Twitter Birdwatch: Tweets sollen durch die Community einem Faktencheck unterzogen werden können

Well a don’t you know about the bird? Das soziale Netzwerk rund um den blauen Vogel lässt laut TechCrunch nach langer Zeit mal wieder etwas von seinen Ambitionen verlauten, einen Community-getriebenen Faktencheck für veröffentlichte Tweets einführen zu wollen. Birdwatch nennt sich das, eine entsprechende Seite hierzu ist nun auch veröffentlicht worden, zudem erklärt Twitters Vize Keith Coleman die Idee und Funktionsweise von Birdwatch in einem zusätzlichen Beitrag.

Es handelt sich hierbei um eine (bisher noch in der Testphase befindliche) Community, für die sich Twitter-Nutzer anmelden können, um dort Tweets einem umfangreichen Faktencheck zu unterziehen. So werden von jedem Nutzer Tweets vorgeschlagen, die geprüft werden sollten und jeder kann seinen Senf dazu abgeben und sogar Notizen mit seinen Ansichten zum Inhalt hinterlassen. Das Ganze könnte dann – je nach Feedback aus der Testphase – später sogar offiziell auf Twitter für jeden Nutzer dort zu lesen sein. Man will durch das gemeinsame Hinterfragen von Tweets dazu beitragen, dass Fake-Inhalte und andere falsche Informationen tunlichst von der Plattform fernbleiben. Hierzu würden auch Algorithmen eingesetzt, die nach auffälligen Tweets suchen und diese melden.

Bisher handelt es sich hier noch um einen etwas größer angelegten Test, der aktuell auch nur von US-Nutzern wahrgenommen werden kann. Auch ist derzeit noch nicht ganz klar, wie man bei Twitter verhindern will, dass das System unterwandert wird und am Ende aus Faktencheckern doch wieder Fake-News-Befürworter werden. Sicher ist zumindest, dass mit Birdwatch die Diskussionen um einzelne Tweets von der Plattform ausgelagert werden könnten. Wann Birdwatch auch für weitere Regionen zur Verfügung stehen wird und ob das Feature am Ende überhaupt offiziell an den Start geht, muss erst einmal abgewartet werden.

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Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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6 Kommentare

  1. In aller Regel bin ich froh, nicht auf Twitter aktiv zu sein, sobald ich etwas über Twitter lese.

    Diese Idee da kann doch nur schief gehen. .. ich kann mir zumindest keine schlechtere Plattform vorstellen um Fakten zu checken. Ich bin mir nicht mal sicher ob besonders viele dort wissen, was ein Fakt ist. 😀

    • Na ja, grob geschätzt dürfte der Anteil auf Twitter immer noch höher als bei Facebook sein.

      Aber wenn ich mir anschaue, wie strategisch heute schon Shitstorms orchestriert werden, kann ich mir kaum vorstellen, wie man die Neutralität von Birdwatch mittelfristig auch nur ansatzweise sicherstellen könnte. Eher entwickelt sich das zu einem „Schatten-Twitter“ mit den gleichen nutzlosen Streitereien um die „Wahrheit“ wie heute auch.

      Was steckt hinter der Idee? Wird die Armee der Tweetprüfer zu teuer, muss man es deshalb an die Community zurückgeben?

  2. Wird das nicht wieder wie bei der (insb. deutschen) Wikipedia ablaufen?

    Es baut sich eine Hierarchie auf, aus der „Unliebsame“ marginalisiert/rausgeworfen werden.
    Das mag heute wünschenswert wirken (Mittel aus der Mrd.€ für dem „Kampf gegen Rechts“ werden dafür sorgen, dass ‚NG’Os entsprechende Aktivisten finanzieren können).
    Sobald sich die Machtverhältnisse (ob politisch oder innerhalb Twitters) aber ändern hat der politische Gegner ein wirksames Instrument in der Hand.

  3. Schon der erste Satz im verlinkten Blog ist zum kaputt lachen. „People come to Twitter to stay informed.“ Aber vielleicht wird so weniger gelöscht/zensiert, was den Snowflakes und „Aktivisten“ nicht passt.

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