„Terraria“ für Stadia eingestampft: Entwickler teilt gegen Google aus

Das ist mal eine kuriose Geschichte: Vielen von euch wird das Spiel „Terraria“ etwas sagen. Das Spiel ist ein Indie-Hit, der für so gut wie alle Plattformen zur Verfügung steht. Das fäng bei der PlayStation Vita an, reicht über Android und Apple iOS bis hin zu PlayStation 4 und Xbox One. Auch eine Portierung für Google Stadia war in der Mache. Der Designer des Spiels, Andrew Spinks, hat nun allerdings jegliche weitere Kooperation mit Google kategorisch ausgeschlossen, nachdem sein Konto gesperrt wurde.

So hat Spinks bei Twitter deftig gegen das Unternehmen ausgeteilt. Laut ihm sei sein Google-Konto ohne erkennbaren Grund gesperrt worden. Dadurch habe er von einem Tag auf den anderen den Zugang zu Apps im Wert von Tausenden von US-Dollar verloren. Auch auf seine Film- und Serienbibliothek könne er nicht mehr zugreifen – von seinem YouTube-Kanal oder der Gmail-Adresse ganz zu schweigen.

Die Wut schimmert bei Spinks Tweets deutlich durch. Als Folge wurde das (offiziell noch gar nicht angekündigte) „Terraria“ für Google Stadia nun eben eingestellt. Gerüchte dazu, dass an dem Spiel für Googles Cloud-Gaming-Service gearbeitet werde, gab es zuvor schon eine Weile. Amüsant: Aus Trotz scheint Spinks nun auch seine Liebe zu DuckDuckGo entdeckt zu haben. Denn jene Suchmaschine bewirbt der Entwickler nun eifrig.

Spinks hat zu Protokoll gegeben: „Ich werde nicht mit einem Unternehmen kooperieren, das seinen Kunden und Partnern so wenig Wertschätzung entgegenbringt. Geschäfte mit Google zu machen, ist ein Risiko.“ Google selbst hat bisher nicht reagiert. Da „Terraria“ sich bisher über 30 Mio. mal verkauft hat, reden wir hier aber nicht über einen kleinen Fisch. Hinter den Kulissen dürfte es da bestimmt noch Versuche geben, die Sache zu kitten. Man darf gespannt sein, ob Spinks dann eventuell noch einen Rückzieher macht oder zu seinen Reaktionen steht.

Ausgelöst wurde die Misere wohl dadurch, dass der offizielle YouTube-Kanal  zu „Terraria“ mit Spinks persönlichem Google-Konto verknüpft ist. Bei YouTube soll ein angeblicher Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen festgestellt worden sein. Dadurch kam es dann wohl zur Sperre des gesamten Google-Kontos.

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40 Kommentare

  1. Nicht die erste Meldung in der Richtung. Hat jemand Empfehlungen für E-Mail und Cloudspeicher (am besten vom selben Anbieter) wo man im Zweifelsfall guten Support bekommt? Taugt Apple in der Hinsicht was?

    • Blacky Forest says:

      Ich trenne das, ist mir zu gefährlich sonst.
      mailbox.org hat mich jetzt überzeugt, die 12 Euro im Jahr sind es mir wert. Und Cloudspeicher kommt zurück in die Private Cloud, da kann ich leider nichts empfehlen.
      Da fehlen allerdings auch deine Anforderungen.

      • Danke für den Tipp. Der Anbieter war mir nicht bekannt und sieht recht interessant aus. Anforderung an den Cloudspeicher wäre Clients für Windows, MacOS und iOS, sowie zeitnahen Support anzubieten. Da spielt auch Reputation ein Stück weit mit rein. Ich würde z.B. nicht zu mega.nz gehen, auch wenn der Support super wäre. Also, falls eine Firma dahinter steht, die halbwegs vertrauenswürdig ist, dann wäre das von Vorteil.

    • Ich persönlich bin vor ein paar Jahren zu Microsoft umgezogen. Der Speicher ist dank des Microsoft 365 Kontos ziemlich günstig, man hat in Outlook.com Premium Features wie eine Customdomain mit Exchange und der Support war bisher immer sehr hilfreich.
      Allerdings gab es bei Microsoft auch schon die Meldungen, dass Accounts wegen bestimmter Dateien auf OneDrive gelöscht wurden. Im Zweifel wäre das sicherste vermutlich ein eigene Nextcloudinstanz + Posteo/Mailbox Instanz

    • Sicher ist kein Anbieter – außer Privatcloud.

      • Es geht aber, wie oben geschrieben, um guten Support und nicht um „sicher“. Was auch immer „sicher“ bedeutet. Ich gehe stark davon aus, dass meine selbst aufgesetzte Owncloud (gibts die noch?) oder NAS-Software Cloud, einem professionellen Anbieter in Sachen Ausfallsicherheit und Penetrationssicherheit (…) nicht das Wasser reichen kann.

        • Aber sicher! Zudem ist das Risiko, dass man als Einzelperson mit seiner Privatecloud Ziel eines gezielten Hackerangriffs wird mangels Attraktivität erheblich geringer. Wer würde schon die PrivateCloud von Opa Müller hacken, wenn er stattdessen morgen bei Twitter bspw. Hacker der Microsoft-Cloud genannt werden könnte.

          • Es gibt praktisch keine Hacker, die sich denken: „Och, die Fotos vom Opa Kalle will ich jetzt aber haben!“. Es gibt aber Hacker die automatisierte Massenangriffe auf Sicherheitslücken von alter, nicht aktualisierter Software, starten. Die wissen gar nicht, wen Sie damit angreifen, dass ist ja das Ziel von Massenangriffen. Zu denken, man wäre klein genug um uninteressant zu sein ist ein gefährlicher Trugschluss. Nicht du als Person wirst angegriffen, sondern das System was du verwendest. Und wenn du nicht regelmäßig aktualisierst, bleiben Sicherheitslücken offen.

            • Dagegen ist ein Kraut gewachsen:
              Private Dienste /niemals/ auf dem Standardport betreiben. Sollte man spätestens mit Slammer gelernt haben und hilft zuverlässig gegen Würmer und Massenscans.

              P.S. Zusätzlich bietet sich an, auf die PrivateCloud nur per VPN zugreifen zu können. Schon hat man nur noch einen singulären Eintrittspunkt ins Netz.

      • FriedeFreudeEierkuchen says:

        Die Privatcloud ist nur sicher, wenn du wirklich dein Handwerk verstehst: Entweder ist dein Cloud vom internet getrennt oder du kennst dich mit Sicherheit und sicherer Konfiguration aus. Du baust gegebenenfalls deine Container selbst, hast die Sicherheitslage ständig im Blick und hast ein gutes Backupsystem.
        Sonst ist die Privatcloud kein bisschen sicherer.

    • Microsoft

    • Für Mail kann ich Posteo.de empfehlen.

      • Posteo nehme ich auch. Nettes und zuverlässiges Team. Der Preis ist auch in Ordnung. Was mir nicht so gut gefällt ist die altbackene GUI. Und nach E-Mails suchen ist kaum möglich. Mit eM Client oder Thunderbird passt es aber.

    • Bin seit 2 Jahren glücklich mit mailbox.org. 12 Euro im Jahr ist absolut nicht der rede Wert für den Dienst. Cloud nutze ich persönlich auch nicht aus einer Hand sondern bei Strato. Auch hier absolut zufrieden.

    • therealThomas says:

      Automatisierte Backups sind die Lösung.
      Für E-Mails benutze ich OfflineIMAP ( https://github.com/OfflineIMAP/offlineimap ), das läuft jede Nacht und macht Backups von allen meinen Mail-Accounts. Im Fall der Fälle kann man dann einfach die Richtung der Synchronisation umdrehen und hat seine E-Mails wieder.
      Von den Synchronisierten E-Mails und Cloud-Daten mach ich dann ebenfalls jede Nacht Backups mit Versionierung mithilfe von Duplicati.

      • Thomas Ernst says:

        tja, schönes Ding eigentlich. Wenn nur der Entwickler mal langsam auf python3 umsteigen würde, seit ja im Januar 2021 phython2.x obsolete ist…

  2. Tja wer sich so auf Google verlässt ist ja „fast“ selbst schuld.
    Ich bin von denen zu 99% weg migriert. Ich betreibe nur noch eine anonymes Google Konto für Android. Selbst Youtube Abos erledigt ein RSS Reader, bei dem kann ich das wenigstens auch in Gruppen verwalten. Kein Gmail Account, kein Maps Account, Kein Kalender, Keine Notizen, Kein Drive, Kein Fotos, Keine News, Keine Kontakte, Kein Hangouts, Kein GoogeOffice Gedöns …

    Wenn einem bewusst wird das die dir deine Daten mit einem Klick wegnehmen können löst man sich von dem Laden!

  3. Übrigens sperrt auch Apple Kundenkontos ziemlich willkürlich, was dann im Support-Debakel endet. Das kann schon mal daneben gehen:

    https://www.ifun.de/support-debakel-wenn-apple-mal-eben-den-account-sperrt-141761/

    Und sie scannen private iCloud-Fotos automatisiert auf bestimmte Bildinhalte, ganz offiziell, z.B.

    „Wir können Ihre personenbezogenen Daten auch für Zwecke der Account- und Netzwerksicherheit verwenden, in dem wir, zum Wohle all unserer Nutzer, unsere Dienstleistungen durch die Vorabprüfung und das Vorabscannen von hochgeladenen Inhalten auf potentiell illegales Material, wie etwa vor Inhalten im Zusammenhang mit der sexuellen Ausbeutung von Kindern, schützen.“

  4. Thomas Höllriegl says:

    Das Dilemma ist, je größer eine Firma, desto uninteressanter wird der einzelne User.

  5. Im Grunde kann man einen zentralen Dienst ruhig mit all dem Komfort nutzen. Passiert dann doch mal was hat man hoffentlich regelmäßig ein Backup aller bei Google gespeicherten Daten via Google Takeout angelegt.

    Auch im obigen Fall gilt: Kein Backup.. kein Mitleid!

    • Klingt durchdacht, leider nur bis zu dem Punkt, an dem man bei gekauften Apps/Filmen/Musikalben/Abos ankommt.

    • FriedeFreudeEierkuchen says:

      „Kein Backup, kein Mitleid“. Immer ein schöner knackiger Spruch. Aber irgendwie hört sich das so an, als ob du den Artikel nicht genau gelesen und/oder die Sache nicht wirklich zu Ende gedacht hast.
      Schon mal versucht aus deinem Google Takeout Backup deine (gekauften) Apps wieder herzustellen? Oder hast du eine andere, auch heute noch und ohne Root-Rechte zuverlässig(!) funktionierende Methode dazu? Und in Google Take Out sind bestimmt die oben erwähnten Filme und Serien enthalten? Und wie muss ich mir ein Backup meines YouTube Kanals vorstellen? Ich spiel das Backup wo und wie genau wieder ein, um meine Follower und meine Chats wieder zu haben? Bei dem Mann hat ja der YouTube Kanal nicht nur Spaß-Faktor.
      An dem Beispiel wird wieder sehr deutlich, welche Risiken Single Sign On über fremde Dienste birgt. Ist der zentrale Account gesperrt, kann es schwierig werden…
      Dein Ratschlag „kein Backup, kein Mitleid“ ist bei einem solchen Account wirklich schwierig. Der Ratschlag muss eher heißen „Absicherung durch mehrere Logins“. Versuche niemals mehrere Dienste an ein Login hängen. Und auch dann hat man kein volle Sicherheit. Es gab in der Vergangenheit schon mal einen prominent gewordenen Fall, in dem ein Entwickler durch seinen gesperrten Apple Account seine Arbeitsgrundlage verloren hat, weil dann auch sein Entwicklerzugang mit gesperrt war.

  6. Die Daten von Google Takeout willste aber nicht benutzen …

    • Hab ich getestet und für gut befunden. Beispiel Kontaktdaten… nett als CSV oder Vcard. Ist alles in Formaten die andere Programme lesen können. Was hast du dir denn da so vorgestellt?

  7. mailbox.org
    E-Mail + Online Speicher

  8. Google ist einfach ein Drecksladen und gehört zerschlagen!

  9. Konzerne haben heute Macht über uns, die in keiner Diktatur zu finden sind. 100% Willkür auch immer wieder im Namen einer lediglich eingebildeten moralischen Überlegenheit. Keine Möglichkeit sich zu wehren. Ich finde jedenfalls keinen Anwalt der motiviert ist.
    Und selbst wer Recht bekommen sollte, dessen Zugang wird durch kuriose Bugs usw. verweigert.
    In WOT wird ganz offensichtlich an den Werten der Accounts geschraubt. An der ungläubigen Community kann man sehen, dass die weit weg vom Erfassen dessen sind. Dank Schröder befassen wir uns nunmehr nur noch mit Schwachen, statt mit den Gefährlichen. Ja die haben einen totalen Freifahrt-Schein. Und wir glauben, die nutzen das nicht aus?! Naiver ist nur noch der Gesetzgeber. Bis in den letzten Winkel haben wir unsere ehemals solides Staatssystem mit Trotteln besetzt, allen voran eine Kanzlerin, die Medien(4.Gewalt!) als Mutti verniedlichen. Und wer ist überhaupt in der Lage das Drama zu erfassen? Laut den Wahlergebnissen maximal 20%.

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