie man eine Datei speichert.

  49. Informatik als Pflichtfach halte ich für Unfug, wenn es darum geht, Grundlagen der Informatik, wie man sie im Studium lernen würde, zu vermitteln. Schade aber, dass es viele Schulen gibt, an denen das als Grund- oder Leistungskurs nicht angeboten werden kann, weil tatsächlich die Lehrer fehlen, oder in einem Wahlbereich der Mittelstufe Word und Paint als Anwendungen „unterrichtet“ werden.

    Den Umgang mit PC-Technik und Anwendungssoftware sollte aber Inhalt jeder Schulbildung sein. Nehmen wir mal NRW, dort gibt es seit Jahren in der Oberstufe die Facharbeit. Dabei handelt es sich um ein Zwischending aus Seminararbeit und längere Hausaufgabe, die auf das wissenschaftliche Arbeiten an der UNI vorbereiten soll. An einer guten Schule wäre diese Arbeit begleitet mit Lehrinhalten, wie man mit Quellen arbeitet, wo man diese her bekommt, wie man diese auf ihre Verlässlichkeit überprüft, wie man zitiert, …. Außerdem muss ein Schüler lernen, wie man eine solche Arbeit mit Word, OpenOffice oder LaTeX zu Papier bekommt, inklusive Überschriften, Inhalts -Verzeichnissen und Literaturverzeichnissen. Das passiert aber bis heute, sagen wir, selten.

    Tatsächlich kommen Abiturienten an die UNIs und bekommen große Augen, wenn sie eine Quelle außer einem Schulbuch suchen sollen. Wenn es dann noch heißt, dass die Wikipedia nicht geeignet ist, ist bei vielen schon Schluss. Zitieren ist ein Fremdwort. Diese Studenten drucken die Seitenzahlen mit Paint auf die bereits ausgedruckte Seminararbeit, der Rand wird mit Tabulatoren gelöst anstatt die Seitenkonfiguration zu ändern. Die Unfähigkeit im Umgang mit dem PC ist grandios. Es gibt Studenten, die schreiben Großbuchstaben, indem sie die Feststelltaste drücken, dann den Buchstaben, den sich groß schreiben wollen, und dann die Feststelltaste wieder lösen, um klein weiter zu schreiben, und die sind nicht spastisch gelähmt oder haben nur einen Finger…

    Ich habe allerdings nur bedingt Hoffnung auf Besserung: Ich habe bis vor zwei Jahren Studenten Nachhilfe im Umgang mit Word und co gegeben. Und da kamen Lehramtsstudenten zu mir, mit ihrer 1. Staatsarbeit (einem Zwischending aus Diplom-Arbeit und längerer Hausaufgabe), die das Deckblatt und die Seitenzahlen mit Paint drucken wollten, ich erzähle nicht weiter.

    Die fielen nicht durch, die bekamen teilweise gute Noten, und teilweise schafften diese Studenten es durch das Referendariat, und teilweise bekamen sie eine Festanstellung inklusive Verbeamtung. Und leider waren das nicht nur angehende Lehrer für die Fächer Kunst und Musik…

    Wie sollen also zukünftige Schülergenerationen von diesen Lehrern lernen, wie man mit dem PC umgeht?

    Es gibt auch Gegenbeispiele. Ich half bei einer Arbeit in Geschichte korrigieren, die war astrein in LaTeX geschrieben, aber das sind absolute Ausnahmen.

    Nehmen wir Mathematik. Heute lernen Schüler teilweise noch den Umgang mit Logarithmentafeln. Wie man aber mit Excel ein wenig umgeht, statistische Funktionen berechnet, wie man eine Funktion am PC zeichnen lässt, das lernt kaum einer. Auch hier wieder: Es gibt Mathematiklehrer, die wurden in diesem Jahrzehnt fertig mit dem Studium, sind im Referendariat, und fragen mich, wie sie denn jetzt Wendepunkte einer Funktion erklären sollen, wo es bei ihnen an der Schule keine Overhead-Projektoren, sondern nur noch Beamer gibt. Dazu fällt mir nichts mehr ein.

    Viel wichtiger als Informatik als Pflichtfach einzuführen oder das Abitur nach 7 Jahren zu ermöglichen wäre es also, die Lehrer zu bilden, verpflichtend.

  50. Ich musste Informatik leider abwählen in det Oberstufe, weil der Stundenplan schon durch die restlichen Pflichtfächer zu voll war. Deutsch, Mathe, Sport, Kultur (Lit/Kunst/Musik), Geschichte, Sowi, Religion, 2 Fremdsprachen, 1 klassische Naturwissenschaft.

    Jetzt promovierte ich in Informatik. Das Fach Informatik sollte in der Schule in Medienwissenschaften und Informatik aufgeteilt werden und nicht für die alleinige Medienlehre verwendet werden!

    Mit Medienlehre ist nicht nur der Umgang mit Computern gemeint, sondern auch Bewertung von Quellen, Datenschutz und ähnliches.

  51. Bei uns gab’s (und gibt’s soweit ich weiß immer noch) in der 5.&6. Klasse den ITG (=Informationstechnische Hrundkenntnisse) Unterricht in dem man zB lernt wie man einen Browser benutzt und was man mit der MS Office Suit machen kann (also eben die Basics die man braucht).
    In der Oberstufe kann man dann Informatik wählen, was man 2 Halbjahre hat in denen man lernt mkt Java zu programmieren. Würde mir dennoch wünschen dass es da mehr in die Richtung gebe und man zB aussuchen könnte was man denn genau lernen will (also zB welche Programmiersprache).

  52. Nur keine Eile; die paar Berufe, in denen man IT-Kenntnisse braucht, kann man ja vernachlässigen…

  53. Ich wollte Informatik in der Oberstufe weiter nehmen (Gymnasium in Bayern, Jahrgang 2013/15). Es ging nicht, weil man es nicht anbieten wollte, weil Lehrermangel für Informatik herrscht und sonst keine Lehrer mehr für die Mittelstufe übrig wären oder Lehrer nicht gut genug ausgebildet sind… So viel dazu…

  54. Ich stehe kurz vor dem Abitur und habe seit der 8. Klasse Informatik, aktuell noch als vierstündiges Neigungsfach (ich könnte mein Abitur in Informatik machen),
    Stellenweise hat es sicherlich einiges gebracht. Viel schlimmer finde ich aber, dass unsere ach so tolle „MINT“- und Informatik-Schule, was weiß ich, wie sie sich noch betitelt, über mangelhafte Ausstattung verfügt. Laptops, die stellenweise 5 Minuten bis zum ansatzweise abgeschlossenen Hochfahr-Vorgang benötigen, sich ständig aufhängen und langsam wie mein alter Win95-Rechner sind, sind hier Standard.

    Es scheint ebenfalls zu viel verlangt zu sein, Beamer-Fernbedienung mit vollen Batterien auszustatten. So ist es letztens erst passiert, dass eine Lehrerin, die sich auch gerade über eben jenen Sachverhalt aufgeregt hat, uns mitgeteilt hat, dass ein Kollege sich inzwischen seine eigenen Batterien mitbringt.

    Weiterhin wissen die Lehrer oftmals selbst nicht, was sie tun. Da ist man froh, wenn sie einen Laptop drahtlos mit den tollen Beamern verbinden können.

    Unsere Schule hat letztens erst ein neues Smart Board angeschafft. Es wird jedoch nur als besserer Beamer verwendet. Nunja, gut, die Lehrkräfte müssen nun sicherlich erst geschult werden. Das Ding ist dann bestimmt ab 2019 im Einsatz.

    Traurig, aber wahr.

  55. @mediennerd Ich zitiere und gebe Prof. Spannagel mal wieder „Wie so brauchen wir dann Deutsch als Fach, wenn die Kinder in die Schule kommen und auch schon sprechen können.“ Über Notwendigkeiten von Fächern in der Schule läßt sich Jahrhunderte streiten. Ich bin Verfechter des Infounterrichts mindestens in der Quantität von ETH/Rel ab 1. bis 12. Klasse. D.h. 2h die Woche. Fertig.

  56. Der damalige Innenminister Friedrich hat gesagt, der Bürger müsse sich selber um Verschlüsselung kümmern. Dafür reicht Medienkunde nicht, deshalb bin ich für Informatik. Gibt es in Bayern am Gymnasium im naturwissenschaftlichen Zweig, und in kleinerem Maß (mehr Medienbildung) an der Realschule.

  57. Ein bemerkenswert guter Vorschlag, denn die meisten „Kids“ wissen zwar beinahe alles über soziale Netzwerke (Facebook & Co.) und Browserspiele, aber wenn es um den praktischen Nutzen dieser Technologie geht, dann ist ziemlich schnell „Ende der Fahnenstange“….

  58. @Mediennerd
    Ja dachte ich auch, dass junge Menschen mit PCs aufwachsen und mit diesen umzugehen verstehen – aber weit gefehlt.
    Die frisch ausgelernte Bürokauffrau braucht laufend Hilfe am PC, weil dies und jenes nicht geht, weil sie gerne Text aus einem PDF kopieren möchte, weil Excel ihr die eingegebene Zahl immer in ein Datum umwandelt.. Vom Rest möchte ich gerne schweigen.
    Der IT-Lehrling hat keine Ahnung inwiefern sich ein Single-Core von einem Quad-Core unterscheidet, was Fragmentierung ist, oder wie man selbst recherchiert.

    Viele Grundlagen werden heute aber auch nicht mehr benötigt. Die meisten Sachen, die no_one vorschlägt sind imho schon viel zu weit gegriffen.
    Ich bin schon froh, wenn die Absolventen Updates konfigurieren können, nicht auf Phishing reinfallen und zur Not alle Kabel korrekt anschließen können (nein der HDMI-Anschluss passt nicht in den DP-Steckplatz).
    Wissenserwerb und Recherche-Tätigkeiten gehören heute zu den wichtigsten Aufgaben überhaupt und meiner Meinung nach kann das Pauken von Jahreszahlen schon lange der Geschichte angehören.
    Das in der Schule vermittelte tote Wissen ist jederzeit und (fast) überall abrufbar und auch selten sinnvoll.

    Aus meiner Sicht sollte es einen kleinen Grundstock an Pflichtfächern geben, und sich der Rest aus Wahlfächern zusammensetzen, die den persönlichen Interessen und Stärken entsprechen. Soweit ich hier lese scheint dies in Deutschland zum Teil schon so zu sein, Österreich ist in weiten Teilen hier noch sehr starr ohne Wahlmöglichkeiten.
    Ich finde es aber unsinnig eine angehende Verkäuferin mit Sprachtalent fallen zu lassen, weil Sie keine Formeln ableiten kann.

    Was ich als wesentlich wichtiger erachte ist ein kompetenter und kritischer Umgang mit neuen Informationen.
    Der Geschichteunterricht sollte die gesellschaftlichen Zusammenhänge vermitteln. Ich habe z.B. nicht verstanden wie Hitler so lange agieren konnte wie er wollte. Heute sehe ich anhand der Ukraine, wie so etwas zustande kommt. Es fängt klein an, es wird viel geredet, aber aufgrund der möglichen Konsequenzen für die EU bleibts halt bei einem leisen „dudu“ mit erhobenem Finger. In den KZs von Nordkorea sterben unter unwürdigen Zuständen Menschen, in Syrien gehts zu und die Menschen blicken weg und sagen: uns gehts doch eh gut und so solls bleiben.
    Das Schulwissen ist meistens eh schon veraltet, wenn man diese verlässt. Persönlichkeitsbildung ist allerdings ein anhaltender Wert.

    Thalon

  59. Ich frage mich, ob die Leser eines Tech – Blogs einen repräsentativen Schnitt durch unsere Gesellschaft widerspiegeln. 😀
    Wenn ich mir anschaue, was an Grundwissen beim Übergang von G9 zu G8 dem Rotstift zum Opfer fiel, sehe ich es kritisch, Lehrzeit von anderen Fächern zugunsten eines obligatorischen „IT – Unterrichts“ abzuspalten. Vllt sollte man ein zusätzliches Schuljahr einfügen. 😉

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