The Privacy Pledge: Threema, Proton, Brave, Tor Project und mehr kooperieren

Threema erklärt in einem neuen Blog-Post, dass man mit mehreren Partnern die Initiative „The Privacy Pledge“ gegründet habe. Neben Threema sind auch noch Proton, Brave und das Tor Project mit an Bord. Man wolle dabei gemeinsam Alternativen zu den Vorgehensweisen der Big-Tech-Konzerne aufzeigen, welche den Nutzer zum Produkt machen, dessen Daten ausgeweidet und an den Meistbietenden versteigert werden.

So würden die Unternehmen, welche man nicht namentlich benennt, versuchen, ihr eigentliches Geschäftsmodell nicht an die große Glocke zu hängen. Bewusst würden Einzelheiten zur Erhebung und dem Umgang mit Daten, die freimütig mit dritten Parteien geteilt würden, versprengt und überkompliziert dargestellt. Einige der kritikwürdigen Anbieter würden sogar so weit gehen und sich selbst als datenschutzfreundlich präsentieren, obwohl die Realität eine völlig andere sei.

Einigen Nutzern sei bewusst, dass da im Hintergrund allerlei brodele, sie nehmen es aber als notwendiges Übel hin. Da wollen Threema, Proton, Brave, und das Tor Project sowie einige weitere Dienstleister gemeinsam beweisen, dass es anders gehen kann. Doch wie will man das erreichen? Nun, mit eben The Privacy Pledge, einem Versprechen, dem sich die Teilnehmer des Projekts verpflichten.

Auf der offiziellen Website beschreibt man das Ganze etwas genauer. Im Wesentlichen will man sich für 5 Prinzipien starkmachen (Übersetzung aus dem Englischen frei von mir):

  1. Das Internet sollte den Menschen dienen. Daher erhält es die Menschenrechte, ist für jeden frei zugänglich – mit freiem Informationsfluss. Unternehmen sollten immer die Kundenbedürfnisse an die erste Stelle setzen.
  2. Organisationen sollten nur die Daten sammeln, die sie wirklich für ihre Dienste benötigen. Sie sollten die Zustimmung der Nutzer einholen und eindeutig erklären, welche Daten gesammelt werden, was mit den Daten passiert, wie und für wie lange sie gespeichert werden und wie man sie löschen lassen kann.
  3. Die Nutzerdaten sollen bei der Übertragung und Speicherung sicher verschlüsselt werden.
  4. Online-Organisationen sollen zu ihrer Identität und Software Transparenz bewahren. Das Management soll klar ausgewiesen werden, wo das Unternehmen sitzt und welche nationale Gesetzeslage gilt. Ihre Software sollte Open-Source sein, so weit dies möglich ist und für unabhängige Audits durch die Security-Community offen sein.
  5. Web-Dienste sollten interoperabel sein, so weit dies nicht das unnötige Sammeln von Daten benötigt oder der Sicherheit schadet. Dies verhindert „Walled Gardens“ und sorgt für einen offenen Wettbewerb, der Innovation ermöglicht.

Klingt letzten Endes alles sehr erstrebenswert. Man darf gespannt sein, ob man mit The Privacy Pledge noch breitere Unterstützung findet, oder das Ganze am Ende doch in einer Nische versumpft, die nur von Tech-Enthusiasten wahrgenommen wird.

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Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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24 Kommentare

  1. Selten so viel heisse Luft und “Verkennung der Situation” auf einen Haufen gesehen:

    Zu 1.: Total sinnentleertes Blabla, gutmenschlich angehaucht.

    Zu 2.: Dann wird Google (zurecht) behaupten, dass die Datensammelei für die Qualität der Dienst unerlässlich ist.

    Zu 3.: Das geschieht bei den grossen Playern doch schon seit Jahren.

    Zu 4.: Siehe oben unter 3.

    Zu 5.: Sauer, weil sie gegen Apple im Allgemeinen und iMessage im Speziellen keine Chance haben?

  2. Threema hat kürzlich in der FAZ über 11 Mio. aktive User verkündet!

    Da kann man nicht sagen das es sich um eine „Nische“ handelt…

    • Schön das es genug Menschen gibt, die Wert auf solche Dienste legen und auch bereit sind dafür zu bezahlen, anstatt mit ihren persönlichen Daten. Bei den aktuellen Depatten zu Vorratsdatenspeicherung oder sonst irgendwelchen undemokratischen Forderungen nach Überwachung oder Eingriff in Kommunikationsdienste ist das wichtiger den je.

    • Und jetzt bitte ins Verhältnis setzen zu WhatsApp, Telegram, Signal, WeChat, QQ, etc. und Zack: Threema ist eine Nische. Selbst Signal, was auch schon ein Nischen Messenger ist, hat mehr als doppelt so viele (40 Mio) aktive Nutzer.

      Ich will damit ausdrücklich *nicht* sagen, dass die anderen Dienste besser sind! Trotzdem haben die meisten von denen ein Vielfaches an Nutzern (QQ knapp 600 Mio.). Ich würde schätzen, dass Threema vielleicht 1 Prozent am Gesamtmarkt ausmacht. Dann könnte man auch sagen, dass Chrome OS am OS Markt 2022 keine Nische ist. Einfach ne Zahl ohne Referenzwerte in den Raum zu werfen sagt aber nun Mal nichts darüber aus ob es eine Nische ist oder nicht.

    • 11 Millionen ist nicht wirklich viel in der heutigen Zeit. Bin gespannt, wann die zu einem Abomodell wechseln, denn damit können die ihre Serverkosten, Angestellte (Schweiz!) nicht dauerhaft bezahlen. Stell dir nur mal vor 10% der Nutzer würden sich 10x am Tag neu registrieren. Nur die SMS Kosten würde die in die Knie zwingen und der Dienst müsste schliessen.

      Threema ist davon abgesehen nur in DE und CH bekannt, in anderen Ländern kennt diesen kleinen Dienst niemand. Hat ja nun auch wirklich was interessantes.

      • Threema hat bereits ein Abomodel für Geschäftskunden und verdient damit 30-40 Mio. Franken im Jahr!

        Die Firma ist also sehr solide selbst-finanziert!

  3. Siehe dazu aktuelle Äußerungen der Innenministerin Faeser, unverständlich wie jemand in so einer Position solch rechtswidrigen Ansätze verfolgt zur Massenüberwachung der Bürger. Verständnis über unsere demokratischen Grundsätze nicht vorhanden. Schade

  4. Bei Brave habe ich immer das Gefühl das da noch irgendwann das große Hallo kommt. Der Laden ist mir sowas von suspekt.

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