Uber soll in Berlin zum Schutz des Taxigewerbes verboten werden

Uber hat es in Deutschland aktuell nicht einfach. In mehreren Städten soll Uber verboten werden, wobei es sich hier um UberPOP handeln sollte, der Vermittlungsservice für Privatchauffeure. In Berlin hat das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten Uber eine Untersagungsverfügung zugestellt. 25.000 Euro Strafe drohen Uber für jeden vermittelten Auftrag, allerdings ist die Verfügung noch nicht bestandskräftig. Stein des Anstoßes ist wieder einmal das Taxigewerbe und der fehlende Versicherungsschutz der privaten Fahrer (der laut Uber allerdings gegeben ist).

Uber wird gegen diese Verfügung Widerspruch einlegen. Fabien Nestmann, Sprecher von Uber in Deutschland sagt dazu folgendes: „Die Entscheidung der Berliner Behörden ist alles andere als fortschrittlich. Sie beschneidet die Wahlmöglichkeit der Konsumenten.“

Auch der Berliner Senat hat eine Meinung zu dem Thema, die sich sehr mit der Meinung der Taxiunternehmen deckt. Es geht um den Schutz des Fahrgastes, nicht überprüfte Fahrer und den fehlenden Versicherungsschutz der Fahrgäste und der Fahrer. Außerdem müsse das Taxigewerbe geschützt werden.

Von anderen Städten, auch in anderen Ländern, wissen wir, dass Uber nicht allzu viel darauf gibt, wenn Verbote für den Dienst ausgesprochen werden. Interessant ist auch, dass die Beschwerden über den Dienst hauptsächlich von der Konkurrenz kommen. Man hört ganz selten einmal, dass sich Nutzer von Uber über den Dienst beschweren, also scheint dieser zumindest aus Kundensicht doch einiges richtig zu machen.

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Sascha Ostermaier

*Mitglied der Redaktion 2013 bis 2019* Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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40 Kommentare

  1. Uber scheint einiges richtig zu machen, dennoch grenzt es an Anarchie. Wenn wir das wollen, was Uber macht, brauchen wir keine Gewerbeordnung mehr. Arbeitnehmerrechte schon gar nicht, schaffen wir gleich am besten aller Gesetze ab. Jeder malt sich ein Schild, wo drauf steht was er kann, und was er dafür haben will, fertig ist die Laube und wir haben Vollbeschäftigung. Aber niemand sollte dann noch an Qualitätssicherung oder Gewährleistungsansprüche denken, das gibt es dann natürlich auch nicht mehr.

  2. Herrlich wie in Deutschland jeglicher Fortschritt und Innovation zerstört wird…
    Man kann darauf warten das Elektroautos verboten werden weil dann die arme Mineralölindustrie nix mehr verdient

  3. @Joachim: Im Berliner Taxigewerbe von „Qualitätssicherung“ zu sprechen ist lustig. Auch wenn Du sonst Recht hast.

  4. Hm meiner Meinung nach eine sehr schwierige Angelegenheit – ohne die genauen Details zu kennen. Allgemein stimme ich wohl @Joachim zu. Ich wohne auch in Berlin und fahre mehrmals die Woche Taxi und ich teile die Bedenken. Das sind alles Dinge, die in ihren Folgen noch nicht akkuat abgeschätzt werden können.
    Wir werden wohl sehen, wie sich das auf die Dauer entwickelt.

    Vor ein paar Tagen habe ich MyTaxi das erste Mal ausprobiert und finde die Möglichkeit den Fahrer zu bewerten sehr interessant. Es gibt viele schwarze Schafe, die sehr lange Routen zum Ziel nehmen. Das müsste man irgendwie unterbinden.
    Im Schnitt kostet mich eine Fahrt ins Büro ohne Trinkgeld 14 EUR, ich hatte schon Fahrten – ohne nennenswertes Verkehrsaufkommen – die mich 17 gekostet haben.

  5. Ich bin gespannt, ob das Bundeskartellamt dazu was sagen wird.

  6. Wer fährt noch Taxi? Ernsthaft, der Fahrer spricht in 95% der Fälle wenn überhaupt gebrochen deutsch und die Preise sind absolut schweinisch. Ich zahle hier (wenn ich ein „normales Taxi“ nehme für 12 Kilometer 23 Euro… 23 Euro.. hallo!?

  7. @Joachim
    In den meisten anderen Ländern gibt es in diesem Bereich wesentlich weniger Regulierung als bei uns, und dort herrscht keine Anarchie, sondern es wird den Leuten ermöglicht, Geld zu verdienen bzw. Ideen zu verwirklichen.
    Wer z.B. in den USA Brötchen backen und verkaufen will macht das einfach. Dazu muss man nicht erst eine Bäckermeisterausbildung machen, der Bäckerinnung beitreten etc.pp. Wenn die Brötchen nix sind, kauft sie eben keiner, und man muss seinen Laden wieder zumachen.
    Dieser ganze Kram bei uns wie IHK/Handwerkerschaft/Meisterzwang etc. stammt noch aus dem Mittelalter und hat jahrzehntelang die gewerbliche Entwicklungin unserem Land behindert. Dazu kommen heute auch noch die ganzen EU-Vorschriften. Dadurch wurden und werden Kleinbetriebe vernichtet, weil nur noch Großbetriebe diesen ganzen Bürokratiewahnsinn erledigen können (und die Lobbyisten bezahlen…)
    Auch für den Verbraucher hat das zuerst mal nur Nachteile.
    Und welche Qualitätssicherung meinst du? Handwerkerpfusch am Bau, unfreundliche Taxifahrer, Abzocker-Schlüsseldienste, Bäcker die nur noch mit Fertigchemie arbeiten?!?
    „Konkurrenz belebt das Geschäft“ hieß es mal – heute sorgt die Industrie-Lobby dafür, dass eben diese Kleingewerbe-Konkurrenz verschwindet!

  8. Ach, Verbieten ist doch lahm – lass einfach ein paar Steuerfahnder UberPOP intensiv nutzen und dann einen kleinen Datenabgleich machen, dann wird sich die Begeisterung der Fahrer wohl etwas legen..

  9. Das Taxi-Monopol ist so was von gestern. Die Taxibranche muss verstehen, dass sie sich den Wettbewerbern auf dem Markt stellen sollte, indem sie Service verbessern und Preise senken.

    Wenn sich Protektionismus in der Vergangenheit immer durchgesetzt hätte, würden wir wahrscheinlich noch immer in Pferdekutschen herumfahren, unsere Wohnungen würden von Kerzen erleuchtet und Mönche würden für uns noch mit Hand jedes einzige Buch schreiben. Und Apple würde immer noch Verkaufsverbote für Smartphones mit runden Ecken fordern. 😉

  10. Ich fände es gut, wenn Uber verboten wird. Ein Unternehmen, dass sich über bestehende Gesetze eines Landes ohne mit der Wimper zu zucken hinwegsetzt, hat es nicht anders verdient.

  11. Sehr gut. Kann ja nicht sein das man schon wieder ein US-Unternehmen eine Monopolstellung einnehmen lässt.
    Jetzt wird es Zeit für deutsche/europäische App-Alternativen.

  12. @Lux: ok, aber warum soll dann der Taxi-Fahrer für einen Lizenz bezahlen, ein Gesundheitsprüfung machen, jährlich zum TÜV, und der Uber-Fahrer nicht. Dann müssen wir das alles abschaffen – oder versteht die Taxi-Branche nur nicht, dass sie diese Auflagen sportlich nehmen soll, wegen Wettbewerb und so?

  13. Ich find das reichlich komplex. Auf der einen Seite hab ich nichts gegen den (technischen) Fortschritt, auf der anderen bringt er aber auch immer mehr Probleme für unsere Gesellschaft, für die noch keiner einer Lösung hat, wir aber dringend eine brauchen.

    Taxi fahren ist, neben kellnern und putzen, einer der wenigen verbleibenden Jobs, die auch Menschen ohne/mit geringer Ausbildung ausüben können. Wollen wir wirklich, dass diese Leute, die zu nichts/wenig anderem qualifiziert sind, wirklich auch noch ihren Job verlieren und dann logischerweise der Allgemeinheit auf der Tasche liegen, nur damit sich Hinz&Kunz, die es eigentlich gar nicht nötig haben, nochmal einen 10er extra am Tag verdienen?

    Was machen wir in ~10 Jahren, wenn die Taxen dank Google&Co autonom rumfahren? Wo sollen die Leute unterkommen?

    Meine Putzfrau hat z.B. letztens ihren Job verloren, weil ihr Chef von ~100 Menschen auf ~25 reduziert hat und der Rest jetzt von Robotern übernommen wird. (Ich kenn die Dame seit Jahren und hab sie jetzt direkt privat angestellt).

    Fakt ist, es gibt immer weniger Arbeit, die nur von Menschen gemacht werden kann/soll. Selbst wenn alle Leute dafür qualifiziert wären, wären das zu wenig Jobs. Ausbildungs- und Chancengleichheit exisitert nicht, das ist Neocon-Geblubber um die Leute ruhig zu halten. Man wird sich entscheiden müssen: Ist die Geburt als Mensch ausreichende Qualifikation, dass man im Zweifel vom Rest der Gemeinschaft durchgefüttert wird oder haben diese Menschen auf Grund ihres Hintergrundes einfach „pech gehabt“ – dann darf man sich aber nicht beschweren, wenn’s hier bald aussieht wie z.B. in Brasilien.

  14. Nicht einfach auf Taxis schimpfen sondern auch mal nachdenken. In Deutschland kann man fast überall das entlegenste Kaff noch per Taxi mitten in der Nacht erreichen und das ohne das zehnfache zu zahlen.
    Auch Kranke und Alte oder diejenigen die zu Stoßzeiten fahren, zahlen nicht mehr.

    Uber würde dies ändern. Hilfe? Vergiss es! Angemessene Preise zu Stoßzeiten? Vergiss es! Fahrten Nachts, in entlegene Gebiete? Vielleicht!

    Es ist nicht alles schwarz/weiß. Uber kann auch nur so günstig sein weil die Fahrer abgezockt werden und Uber keinerlei Verpflichtungen hat.

  15. @Joachim

    Ok, jetzt steig wieder in’s Taxi und fahr weiter.

    Aber im Ernst, was Uber macht funktioniert überregional mit Mitfahrzentrale, Mitfahrgelegenheit etc seit Jahren. Mit solchen Diensten bin ich sicher 50 mal ohne quer durch Deutschland gefahren.

    Es sitzen immer irgendwo irgendwelche Lobbyisten rum, die mit aller Macht ihre veralteten Geschäftsmodelle sichern wollen. Vorschriften sind gut, die sichern Personen und Werte ab. Aber die Konkurrenz zu verbieten ist der falsche Weg.

  16. @Milan: Selbst Taxifahrer? 😉

    Ansers kann ich mir nicht erklären wie man Taxi fahren mit angemessenen Preisen und jederzeitiger Verfügbarkeit und Fahrbereitschaft im gleichen Satz nennen kann.

    Und dass in der Taxibranche auch in großem Stil sowohl Fahrer als auch Fahrgäste abgezockt werden und die Preise trotzdem astronomisch sind, ist auch längst kein Geheimnis mehr.

  17. @Michele Elia,
    du solltest trotz allem nicht pauschalisieren.

    Ich/wir sind letztens Nachts um 0430 von uns (kleines Kaff) zum Bahnhof in FFM gefahren, ca. 30km – das waren pauschal 40€. Für die Uhrzeit+Strecke, sowie Hilfe beim ein-/ausladen des Gepäcks, Sprit, Versicherung, etc. fand ich das durchaus fair, zumal es nicht mal eine Alternative gab, da die Bahn hier um die Uhrzeit noch nicht fährt.

  18. @Mike
    „Pauschal“, heißt fast immer, dass sowohl die Taxi-Zentrale (sofern vorhanden), als auch das Finanzamt und das Sozialsystem nichts von der Fahrt erfahren und dementsprechend beschissen werden.

  19. @ChackZz,
    kann sein, steht hier zumindest aussen „dick“ am Gebäude dran, insofern ginge ich mal von aus, dass das OK ist, wäre irgendeinem Steuerprüfer o.ä. sonst ja wohl aufgefallen(ist seit mehreren Jahren so).

  20. Karsten_Saxony says:

    @ChakZz
    Das „kleine Kaff“, auf das sich Mike bezieht, könnte doch außerhalb des Pflichtfahrbereiches liegen, wenn das Taxi aus FFM kam. Oder andersrum – Taxifirma vom Kaff fährt nach FFM.
    Es gilt die Regel:
    Freie Preisvereinbarung zwischen Kunde und Taxiunternehmen ist bei allen Fahrten möglich, bei denen das Fahrziel außerhalb des Pflichtfahrbereiches liegt.

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