Twitter: mehr Barrierefreiheit bei geposteten Bildern

artikel_twitterWas man viel zu oft vergisst: nicht jeder Mensch ist gleich. Das Netz lässt dies noch einfacher vergessen, keiner weiß, was beim anderen hinterm Monitor los ist. Menschen mit Behinderungen nutzen das Netz genauso, nein, nicht genauso, aber mit Hilfsmitteln. Zum Beispiel gibt es für Menschen mit Sehbhinderungen nicht nur Braille-Displays, sondern auch eine viel günstigere und unkompliziertere Lösung: Voice Over. Eine Stimme erzählt, was auf dem Display los ist, die Systeme sind hier mittlerweile ziemlich weit. Was Voice Over-Systeme aber nicht können, ist den Inhalt eines Bildes erklären.

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Dafür gibt es aber ebenfalls ein Gegenmittel, der sogenannte Alternativ-Text kann per HTML-Code angezeigten Bildern beigefügt werden. Dies wird künftig auch bei Twitter möglich sein, sodass Nutzer von Voice Over- oder Braille-Systemen die Bildbeschreibung „betrachten“ können. Twitter möchte so sicherstellen, dass so viele Nutzer wie nur möglich auf alle Inhalte zugreifen können. Aus diesem Grund wird die Funktion auch für Clients von Drittanbietern verfügbar sein. Über die REST API und Twitter Cards.

Um Beschreibungen zu den Bildern hinzufügen zu können, muss man diese Funktion in den Twitter-Einstellungen aktivieren. Einmal aktiv, kann man jedes Bild vor dem Upload mit einem Alternativ-text versehen, der dann wiederum entsprechend ausgelesen werden kann. Erfordert natürlich ein gewisses Engagement auf der Seite des Postenden, kann dann aber auch von mehr Nutzern verstanden werden. Etwas kurios dabei: Die Bildbeschreibungen dürfen 420 Zeichen lang sein, also die dreifache Länge eines Tweets.

Ich weiß, dass wir hier Leser haben, die auf solche Hilfen setzen. Wie ist es bei Euch, sind die fehlenden Alternativ-Texte im Netz ein sehr großes Hindernis oder ist das eher bei Bild intensiven Publikationen relevant. Leider – oder zum Glück – kann man sich als nicht Betroffener so etwas immer schwer vorstellen.

Twitter hat übrigens auch gleich noch Client-Empfehlungen für sehbehinderte Menschen: Chicken Nugget, EasyChirp, TheQube. Vielleicht hilft es einem ja weiter.

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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4 Kommentare

  1. Wow, bin gerade begeistert von Twitter. Gutes Tool zur Barrierefreiheit.

  2. Wenn sie barrierefrei sein wollen müssten sie das Zeichenlimit erhöhen. Viele verwenden doch erst Bilder weil das 140 Zeichen Limit, aus Zeiten der SMS, zu einschränkend ist. Obige Lösung wird bestimmt nicht dazu führen dass die meisten Bilder mit einem Text versehen sein werden. Trends wie OneShot (iOS) / Xcerpt (Android), die erst durch das Limit entstehen, sind für die Barrierefreiheit ein Graus.

  3. Eugen der fummler says:

    So ein Quatsch!
    Bei Facebook gibt es auch kein Limit und die Leute posten auch nur Bilder ohne Bildbeschreibung
    Für mich als blinder ist eine Bildbeschreibung schon sehr hilfreich.
    Der WDR ist auf seiner Webseite sehr vorbildlich da werden alle Bilder mit unter Titel beschrieben

  4. »Ich weiß, dass wir hier Leser haben, die auf solche Hilfen setzen.«

    Und dennoch nutzt du in deinem Beitrag für das Bild der beiden iPhones, in denen die Funktion erklärt wird das alt-Attribut »twitter_alttext«. Warum? Niemand erwartet hier einen Roman, auch weiß ich, dass eure Zeit knapp ist. Aber ein kurzes »Bild von zwei iPhones, welches die Funktion erklärt« wäre doch möglich. Alternativ auch kürzer »Erklärung der Funktion mit zwei iPhones«.

    Soll kein Angriff sein, ich frage mich nur warum du das nicht berücksichtigst, wenn du weißt, dass ihr sehbehinderte Leser habt.

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