Testbericht: Bose Soundlink Around Ear 2

IMG_4330Auf der IFA 2015 wurden sie vorgestellt und ich hatte die Möglichkeit, sie kurz danach direkt zu testen: die Kopfhörer Bose SoundLink Around Ear 2. Das kam mir ganz entgegen, handelt es sich bei den Bose SoundLink Around Ear 2 doch um Over Ear-Kopfhörer. Steinigt mich bitte nicht, aber ihr werdet hier sicherlich kaum Positives von mir über On-Ear oder In-Ear finden, ich habe bei fast allen Modellen da so meine Probleme. Sowohl In- als auch On-Ear bereiten mir Schmerzen, wenn ich sie etwas länger nutze. Und ja, Kopfhörer nutze ich tatsächlich nur, wenn ich sie längerfristig benutze, beispielsweise auf Reisen oder zuhause, wenn ich mal konzentriert bei Soundtracks oder lauter Musik arbeiten will (ja, das geht wirklich!).

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Als jemand, der sein Arbeitszimmer im Haus hat, wo auch noch Frau und der kleine Sohnemann rumturnen, bin ich da des Öfteren auf den Kopfhörer angewiesen. Ich kann halt besser mit lauter Musik umgehen konzentrationstechnisch als mit den üblichen Geräuschen eines belebten Hauses und einem kleinen Jungen, den ich niemals sein Toben uns seine Lautstärke verbieten wollen würde.

Vorab sei erwähnt – und das ist einfach meine Meinung: ich halte die Preise für einen großen Teil der auf dem Markt befindlichen Kopfhörer absurd hoch. Es gibt nur ausgesprochen wenig Consumer-Modelle, die Preise für über 250 Euro rechtfertigen. Audiophile werden da sicherlich ihre Geheimtipps haben und Musiker kaufen sich sicherlich auch nicht gerade Kopfhörer XXX bei Rudis Resterampe.

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„Früher“ kaufte man sich einen teuren Kopfhörer, der hielt dann aber sicherlich auch viele, viele Jahre. Bei den heutigen Geräten mit Bluetooth-Technologie und fest verbautem Akku sehe ich einfach nicht Zukunftssicherheit, gerade, was den Akku angeht. Doch dies ist – wie eben erwähnt – nur meine Meinung.

In der Verpackung

Kommen wir zum Bose Soundlink Around-Ear 2. Bose liefert den Kopfhörer, der derzeit noch um 250 Euro kostet (weisses Modell bei Amazon, der dunkle nicht nachvollziehbar 280 Euro), mit einem Case aus, des Weiteren befindet sich ein USB-Kabel zum Aufladen, ein Audiokabel nebst einigen Dokumenten in der Verpackung.

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Einschalten

Inbetriebnahme des Bose Soundlink Around-Ear 2. Die Einrichtung ist schnell erledigt, via Bluetooth kann der Kopfhörer mit zwei Geräten verbunden werden, wobei logischerweise nur ein Gerät abspielen kann. Android-Nutzer können – sofern ihr Smartphone ein Modul hat – NFC zur Kopplung nutzen. Koppelt man den Kopfhörer, so wird man via Sprache informiert, mit welchen Geräten der Kopfhörer verbunden ist.

Besonderheiten: Automatisches Umschalten bei Anrufen. Ist beispielsweise der Kopfhörer zum Schauen von Videos mit dem iPad verbunden, aber auch mit dem iPhone gekoppelt, dann wird der Film pausiert, zum iPhone gewechselt und nach Beendigung des Telefonates ist man wieder hörtechnisch im Film. Bose verbaut für Telefonierer noch ein Mikrofonsystem mit HD-Voice und Adaptive Audio Adjustment im Soundlink Around-Ear 2.

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Tragekomfort

Hier muss ich dem Bose Soundlink Around-Ear 2 wirklich gute Noten ausstellen, das dürfte auf lange Sicht gesehen wohl der bequemste Kopfhörer gewesen sein, den ich je auf den Ohren und auf dem Kopf hatte. Mit dieser Aussage meine ich nicht, dass der Kopfhörer für ein bis zwei Stunden angenehm zu tragen ist, sondern wirklich lange. Ich habe ihn auf meiner Reise nach San Francisco fast durchgängig aufgehabt, um Filme zu schauen und Musik und Hörbücher zu hören.

Ob mit oder ohne Basecap: der knapp 150 Gramm schwere Kopfhörer ist einfach angenehm zu tragen und umschließt meine Ohren perfekt, sodass nichts drücken kann. Der Bügel selber ist weich gepolstert und auch die Muscheln sind angenehm weich. Wer vielleicht schon einmal die Bose QC25 auf den Ohren hatte, der bekommt einen Eindruck, wie der Tragekomfort ist.

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Akku

Den Akku bekommt man eigentlich nicht klein. Er hält bis zu 15 Stunden, wer allerdings dauerhaft auf höchster Lautstärkestufe hört, der bekommt den Akku auch sicherlich vorher zur Neige gebracht. Hier hat der Nutzer dann zwei Optionen. Hat er die Möglichkeit, für 15 Minuten ans Netzteil zu kommen, so bekommt er für zwei weitere Stunden Saft aus dem Akku. Alternativ hilft das mitgelieferte Kabel, wobei ohne Aktivität des Akkus auf die Active EQ-Elektronik verzichtet werden muss, was unter Umständen zu einem anderen Klang führt. Tipp: wer den Kopfhörer lange Zeit rumliegen hat, sollte zur Pflege des Akkus diesen vorher voll aufladen. Ungefährer Zeitraum für eine volle Ladung? Circa drei Stunden.

Sprachausgabe und Tastenbefehle

Über die Bedienelemente kann man sich initial durch den Abstimm- und Verbindungsvorgang führen lassen. Diese Sprachinfos sind nicht zwingend nötig, aber wer sie nutzen will, findet sie auch in deutscher Sprache vor. Die Sprachinformation gibt auch den aktuellen Akkuzustand wieder (ist aber auch über eine LED an einer Muschel zu ersehen). Ansonsten kennt man das Spiel mit den Tasten: Lauter, Leiser, Pause, Lied vor, Lied zurück – oder man nimmt ein Telefonat an / startet im Falle von iOS Siri.

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Der Klang

Ich komme aus einer Welt, in der man noch Kratzer auf Schallplatten hören konnte. In der auf x Mal überspielten Kassetten noch an einigen Stellen das überspielte Stück leise zu hören war – und auch ein in Ordnung gebrachter Bandsalat trug nicht immer zur Steigerung der Audioqualität bei. Des Weiteren besitze ich noch aus den Anfangszeiten meiner Digitalisierung (als WinAmp noch Geld kostete) jede Menge MP3-Dateien in 128 Kbps. Ich bin also Leid gewohnt, bin aber auch in der Lage, schlechte von guter Qualität zu unterscheiden – meine Ohren sind dahingehend überraschend spitz.

Ich habe einen relativ bunten Geschmack, was Musik angeht und so findet sich in meinen Playlisten fast alles, was es an Genres so gibt. Einige Kopfhörer haben das Problem, Nightwish ordentlich wiederzugeben. Hier trifft die elektrische Gitarre auf orchestrale Elemente und so wird der Kopfhörer oftmals bei alten Stücken mit Tarja Turunen noch in den Höhen gefordert (ewiger Anspieltipp: Ghost Love Score auf dem Album Once). Wie Bose bei den Höhen justiert hat, lässt sich aber auch beim Song Fugitive (Richard X Extended Mix) von den Pet Shop Boys hören, der sich auf dem Album Fundamental befindet. Reißt man diesen auf vielen Kopfhörern auf, dann werden die enthaltenen Höhen doch recht nervig dargestellt.

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Beim Bose SoundLink Around Ear 2 wirken auch in der höchsten Lautstärkestufen die Höhen nicht nervig, wer wirklich Kritik mit der Lupe suchen möchte, könnte behaupten, dass Höhen in letzter Instanz fehlen. Spotify-Hörer sollten auf die eingestellte Qualität achten, es kann Unterschiede machen, ob man 96 kbit/s, 160 kbit/s oder 320 kbit/s nutzt. Den Unterschied merkt man stark, wenn man von einer hochqualitiativen MP3-Session auf Spotify in normaler Qualität wechselt. Da erschreckt man sich.

In Sachen Hip Hop (und Artverwandtes) wurden die Bässe gut und rund abgeliefert, was bei dieser Musikrichtung natürlich Pflichtprogramm ist. Hierbei fiel auf, dass die Bässe satt und auf den Punkt ausgespielt wurden, ohne dass sie irgendwie unnatürlich wirkten. (Anspieltipps: The Monster von Eminem, Marteria mit Sekundenschlaf oder Endboss, Kool Savas mit Limit oder auch Antilopen Gang mit Der goldene Presslufthammer). Aber auch die anderen Genres kommen gut rüber, momentan höre ich wieder gerne das Monochrome-Album von Fury in the Slaughterhouse, kommt auch live gut auf den Kopfhörern rüber.

Fazit:

Es ist schwer einem Leser zu erklären, wie ein kabelloser Kopfhörer klingt. Ich habe in den vergangenen Jahren schon einige auf den Ohren gehabt ich muss für mich persönlich sagen, dass der Bose SoundLink Around Ear 2 einer der besten ist. Das betrifft nicht nur die Audiowiedergabe, da spielt auch ganz doll der Tragekomfort mit rein.

Wer allerdings hauptsächlich Wert auf fette Bässe oder extreme Elektro-Höhen legt, der sollte sich eventuell einen anderen Kopfhörer aussuchen. Nicht falsch verstehen: der Bose SoundLink Around Ear 2 ist wirklich gut und zeichnet ein stimmiges Bild, doch speziell bei wummernden Bässen oder spitzen Höhen hört man minimale Unterschiede.

Ansonsten macht Bose mit dem verbauten Active EQ viel richtig, sodass auch in den unteren Lautstärkestufen keine Bässe verloren gehen. Will man Kritik suchen, so könnte man sie an einer fehlenden Kabelfernbedienung festmachen, denn man hat nur das blanke Audiokabel in der Lieferung, bei Kabelbetrieb muss also über das Smartphone oder das Menü auf dem rechten Hörer gesteuert werden. Ansonsten bleibt: ein Kopfhörer, der mir in der Testzeit sehr gefallen hat, wenn auch mit einem sehr hohen Preis für meinen Geschmack. Der Bose Soundlink Around-Ear ist ab 249 Euro bei Amazon zu haben. Bose selber bietet bei Unzufriedenheit eine 30 Tage „Geld zurück“-Garantie an.

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

15 Kommentare

  1. Hallo, wie es der Zufall will, habe ich erst gestern einen Bose-Kopfhörer erworben – allerdings nicht das Around-Ear-Modell, sondern das On-Ear [1]. Ich habe jetzt schon einen On-Ear von Sennheiser und bin mit dem Tragekomfort sehr unzufrieden – drei Stunden Skype, und mir fallen die Löffel ab. Im Bose-Laden konnte ich On-Ear und Around-Ear direkt vergleichen. Obwohl ich vorher mit dem Ziel in den Laden gegangen bin, keine On-Ears zu kaufen, sind sie es letztlich doch geworden. Die Polsterung ist einmalig weich und sitzt wahnsinnig angenehm auf den Ohren. Vorteil 1 ist meiner Meinung nach, dass die Hörmuschel kein „Loch“ hat, sondern sich der Druck dank der „kompletten Hörfläche“ auf das ganze Ohr verteilt. Vorteil 2: die Ohren werden trotzdem noch etwas belüftet, finde ich sehr angenehm. Außerdem sind sie natürlich noch etwas kompakter (und ein bisschen günstiger), aber das war mir in dem Fall egal. Der Sound ist, wenn ich deine Beschreibung mit meinem Hör-Gefühl vergleiche, wohl identisch. Gerade bei Liedern wie „Angel“ von „Massive Attack“, oder „Rack City“ von „Tyga“ (letzteres nur wegen dem fantastischen Bass), spielt das Teil seine Stärken aus. Ich finde, der Bass „wummert“ genial. Genau richtig, kraftvoll und alles. Sehr zu empfehlen, wie ich finde.

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  2. Wenn er noch Acoustic Noise Cancelling drin hätte wäre er gekauft.
    Warte echt sehnsüchtig auf einen Over Ear von Bose (die haben nunmal das beste ANC) mit Bluetooth. Derzeit bekommt man nur entweder oder 🙁

  3. Also mein Bose Quiet Comfort 15 ist „over ear“. Wusste gar nicht das Bose jetzt auch „on ear“ baut.

  4. Danke für den guten und lebensnahen Testbericht 🙂

    Besitze nun schon seit einer Weile OverEars von Sony mit Bluetooth. Hatte damals auch Bose in der Auswahl, aber mich dann zum Sony entschieden. Vor allem auch wegen dem Preis welcher zumindest in meinen Augen den großen Unterschied zum Sony nicht gerechtfertigt hat. Das mag ein anderer vieleicht anders sehen, keine Frage 😉

    Muss auch sagen das mir nie wieder ein OverEar mit Kabel ins Haus bzw. besser gesagt auf den Kopf kommt. Diese kabellose Freiheit ist durch keinen besseren Klang der Welt aufzuwiegen !! 🙂

  5. Wenn Bose eines kann, dann ist es Marketing!

  6. das wird wahrscheinlich mein nächster kopfhörer, da ich weder bei sennheiser (nerviger bügel, zu sperrig für die reise) noch bei beats (kein tragekomfort) oder sony (einfach schlecht) was passendes gefunden habe.
    mir ist gar nicht mal wichtig, dass es sich um ein kabelloses modell handelt, er ist von allen bose around-ear modellen einfach der kraftvollste und lauteste, wahrscheinlich weil er akkubetrieben ist. noch etwas kraftvoller ist subjektiv der gleiche kopfhörer als on-ear (den es bereits seit einem jahr gibt)… warum auch immer.. vielleicht weil er direkt auf dem ohr sitzt.

    in sachen design hat bose zum glück noch etwas zugelegt und ist jetzt richtig stylisch. er hat das design von dem sehr gelungenen bose qc 25 übernommen (das ist der mit geräuschunterdrückung).
    der qc 25 (300 € listenpreis) ist mit seiner geräuschunterdrückung jedoch nichts für mich, da ich dieses gefühl bei der benutzung einfach nicht mag.. es fühlt sich ähnlich an, als wenn man unterdruck auf den ohren hätte. zudem ist der qc25 viel zu leise.

    also, ich kann den bose soundlink around-ear 2 empfehlen!

    wer nicht so viel ausgeben möchte, der sollte sich mal den neuen und ebenfalls sehr schönen bose soundtrue around-ear 2 angucken… in blau sehr schön. kostet 180 euro.

  7. Du hast nicht zufällig mal die Chance den Plantronics Voyager Focus UC B825 im Vergleich zu testen?

  8. Für Freunde von Kopfhörern mit Bluetooth und Noise Cancelling habe ich einen Tipp: Parrot Zik 2.0
    Sieht gut aus, sitzt bequem, hört sich gut an und hat besseres NC als Bose.

  9. @Captain: Das sehen die vielen Tests zum Thema aber völlig anders. Von Qualitäts-/Supportmängeln und schlechterem Tragekomfort (sehr viel schwerer als die Bose 25er als Reiskopfhörer) etc. und dann noch höherem Preis mal abgesehen, liefern die Parrots wirklich sehr guten Klang, aber besseres NC als der Patenthalter der ANC-Technologie? Guter Versuch…aber ein Bose QC mit BT würde mir auch gefallen und meinen QC25 sofort ablösen 🙂

  10. Bei Kopfhörern mit Lederpolsterung graust es mich schon von vornherein, irgendwann kleben die alle unschön am Kopf fest bzw. man schwitzt drunter. Da bleibe ich lieber bei meinen Beyerdynamic mit wechselbarem Stoffpolster.

  11. Ich nutze die Bose On Ear BT und bin soweit sehr zufrieden.

    Gibt es bei diesem Modell auch ein signifikantes Grundrauschen, wenn der Kopfhörer eingeschaltet ist und kein Signal übertragen wird? Ich rätsele schon die ganze Zeit, ob bei meinem Modell ein Defekt vorliegt oder ob das einfach normal ist.

  12. Anlässlich der Messe Can Jam Europe (26.-27.9.) in Essen: Kopfhörer von 50 bis 5000 € im Test, Beyerdynamic T1, Hifiman HE-1000, Stax SR-009: http://www.faz.net/-gyf-88220

    Besucht jemand vom hiesigen Blog die Messe?

  13. Ich habe bei der IFA Magnat Over-Ears gehört und war – bei lauten Umgebungsgeräuschen – sehr begeistert. Hat schon jemand Erfahrungen mit den LZR 588 BT?

  14. Sag mal Cashy, nimmt die Tonqualitat bei dir auch extrem ab sobald du einen Anruf rein bekommst? Habe das ganze jetzt auch am Rechner und an verschiedenen Smartphones getestet. Leider ist der soundlink als Headset damit unbrauchbar.

    • @Dome: Würde ich dir gerne beantworten, hatte aber nur das Testgerät, welches nach dem Test wieder direkt zum Hersteller musste.