Stiftung soll Wirecard-Geprellten zur Entschädigung verhelfen

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DWS) hat eine Stiftung in den Niederlanden gegründet. Jene soll den Anlegern eine schnelle Entschädigung verheißen, welche durch den Wirecard-Skandal direkt zu Schaden gekommen sind. So war Wirecard lange Darling von Wirtschaft und Politik, die vermeintliche Erfolgsgeschichte des Unternehmens entpuppte sich dann aber als Pfuhl von Korruption und dubiosen Machenschaften.

Deswegen hat die DWS laut Tagesschau mit den auf Kapitalmarktrecht spezialisierten Kanzleien Nieding+Barth (Frankfurt am Main) und AKD Benelux Lawyers (Amsterdam) die Stiftung „Stichting Wirecard Investors Claim“ gegründet. Sie hat ihren Sitz in Amsterdam. Über die Stiftung sollen Entschädigungen für die Wirecard-Anleger innerhalb der EU erreicht werden. Die eingangs erwähnte Kanzlei Nieding+Barth wird die Verfahren in Deutschland führen.

Die Stiftung mache auch die Haftung von EY Global möglich. Man wählte die Niederlande als Sitz, da es von dort aus bessere rechtliche Aussichten bzw. erweiterte Möglichkeiten gebe. Im Interesse der Investoren möchte man nicht nur EY Deutschland, sondern auch EY Global haftbar machen. Die Wirtschaftsprüfer hätten im Fall Wirecard komplett versagt. Bei der DWS hätten sich seit dem Insolvenzantrag von Wirecard am 25. Juni 2020 über 30.000 Geschädigte gemeldet. Auch Klein- und Kleinstanlegern stehe es frei, sich der Stiftungslösung anzuschließen.

Wer diesen Weg gehen möchte, darf allerdings noch nicht an anderen Klagen beteiligt sein. Denn in Deutschland gilt das Verbot der doppelten Rechtshängigkeit.

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