Synology: SMB-Multichannel für bessere Leistung im Netzwerk aktivieren

Solltet ihr einen Rechner mit zwei Gigabit-Netzwerkkarten besitzen und an diesem (direkt oder über einen Switch) euer NAS von Synology haben (das entsprechend auch zwei LAN-Anschlüsse haben muss), dann könnt ihr dort unter Umständen noch ein Mehr an Geschwindigkeit herauskitzeln. SMB-Multichannel steht auf dem Zettel für ein zukünftiges Update des DiskStation Managers, bislang muss man sich da aber anders behelfen – sowohl unter DSM 6 als auch DSM 7.

Wer also viele Daten vom Rechner zum NAS hin oder zurück schaufelt, der kann SMB-Multichannel nutzen, um eben die rechnerisch doppelte Geschwindigkeit zu erreichen – logo: hier werden dann am PC und am NAS zwei LAN-Ports belegt und direkt oder über den Switch verbunden.

Letzten Endes braucht man zusätzlich „nur“ eine Datei auf dem NAS anzupassen. Hierfür ist temporär ein aktivierter SSH-Zugang vonnöten und eben das Verbinden mit einer Software wie Putty oder einer anderen Shell-Konsole. Warnung: Macht das bitte nur, wenn ihr wisst, was ihr da anstellt.

SSH aktivieren (Systemsteuerung > Terminal & SMNP > SSH aktivieren

Mit Putty (oder anderer App (auf dem Mac tut es iTerm2) mit der DiskStation verbinden (mit einem Konto aus der Admin-Gruppe):

ssh nutzername@NAS-IP (muss mit Passwort bestätigt werden)

sudo -i eingeben (bedeutet: alles mit root ausführen, mit Admin-Passwort bestätigen)

vi /etc/samba/smb.conf

Taste i drücken, dann die 3 Zeilen abtippen/ergänzen:

server multi channel support=yes

aio read size=1

aio write size=1

Abschließend: ESC :wq ENTER

Damit wäre die SMB-Konfigurationsdatei entsprechend geändert. Nun sollte man den SMB-Dienst neu starten oder den SMB-Cache löschen, das kann man über die erweiterten Einstellungen unter Dateidienste > SMB > Allgemein erledigen.

Und am Ende kommen dann bestenfalls bessere Werte bei euch raus. Als Vergleich – Gigabit-LAN beschert euch idealerweise 125 MB pro Sekunde. Mit SMB-Multichannel dann eben mehr.

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Hallo, ich bin Carsten! Ich bin gelernter IT-Systemelektroniker und habe das Blog 2005 gegründet. Seit 2008 ist es Beruf(ung). Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Fan und Vater eines Sohnes. Auch zu finden bei Twitter, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

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28 Kommentare

  1. Nur ganz kurz:
    Weder Windows, noch macOS benötigen einen extra SSH-Dienst. PowerShell und das Terminal können das ganz wunderbar mit Bordmitteln.

  2. Aber auch nur, wenn der Client mehr als 1 Gb/s kann

  3. Wilhelm Onken says:

    Also ich habe auf meinem Synology DiskStation DS1515+ Link Aggregation ganz normal per Menü für alle 4 LAN-Ports aktiviert. Das kommt aufs selbe raus…

    • LA bringt dir nicht mehr Bandbreite, sondern nur Load Balancing. Multichannel erhöht dagegen die Bandbreite zu einzelnen Clients (vorausgesetzt die haben 2.5G LAN, 5G LAN… oder WiFi 6 … Oder selbst auch 2x 1G LAN).

  4. Sehr interessant, aber das DSM-Update 7.1 ist ja noch für Q1/2022 anvisiert, da warte ich lieber ab und meine Netzwerkkarte aufrüsten müsste ich dafür auch noch, und ein passenden 2,5GBit-Switch kaufen.

    • Sicher das es mit 2,5GBit-LAN funktioniert?
      Im Artikel ist die Rede von 2 LAN-Anschlüssen am PC und zwei an der Diskstation, welche dann quasi parallel genutzt werden. Wenn du nur 1x 2,5GBit hast wirst du vermutlich nur eine 1 GBit Verbindung aufmachen können.

      • Da hab ich mich geirrt, auch bei der Lösung benötigt man tatsächlich mind. 2 Netzwerkkarten die dann gebündelt werden. Also den 2,5 GBit-Switch kann ich mir dann eigentlich auch gleich sparen und sollte mir eher einen deutlich günstigeren 1GBit-Switch kaufen der 802.1AX unterstützt und könnte dann direkt über Link Aggregation die höhere Bandbreite nutzen … SMB Multichannel scheint wohl quasi das gleiche zu sein, nur das man keinen speziellen Switch mehr benötigt.

        • Ja da muss ich mich wohl auch nochmal korrigieren, SMB Multichannel ist wohl doch deutlich flexibler. Im Computerbase-Forum hat einer das bspw. auch mit 1×1 GBit auf einer Seite und 3 x 100 MBit auf der anderen Seite erfolgreich getestet. Ich werde das mal noch weiter beobachten … 🙂

      • Ja, sollte es. Client und Server handeln mögliche Verbindungen untereinander aus, so das der Client auch Verbindungen über andere Netzwerkkarten am Server herstellen kann. Wenn der Client nur eine Netzwerkkarte hat, die aber schneller ist, baut er zum Beispiel über diese Verbindungen zu beiden Karten am Server auf. So hab ich das jedenfalls verstanden.

        Hier eine Doku dazu: https://www.netapp.com/media/17136-tr4740.pdf

      • @Danny
        Ja 2x 1G Multichannel funktioniert, wenn der Client 2.5G hat. Es geht auch mit Notebooks und entsprechend schnellem WiFi 6. Aus dem Grund sage ich auch immer, dass man sich niemals WiFi 6 APs ohne 2.5G Buchse kaufen sollte.

  5. Ist das etwas anderes als die Link-Aggregation, die man über die Einstellungen aktivieren kann? https://kb.synology.com/de-de/DSM/help/DSM/AdminCenter/connection_network_linkaggr?version=6

  6. Link Aggregation ist für höhere Geschwindigkeit doch nur ein Notnagel. Zur Absicherung eines Hardwaredefekts eines Ports oder LanKabel i.o
    Die Feuerwehr nimmt zum Löschen auch nicht 20 Gartenschläuche parallel.
    Synology verschläft die Entwicklung zu 2.5GbE und höher, auch bei Heimgebrauch.

    • Das Beispiel hinkt ein bischen 😀 Bei größeren Feuern kommen durchaus mehrere Löschschläuche zum Einsatz 😀
      Aber ich stimme dir zu: 2.5Gbit (oder höher) sollten so langsam mal Fahrt aufnehmen im Heimnetz. Das ist alles ein bischen träge (NAS, Switch, Router/Modem,etc.).

  7. Scheint mir gegenüber Link Aggregation den Vorteil zu haben, dass es nicht von der Loadbalancing-Umsetzung des Switches abhängig ist. Die ist nicht festgelegt im Standard und kann daher sehr unterschiedlich performen. Zudem braucht man dafür ein Switch der das kann. SMB Multichannel scheint mir auf höherer Ebene und geht daher auch mit unmanaged Switches.

    Zu der Anleitung hier sollte man noch anmerken, dass auf dem Synology in den Einstellungen SMB3 aktiviert werden muss. Das war bei mir nicht eingestellt.

  8. Scheint mir gegenüber Link Aggregation den Vorteil zu haben, dass es nicht von der Loadbalancing-Umsetzung des Switches abhängig ist. Die ist nicht festgelegt im Standard und kann daher sehr unterschiedlich performen. Zudem braucht man dafür eben ein Switch der das kann. SMB3 Multichannel ist auf höherer Ebene im Protokoll umgesetzt und geht daher auch mit unmanaged Switches.

    Zu der Anleitung hier sollte man noch anmerken, dass auf dem Synology in den SMB-Einstellungen SMB3 aktiviert werden muss. Da war bei mir als maximale Version noch SMB2 eingestellt.
    (@Moderation: Sorry wenn ich den Kommentar doppelt schicke, die Website hing etwas und anschließend sah es so aus, als ob der Kommentar nicht gesendet wurde)

  9. Das ist nicht mit Link aggregation gleichzusetzen.

    Musste es bei mir deaktivieren da es seit Windows 11 zu abstürzen des Explorers, nicht zugreifbaren Netzlaufwerken geführt hat.

  10. Hallo zusammen,

    schön, dass Cashy meine Idee als Artikel umgesetzt hat.

    Nochmal allgemein paar Infos zur Klarstellung. Es gibt ältere Modelle wie die 712+ welche kein DSM 7 bekommen wird. Ich verwende Multichannel schon länger ohne Probleme an meiner aktuellen DS.

    Wer einen gemanagten Switch verwendet, und mindestens 2 LAN Ports hat an der DS, kann diese gerne bündeln, egal ob es 1 oder 10 GBit Ports sind, ist keine Voraussetzung.

    Es geht dabei mehr um den Clienten, also z.B. einem Laptop dort wird WLAN verwendet, nun steckt man LAN an, WLAN bleibt aktiv, nur wird halt LAN bevorzugt. Bei Multichannel würden nun aber beide Verbindungen genutzt werden.

    Ebenso gibt es einige PC´s mit 2 LAN an Board, und wenn man viel per SMB macht, kann man so Leistung erhöhen auf 2, 4 oder 40 Gbit, je nach dem was man an Verbindung hat. Wenn der PC oder Laptop nur eine LAN Verbindung hat, könnte man auch per USB eine LAN Karte anschließen und so auch Leistung steigern.

    Es dürfen Client und DS nicht beide Ports bündeln am Switch, da sonst Multichannel nicht funktioniert. Wenn man an DS bündelt, darf Client nicht gebündelt werden. Da wird also für jeden LAN/WLAN Port eine IP/MAC benötigt.

    • LAN und WLAN kann man bei Multichannel nicht kombinieren. Eine zwingende Voraussetzung bei Multichannel auf eine identische Geschwindigkeit. Deswegen lassen sich 1G und 2.5G auch nicht kombinieren.

  11. @Daniel
    Seit wann wird für SMB 3.0 Multichannel LAN und WLAN gleichzeitig benutzt? Man benötigt mind. Win10 und 2 Ethernet LAN Ports, siehe https://www.german-syslinux-blog.de/smb3-multichannel-fuer-synology-nas-und-windows-10-client-einrichten/

    • Naja, über welche physikalische Schnittstellen das letztlich beim Client ankommt ist doch egal. Der eine Channel kann ja über WLAN, der andere über LAN laufen. Wir dann nur nicht so schnell sein wie beide Channels über Kabel.

  12. Danke für den Tipp, hat funktioniert (DS416play),
    gibt es für QNAP NAS etwas ähnliches?

  13. Multichannel gilt erst ab Samba 4.15 stable. Synology ist auf 4.10. Selbst Ubuntu Server ist „erst“ auf 4.13.*
    Sollte man evtl im Artikel erwähnen.

    • Besser wäre eine 2.5 Gbps Netzwerkkarte für das NAS, die per USB angeschlossen wird und bis DSM 6 noch inoffizielle Treiber erhalten könnte.
      Leider hat Synology dem mit DSM7 einen Riegel vorgeschoben.

      • duweistschonwer says:

        Das gilt bestimmt auch für den Qnap 5GBit USB-Adapter?

        Das muss ich das Update unbedingt vermeiden.

      • Zumindest auf Reddit und Youtube findet man recht schnell Anleitungen und Links zu entsprechenden Treibern für DSM7, aber ist natürlich immer noch inoffiziell und mit dem nächsten Update läufts dann vielleicht nicht mehr.

  14. Danke der Tipp funktioniert. Ds718+ mit 2×1 Gbit/s und am Client 2,5 Gbit/s hat bei einem Film 225MB/s gebracht. Vorher hatte ich ein 2,5 Gbit usb Adapter dran. Dieser führte aber oft zu Abbrüchen und nicht konstanten Übertragungsraten

  15. Vielen Dank für den Beitrag!
    Ich musste einmal >500GB an Fotos etc. zurücksichern und zu meiner positiven Überraschung war das nach einer knappen Viertelstunde erledigt.

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