Umfrage April: Bist du für die doppelte Widerspruchslösung bei Organspenden?

Monatlich gibt es bei uns eine Umfrage. Für gewöhnlich klopfen wir hier ein Stimmungsbild unter den mitlesenden Techies ab – welches sich aber auch mit Technik als solches grob beschäftigt. Dieses Mal wollen wir uns aber mal in anderes Gefilde bewegen, aus aktuellem Anlass. Ein Thema, welches uns früher oder später alle angeht: Organspende. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und andere Politiker haben einen Vorschlag zur Reform der Organspende präsentiert. Bislang ist es so, dass man ausdrücklich zustimmen muss, damit man Organspender wird. In den meisten EU-Ländern ist dies mittlerweile anders geregelt, wer nicht explizit widerspricht, der gilt als Spender.

Hierzulande könnte es so aussehen, dass eine riesige Kampagne der Regierung über den neuen Umstand aufklären würde – wenn denn jener Vorschlag angenommen würde und dann als Gesetz irgendwann verabschiedet wird. Die „doppelte Widerspruchslösung“ würde dann als Gesetz verankert und jeder ab 16 Jahren müsste sich dann entscheiden, ob er im Falle eines Hirntods zum Organspender werden möchte. Die Entscheidung ist natürlich jederzeit widerrufbar. Widerspricht man nicht, so wird man als Spender registriert – wobei vor der Organentnahme die nächsten Angehörigen gefragt werden müssen, ob ein schriftlicher Widerspruch vorliegt oder andere Gründe vorliegen, warum von einer Entnahme abzusehen ist. Deshalb auch „doppelte Widerspruchslösung“.

Hier gibt es nun viele Stimmen, die mal mehr, mal weniger gut argumentieren. Gesamt betrachtet geht man davon aus, dass es mehr Spender gibt und bestenfalls weniger Tote, die von den Wartelisten „wegsterben“. Viele Ärzte sehen dies auch positiv, da durch die doppelte Widerspruchslösung die Last von den Angehörigen genommen werden könnte. Zwar werden diese noch gefragt, letzten Endes hat der Verstorbene aber schon eine Entscheidung getroffen. Entweder durch das Gesetz oder eben jenen Widerspruch.  Auf der anderen Seite gibt es natürlich immer noch die Legenden, in denen behauptet wird, dass Notärzte sich weniger um einen Mensch kümmern, wenn entdeckt wird, dass dieser eh Organspender ist. Oder dass eben schneller Maschinen abgestellt werden. Kennt ihr sicher alle selber, diese Geschichten. Von daher ist unsere Monatsumfrage wie folgt:

Ist die doppelte Widerspruchslösung der richtige Weg durch unseren Staat?

Doppelte Widerspruchslösung bei Organspende:

  • Ich bin dafür (63%, 2.345 Votes)
  • Ich bin dagegen (29%, 1.058 Votes)
  • Unsicher (8%, 299 Votes)

Total Voters: 3.702

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caschy

Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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172 Kommentare

  1. ~140 Abstimmungen und noch kein Kommentar? 🙂
    Das Ergebnis wird halt hier im Blog relativ eindeutig sein, dafür ist das Klientel hier zu (Achtung kritische Formulierung!) aufgeklärt. Ich persönlich hab solang ich denken kann den Organspendeausweis. Und da wir im Bekanntenkreis schon mehrmals die Bedarfseite miterlebt haben, wissen wir, was das für eine Qual (insb. für Eltern) sein kann-hier gibt es für mich absolut keine Diskussion und auch keine Zweifel am System.

    • Ich denke mal, dass es bei vielen Leuten so ist wie bei mir bis vor Kurzem: Die Bereitschaft zur Organspende ist vorhanden, aber es fehlt die Motivation, sich den Spenderausweis zu besorgen. Auch wenn es nicht viel Aufwand ist, es ist trotzdem eine gewisse Hürde.
      Von daher kann ich den Vorschlag nur begrüßen. Wem es so wichtig ist, dass er nicht spendet, der wird auch die Motivation haben, zu widersprechen.

    • Der Spenderausweis sagt NICHT aus, dass man spendet.
      Viele haben einen Spenderausweis und darauf angekreuzt, das sie NICHT spenden.
      Der Spenderausweis kann also ein ganz klares Bekenntnis zur Nichtspende generieren,
      was dann ein Nichtspenderausweis wäre/ist.

    • Denken Sie denn auch mal an die Spender, die noch leben und fühlen (Hirntod ist keine Tod) und am schmerzlosen und würdevollen Sterben gehindert werden. Menschen sollten nicht kurz vor ihrem Tode auf ihre Verwertbarkeit geprüft werden. Es ist menschenverachtend ein Leben gegen ein anderes auszuspielen.

      • GooglePayFan says:

        Natürlich „lebt“ beim Hirntod der Rest vom Körper weiter, was anderes wurde nie behauptet. Dennoch bedeutetet die Diagnose Hirntod den Tod. Denn auch wenn keine Organe entnommen werden, so werden „die Maschinen“ dennoch abgeschaltet, was auch den Rest des Körpers sterben lässt. Immer.

        Für die substanzlose Behauptung, dass Hirntote noch schmerzen empfinden würden, hätte ich gern mal eine Quelle…

        Übrigens ist das Sterben auf einer Intensivstation nie wirklich würdevoll, allerdings behaupte ich mal, dass man durch das Retten anderer Leben sogar an Würde gewinnt.

        • Informier dich ordentlich, dann wirst du erfahren, dass die Testverfahren völlig unzureichend sind und auch das Gehirn nicht sicher tot ist, obwohl die Anforderungen für die fälschlicherweise so bezeichnete Diagnose erfüllt sind.

          • GooglePayFan says:

            Ich bin ordentlich informiert!

            Klar, bei allen medizinischen Testverfahren kann immer irgendwas optimiert werden. Aber die aktuellen Verfahren der Hirntod-Diagnostik sind schon genau genug um den Hirntod festzustellen.

            Es gibt keine Fälle in Deutschland, dass jemand nach nach zweimaliger Hirntoddiagnostik wieder aufgewacht ist.

  2. Schnuffel says:

    Wenn ich Tod bin, dann ist Ausverkauf. Unter der Erde nützen mir meine Organe nicht mehr. Finde ich gut die Lösung, dass dem Spenden widersprechen muss.

    • Das ist ja genau der Punkt. Du bist nicht wirklich tot, nur hirntot. Dein Körper mit allen Nerven lebt noch. Weisst du warum eine Narkose bei der Entnahme Vorschrift ist? Weil du die Schmerzen noch spüren kannst. Jetzt stell dir vor, die vergessen die Narkose oder überspringen sie, weil es ganz schnell gehen muss, dann weisst du warum ich auf keinen Fall Organspender sein möchte.

      • Genau richtig. Durch die Hirntod-Definition des Todes ist der Tod vorverlegt worden, damit man die Organe noch nutzen kann. Der Körper reagiert aber eben sehr wohl noch. Daher finde ich die Aussagen von einigen hier erschreckend, so nach dem Motto, na, wenn ich eh tot bin ist mir das ja alles egal. Das zeigt nur, daß diese Leute sich nicht ausreichend mit der Thematik beschäftigt haben.
        Ich las mal einen schockierenden Bericht, ich glaube es war in „Psychologie heute“, wo eine Mutter diese Entscheidung für ihren verunfallten hirntoten Sohn treffen mußte. Sie wollte ihn danach noch einmal zum Abschied sehen und war entsetzt, als sie das schmerzverzerrte Gesicht des Jungen sah. Auch die Behauptung, daß Narkose vorgeschrieben ist, wäre mir neu. Vor einiger Zeit war sie das definitiv noch nicht.
        Nachdem ich diesen Bericht gelesen habe, ist für mich die Entscheidung ganz klar, daß ich das niemals mit mir machen lassen will.

      • Narkose bei Hirntot? Quatsch! Atmung und andere wichtige Maßnahmen bleiben erhalten, wenn die Organe gespendet werden, damit diese halt „frisch“ bleiben. Wenn du Hirntot bist, bist du tot. Da helfen die funktionerenden Organe auch nichts mehr.

        https://www.tk.de/techniker/service/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/organspende/die-entnahmeoperation-2022044

        https://www.n-tv.de/wissen/Organspende-und-ihre-Kritiker-article5653861.html

      • Ja du hast recht, der Körper ist noch nicht tot. Allerdings ist das Gehirn tot. Der Körper kann noch ganz minimal auf Stress reagieren, mit den Nerven und Reflexen die nicht über das Gehirn laufen. Aber selbst ohne Narkose spürt der „Mensch“ nichts mehr, eben weil er Hirntod ist. Ich finde deine Entscheidung OK, dass muss jeder für sich selbst entscheiden dürfen, ohne Rechtfertigungsdruck! Aber ich glaube viele Menschen müssen sich darüber klar werden was Hirntod bedeutet.
        Den „Menschen“ gibt es nicht mehr, alles was ihn ausgemacht hat ist weg. Nur noch sein Körper wird künstlich erhalten. (Ich will hier nicht sagen „am Leben“ gehalten).

        • Wobei der Hirntod darauf basiert, das die Mediziner und Forscher meinen, das es den Menschen dann nicht mehr gibt, aus Erfahrung kann keiner erzählen, hoffen wir mal das sie Recht haben und man nicht doch was mitbekommt, während einem die Organe entnommen werden. Zudem stellt sich die Frage handelt es sich bei dem Hirntoten nicht immerhin noch um menschliche Leben? Insbesondere wenn man da die Diskussionen um das ungeborene Leben und Abtreibungen ansieht.

  3. Ich habe nach meinem Ableben einfach keine Verwendung mehr für meine Organe.

  4. Heisenberg says:

    Man munkelt Leute die öfters zum Arzt gehen (wozu auch) und besonders Organspender sollen früher sterben 😉

  5. Im Bedarfsfall will jeder ein Organ bekommen, aber kaum jemand will spenden bzw. sich gedanklich und per Ausweis damit auseinandersetzen.
    Mit der Widerspruchslösung dokumentiert derjenige, der aus welchem Grund auch immer, nicht spenden will seinen Willen, der Rest, den es offensichtlich auch vorher nicht interessiert hat muss jetzt drüber nachdenken oder muss unterschreiben. Völlig sinnvoll.

    • Ganz einfach: wer kein Organspender sein will darf auch kein Organempfänger sein.
      Wer Bedenken bezüglich der Organspende hat, hat die sicherlich auch gegenüber dem Organempfang.

      Mir ist aber durchaus bewusst, dass fast jeder Paulus zum Saulus wird sobald es um das eigene Leben (oder das naher Angehöriger) geht, dann spielt die vorgeblich so hohe eigene Moral auf einmal keine Rolle mehr.

      • Die erste wirklich sinnvolle Argumentation Organspender zu werden.

        Ich bin völlig ihrer Meinung, damit wird Organspender sein, wie eine Versicherungsleistung.

  6. Dafür. Es hört sich vielleicht nicht nach einem großen Unterschied an, aber mir als Angehörigem wäre damit, denke ich, sehr geholfen gewesen. Die Konstellation ist eine andere, wenn man nur die Möglichkeit zum Widerspruch bekommt, und davon ausgehen darf, dass der Angehörige sich bewusst entschlosen hat, nicht zu widersprechen.

  7. Klaus Schächterle says:

    Ich bin generell für eine Organentnahme. Warum soll bei einem Unfallopfer oder anderweitig im Sterben liegenden Menschen die Organe verbrannt werden oder im Boden verfaulen?

    Schließlich kann man damit ja noch andere Leben retten.

    Nur Schade dass es so lange gedauert hat. Leider mussten deswegen Menschen sterben, nur weil die Politik sich zu lange um diese Entscheidung gedrückt hat.

    Gruß Klaus

    • Das Problem ist nicht die Organentnahme, sondern dass die Tests, ob jemand wirklich tot ist, völlig unzureichend sind. Was aktuell bei der Organspende-Untersuchung als Hirntod bezeichnet wird, hat man mit Hirntod im biologischen Sinn garnichts zu tun. Vielmehr wird das Leben eines Organempfängers höher bewertet, als das des Spenders, der vielleicht noch zu retten wäre. Ohne diese Probleme wäre ich auch Spender. Derzeit würde ich widersprechen, hätte aber kein Problem damit, das aktiv zu tun, denn wem es egal ist, dem sind auch die Missstände egal, und helfen kann er trotzdem.

  8. Hab auch einen Ausweis. Warte aber im Gegenzug fast 13 Jahre (nächsten Monat Jubiläum) auf ein Organ. Ich denke das mit der Widerspruchslösung mehr Organe zu Verfügung stehen. Würde mich natürlich riesig freuen, wenn es eine Änderung gibt. Ganz interessant im Techblog sowas zu lesen. Danke Caschy.

  9. das wird auch Zeit, dass das mal in der Richtung weitergeht. Ist ja in anderen Ländern schon lange Usus. Spenden der Organe darf jeder, der gesund ist….klingt seltsam, der Satz, stimmt aber.
    Tumorpatienten zB dürfen erstmal nicht Spender werden im Todesfall, hier muss man genau überlegen.

  10. Absolut, so eine Lösung ist längst überfällig! Wer unbedingt nicht spenden will, muss auch jetzt schon aktiv werden (Im Organspendeausweis kann man das Dokumentieren). Denn wenn man heute schon nichts macht, werden die Verwandten befragt und müssen in der schwierigen Zeit entscheiden. Also sollte auch heute schon jeder einen Organspendeausweis ausfüllen, egal ob man spenden will, oder nicht. Übrigens kann man auch einzelne Körperteile ausschließen.

    • Man kann aber leider nicht bestimmte Empfänger ausschließen. So könnte es also sein, das ein ehemaliger IS „Kämpfer“ oder ein „Faschist“ die eigne Niere bekommt. Und das will man doch nicht.

      • Also nur Menschen erster Klasse sollen Empfänger deiner Organe sein?
        Was gibt es denn noch so für Ausschlusskriterien?
        Sexarbeiter/innen? Ausländer? Kinderschänder? Politiker?
        Wo willst du die Grenze ziehen? Und ist deine Grenze die richtige? Kann eine Grenze die richtige sein?
        Sollte es nicht ausschließlich an medizinischen Kriterien festgemacht werden?

  11. Ich hätte da noch einen Vorschlag: Wer nicht widerspricht landet, falls er in die Situation kommen sollte, dass er ein Organ benötigt, höher priorisiert auf der Warteliste.

  12. Sehe ich völlig anders. Ein Zwang, ich welcher Hinsicht auch immer, ist aus meiner Sicht immer kontraproduktiv! Wohin soll das denn bitte führen, wenn der Staat mir vorschreibt, dass ich einfach so Spender (für was auch immer) zu sein habe? Ich kann die Menschen, die davon extrem betroffen sind verstehen (mir geht es in anderer Hinsicht ähnlich), aber das ist aus meiner Sicht kein Grund die Menschen zu etwas zu zwingen. Dann hätte man auch eine intelligente Kampangne durchführen können, die den Menschen eine Freiwilligkeit ans Herz legt. Bei mir bewirkt so eine Zwangsmaßnahme genau das Gegenteil!

    • Es gibt ja keinen Zwang. Und wenn du nur aus Trotz keine Organe spenden willst, solltest du vielleicht mal erwachsen werden.
      Mich würde ja interessieren, ob du das einem Betroffenen dann auch ins Gesicht sagen könntest.

      • Meine Entscheidung says:

        Kann ich. Denn solange man es sagen kann, hat niemand an meinem Körper zu schnippeln. Er gehört mir und darf eben nicht ausgeweidet werden.

    • es hat immer zwei Seiten. Sicher bewirkt eine solche Maßnahme bei vielen das Gegenteil, aber die Freiwilligkeit reicht ja leider nicht aus, wie man weiß.
      ist immer so: wo es um Freiwilligkeit geht, macht der Mensch nur mit, wenn er einen persönlichen Vorteil davon hat. sieht man ja in der Lebensmittelbranche gut, das es nicht weit her ist mit der freiwilligen Kennzeichnung der Lebensmittel mit einer Ampel

    • Das ist keine Zwangsmaßnahme, du kannst jederzeit widersprechen, somit ist es weiterhin freiwillig

      • Wenns zentral verwaltet wird kann man an die Entscheidung auch andere Leistungen koppeln. …also die erste Leistung, die man koppelt, könnte der eigene, priorisierte mögliche Platz auf einer zukünftigen Empfängerliste sein. Wenn sich das etabliert hat könnte man auch ganz allgemein vielleicht einen Teil der Kassenbeiträge an die Spendenbereitschaft koppeln. …zuguterletzt könnte man, wenn das im kollektiven Verständnis Fuß gefasst hat, den Preis der verpflichtenden Kassen für Nichtspender prohibitiv steigern. …und dann ist man noch eine Nur-die-Reichen-kommen-raus Debatte von der verpflichtenden Organspende entfernt.

        Normale Politik der kleinen Schritte halt. ..vielleicht erinnert sich noch jemand an die Debatte zu biometrischen Merkmale in Ausweisen. Erst mal alles nur freiwillig und so. Da lief das auch so.

        Moral von der Geschichte: Zwangsmaßnahme hin oder her: Jede Organspendelösung muss affirmativ Platz für die Nichtspende schaffen. Moralisch und rechtlich. …sonst geht der Freiraum dieser Entscheidung schneller flöten als Jens Spahn.

      • MeineEntscheidung says:

        Ich kann nicht, ich muss widersprechen. Das hat nichts mit Freiwilligkeit zu tun. Warum muss ich erklären, dass mein Körper unversehrt bleiben soll? Das ist ein Grundrecht!

    • Ich sehe das auch so Ralf. Es kann nicht sein dass man erst „nein“ sagen muss. Es fängt bei der Organspende an (wofür ich noch Verständnis hätte), aber wo führt es hin? Leider vertraue ich unseren Politikern nicht mehr.

    • Der einzige Zwang ist sich Gedanken drüber zu machen bzw. zu widersprechen. Und das dürfte in Anbetracht der Bedeutung des Themas nicht zuviel verlangt sein.

      Wie man hier von einem „Spendezwang“ sprechen kann, ist mir schleierhaft.

    • Bin da voll bei dir Ralf. Vor allem wird sich die Zahl der Organspenden durch diese Zwangsmaßnahme wenn überhaupt nur geringfügig erhöhen. Die ganze Debatte hatten wir doch vor ca. nem halben Jahr.

      Entscheidend ist vor allem die Tatsache, dass die Kliniken entsprechende Zeit und Vergütung bekommen um eine Entnahme bzw. Transplantation durchzuführen. Und hier hat es bereits Verbesserungen durch eine Novellierung des Transplantationsgesetzes gegeben.

  13. Ich habe einen Organspendeausweis, aber was Spahn da vor hat, geht eindeutig zu weit. Spahn ist einfach nur ein Lobbyist der „Transplantations-Industrie“. Durch Organe kann die Pharmaindustrie viel Geld verdienen. Viele denken ja das der Patient geheilt ist sobald er ein neues Organ erhält, dem ist aber nicht so. Er ist bis an sein Lebensende auf Medikamente und medizinische Betreuung angewiesen und damit lässt sich natürlich viel Geld verdienen. Wenn also alle verdienen, warum bekommen die Angehörigen des Spenders nichts? Wie wäre es, wenn man seine Organe verkaufen könnte? Aber das ist dann plötzlich unethisch. Ethisch hingegen ist es die Bürger zu einer Entscheidung zu zwingen.
    Mit mir nicht. Wenn Spahn sein wirres Vorhaben durchbringt, landet mein Organspendeausweis in der Mülltonne. So einfach ist das.

    • Wenn Du Deinen Ausweis in die Tonne wirfst, kann es passieren, dass Du Spender wirst.
      Wenn Du nicht spenden möchtest, nimm den Ausweis und kreuze an, dass Du nicht spenden möchtest.

      • Das war im übertragenen Sinne gemeint. Wenn sich Spahns wirre Ideen manifestieren, werde ich schon das entsprechende tun, damit meine Organe NICHT gespendet werden. Das sollten dann eigentlich alle Spender machen.
        Der Staat kassiert horrende Steuern von uns, wir werden mit Zwangsabgaben wie Rundfunkgebühren belastet und nun will er auch noch unsere Eingeweide? Was ist bloß los in diesem Land? Faschismus 2.0?

    • wie kommst du auf die Aussage des Lobbyismus? kannst du das belegen oder ist das nur wilde Theorie?
      die Pharmaindustrie ist da erst mal außen vor beim Geld, das kommt im Nachgang.

      Und du glaubst wirklich, das zB eine 2-3x pro Woche durchgeführte Dialyse billig ist, evtl. sogar billiger als eine Transplantation + Nachgang?

      und deine Organe verkaufen kannst du ja, musst nur nach Indien oder so fliegen. Kommst dann aber wohl leider nicht mehr unbedingt lebend zurück, aber man kann ja nicht alles haben (da muss einfach mal Sarkasmus her)

      das Vorhaben ist nur wirr insofern, das du dann den Ausweis entsorgen willst…. mach ruhig, dann bist du auf jeden Fall Spender 😉

    • An die Pharmaindustrie bin ich auch ohne Organ gebunden. Ist jetzt auch eine Din A4 Seite mit Tabletten, Spritzen (Epo, Eisen).

  14. Ich selber möchte meine Organe nicht spenden – finde die Lösung aber gut. Solange es die Möglichkeit gibt, dass man Wiederrufen kann ist alles tiptop.

  15. Wie wenig dabei mitgedacht wird – erschreckend!

    Beispiel:
    Da braucht jemand dringend ein neues Organ und wenn nicht, geben ihm die Ärzte noch 3 Monate zu leben. Diese Person hat nichts mehr zu verlieren – außer sein Leben.

    Wenn er statistisch weiß, das einer von 20 Bürger als Spender infrage käme, dann geht der zu einer Großveranstaltung und legt als Sniper 20,30,40 Menschen mit Kopfschuss um. Wenn er Glück hat, kommt er unerkannt davon und muss zu Hause nur noch auf den Anruf der Spenderklinik warten

    Wenn er erwischt wird, lebt er noch einige Jahrzehnte im Gefängnis weiter.

    Diese Vorgehensweise, dass jeder automatisch zum Spender wird, kann ganz fatal nach hinten losgehen!

    Wir leben schon in einer durchgeknallten Welt und wir müssen wg. Jens Spahn (und seiner Geilheit in den Medien aufzutauchen) nicht noch mehr durchknallen!

    • Interessantes Planspiel. So habe ich das ja noch gar nicht gesehen. Du machst mir Angst.

    • Länder (der EU) in denen die Widerspruchslösung bereits vorliegt:
      Bulgarien, Frankreich, Irland, Italien, Lettland, Liechtenstein, Luxemburg, Österreich, Polen, Portugal, der Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, der Türkei, Ungarn und Zypern.
      Habe jetzt nicht mitbekommen das dort regelmäßig mit Sniper 20,30,40 Leute umgenietet werden…

    • Oh man, besorgter Bürger, oder was?

    • Total an den Haaren herbeigezogenes Beispiel!

    • Wenn du Leute mit Kopfschuss umlegst, dann kommen die leider nicht mehr als Spender in Frage, weil Ihre Organe hinüber sind, bis sie in der Klinik angekommen sind.
      Zumal du sicherlich einige tausend Personen umlegen müsstest, um statistisch die Chance auf ein passendes Organ zu haben.

    • Da haben wir aber noch mal Glück gehabt, dass wenigstens du mitgedacht hast, Schlaumeier.

  16. Hi,
    Bin auch schon ewig Spender, bin aber dagegen da einen Zwang daraus zu machen. Es ist eine Spende und sollte es auch bleiben.

  17. Eine Opt-Out Lösung wird auf jeden Fall bedeutend mehr Spender generieren, das fände ich nicht schlecht. Auf jeden Fall muss aber vermieden werden, dass Nicht-/Spenderlisten erstellt werden. Der Vorteil der bisherigen Organspendeausweislösung (die wie weiter oben gesagt bloß die eigene Spendenentscheidung dokumentiert und nicht vorweg nimmt) ist, dass es sich um eine dezentrale Lösung ohne lange Listen mit personenbezogenen Daten handelt.

    ..denn so wie ich das deutsche Gesundheitssystem einschätze kommt es zu langen Listen mit personenbezogenen Daten. Das ist immer ein Fehler. Insofern bin ich erst mal gegen jede zentral verwaltete Zu- oder Widerspruchslösung.

    Zu der ethischen Debatte: Mir persönlich ist egal, was nach meinem Tod mit den Organen geschieht. …allerdings ist mir, wenn ich denn dann schlussendlich tot bin, auch das Leben der anderen egal.

    Technokratische Argumente, die anderen irgendwelche anderen, auch meinetwegen esoterische Argumente für bzw. gegen die eigene Organspende absprechen sind aber auch Käse. Das lädt die Debatte bloß emotional auf & darunter leidet dann letztendlich die Gesprächskultur.

    Ein bisschen wie bei der Impfdebatte, in der mittlerweile beide Seiten insistieren der jeweils andere sei für Kindermord. …so diskutiert Plebs; das braucht niemand.

  18. Nettester says:

    Eine Anmerkung zum Text. Explizit kann man ab dem 16ten Lebensjahr sich für eine Organspende entscheiden. Die automatische Organabgabe ist ab dem 18ten Lebensjahr. Der Widerspruch ist auch erst ab dann notwendig, wenn man nicht Spenden möchte.

  19. Finde die Lösung prima, und ehrlich gesagt wird es auch endlich Zeit, dass man sich bewusst dagegen aussprechen muss.
    Ich gehe sogar so weit zu fordern: nur Spendenwillige haben auch ein Anrecht auf ein Spenderorgan.
    SpendenUNwillige, was deren recht ist, müssen sich halt dann ganz hinten anstellen.

    PS: Das Beispiel von Ronald mit der Großveranstaltung ist ja total an den Haaren herbeigezogen!
    Man findet immer ein zusammengesponnenes Beispiel, damit man was nicht macht.
    Btw. da wäre es einfacher eine Bank auszurauben, und sich dann ein Organ aus Afrika oder Asien zu besorgen.

    • Nettester says:

      Ich stimme mit dir argumentativ überein, dass nur Personen eine Spende erhalten sollten, die selbst bereit sind zu spenden und diese Bereitschaft muss erklärt werden bevor klar ist, dass man selbst zum Empfänger werden könnte.
      Was aber auch dann bedeutet, dass Diejenigen, die sich nicht entscheiden wollen auch nicht ihre Organe abgeben müssen.

      Und ja das Beispiel ist quatsch, da mit einem Kopfschuss quasi nicht die Zeit gegeben ist, dass ein Organ transplantiert werden kann.

    • Kein Problem für mich, ich würde definitiv lieber leer ausgehen, als selbst zum Spenden gezwungen zu werden.

  20. Im Podcast „Lage der Nation“ war das Thema auch schon mal aufgegriffen worden. Dort wurden die Spenderausweiszahlen und die entgültigen Spenderzahlen gegeneinander gehalten. Was ich dort viel erschreckender fand, war das wohl viele Kliniken vor Organspende zurückschrecken, weil es für die „zu viel Arbeit“ ist. Ob sich das aufgrund der Widerspruchslösung (groß) ändert bezweifel ich.

    • Ich kenne die Folge von Lage der Nation jetzt nicht, aber haben sie lediglich davon gesprochen, dass es zu viel Arbeit wäre?
      Organspende ist jetzt kein Allerweltsvorgang, daher können viele Kliniken dies gar nicht durchführen. IdR dürfte dies strukturell bedingt sein. Die Prozess-, Struktur- und Qualitätsvorgaben sind erheblich. Und ganz nebenbei muss das Ganze auch noch Vergütet werden . Wenn man es schafft an mehr Krankenhäusern diese Voraussetzung zu schaffen, können die Zahlen der Organspende bestimmt steigen. Was allerdings klar sein muss: ein Krankenhaus in der Grundversorgung wird auch dann keine Organentnahme durchführen können.

      • Im Prinzip kann jede Klinik, die über einen OP verfügt, eine Organentnahme durchführen.
        Wenn die eigenen Ärzte dazu nicht in der Lage sind, schickt das nächstgelegene Transplantationszentrum ein Entnahmeteam.
        Da für eine Organentnahme aber zwingend eine Hirntod Diagnostik vorgeschrieben ist, werden Organentnahmen eigentlich nur in Kliniken der Schwerpunktversorgung und der Maximalversorgung durchgeführt. Das sind eben auch die Kliniken, die polytraumatisierte Patienten aus der Umgebung von den Kliniken der Grund- und Regelversorgung aufnehmen.
        Und es ist ein Wust an Arbeit, der anfällt.

  21. Wenn nur noch Menschen medizinische Hilfe bekommen sollen, wie hier einige meinen, wenn man Organspender ist, dann bin ich noch für ganz andere Sachen:
    Nahrung nur noch für Menschen die auch Nahrung herstellen (bereitstellen) oder Medizinische Betreuung nur wenn man selbst andere behandeln kann.

    Oder etwas ganz wirres: Wenn es eine zentrale Datenbank gäbe, wo man Punkte bekommt für gewisse Sachen. Wenn man also in der falschen Gegend wohnt, angeblich „falsche“ Freunde hat, sich „ungesund“ ernährt oder den Standortverlauf von seinem Tracker blockiert – dann stellt man ja eine Gefahr dar und man sollte keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr benutzen dürfen oder sich in bestimmten Zonen nicht aufhalten dürfen oder Geschäfte nicht mehr betreten dürfen.

    Also das ist ja sowas von unvorstellbar, …

    • Du stellst es natürlich überspitzt dar, aber im Grunde hast du recht. Wie geht es denn weiter wenn man mit so einer Diskriminierung anfängt? Was ist mit Menschen die ihre Organe aufgrund ihrer Lebensweise gefährden? Bekommen die dann auch einen schlechteren oder gar keinen Platz auf einer Empfängerliste?

      So funktioniert unser Solidarsystem zum Glück nicht. Wo soll denn das Ende sein? Und was ist, wenn wir in D wirklich mal richtige Wartelisten bei Standardbehandlungen bekommen?

      • Nettester says:

        Argumentativ geht es in eine ganz falsche Richtung. Die allgemeine medizinische Versorgung eines Einzelnen an sich hat erstmal nichts mit der Spendenbereitschaft Desjenigen zu tun. Und dies gegenüber zu stellen halte ich nicht für sinnvoll oder zielführend.
        Das Argument war, wenn du dich mit der Spende nicht auseinander setzen willst, dann solltest du auch kein Anrecht darauf haben, eine Spende zu erhalten. Das ist eine Haltung die man haben kann aber schnell an seine Grenze stößt, wenn der Betreffende spenden würde wollen aber nicht kann weil man zb. eine anderweitige Vorerkrankung hat.

        Was ich makaber finde ist die Aussage das man einen Spendenausweis hat und spenden würde wollen und man selbst auf der Spendenliste steht. Das man weil man selbst bereit sei müsste es doch selbstverständlich sein, dass jeder andere auch spenden müsste, wenn er kann. Zu not sollen halt alle pauschal Spender sein, sofern man sich nicht offenbart und Listen lässt, dass man das nicht möchte. Ohne zu erwähnen das sie in aller Regel selbst gar nicht spenden können.

        Zu dem Thema Platzierung auf der Spenderliste, das hat nichts mit Solidarsystem zu tun. Es spielt eine Rolle ob man zb. durch seine Lebensweise seine Organe zerstört hat, das gilt seit Februar diesen Jahres. Auch gilt hier nicht das Prinzip „first come first serve“.
        Und was das Thema Termine und die allgemeine Behandlung betrifft ist es sehr naive zu glauben, dass da keine Diskriminierung statt findet. Dafür muss man selbst mal Privatpatient gewesen sein. Ich fand es in meiner Erfahrung schon erschreckend und beschämend, wie ich bevorzugt wurde und nun wo ich „nur noch“ Kassenpatient bin behandelt werde.

        Ich gehöre zu den glücklichen unglücklichen, den es egal sein könnte, da ich durch meine Krankheit per se nicht als Spender in Frage komme.

        Eine Spende ist eine freiwillige Gabe und verliert aus meiner Sicht die Freiwilligkeit, wenn man gezwungen wird sich zu entscheiden. Wenn diese Regelung sich durchsetzt dann sollte man dies auch so benennen was ist es eine Organentnahme.

        Weil hier gerne überspitzt wird mein Beitrag dazu.
        Zum Wohle aller sollten Personen die mehr als 100.000 Euro im Jahr erhalten, 100% des überschüssigen Einkommens Spenden. Aus dem entstehenden Spendentopf bekommen Personen die arbeiten und weniger erhalten, bis zur Obergrenze das Einkommen aufgestockt. Personen die nicht arbeiten bekommen die Hälfte (für Personen mit Rechenschwäche 50.000 Euro). Der Überschuss am Ende eines Jahres und ich bin mir sicher, dass dieser da sein wird, geht in das Gesundheitssystem. Wer auf den Quatsch antworten möchte, die Spendenregelung kann man auf beliebige Gruppen (z.B. Firmen) ausweiten.
        Das Wort verdienen habe ich hier bewusst weg gelassen, da man in der Regel nicht das bekommt was man verdient.

  22. Schade, dass man bei der Regelung nicht festlegen kann an wen man keine Organe abgeben will.
    Ich habe nichts gegen das Spenden, allerdings bin ich nicht bereit für Kriminelle die schon mal im Knast waren und zwei weitere Gruppen zu spenden. Somit bleibt mir dann leider nur ein Nein.

    • Das ist schade, soll ja Menschen geben, die zu Unrecht im Knast waren, oder da waren, weil sie ihr Passwort nicht verraten wollten, oder oder oder…

      Und was machen wir mit denen, die ihre Organe nicht an Ausländer, Menschen über 65, usw verteilen wollen?

      Klar kannst du Nein sagen, aber ich finde es ganz gut, dass man das Ziel nicht weiter einschränken kann.

    • Gibt doch ein Kommentarfeld auf dem Spenderausweis.

      • da gehört aber rein, ob man an einer Krankheit leidet oder litt, die eine Spende evtl ausschließt, aber NICHT, an wen man nicht spenden mag.
        das würde eine Spende ja ad absurdum führen

      • Das gibt es, da kannst man auch seine Mutter grüßen…
        Wenn aber das Gesetz wie vorgeschlagen kommt, spielt ein Spendeausweis keine Rolle mehr.

  23. so sehr ich die Initiative auch begrüße:
    ich weiß nicht, ob sie mit unserem Grundgesetz vereinbar ist.
    So sollte jeder selbst entscheiden können, ob er Organspender sein möchte und zwar nicht durch Widerspruch.
    Vergleich mit Recht auf informeller Selbstbestimmung möglich? (Opt-In/Opt-out) Ich bin kein Jurist; keine Ahnung. Gebe ich zu.
    Und ja: ich habe einen Spenderausweis und bin bereit zu spenden.
    Ich befürchte, dass jemand bis vor Bundesverfassungsgericht klagt und dort zurecht Recht bekommt.

  24. Bin für den Vorschlag. Allerdings zeigt die „Diskussion“ hier auf erschreckende Weise, wie schnell sich hier die Verschwörungstheoretiker und Paranoiker und die Faschos Bahn brechen. Ekelhaft.

  25. Das Ganze ist eine riesengroße Sauerei! Die wollen doch tatsächlich eine zentrale Datenbank mit nicht-spendern/nicht-spendebereiten aufbauen? Habt ihr einen Vogel? Wie wird hier der Datenschutz gewahrt, denn meine Daten Name, Adresse, Geburtsdatum etc. in die falschen Hände geraten? Ich hoffe das viele gegen dieses Gesetz klagen werden, wenn es denn beschlossen wird! Und nein, ich spende meine Organe nicht. Alleine schon deswegen aus Prinzip nicht. Ich werde mich deswegen aber trotzdem nicht als nicht-spendebereit „outen“ und brandmarken. Nochmal! In einen zentralen Datenbanken? WTF. Mein nicht-spende-Ausweis befindet sich im meiner Geldbörse und auch meine Familie weiß, dass ich das nicht will.
    So jetzt nennt mich asozial und unmenschlich. Macht nichts, ich kann damit leben!

    • dann kannst du nur hoffen, das du nicht unverschuldet in einen Unfall gerätst und Blut brauchst oder schwer krank wirst und ein Spenderorgan benötigst….denn wenn jeder so wie du denken und handeln täte, wäre unsere Gesellschaft eine wirklich sehr armselige.

      • Name* schrieb doch gar nichts von Blutspenden, auch nicht davon, dass er keine Organe annehmen würde, er legte nur dar, warum er gegen die Regelung ist und dass er nicht spenden will, was sein Recht ist.
        Klar, wenn niemand spenden würde, gäbe es keine Transplantationen und viele Menschen könnten nicht gerettet werden, wenn ich aber alle in unserer Gesellschaft so viele Gedanken machen würden, wäre sie nicht unbedingt schlechter dran.

  26. Sollte das so kommen, habe ich sofort einen Widerspruch in meiner Tasche.

    • Bringt nur nichts, den finden die im Notfall nicht. Der Widerspruch muss schon zentral gespeichert werden. Ein Schelm, wer da böses denkt.

      • Dann muss man das wohl anders lösen. Jetzt wollen sie aufgrund meiner Lebensweise meine Organe ja auch nicht, warum sollte ich dann unfreiwillig zum Spender werden. Sollte ich mal nicht mehr in der Lage sein zu antworten, kann man nich ja auch nicht mehr nach der Lebensweise fragen oder ähnliches.

  27. Ich bin dagegen, ich möchte einfach nicht dass jemand anderes irgendein Recht hat zu entscheiden dass ich keine Organe spende.

  28. Ich verstehe diese Welt inzwischen nicht mehr. Hier wird ganz offiziell gefordert, dass man widersprechen muss, etwas zu tun, man nennt es anderenorts auch Opt-out, und das ist eine riesengroße Schweinerei. Das will ich weder beim Tracking, noch sonst irgendwo, auch nicht bei Organspenden.

    Ich habe einen Ausweis und da steht drin, was ich alles spenden möchte. Den habe ich damals gerne ausgefüllt, die Angehörigen wissen Bescheid, super Ding. Wenn das jetzt aber umgedreht werden soll? Was soll das?

    Ich weiß, es fällt kaum mehr einem auf, aber was soll dieses zentrale Speichern der Daten, höchst persönlicher Daten, nämlich dem Wunsch, was mit Organen nach dem Tod passieren soll. Und wie funktioniert am Ende so eine Abfrage: Wenn da ein halb toter im Krankenhaus liegt, dessen Namen man nicht kennt (gibt es oft genug, weiß jeder, der im Krankenhaus gearbeitet hat), dann nimmt man einfach mal an, dass der nicht widersprochen hat (ist im übrigen eine ganz andere Annahme als die, dass er nicht spenden würde). Was ist bei Michael Müller, wenn man nur den Namen hat, aber nicht Adresse oder Geburtsdatum, oder das Geburtsdatum nicht reicht? Nimmt man dann den ersten Michael Müller, der laut Register nicht widersprochen hat? Klar, kann man alles unter Verschwörungstheorie abstempeln, ich wäre damit aber vorsichtig. Wer garantiert, dass die Daten in dieser Datenbank nicht verfälscht wurden? Und wer garantiert, dass die Daten nicht für etwas anderes verwendet werden. Was ist, wenn die Lebensversicherung irgendwann aus der Spendenbereitschaft einen höheren Beitrag ableitet, oder die private Krankenversicherung eine niedrigeren?

    Die Organspende (wie die Blutspende oder Geldspende auch) soll bitte etwas freiwilliges sein, und zwar mit Opt-In. Ich verlange ja auch nicht, dass jeder 10 Prozent seines Gehalts an X spendet, bis er widerspricht.

    Wenn eine Gesellschaft das Problem hat, dass zu wenig gespendet wird, dann sollte sie das Problem vielleicht an den Ursachen bekämpfen. Ich weiß, das klingt erstmal aufwendiger, bringt am Ende aber wesentlich mehr, als solche Gesetze.

    • Sehr schön geschrieben, stimme dir zu 100% zu.

    • Vielen Dank!

    • Guter Beitrag. 100%ige Zustimmung.

    • Auch ich stimme zu, zwar glaube ich nicht, dass falsche Annahmen bei Unbekannten getroffen werden, aber alleine die zentrale Datenbank und das Opt-out sind ein Skandal. Da ist auch vollkommen egal, was andere europäische Länder für richtig halten…

    • Danke Saujunge für den Beitrag, das sehe ich sehr ähnlich.
      Wie ich unsere Politiker so kenne, fällt den in > 2 Jahren auch auf, dass das mit dem Abgleich des Registers so ein Problem ist. Dass es das sein kann, hast du ja bereits beschrieben. Ohne jetzt all zu pessimistisch zu sein, kommt mir da eine Idee wie das „Problem“ recht einfach lösbar gemacht wird. Wir haben doch da schon das zentrale Register mit den Fingerabdrücken für Reisepass und demnächst auch Personalausweis. Also warum die Daten nicht einfach mit den Merkmalen verknüpfen die wir in den allermeisten Fällen eh dabei haben.

      Jetzt mag man mir sicher vorhalten, dass ich das all zu schwarz sehe und einen Aluhut trage, vielleicht ist das sogar so. Nur wir sollten diese Gedanken führen dürfen.
      Man mag von China halten was man will, und das ist auch ein ganz anderes Thema, aber da wird das offen ausgesprochen, und nicht wie seit einigen Jahren in Deutschland/Europa üblich, schleichend eingeführt und verschärft.

      Und noch ein Hinweis an alle die meinen, dass jemand der nicht widerspricht sich keine Gedanken gemacht hat. Der kann sich sehr wohl damit intensiv beschäftigt haben, ist aber niemanden darüber rechenschaftspflichtig.

  29. Jesus, was hier aus dieser Sache gemacht wird! Typisch deutsche Doofheit, alles schlimm und pöse Regierung. Diese Kollegen würden sich auch bei amerikanischen Milizen wohlfühlen. Die angesprochenen EU-Länder haben offensichtlich nicht solche Probleme, oder? Gibt es Schnittmengen mit Impfgegnern, Tempolimitgegnern und Aluhutträgern?

    • Kannst du noch was anderes außer mutmaßen und beleidigen?

    • Mir scheint das dir die Problematik nicht bewusst wird. Ist das Unreife, Dummheit oder einfach nur Ignoranz? Setz dich einfach mal mit unseren Grundwerten auseinander. Die Lektüre des GG kann da vielleicht schon helfen. Vielleicht wird die dann bewusst um was es geht.

      • Eventuell, nur ganz eventuell bin ich mit unserem Gesunheitswesen und juristischen Fragen ein Fitzelchen vertrauter als du. Und beleidigen? Das ist die Kompetenz anderer. Und bitte „das“ und „dass“ mal unterscheiden, erleichtert die Lektüre enorm. Danke.

  30. Argumente gegen die Widerspruchslösung:
    1. Um ein Patiententestament aufzusetzen, soll man selbst formuliert ein mehrseitigen Dokument verfassen, das etwa alle 6 bis 12 Monate unterschrieben werden sollte. Vorangefügt werden sollte ein (das ist kein Scherz) ein Motivationsschreiben, damit einem die Ärzte auch wirklich glauben. Begründung: Man könnte ja im Ernstfall seine Meinung geändert haben. Beim Eintrag zur Organspende wird diese Frage jedoch nicht erneut gestellt.
    2. Schon Mal Bei einer Multiorganentnahme dabei gewesen? Das wäre für die heißblütigen Befürworter der Widerspruchsregelung vielleicht Mal eine Offenbarung.
    3. Alle Argumente für Organspende sind konsequenzialistischer und utillitaristischer Natur, die Argumente dagegen jedoch doch deontologisch. Deontologisch Argumente basieren auf dem Humanismus und werden leider selten gehört.
    4. Bei den letzten Organspendenskandalen habe es nur vier (!), Transplantationszentren, bei denen es keine Unregelmäßigkeiten gab, in allen anderen würde getrickst. Deshalb würde das Transplantationsgesetzt geändert, um Patienten zu schützen. Herr Spahn macht genau dies gerade wieder Rückgängig und belohnt Kliniken wirtschaftlich für jede Entnahme mit finanziellen Anreizen.

    • GooglePayFan says:

      1. Eine Patientenverfügung hat viel weitreichendere Konsequenzen. Es geht immerhin um die Frage, wie viel Behandlung man tatsächlich will und ob man z.B. bei einer schweren Krankheit schnell und schmerzlos sterben möchte oder vielleicht noch 20 Jahre im Pflegeheim dahinvegetieren möchte.
      Die Konsequenz ob die Ablehnung (veraltet kann ja maximal die Ablehnung sein!) noch aktuell ist oder nicht, sind viel weniger weitreichend.
      Nach dem Hirntod stirbt man so oder so, ob Organe entnommen werden oder nicht macht keinen Unterschied mehr für das zukünftige Leben. Oder was meint ihr ist die Alternative der Organspende beim Hirntod? Entlassung nach Hause!? Man ist in jedem Fall unwiderruflich tot.

      2. Ja war ich. Bin weiterhin für die Widerspruchsregelung.
      4. Das war ein Organverteilungsskandal. Die Entnahme-Kliniken, die jetzt belohnt werden sollen, haben nie getrickst. Im Gegenteil, die Wahrscheinlichkeit ist recht hoch, dass Kliniken einen Hirntoten gar nicht als potentiellen Spender betrachten, weil sich Organentnahmen finanziell nicht lohnen!

  31. In den Kommentaren sind gute Gründe für und wider angeführt. Glücklicherweise habe ich dafür abgestimmt, bevor ich die Kommentare gelesen habe.

    Thomas hier zum Beispiel hat mir zudenken gegeben:
    https://stadt-bremerhaven.de/umfrage-april-bist-du-fuer-die-doppelte-widerspruchsloesung-bei-organspenden/#comment-941620
    Man spürt bei Hirntot angeblich noch Schmerz. Da kam zuerst der Egoist durch und ich habe überlegt, ob ich das Gesetz wirklich so will.

    Dann von Saujunge die Zweifel an der einwandfreien Identitätsklärung im Zusammenhang mit dem Gesetzesvorschlag:
    https://stadt-bremerhaven.de/umfrage-april-bist-du-fuer-die-doppelte-widerspruchsloesung-bei-organspenden/#comment-941641
    Hm ja sicher, mag was dran sein. Hab mich auch schon gefragt: Habe meinen Organspendeausweis mit der Einwilligung zur Spende immer im Portemonnaie. Aber das vielleicht eben dann nicht dabei oder es wird nicht rechtzeitig entdeckt, dass ich Spender lt. Spenderausweis bin. Aber anders herum kann es ja auch passieren.

    Und dann ging mir durch den Kopf, wie lange sollten denn meine Angehörigen warten und hoffen müssen, wenn ich Hirntot in einem Krankenhaus liege? Ist ja nicht wie Wachkoma. Oder wenn mich die Ärzte im Krankenhaus nach einem Unfall nicht mehr retten können?

    Dann mag es vielleicht sein, dass ich bei Hirntot noch Schmerzen verspüre. Nehme ich es noch wahr? Bewusst sicher nicht. Und danach ist es eh vorbei. Was hätte ich gewonnen, läge ich noch ewig in einem Krankenhauszimmer an Maschinen, ohne Chance auf ein waches Bewusstsein? Wie lange sollen meine Angehörigen die zermürbende Hoffnung hegen, ich könnte wieder aufwachen?
    Das ist doch dann alles relativ. Ich sehe das nach diesen Gedanken wieder etwas pragmatischer. Das Leben endet eh immer tödlich. Was soll ich mir also Gedanken um das Ende machen? Ich will in die Urne. Da kommt es auf ein paar Gramm mehr oder weniger nicht an. Und wenn ich mit einem meiner Organe vorher noch ein Leben retten konnte, kommen meine Angehörigen vielleicht auch besser mit meinem Tod zurecht. Über meinen Tod müssen sie oder so hinwegkommen.

    PS: Muss einen neuen Organspendeausweis beantragen. Meiner ist unleserlich geworden im Portemonnaie.

  32. wenn ich es nicht gestern schon geschreiben hätte…. musste ja so kommen…China lässt grüßen!

    http://pflegeethik-initiative.de/2018/09/07/organspende-niemand-wuerde-zustimmen-wenn-er-wuesste-worauf-er-sich-einlaesst/

    • Unfug. Abgesehen von den Troll-Schreibfehlern: wer in D hirntot ist, ist tot. Ende der Fahnenstange. Und Toten dürfen, wenn Spahn durchkommt, Organe entnommen werden. Die sind dann tot, einfach tot, toter gehts schon gar nicht mehr. Mausetot. Dann kann keine Organentnahme mehr zum Tode führen, oder? Genau.

      • Komisch ist aber warum in anderen Ländern trotzdem eine Betäubung gibt – in Deutschland wegen kosten nicht. Na dann hast Du ja keine Probleme. Interessant ist nur warum andere Meinungen nicht erst genommen werden.

        Abgesehen war eben in den Nachrichten von 9000 Patienten die Rede, die auf einen Spender warten. Warum müssen denn jetzt 71,58 Mio. (18+) genötigt werden? Laut Span soll ja jeder 3 Briefe erhalten (Pressekonferenz) da freut sich der Herr Appel von der Post ja jetzt schon und für die Regierung als einer der Eigner ist das von einer Tasche in der anderen!

        Interessant ist auch, wie ein User hier oben schon angeblich 13 Jahre auf einen Spender wartet, während für den Herrn Lauda sofort eine Lunge vorhanden war. Die Skandale im Organersatzteilhandel noch nicht einmal mit eingerechnet. Auch die Kliniken haben kein richtiges Interesse wegen den Aufwand. Idealismus überall wo man hin schaut in Deutschland, Deutschland hat fertig!

        • Niki Lauda ist ja Österreicher. Dort gibt es die Widerspruchslösung. Geht dort natürlich schneller. Asso, angeblich warte ich nicht. Es sind wirklich bald 13 Jahre. Die mindest Wartezeit ist ja schon gut 10 Jahre. Willste ein Bild von meinem Shunt sehen?

          • Das war nicht negativ gemeint, eher ein Beispiel wie andere mehr Glück haben. Von mir aus hättest Du nicht solange warten müssen. Auch glaube ich das in Östereich auch andere über eine neue Lunge gefreut hätten, warum gerade Lauda auf Platz 1 war und so kurzfristig kommt mit trotzdem komisch vor.

            Soll es aber bitte schön jeden überlassen sein und nicht das ich mich erklären muss! Wenn die Umfrage oben stimmt sollte es doch reichen für die in den Nachrichten erwähnten 9000 Patienten.

            Interessieren würde mich aber warst Du vorher Spender? Aber bitte ehrlich, ich kann auch verstehen das man es anders sieht, wenn man selbst betroffen ist. Auch die doppelte Abfrage kommt mir bisschen vor wie der Brexit, dort wird solange nachgefragt bis die Antwort stimmt.

            Ich will das nicht und das Maasmänchen soll bitte nichts über Organraub in China sagen!

            • Ich bin ziemlich jung zur Dialyse gekommen (knapp 16 gewesen). Nein ich war vorher kein Spender. Hätte nie gedacht, das ich so schwer krank werde. Meistens befasst man sich mit dem Spender Thema erst wenn es einen selbst trifft oder jemanden im bekannten Kreis. Ob es Starbonus gibt? Möglich.

              • Danke für die Ehrlichkeit. Ich finde nur die Art und Weise nicht ok. Ich kann nicht Millionen in zwang nehmen. Auch versteh ich nicht wenn das alles nicht so das Thema für die meisten ist, warum sie denn kein Spender sind.

                Interessant finde ich doch eher, dass Herr Spahn Millionen für Kampanien heraus gibt, erst für die seelische Belastung nach einer Abtreibung, jetzt die nächste große Aktion, Anschreiben, Server usw.

                Das Gesetzt kann so komplett beschlossen werden, wenn die Bundestagsabgeordnete mit Stichtag heute über 50% mit Spenderausweis besitzen. Ansonsten müsste ich ja denken dass es nur für andere gilt.

                Ich bedauere, dass Du solange warten musstest – aber ausschließen kannst Du sicherlich nicht das es schon einen Spender gab und durch andere Einflüsse der Tausch nicht vorgenommen wurde? Eine Spende in der Familie ist nicht möglich – bei Nieren ist die Wahrscheinlichkeit der Organannahme ja besser.

                Auch sollten jeden Empfänger klar sein, dass dieser lebenslang Medikamente nehmen muss und meist nicht bei einer Transplantation bleibt. Ich drück Dir die Daumen, magst Du so gut wie möglich wieder genesen.

      • Ich befürchte, du irrst. Wer so mause tot ist, wie du beschreibst, kann keine Organe mehr spenden. Das ist ja gerade eins der großen Probleme: Wenn ein Mensch tot ist, nutzt er niemandem mehr etwas, wenn er lebt, darf man ihm aber nichts (von Lebendspenden abgesehen) entnehmen. Und dazwischen, Schrödinger würde sich freuen, muss man, in Deutschland sind es meine ich zwei Ärzte, die eigentlich auch nichts mit dem Empfänger zu tun haben dürfen, entscheiden, ob es nun vorbei ist.

        Also, bitte sachlich bleiben.

      • Peter Brülls says:

        Wer hirntot ist, ist nicht tot, sondern bestenfalls in einem Zustand, bei dem der restliche Körper noch einige Zeit vom Kollaps bewahrt wird.

        Sprich: Bei der Entnahme ist man *nicht* tot.

        Soviel Zeit muss sein.

  33. Ich trage immer meinen Organspender-Ausweis bei mir, wo dick angekreuzt ist:
    „NEIN, ich widerspreche einer Entnahme“
    Menschen sind keine Materialbank!

    • Katholische Moraltheologie. Alles klar. „Nein, ich will keine Leben retten (mit dem Fuss aufstampfend)!!!“. Bassd scho.

      • „Katholische Moraltheologie.“

        Na da bin ich doch eher gespann wieviele Mohamedianer da mit machen! Die halten sich noch nicht einmal an die Sargpflicht.

        • Das Wort „Moslem“ gehört zum Wortschatz, ja? Gut. „Mohammedaner“ ist mir a bissel zu weit rechts. Und auch sonst wars eigentlich nur eine Beleidigung.

          • ach, auf einmal ist das was anderes? Solange Du das machst ist es ok?

            • Peter Brülls says:

              Nein, es sind zwei unterschiedliche Dinge. Er sieht die Ablehnung der automatischen Organentnahme in katholischer Moraltheologie begründet. Du verwendest einen Begriff („Mohammedaner“), bei dem dem schon in den 80ern einem halbwegs gebildeten Deutschen bewusst sein konnte, dass er sprachlich überholt ist, weil er inhaltlich falsch und aus Sicht nicht nur der damit bezeichneten herabsetzend ist. Wenn jemand ihn dreißig Jahre später immer noch benutzt, dann ist es deutlich plausibler beleidigende Absicht zu vermuten als pure Ignoranz.

      • Wenn er damit vermeidet das Leben von jemandem zu retten der so drauf ist wie du, hat er doch etwas gutes getan.

      • Hallo? Ich bin Atheist und ich habe auch der Organspende widersprochen. In einer besseren Gesellschaft würde ich vielleicht anders entscheiden, nur wenn ich mir anschaue was hier in der Welt abgeht, politisch und sozial, ein verkümmerndes Solidaritätsgefühl, immer mehr Ellenbogen und weniger Rücksichtnahme, dazu die massenhafte Ausbeutung von Menschen und Ressourcen, nur noch Konsum, Konsum, Konsum, und keine Spur von wirksamen Aufbegehren mehr gegen die Obrigkeit, sehe ich keinen Grund warum ich irgendjemanden retten sollte. Tut mit Leid, aber dazu habe ich oft genug erlebt wie Hilfsbereitschaft irgendwann ausgenutzt und mit Füßen getreten wird bzw. habe erlebt, zu was Menschen fähig sind. Im Gegenzug akzeptiere ich auch, dass ich im Zweifelsfall kein Organ bekomme. Trotzdem verurteile ich niemanden, der anders denkt – wenn ihr Spenden wollt, ist das eure Sache. Aber zwingt mir nicht euer Denken auf bzw. fangt mit Denunziation derjenigen an, die einen anderen Standpunkt als den eigenen haben.

        Jetzt pauschal jeden zum Organspender zu erklären halte ich für den falschen Weg und widerspricht dem Grundgedanken eines selbstbestimmten Menschen. Anstatt diesen Mist einzuführen sollte man sich lieber mal daran machen, die Abtreibung vollständig zu legalisieren. Die heutige Rechtsprechung ist ja eher darauf ausgelegt, den Arzt zum Sündenbock zu machen, mit dem Resultat, dass viele sich weigern eine Abtreibung, obwohl nicht mehr unter Strafe, durchzuführen.

  34. Ich glaube nicht wirklich, dass jetzt automatisch die Zahl der Spender explosionsartig steigen wird.
    Ich könnte mir vorstellen, dass sogar viele aus Trotz auf einem Ausweis ein „nein“ ankreuzen werden, weil sie sich übergangen fühlen.
    Ich bin schon lange potentieller Spender, ebenfalls für Knochenmark. Aber auch wenn man nicht spenden möchte:
    Absolut wichtig ist, dass man eine Entscheidung trifft – egal welche.
    Es ist feige, diese eine Entscheidung den Hinterbliebenen zu überlassen, dass kann sie bis an ihr Lebensende extrem belasten. Wer möchte das verantworten? Ich nicht. Entscheidet euch bitte.

    • Warum muss ich mich entscheiden? Wenn dir jemand einen Vertrag anbietet und du dich damit nicht beschäftigst und dazu schweigst kommt der Vertrag grundsätzlich auch nicht zustande. Und hier soll dieses Prinzip umgekehrt werden, bei einem derartig moralisch, ethisch, religiösen Thema. Es ist eine schwierige Entscheidung, die nicht einfach zu schließen ist und vielleicht ist die Nichtentscheidung einfach, die Entscheidung, dass man seine Meinung eben nicht irgendwo abgebildet haben will und diese Entscheidung wird einfach nicht respektiert. Nirgendwo wird nach dem Tod gefragt, ihr Angehöriger hat zu unserem Vertrag geschwiegen wollte er ihn vielleicht doch, außer bei der Organspende.

      Zudem kann ich mich erinnern, dass die Krankenkassen auf irgendein ein Gesetz Organspendeausweise verteilt haben, wenn die Leute daraufhin, noch nicht eine Entscheidung getroffen haben, wollen sie wahrscheinlich keine Organe spenden.

      Meinen Respekt für die Leute, die ihre Organe spenden wollen, aber Menschen dazu zu zwingen eine Entscheidung zu treffen in einem so hochkomplexen Thema, finde ich sehr bedenklich.

      Alleine wenn ich hier lese, dass die Schmerzen vom Körper wahrgenommen werden können, frage ich mich, ob eine solche Entscheidung wirklich so einfach ist, dass man sie erzwingen kann.

      Ein 18 bis 21 jähriger wird im Strafrecht, teilweise wie ein Jugendlicher behandelt, soll aber bereits die Tragweite einer Organspende erkennen Also ich weiß ja nicht in meiner Jugend hat sich keiner mit Organentnahme nach dem Tod auseinandergesetzt, der ist für die meisten in ihrer eignen Ansicht noch weit hin und, weil sie diese Entscheidung nicht getroffen haben und wie jeder Mensch zuvor und sich nicht mit ihrem eigenen Tod in ihrer Jugend auseinandergesetzt haben, will die Regierung bei ihrem plötzlichen Hirntot die Organe.

      Weiterhin frage ich mich, wie ist die Konstellation bei der Patientientenverfügung. Wenn es eine Patientenverfügung gibt, aber derjenige keine Entscheidung zu Organspende getroffen hat, wird dann die Maschine doch angestellt, damit man denjenigen, solange am Leben hält, dass die Organe doch entnommen werden können.

      Darf ich eigentlich einer religösen Person dessen Glauben es verbietet, sich mit dem Tod zu beschäftigen und seine Organe zu spenden, dann Organe entnehmen, obwohl das ausdrücklich gegen seinen Glauben war.

      Ist ein hirntoter Mensch noch menschliches Leben vergleichbar mit dem ungeborenen Leben. Ist die Würde des Menschen vielleicht angegriffen, wenn ich ihn wie eine Ersatzbank behandele, weil er keine Entscheidung getroffen hat und damit zum Objekt wird.

      Wenn seine Organe aber zu Objekten werden, die der Staat sich einfach aneignen will, dann enteignet er damit die Erben in dessen Eigentum die Organe stehen. Solange der Erblasser durch ein Organspendeausweis seinen Willen dazu erklärt oder Mithilfe der Angehörigen, dieser Wille erforscht wird, mag das ja gehen, aber in diesem Fall, wenn der Staat sich in einer Art Automatisierung alle Organe von Schweigenden aneignen will, könnte das ein Problem werden.

      Außerdem wer verhindert das Hacker bei einer zentralen Datenbank, Daten ändern oder veröffentlichen.

      Ich hoffe, wenn ein solches Gesetz kommt , es Verfassungsbeschwerden gibt und das Gesetz noch kippt, aber höchst interessant wird es in jedem Fall.

      • GooglePayFan says:

        „Zudem kann ich mich erinnern, dass die Krankenkassen auf irgendein ein Gesetz Organspendeausweise verteilt haben, wenn die Leute daraufhin, noch nicht eine Entscheidung getroffen haben, wollen sie wahrscheinlich keine Organe spenden. “

        Allein an dem Punkt zeigst du schon, dass du deiner ganzen Kritik von einer falschen Grundannahme ausgehst. Umfragen haben gezeigt, dass eben doch min. 80% der Menschen Organe spenden würden.

        Leider haben aber gerade mal ein Drittel der Menschen ihren Wunsch festgehalten.

        Die Leute MÜSSEN sich in dem Thema einfach entscheiden, denn andernfalls wird die Last der Entscheidung in solch einer Situation IMMER auf die Angehörigen abgewälzt, mit der großen Gefahr, dass diese anders entscheiden, als der eigentlich Wille war. Egal, ob der Verstorbene nun eigentlich Organe spenden wollte oder nicht.

        Übrigens würde ich gern mal ein Beispiel für eine Religion sehen, die es verbietet, dass man sich mit dem Tod beschäftigt oder gar eine Entscheidung z.B. gegen eine Organspende trifft!?

        Bei der Behauptung bei einer Organentnahme *könnte* man noch Schmerzen empfinden bist du leider einer Unwahrheit aufgesessen. Solche Aussagen kommen von medizinischen Laien, kein Arzt wird so etwas sagen, einfach weil es medizinisch unmöglich ist.

        Übrigens gibt es natürlich auch entsprechende Beispiele um die Patientenverfügung mit einem eventuellen Wunsch für Organspenden in Einklang zu bringen. Allerdings geht der Wille nach z.B. keinen invasiven Maßnahmen immer vor einer eventuellen Organentnahme.

        • 80% bei welcher Umfrage? Hat man eine größere Menge befragt, oder wieder nur 1000 bis 10000 angerufen und dann hochgerechnet? Und warum hält nur 1/3 diese Entscheidung fest, wenn soviele dafür sind, vielleicht sollte man die Entscheidung dann einfacher dokumentierbar machen, anstatt alle zu zwingen eine Entscheidung zu treffen. Warum muss die Last auf die Angehörigen übergehen, man könnte auch einfach sagen das schweigen heißt eben keine positive Antwort keine Befragung mehr notwendig.

          Was die Religion angeht ich kann dir spontan keine nennen, das heißt aber nicht, dass es keine gibt oder geben kann und sowas muss ebenso bei Verfassungsüberlegungen mitbedacht werden.

          Woher weiß denn der Arzt das man keine Schmerzen empfindet, war er schon mal hirntot, das ist der jetzige wissenschaftliche Stand und der kann sogar richtig sein, denn noch weiß man noch sehr wenig über das Gehirn und ob die Vermutungen und Annahmen alle so korrekt sind, müsste man sich vielleicht erst Mal selbst erkunden, um eine Entscheidung treffen zu können. Du sagst das eine, ein anderer Kommentator sagt was anderes, wer hat nun Recht und dennoch will man eine Entscheidung erzwingen, obwohl das Thema so komplex ist. Was die Patientenverfügung und die Folgen angeht, dass sagst du, dass es so ist und ich glaub dir, aber wird es am Ende auch so im Gesetz sein? Was die Organe angehen, wenn der Staat bei Schweigen, Organe als etwas betrachtet, was er verwenden kann, ist es dann ein Mensch oder ein Gegenstand? Wenn Organe entnommen werden sind sie dann nicht körperliche Gegenstände und damit eigentumsfähig und damit auch vererbbar, warum darf der Staat sich diese aneignen und verteilen? Warum bekommt sie nicht der Erbe? Und wenn es doch keine Gegenstände und vererbbar sind, verletze ich nicht dann die Würde des Menschen, wenn ich ohne seine vorherige Zustimmung seine Organe entnehme? Ich weiß nicht warum, du deine Antwort sparen wolltest, ich fand die Argumentation interessant, ob mich das überzeugt sei mal dahingestellt. Und ich habe auch nicht sagen wollen, dass die Organe, wirklich Eigentum der Erben sind, doch was sind Organe außerhalb des Körpers, das sind ja durchaus verfassungsrechtliche Fragen, wenn man an Artikel 14 GG, Art 1 GG, Art 3, Art 4 GG die ja einschlägig sein könnten, denkt. Soweit ich mich erinnere gab es zumindest zu künstlichen Teilen im Körper auch mal einen juristischen Fachbeitrag. Aber ob das juristisch so durchgeht, ich bin gespannt. Was meine eigene Meinung angeht, ich finde, dass so nicht in Ordnung. Aber, wenn ich das so betrachte scheint eine Mehrheit wohl dafür zu sein. Wenn es dann wirklich dazukommt, werde ich wohl einfach nein ankreuzen und diesen Willen so bekunden, bis ich genügend Zeit und Motivation habe mich damit zu beschäftigen, dann überlege ich es mir vielleicht noch anders.

      • GooglePayFan says:

        Ach ja, wäre mir beim ersten Lesen deine Aussage aufgefallen, dass die Organe des Verstorbenen Eigentum der Erben sind, dann hätte ich mir gleich jede Antwort sparen können.
        Das ist ja echt der Hammer 😀 😀

  35. Insgesamt eines der prolligsten Foren. Ciao.

  36. Leider spielt bei den Krankenhäuser Geld immer mehr eine Wichtigerere Rolle als das Menschenleben selbst…
    Jeder der etwas anderes sagt lügt einfach… das ist x-fach bewiesen wie KK Leitungen hinter Patienten her sind ob diese das KK brauchen oder nicht spielt dabei keine Rolle. Paar Tage längeren Aufenthalt, mal die ein oder andere OP hauptsache die Kasse zahlt und die Ärzteschaft ist ausgelastet bzw die Investitionen werden abgearbeitet am Besten 24/7 ohne unterbrechung… leider wird dies nicht Besser…

    Leider gab es bei uns wohl eines der größten Transplantationsmissbräuche in D und da ist man vorsichtiger wenn solche Ärzte einem auf dem Tisch haben. Es kann ja jeden Treffen in der Umgebung quasi und dann wird man erst hellhörig.
    Dazu ist das Geschäft mit den Transplatationen, den Medikamenten ein Milliardengeschäft für das man gerne auch tötet… nur das Beweisen fällt ja schwer, bekanntlich geben in D Ärzte nicht mal durch Versicherungen abgedeckte Kunstfehler zu… da würde das Vertrauen wesentlich erleichtern. Solange diese sich ab lieber in STILLSCHWEIGEN mummen solange trau ich Ärzten nicht allzu sehr… vor allem solche die viele Medis verschreiben oder sofort Operieren wollen…

    Der Staat soll ihre Bürger nicht dauernd Bevormuden. Wiso werden noch angehörige befragt wenn der Verstorbene eh schon quasi alles mitgeteilt hat was er möchte wenn er denn damit einverstanden ist. Eine pauschale Spende lehne ich ab, reicht es nicht das der Staat einen immer für Schuldig hält bis seine Schuld bewiesen ist, wird doch x-fach an den Tag gelegt mit dem Abhörwahnsinn…

  37. Leider fehlt der Vorschlag der Grünen, den ich persönlich am besten finde. Ich möchte spenden, aber ich möchte dafür ja sagen müssen, nicht nein.
    Heute hörte ich auf WDR 5 einen sehr guten Beitrag dazu. Danach gibt es keinen Beleg, daß der Opt-oit bei Organspenden die Zahl erhöht. So gab es Länder, die diesen einführten, die Zahl ser Spenden blieb gleich. Und es gab Länder, bei denen er wieder abgeschafft wurde und die Spenden gingen nicht zurück. Wichtig ist die Aufklärung. Wir verkommen immer mehr zu einer Meinungsdiktatur. Wie gesagt, ich werde Organe auch spenden, aber es gehört auch dazu zu respektieren, wenn jemand ea nicht möchte, und zwar ohne nein zu sagen. Oder um es nders zu beschreiben: Eine Frau muß zum Sex auch nicht nein sagen, damit ea eine Vergewaltigung sein kann, sie muß zustimmen, damit ea keine ist.

  38. Mein Kadaver gehört mir – #organboykott

  39. Undertaker says:

    Was leider die meisten völlig übersehen:
    1. In Deutschland werden die „hirntoten“ Spender nicht narkotisiert bzw. mit Schmerzmitteln sediert (wie bspw. in den Niederlanden), sondern die Organentnahme wird ohne jegliche Schmerzmedikamentierung durchgeführt. Es wird zwar immer wieder behauptet, dass ein Hirntoter eh nichts mehr empfindet, aber Beweise gibt es weder dafür noch dagegen. Es gibt eher ernstzunehmende Hinweise, dass selbst Hirntote noch empfindungsfähig sind. Man läuft also Gefahr, im letzten Moment auf Erden noch Höllenqualen erleiden zu dürfen. Menschenwürdig wäre das wohl eher nicht.
    2. Es gab bisher genügend Skandale die letztlich auf der Geldgier und Bestechlichkeit von Ärzten und Funktionären beruhten. Sobald Geld im Spiel ist, wird die Moral zweitrangig. Wie schnell wird da wohl in Zukunft ein Widerspruch unter den OP-Tisch fallen, wenn die Standard-Regelung die lukrative Ausweidung vorsieht?

    Ich finde diese Gesetzesvorlage ist ein weiterer Beweis dafür, wie scheißegal unseren Politikern ihr Stimmenvieh ist.
    Quasi eine weitere Enteignung und Entrechtung des Bürgers zum Wohle des Kommerz.

  40. Ich werde mit Inkraftsetzung dieses Vorhabens vom Organspender zum erklärten Nichtspender!

    Dieses Gesetz ist purer Faschismus. Der Staat hat keine Verfügungsgewalt über den Körper seiner Bürger, wo sind wir denn hier? Es kann nicht sein, dass sich der Gesundheitsminister hinstellt und mal eben für 80+x Millionen Menschen das Recht über deren Organe für sich beansprucht.

    Das wird mehr und mehr zum Faschismusgebilde, was in Europa abgeht. Die Entscheidungsgewalt über das führen eines KFZ ab 2022 bei Neuwagen abgeschafft, der Bürger darf nur noch zu Fuß frei entscheiden, wann er sich bewegt.

    Natürlich unter dem Deckmantel der Sicherheit. Und auch die Organgeschichte ist ja hat oberflächlich betrachtet erstmal scheinbar gut für alle. Aber wenn sie damit durchkommen, dann ist das erst der Anfang. Es gibt ja schon Bestrebungen, bestimmte Nahrungsmittel zu verbieten oder so teuer zu machen, dass der normale Bürger sie nicht mehr konsumieren kann. Ein Katzensprung zum soylent green.

    Es wäre völlig in Ordnung, eine verbindliche opt-in Lösung einzuführen. Mit opt-out fischt man die ungebildeten, ja auch die behinderten Organträger ab. Und da wird der Stecker schneller gezogen, wenn das Aktion Sorgenkind oder Hein Hartz als Spender benötigt werden. Da mache sich keiner Illusionen!

  41. Dieses Geschreibsel hier hat echt einen ziemlich guten Unterhaltungswert! Offensichtlich interessiert es die Betreiber der Website einen Scheiss, welche abseitigen Leute mit krudesten, beleidigenden, faschistoiden und paranoiden Wahnvorstellungen sich hier herumtreiben. Bissel Verantwortung zeigen und den Kommentarbereich auch mal dichtmachen, Caschy?

    • das wäre nun wirklich Zeit, da stimme ich dir zu. hier wird ein wirres Geschreibsel abgelassen, das ist Wasser auf die Mühlen der Rechten, der Aluhutträger und solchen, die an Chemtrail und Co. glauben wollen.

      Logische und sachliche Argumentation ist heutzutage entweder verpönt oder man ist vielleicht (oder wahrscheinlich) auch nicht mehr fähig dazu, aus welchen Gründen auch immer. Wenn es im Endeffekt nicht so schlimm und als Endergebenis gefährlich werden könnte, wäre es beinahe komisch.

  42. Ich bin vollkommen dagegen. Wenn jemand gerne Organspender sein will, soll er die Organspende bei sich erlauben. Aber diese höchstpersönliche Entscheidung vom schweigen abhängig zu machen ist mehr als unangemessen. Also es können mit wenigen Ausnahmen keine Verträge durch schweigen entstehen, aber den Menschen nach dem Hirntot auszuschlachten wie ein Tier, weil er geschwiegen hat soll richtig sein?. Das widerspricht jeder Menschenwürde. Der Mensch wird nach seinem Tod zu einem reinen Objekt des Staats, weil er zuvor geschwiegen hat, das finde ich falsch. Meiner Ansicht nach ist es so, die meisten Menschen, wollen sich nicht mit ihrem Tod auseinandersetzen und das ist ihr gutes Recht und es ist wohl davon auszugehen, wenn jemand nicht geäußert hat, dass seine Organe entnommen werden sollen, dann will er das auch nicht. So wie es in allen anderen Fällen auch ist. Keiner würde auf die Idee kommen zu sagen, wenn ich zu einem Handyvertragsangebot schweige, dass nach meinem Tod dieses dann zustande kommt, aber bei Organentnahmen soll das dann möglich sein, dass ist widersinnig.

    Hinzukommen die ganzen Skandale der letzen Jahre um die Organspende. Die sämtliches Vertrauen in die Organspende widerlegt.

    Anstatt weiter nach Organen zu suchen, sollte man lieber die Hürden für die genetische Forschung verringern, da ist die Lösung zu finden. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass der Mensch eines Tages in der Lage sein wird technisch oder genetisch Organe zu schaffen. So wie in dem Startreckfilm, wo eine neue Niere durch eine Tablette geschaffen wurde.

    Fazit meiner Meinung nach eine Organspende vom Schweigen abhängig zu machen ist Menschen unwürdig. Die endgültige Lösung liegt nicht in Organspenden, sondern in der genetischen Forschung.

    Ich denke mir schon den Beispielsfall, des gerade 16 Jähringen aus, der sich natürlich noch keine Gedanken zu Organspende gemacht hat, denn wer macht das schon mit 16, der Hirntot ist, wo die Ärzte den Angehörigen sagen, nein sie können ihren Sohn noch nicht beerdigen, wir müssen zuvor noch Organe entnehmen und unsere Experten sind gerade nicht da.

  43. kommentarkommentierer says:

    Bei allen Respekt fuer die Erkrankten, aber ein Zwang von Gesetzgeber, das geht zu weit. Der Mensch ist doch keine Ressource fuer Organe und Leute, mal drüber nachgedacht, dass fuer jede Spende erstmal ein anderer Mensch sterben muss?! Also bin ich fuer Freiwilligkeit, wie bisher.

    • Welcher Zwang? Wer nicht will der muss nicht spenden, nur muss man das halt vorher kundtun. Es ist weiterhin freiwillig. Und Organspenden werden in der Regel von Leuten genommen, die schon tot sind, die müssen nicht extra dafür sterben.

      • Man ist eben nicht wirklich tot. Wenn man wirklich tot ist, sind es auch die Organe und damit wären diese unbrauchbar. Informiere Dich. -> „initiative-kao“

        • Hirntot ist für mich tot genug. Das darf ja jeder für sich entscheiden, ob ihm das ausreicht. Wenn es für dich nicht langt, die Organspende ist und bleibt freiwillig, Du musst nicht mitmachen. Niemand wird gezwungen!

  44. @caschy: Themenvorschlag fürs nächste Mal: Impfpflicht gegen Masern?

    Da dürfte es vergleichbar fundierte Kommentare von Personen mit starker Meinung und fehlendem Wissen geben.

  45. Wieso solche Themen immer nur bei uns so hoch getrieben werden ist mir ein Rätsel. Wer sich ausschlachten lassen will, soll eben einen Zettel mit sich herum tragen wo das so vermerkt ist. Alle anderen die keinen Zettel dabei haben wenn sie gerade umgefallen sind werden schlicht nicht ausgenommen. Da ein ständiges Moralthema zu betreiben ist schon irgendwie abartig zumal bei uns ja auch so Diskussionen statt finden wie Abtreibung, ungeborenes Leben bzw. ab wann darf ein Ungeborenes nicht mehr getötet werden. Auf der anderen Seite will man aber Hirntote nun töten um sie vorher noch ausschlachten zu dürfen. Und wer da nicht x-mal vorher NEIN gesagt hat, wird dann automatisch geschlachtet. Ich glaube ich spinne.
    Irgendwie pervers das Ganze. Vielleicht sollten wir einfach mal wieder so leben wie es die Natur vorgesehen hat, und wer glaubt einen Anspruch darauf zu haben das andere seinen Hintern retten müssen, weil derjenige sich einredet die anderen wollten es doch auch so wie er sollte mal zum Arzt aus anderen Gründen.

    • > Wieso solche Themen immer nur bei uns so hoch getrieben werden ist mir ein Rätsel.

      > Wer sich ausschlachten lassen will (…)
      > Alle anderen (…) werden (…) nicht ausgenommen.
      > (…) abartig
      > (…) will man aber Hirntote (…) ausschlachten (…)
      > (…) wird dann automatisch geschlachtet.
      > (…) pervers das Ganze.

      Merkste was?

      Der Ton macht die Musik.

      Eine Diskussion über ethische und moralische Regeln in einer Gesellschaft führt man nicht sinnvoll, wenn man die Gegenseite verbal herabwürdigt.

      • Vielleicht merkst du mal endlich das der Ton allein nicht die Musik macht. Es gehört auch irgendwann mal dazu das Leute wieder ihr Hirn einschalten. Deswegen müssen Dinge eben etwas un-eleganter formuliert werden. Sonst merkt es nie einer mehr.Da hat mein Kommentar mit seinem Ton auch überhaupt kein Problem damit, außer dein Gehörgang vielleicht, der offensichtlich die Dinge anders sieht und nur noch hilflos mit dem angeblichen „Ton“ versucht dagegen zu argumentieren. Merkste was? Wenn einem vor lauter Schwachsinn nichts mehr einfällt, versucht man halt hilflos mit irgendwelchen Scheinargumenten das Thema wieder auf seine Denke umzumanipulieren.
        Ton hin oder her. Schaltet endlich mal wieder euer Hirn ein in unserem Lande. Alles nur noch weich gespülte Weltverbesserer die überhaupt noch nichts dazu beigetragen haben das sich irgend etwas verbessert aber immer pseudo-schlau daher reden wollen und anderen vorschreiben wollen was sie zu tun oder zu lassen haben. Solche habe ich schon lange gefressen weil sie unserem Land mehr schaden als nützen.

  46. ich schrieb gestern schon, dass das in vielen Ländern anders gehandhabt wird, und zwar so, wie es hier nun angedacht ist.

    man kann den Leuten, die hier so massiv schriftlich sich teilweise total daneben benehmen, wünschen, das sie nie im benachbarten Ausland verunglücken.

  47. Ich finde es bräuchte noch eine Antwort-Möglichkeit mehr: Einfacher Widerspruch.
    Denn wenn ich tot bin, kann ich schlecht mit meinen Hinterbliebenen streiten, sollten die auf einmal nicht wollen, das meine Organe gespendet werden.
    Grundsätzlich bin ich stark dafür, dass jeder Organspender ist. Wenn man das aus irgendwelchen Gründen nicht will, kann man ja an offizielle Stelle dagegen schriftlich Widerspruch einlegen. Und dann sollte das aber geregelt sein, ohne Hintertür, die die eigenen Meinung eventuell dann doch noch untergräbt.

  48. „Wenn wir die Gesellschaft über die Organspende aufklären, bekommen wir keine Organe mehr.“

    Prof. Rudolf Pichlmayr, Transplantationsmediziner

  49. Christian says:

    Die Schutzrechte unseres Körpers, die uns in den meisten Staaten zur Verfügung stehen, gelten nicht nur während des Lebens, sondern auch über den Tod hinaus. Alleine deshalb verbietert sich eine „Out-Out“ Lösung vollständig.

    Eine Organspende kann nur ein gezielter, freiwilliger Entschluss dafür sein. Wie verlogen das Ganze ist, zeigt sich schon alleine an dem Vorgang, eine Opt-Out Lösung einzuführen:

    Man setzt darauf, dass 90% der Menschen zu faul oder zu dumm sind, einen Widerspruch zu formulieren und spekuliert so auf steigene Organzahlen.

    Der Weg ist, Organe mittels massiver Investition in Forschung und Gentechnik zu konstruieren. Nicht sie anderen zu entnehmen und dann einen auf Lebenszeit Drogenabhängigen Menschen zu erzeugen (Immunsuppressiva).
    Außerdem empfehle ich, sich mal mit einem Transplantationsmediziner zu unterhalten. Eine Organspende ist kein ruhiger, sauberer und gefühlvoller Akt. Wenn man schon eine Widerspruchslösung einführt, sollte wenigstens jeder wissen, worauf er sich einlässt:

    Die Organe werden einem lebenden Menschen entnommen. Der Patient darf zum Zeitpunkt der Entnahme nicht tot sein. Er ist „Hirntot“ – was eine sehr umstrittende Definition ist.

    • @christian

      > Der Weg ist, Organe mittels massiver Investition in Forschung und Gentechnik zu konstruieren.

      Das ist magisches Denken und löst nicht die Probleme der Kranken heute.

      > Nicht sie anderen zu entnehmen und dann einen auf Lebenszeit Drogenabhängigen Menschen zu erzeugen (Immunsuppressiva).

      Schön das es das Internet gibt. Endlich ein Ort an dem man bei chronisch Kranken noch einmal nachtreten kann.

      > Die Organe werden einem lebenden Menschen entnommen. Der Patient darf zum Zeitpunkt der Entnahme nicht tot sein. Er ist „Hirntot“ – was eine sehr umstrittende Definition ist.

      Das Hirntod-Konzept ist in der Tat sehr umstritten. Komischerweise nur in der Blase der Organspende/Hirntod-Kritiker.
      In der Blase der Schulmedizin hingegen nicht so sehr. Und ohne Schulmedizin hätten wir diese Diskussion überhaupt nicht.

      • Christian says:

        Tut mir leid, ich glaube du hast die Kernaussage meines Kommentars missverstanden. Ich wollte ausdrücken, dass es sich bei einer Organspende nicht um etwas handelt, was man mal eben so unterschreibt. Ich bin selbst Arzt und hab mit den „Alternativmedizinern“ nichts am Hut – es gibt entweder Medizin, die funktioniert, oder welche die es nicht tut. Eine weitere Unterteilung ist nicht sinnvoll.

        Zum Thema magisches Denken: Man hat auch mal gedacht, die Pest kommt von bösen Geistern oder Hepatitis C sei unheilbar. Ich sehe transplantierte Patienten, die ihr ganzes Leben lang auf eine Cocktail aus Medikamenten angewiesen sind. Sie sind vollständig abhängig von der modernen Medizin. Es ist toll, dass so was heute möglich ist, aber nicht Ziel der Medizin.

        Natürlich konstruiert keiner in den nächsten 5 Jahren ein Organ, aber in den nächsten 25 schon. Zwar nicht in Deutschland – medizinische Forschung ist hier scheintot aufgrund einer konservativen Ethik – aber in Südkorea schon eher.

        Es hat also nichts mit Nachtreten zu tun sondern damit, dass man sich aktiv und bewusst für eine Organspende entscheiden muss, da sie mitnichten so einfach ist wir dargestellt: „Sie sind eh tot, macht nix mehr“.

        Ich könnte mir wahrscheinlich selbst eine Spende vorstellen. Aber nicht so, wie die Transplantationsmedizin im Moment läuft. Und wenn als als Opt In, nicht als generelle Schlachthausvariante für die Bundesrepublik.

        • GooglePayFan says:

          Ehrlich gesagt bezweifel ich, dass du Arzt bist.

          Allein die Aussage „es gibt entweder Medizin, die funktioniert, oder welche die es nicht tut“ ist sowas von falsch, das weiß der Medizinstudent nach der Hälfte seines Studiums ja schon besser…

          Wenn du wüsstest, wie kompliziert Zulassungsverfahren sind, dann kämst du niemals auf die Idee sichere Verfügbarkeit von künstlichen Organen in den nächsten 25 Jahren zu prognostizieren.

          Und du meinst also, dass transplantierte Menschen, die ihr Leben lang Medikamente nehmen müssen schlechter dran sind, als die Menschen, die auf ein Organ warten müssen und noch viel mehr Medikamente brauchen, bei viel schlechterer Lebensqualität? Oder bist du einer der Ärzte, die der Meinung sind, dass man unbehandelt tödliche Krankheiten nicht behandeln sollte, weil das gegen „den Willen Gottes“ ist?

          Wenn du wirklich mal bei einer Organentnahme dabei gewesen wärst, dann würdest du übrigens keinen tendenziösen Begriff wie „Schlachthaus“ verwenden.

          • Christian says:

            Ich muss mich nicht für mein Arzt-sein rechtfertigen. Erkläre mir aber bitte, was an der Aussage zur Medizin, die funktioniert, falsch sein soll. Diese Aussage ist 100% korrekt und schließt alle Therapieformen ein, die eine Wirkung beim Menschen entfalten – unabhängig davon, unter welcher Kategorie man sie jetzt einordnet.

            Wenn du meinen Kommentar gelesen hättest, wäre dir auch aufgefallen, dass ich mir über die Zulassungsverfahren im Klaren bin, weshalb ich schrieb, dass diese Errungenschaften nicht in Deutschland verfügbar sein werden, in Ländern mit einer aufgeschlosseneren Forschungsethik jedoch schon.

            Außerdem ist es immer wieder das gleiche: Ich hab A gesagt also wird mir unterstellt, dass ich B total ablehnen. Das ist Unfug! Organspenden sind eine wunderbare Sache und wir können froh sein, dass sie funktionieren. Aber sie sind kein einfaches „mal eben so“, was ich sowohl aus Sicht eines Mediziners als auch aus Sicht eines Angehörigen sagen muss.

            Die Widerspruchslösung ist daher aufs schärfste abzulehnen, da durch sie auch Menschen erfasst werden, die das Problem aus Unwissen, Angst oder Faulheit verdrängen. Darum geht es hier und um nichts anderes. Ich verstehe nicht, warum das dann so hochkocht…

            Ps. Ich habe jetzt alle Kommentare hier gelesen und bin mir sicher, dass wir in Deutschland keinen medizinischen Fortschritt mehr erforschen werden. Die Mentalität passt nicht mehr…

  50. Nur weil man inzwischen Organe verpflanzen kann, bedeutet dies nicht einen Freibrief sich einfach zu nehmen was der Markt so her gibt bzw. was der Staat dem Organspender (eg. Bürger) so aufzwingen möchte. Das nächste mal fällt den Herrschaften was ganz anderes ein, wo man auch erst wieder sprechen muss. Da bietet sich viel an.
    Vor ca. 100 Jahren konnten noch keine Organe entnommen und bei anderen Menschen eingepflanzt werden, außer bei Frankenstein vielleicht.
    Nun kommen paar schlaue Deutsche auf Zeit begrenzte Politiker (wer wird diesen Spahn in 10-20 Jahren noch kennen, oder weiß noch jemand was U. Schmidt so verbockt hat?) oder Geld riechende Ärzte daher und wollen das alles irgendwie verbindlicher wird, also Umsatz fördernd gestaltet wird. Damit der Rubel rollt. Alles angeblich zum Wohle der Person die evtl. gerettet werden könnte, wenn man die andere Person vorher nicht bewusst vollends abmurkst. Von Organen die abgestoßen werden reden wir schon gar nicht mehr. Und der Deutsche Michel lässt sich da wieder einmal mit der Moralkeule von links nach rechts treiben. Mann oh Mann, blöder geht wohl nur noch bei uns, oder??? Ich glaube viele haben sich mit dem Thema überhaupt noch nicht richtig gedanklich auseinander gesetzt. Wer käme sonst so naiv auf die Idee seinen eigenen Tot befürwortend zu unterschreiben. Man kann sich ja gerne für andere opfern. Ist ja schön und edel, aber nicht per staatlicher Zwangsverordnung, oder?

    • Jetzt hast du dich schön abreagiert, und jetzt isses wieder gut. Das Thema ist jetzt auf der zweiten Seite gelandet und interessiert keinen mehr. Tschüss.

  51. ich habe seit vielen Jahren einen Organspendeausweis und bin der Meinung, dass jeder einen haben sollte, ABER wenn die Widerspruchlösung kommt werde ich diesen vernichten und einer Organspende widersprechen. Es halte es mit Menschenrechten nicht für vereinbar, eine Zwangregelung daraus zu machen.

    • Christian says:

      Genau so mache ich das auch. Die Widerspruchslösung nutzt nur die Faulheit und Dummheit der Leute aus: Wer sich nicht kümmert, evtl. sogar weil er es gar nicht weiß, ist automatisch Spender. Es tut mir leid um die, die sehnlichst auf ein Organ warten, aber das ist nicht der Weg.

      Das kommt eh nicht durchs Verfassungsgericht und das wissen eigentlich auch alle.

    • Wo bitte ist die Zwangsregelung, wenn du widersprechen kannst? Typischer Idioten-Kommentar. Übersetzt heißt das: „Ihr habt mir ans bein gepisst und zur Strafe lasse ich jetzt Menschen sterben, einfach weil ich jetzt schmolle.“

      • Der Zwang besteht darin eine Entscheidung zu treffen oder der Staat entnimmt einem beim Hirntot die Organe, ob man das je wollte oder auch nicht. Zu solch einer Entscheidung zu zwingen, oder potenziell ungewollte Wirkungen erleiden zu müssen bei einem solchen Thema ist in meiner Ansicht schon ein Zwang.

        • GooglePayFan says:

          Nochmal:
          Wenn der Fall eintritt, dass eine Organspende im Raum steht, *dann wird so oder so eine Entscheidung nötig*, egal ob mal will oder nicht. Das einzige, was man dadurch bezweckt ist, dass sich die Angehörigen zusätzlich zu der Trauer noch damit beschäftigen müssen. Sich nicht zu entscheiden ist in jedem Fall das schlechteste was man machen kann.

          Und für die Leute, denen es wirklich völlig egal ist, so egal, dass sie sich nicht mal für ja oder nein entscheiden, für die ändert sich doch jetzt auch nichts weiter. Nur dass bei der Widerspruchslösung nicht mehr die Angehörigen belastet werden.

  52. Andreas_Va says:

    Ich bin ein Gegner des neuen Systems.

    Ich trage einen Organ(NICHT)Spender-Ausweis bei mir, in dem ein klares NEIN angekreuzt ist.

    Zukünftig werde ich ein Schriftstück bei mir mitführen, in dem ich ausdrücklich in deutscher und englischer Sprache mitteile, dass ich KEIN Organspender bin.
    Zusätzlich gebe ich meiner Frau ein weiteres Schriftstück, in dem ich genau das gleiche mitteile.
    Meine Frau vertritt die gleiche Weltanschauung, wie ich selbst.

    Ich bin als ein ganzheitlicher Mensch geboren worden, und so möchte ich auch aus diesem Leben gehen. Ich betrachte meinen Körper als mein alleiniges Eigentum. Umgekehrt möchte ich im Bedarfsfall auch kein fremdes Organ erhalten.

    Meine Einstellung ist ein Teil meiner spirituellen Weltanschauung. Ich erwarte, dass diese Respektiert wird!

  53. Ich vertraue zwar dem ganzen System nicht und würde widersprechen, bin aber trotzdem dafür. Der Grund ist einfach: Es gibt bei jedem Thema eine Mehrheit, denen das ganze völlig egal ist. Das sind Leute, die sich nie die Mühe machen würden, einen Organspendeausweis auszufüllen, obwohl sie prinzipiell dazu bereit wären. Diese Leute wären dann Spender. Für alle anderen ändert sich nichts, denn wen es interessiert, der wird sich schon deutlich positionieren.

    Das ist nicht anders, wie bei den Datenschutzeinstellungen von Windows: Wer nicht verfolgt werden will, der kann all das abschalten. Trotzdem bleibt eine Mehrheit, die es eingeschaltet haben. Höchstes 20% tun das bewusst, allen anderen ist es sowas von egal, dass sie nie einen Blick auf die Einstellungen geworfen haben. Alle sind glücklich. Microsoft bekommt genug Daten, schützen kann ich mich trotzdem.

  54. Andreas K. says:

    Wie Olaf schon schrieb habe auch ich einen Organspenderausweis. Und das schon seit mehr als zwanzig Jahren. ABER wenn die Wiederspruchslösung kommt, werde ich wiedersprechen. Nur weil der Spahn seine Profilierungssucht befriedigen will, sollen alle Menschen gezwungen werden, sich mit der Organspende auseinander zu setzen. Viele Menschen wollen sich aber gar nicht bewusst damit befassen. Jetzt jeden zu zwingen halte ich für völlig falsch. Zudem sollten einmal die Zahlen veröffentlicht werden, wie viele Menschen sterben bei denen eine mögliche Organspende überhaupt nicht abgefragt wird, weil dem Krankenhaus die Möglichkeit fehlt. Entweder weil Ihnen die Ärzte dazu fehlen oder Ihnen der Aufwand zu groß ist.
    Das Geld was Spahn mit seinen Anschreiben ausgeben will, sollte er lieber in die Entsprechenden Ausrüstungen der Kliniken geben.

    • Das ist doch das Schöne daran: Wer sich damit befassen will, dem wird die Entscheidung zugunsten der Allgemeinheit abgenommen. Jeder, der gegen diese Regelung ist, zeigt damit, dass ihm das Schicksal seiner Mitmenschen gleichgültig ist. Gezwungen wird niemand zu irgendetwas, denn wer sich nicht kümmert, dem ist es ja egal, und alles bleibt gut.

      Der Rest von deinem Kommentar ist Blödsinn, denn bislang gibt es keine Kartei, die man abfragen könnte und für die es irgendwelche Möglichkeiten braucht. Entweder findet der Rettungsdienst die Karte bei dir, oder deine Eltern und Kinder werden GEZWUNGEN, diese Entscheidung für dich zu treffen. So ist der Status quo.

  55. Oh diese Diskussionen. Mann darf nicht vergessen, dass zwischen 2 Persönlichkeiten entschieden wird. Beide sind schwer kranke und stehen dem Tod nahe. Immer werden Nichtspender kritisiert. Das finde ich echt blöd. Die Empfänger dürfen aber erwarten und werden bedauert. Da liegt etwas völlig falsch. Als Mitarbeiter im Rettungsdienst weiß ich sehr genau, dass wir nicht(!) nach einem Organspendeausweis suchen, und danach die Behandlung koordinieren. Jeder hat das Recht auf sein Leben – Spender und Empfänger. Widerspruchslösung ist Vormundschaft! Ich selbst habe keinen Organspendeausweis, habe aber in meiner Patietenverfügung alles geregelt – u.a. Schmerzlinderung und Narkose bei der Entnahme.

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