Steve Wozniak über JOBS: „Er hätte gut sein können, auch wenn er falsch ist.“

Apple-Mitgründer Steve Wozniak gibt ein nahezu vernichtendes Urteil über JOBS ab, der Film über Steve Jobs, der letzten Freitag in die Kinos kam. Während er an dieser Stelle schon ordentlich austeilt, legt er in einem Google+-Kommentar noch einmal nach. Allem Anschein nach ist der Film nichts für diejenigen, die eine wahre Geschichte sehen wollen. Und auch nicht für die, die einen guten Film sehen wollen.

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[werbung] Unter einen Google+-Post von Amar Gandhi schreibt Wozniak (übersetzt): „Der Film hätte gut sein können, auch wenn er falsch ist. Aber das war er nicht. Er war nicht annähernd denkwürdig oder gut, noch weniger großartig oder wahnsinnig großartig. Wäre Jobs für diesen Film verantwortlich gewesen, hätte er nie das Tageslicht erblickt und einige der Schlüsselrollen würden um ihr Leben rennen. Er vermittelt einen falschen Eindruck, wie mittellose, junge Männer ohne Erfahrung eine Firma gründen.

Er ignoriert außerdem die Tatsache, dass über die ganze Länge des Films, Apple nur eine Einnahmequelle hatte (die ersten 10 Jahre der Firma) und dass alle Bemühungen von Jobs, inklusive dem Macintosh, Fehlschläge waren. Der Macintosh wurde unter der Führung von Sculley zum Erfolg, in den Jahren nachdem Jobs die Firma verließ. Der Film versucht zu zeigen, dass ein LSD Rausch zu größeren Ansichten führt, die Wahrheit ist im Fall Apple aber sehr viel anders. Ich habe nicht die Zeit dafür, aber ihr würdet schockiert sein, wie viele Szenen in diesem Film genau andersherum waren, mit Jobs in der Empfängerrolle, nicht in der des Kreativen.

Die Person, die genauso viel an dem Unternehmen hielt wie Jobs und ich, die unser geschäftlicher Mentor war, ist schrecklich verkörpert. Die Person, die von Anfang an unser Firmenpräsident war, wird ebenfalls nicht erwähnt. Ein guter und wahrheitsgemäßer Film wäre viel unterhaltsamer, aber es kostet viel mehr Arbeit, die Geschichte korrekt darzustellen, nicht nur die Charaktereigenschaften einer einzelnen Person.

Nicht gerade ein Begeisterungssturm, den der große Woz hier loslässt. Werdet Ihr Euch den Film trotzdem ansehen? Oder wartet Ihr auf den, an dem Wozniak selbst beteiligt ist?

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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21 Kommentare

  1. Falls es mal einen Film über Bill Gates Leben geben wird, den werde ich mir ansehen ja aber nicht über jemanden wie Jobs, da hätte man auch jeden anderen x-beliebigen Firmenchef eines größeren Unternehmens verfilmen können. Steve Jobs war in meinen Augen niemand Besonderes.

  2. Der Film soll ja auch nur die „Lichtgestalt“ Jobs manifestieren, wahre Fakten waren wohl weniger gefragt. Schaue mir beiden Filme nicht an.

  3. Woz spricht doch nur die Konkurrenz schlecht und weigerte sich, seine Geschichte zu erzählen. Jetzt braucht er sich nicht wundern, wenn Details nicht richtig sind.

  4. Erstmal muss der Film nach Deutschland kommen, da ist ja noch nichts bekannt dazu.

  5. 3lektrolurch says:

    Das Volk will Opium, das Volk bekommt diesen Film. Als Buch könnte mans auch seinen Kindern zum Einschlafen vorlesen.

  6. Peter Siegmund (@mars3142) says:

    Mich würde mal interessieren, was Woz über http://www.imdb.com/title/tt0168122/ denkt, schließlich gab es schon einen Jobs-Film zum Lebzeiten von Steve Jobs… 😉

  7. @Peter Siegmund: Ach cool. Diese Verfilumg von 1999 ziehe ich mir rein. ;,-)

  8. Wüsste nicht, warum ich mir einen Film über einen uninteressanten, reichen Egomanen, der seine Mitarbeiter schlecht behandelte, ansehen sollte…..

  9. @Mike: Also ich hab auch schon Filme über Hitler gesehen, die recht interessant waren 🙂

  10. Tipp: The Triumph of the Nerds http://www.imdb.com/title/tt0115398/?ref_=fn_al_tt_1 Findet man noch in Teilen auf YT und anderen Video-SItes. Zusammen mit den Biografien von Jobs, Gates (Hard Drive), Allen (Idea Man), Microsoft (Die Microsoft Story), IBM (Lou Gerstner, Wer sagt, Elefanten können nicht tanzen?) und nicht zuletzt Sculley (Meine Karriere bei PepsiCo und Apple). Auch empfehlenswert ist das Buch Accidental Empires. Also, für den, der wirklich dafür interessiert, was da in den USA in den letzten 50 Jahren abgegangen ist. Denn in fast jedem Buch findet sich eine Anekdote, die in einem der anderen Bücher, dann aus einem anderen Blickwinkel erzählt, wieder auftaucht.

  11. DancingBallmer says:

    Ins Kino gehe ich nicht, aber im Fernsehen werde ich mir den Film sicherlich ansehen. Steve Jobs galt als der Self-Made-Mann und letztes Beispiel für den alten amerikanischen Traum. Vom Tellerwäscher/Garargenbastler zum Millionär, diesen Traum und die Sehnsucht danach macht Jobs besonders in den Staaten für viele zum großen Idol, zumal er sich gleichzeitig auch noch nach außen gut darstellen konnte. Die wahre Geschichte von Apple und Jobs interessiert da eher weniger und ist vielleicht mehr hinderlich, zu wenig Pathos und zu wenig Glanz für einen Hollywood-Streifen. Einem Volksheld pinkelt man auch nicht ans Bein, besonders wenn der andere große Charismatiker und Hoffnungsträger der Nation gerade immer mehr an Glanz verliert. Wie die ganzen Biographien wird sich der Film ordentlich verkaufen, die Masse bekommt genau das was sie eben sehen will.

  12. Es reicht das Buch gelesen zu haben, danach hatte ich völlig genug von Apple/Jobs. Außerdem kommt aus Hollywood, abgesehen von wenigen Ausnahmen, sowieso nur billigste Unterhaltung auf niedrigstem Niveau, die vorher von den Marketing-Leuten in Szene gesetzt wird und dann nur enttäuscht und abstößt.

  13. JOBS ist und bleibt ein Spielfilm und keine Dokumentation. Das Publikum will etwas sehen was zum öffentlichen Bild passt und will unterhalten werden. Sorry, das ist Kino und nicht der Doku-Kanal. War doch klar das dies so passiert. Der Trailer spricht es ja aus: Inspiriert von einer wahren Geschichte.

  14. Ich werde mir den Film zumindest in itunes leihen auch wenn er die Tatsachen offenbar ziemlich verdreht. Der Film heißt „Jobs“ und nicht „Apple“. Schade auch dass auf die Verstrickungen mit anderen Größen der IT (z. B. Bill Gates) nicht näher eingegangen wird. Ich bin schon mal richtig gespannt auf die Sony Verfilmung. Die wird auf alle Fälle geguckt.
    @ Mike: Everybody´s darling is everybody´s depp!!!

  15. Anschauen werde ich ihn sicherlich irgendwann allerdings nicht im Kino sondern eher als DVD oder im Free TV Zuhause

  16. Es ist doch nun so, dass der Film „JOBS“ heißt, keine Doku sein will und unterhalten soll. Er heißt nicht „Apple“ und dokumentiert die Firmengeschichte. Insofern, wenn man denn von einem Anspruch sprechen kann, ist dieser wohl treffend erfüllt und wird die Jobs glorifizierenden Massen bestätigen. So wie einen Geläubigen seine Bibel. Und das sage ich als Appleuser.

  17. ich hätte mir den filme so oder so nicht angeschaut. hab den von anfang an als müll abgestempelt

  18. Wenn Wozniak über den Mac labert sollte man dass nicht so ernst nehmen. Woz konnte Jobs nie verzeihen dass er den Kurs vom Apple II hin zum Mac gelenkt hat. Dann erwähnt er noch dass der Mac erst unter Sculley richtig erfolgreich wurde und ignoriert das er trotzdem von Jobs‘ Team geschaffen wurde. Vor ein paar Wochen hat er noch gemeint dass der Mac ein komplett anderes Produkt sein sollte, nicht der Maus- und GUI-betriebene Computer der er war. (hier)

    The Woz ist ein Hardware-Genie der seit den 80ern nicht mehr in der Branche arbeitet und sich seitdem mit albernen Interviews in den News hält.

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