Spotify übernimmt Kinzen

Der schwedische Musikstreaming-Anbieter Spotify hat bestätigt, dass man das irische Unternehmen Kinzen übernimmt. Letztere haben sich darauf spezialisiert, Sprachdaten zu analysieren, um z. B. Hatespeech zu erkennen. Das erreicht man über eine Kombination aus Machine Learning und manuellen Eingriffen. Kinzen soll Spotify dabei unterstützen, die Podcasts sauber zu halten. Kooperiert hatte man hinter den Kulissen bereits seit 2020.

Wie schnell Spotify und Kinzen im Falle gefundener, kritischer Inhalte reagieren können, ist aber offen. Laut Spotify selbst könne man dank Kinzen die Sicherheit auf der Plattform verbessern und effizienter verhindern, dass Nutzer auf Inhalte stoßen, die sie verstören oder mit Fake-News füttern könnten. Gleichzeitig helfen die Tools laut dem Anbieter, den jeweiligen regionalen Kontext einzubeziehen.

So sind die Werkzeuge von Kinzen für die Analyse mehrerer Sprachen geeignet. Wie eingangs erwähnt, lässt Kinzen aber nicht einfach alles automatisch laufen, sondern beschäftigt auch menschliche Experten. Diese Kombination sei es dann auch, die man bei Spotify besonders schätze.

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15 Kommentare

  1. Ich finde diese Entwicklung äußerst bedenklich. Sind wir mal ehrlich: wir wissen alle was „hate speech“ ist. Das sind einfach Informationen, die unterdrückt werden sollen. Also handelt es sich hier um eine Art Zensur. Die Politik übt „sanften Druck“ auf die Unternehmen aus, welche sich dann zu solchen Maßnahmen gezwungen fühlen. Ein gutes Beispiel ist die Hunter Biden Laptop Story. Da ist doch tatsächlich das FBI an Facebook herangetreten, um denen zu verklickern, dass sie diese Geschichte doch besser mal unter den Deckel halten. Und auch die gesamte Mainstream Presse hat mitgespielt. Ich denke der amerikanische Wähler hätte sehr gerne gewusst, worum es sich da genau handelt. Missinfo und Anti-Hatespeech Gesetze sind wirklich die Pest unserer Zeit. Die Politik behandelt die Bürger wie kleine Babys, die aus ihrer Sicht offenbar nicht mündig genug sind, sich eine eigene Meinung zu bilden. Nein, viel ehr wollen sie dem Bürger eine Meinung diktieren, weil sie denken, dass sie es besser wissen. Das kotzt mich nur noch an.

    • Dein Kommentar ist auch ein gutes Beispiel für „Missinfo“, denn es ist keineswegs sicher, dass sich die Hunter Biden-Laptop-FBI-Sache („Geschichte besser mal unter den Deckel halten“) genau so abgespielt hat, wie Du behauptest.
      „It is not true, however, that Zuckerberg admitted that the FBI, or any other government entity, had specifically ordered Facebook to suppress or censor the Hunter Biden laptop story.“ (siehe https://nationalinterest.org/blog/politics/did-fbi-tell-facebook-kill-hunter-biden-laptop-story-204511) Und dann soll auch noch die gesamte „Mainstream-Presse“ mitgespielt haben. Warum sollte sie? Klar, dass gewisse Kreise raunen, dass man die Wahlchancen von Biden nicht gefährden wollte, aber zur Wahrheit gehört auch, dass „nothing about the Hunter Biden laptop story is new“, wie Zuckerberg sagt und seriöse Medien keinen Anlass sahen über darüber erneut zu berichten; nur die „alternativen“ Medien hatten natürlich Interesse daran das tote Pferd zu reiten.

      Die Dinge sind halt meist viel komplexer als sie jemand im Netz in wenigen Zeilen darstellt, auch wenn die meisten es gerne vorgekaut und ihrem Weltbild entsprechend hätten und dann werden daraus auch noch Schlüsse gezogen („wollen dem Bürger eine Meinung diktieren“), obwohl bereits die Prämisse falsch oder zumindest zweifelhaft ist.

      • Lol, Zuckerberg selber hat das erzählt. Also nichts Missinfo. Und dass der Mainstream da nicht mitgemacht hat kann man einfach daran erkennen, dass das direkt als Verschwörungstheorie und Spinnerei abgestempelt wurde. Auch wenn es „nichts neues“ gewesen wäre, wie du behauptest, haben die Informationen des Laptops eine derartige Tragweite, dass es eigentlich Konsequenzen für die Bidens hätte geben müssen. Das ist der eigentliche Skandal.

        • Nicht „wie ich behaupte“. Wo steht, dass ich mir diese Aussage zu eigen mache? Diese Verdrehung zeigt sehr schön, wie Du argumentierst. Und was Zuckerberg gesagt hat und wie es zu interpretieren ist, steht in o. g. Artikel. Tipp: „to be on guard“ bedeutet nicht „besser mal unter den Deckel halten“.

    • diese Information haben sie aus einer Telegram Gruppe und was hat der geschilderte Fall mit Hate Speech zu tun ? Hate Speech ist klar definierter Begriff und keine politische Auslegungssache, weil man sich gerne in der Opferrolle sieht der von Bundesrepublik Deutschland unterdrückt wird, weil die anderen nicht der gleichen Meinung ist wie man selbst und man ja „soviele“ gleich gesinnte in Sozialen Netzwerken hat. Auf etwaige Antworten ihrerseits werde ich nicht Antworten

      Anbei noch ein Wikipedia Auszug zu Hatespeech

      Hate speech is defined by the Cambridge Dictionary as „public speech that expresses hate or encourages violence towards a person or group based on something such as race, religion, sex, or sexual orientation“.[1] Hate speech is „usually thought to include communications of animosity or disparagement of an individual or a group on account of a group characteristic such as race, colour, national origin, sex, disability, religion, or sexual orientation“.[2] Legal definitions of hate speech vary from country to country.

      • “Hate Speech ist klar definierter Begriff …”

        Quatsch. Nur weil das “Cambridge Dictionary” eine Begriffserklärung dazu liefert, ist es noch längst kein “klar definierter Begriff” oder sogar eine strafrechtlich relevante Aussage.

        Stattdessen wird der Ausdruck vor allem von den Woken immer häufiger dazu verwendet, um missliebige Meinungen zu unterdrücken und zu diskreditieren. Viperngift hat mit seiner Aussage absolut recht.

      • Nein, hate speech ist eben nicht klar difiniert. Es ist ein Kaugummi Begriff der bewusst waage gehalten ist. Wenn du noch immer anderer Meinung bist, dann hätte ich gerne einen Link zur offiziellen Definition von dir. Danke im voraus.

        • Wichtig vor ab: Dies ist selbstverständlich keine Rechtsberatung und kann diese auch nicht ersetzen. Auch ist der Beitrag selbstredend nach bestem Wissen und Gewissen formuliert, hat aber natürlich keinen Anspruch auf Fehlerfreiheit.

          Generell lässt sich feststellen: In Deutschland sind wir in der äußerst glücklichen Lage, dass es um die Meinungsfreiheit im weltweiten Vergleich sehr gut bestellt ist. Denn dieses grundlegende Recht ist z.B. in Art. 5 GG verankert. Auch lässt sich dies gut aus der Rangliste der Pressefreiheit der NGO Reporter ohne Grenzen ableiten, wo Deutschland 2022 auf Platz 16 von 180 zu finden ist. Sicherlich lassen sich auch bei uns noch manche Dinge verbessern, generell geht es uns aber im internationalen Vergleich sehr gut.

          In Art. 5 Satz 2 des GG sind aber auch eindeutig die Grenzen der freien Meinungsäußerung definiert. Dazu gehören u.a. § 111 StGB Öffentlicher Aufruf zu Straftaten, § 130 StGB Volksverhetzung, § 131 Gewaltdarstellungen, § 166 StGB Beschimpfung religiöser Bekenntnisse, § 185 StGB Beleidigung, § 186 StGB Üble Nachrede, § 187 StGB Verleumdung, § 240 StGB Nötigung und § 241 StGB Bedrohung. Der gesetzliche Rahmen ist daher auch unabhängig von einer Definition von Hatespeech gegeben.

          Sofern sich also an geltendes Recht gehalten wird und z.B. keiner beleidigt, bedroht oder verleumdet wird, sollte der freien Meinungsäußerung folglich nichts im Wege stehen. Unabhängig davon gilt natürlich auch die Vertragsfreiheit, welche ihrerseits durch geltendes Recht beschränkt wird. So sind ggf. abweichende Regelungen dann aber auch bereits im Voraus bekannt.

          Essentiell in unserem gesellschaftlichen Diskurs ist, dass wir uns möglichst auf Fakten besinnen, um sachliche Diskussionen zu ermöglichen. Ich hoffe, mit diesem Beitrag hierzu ein wenig beitragen zu können.

          • Grundsätzlich ja, aber wir sind halt nicht in der Wissenschaft unterwegs, wo die Sachverhalte eindeutig mess- und beweisbar sind. Ob die von Dir geannnten Tatbestände erfüllt sind, legen Richter aus, die auch „nur“ Menschen sind und natürlich von ihrer Ausbildung, Erfahrung und persönlicher Einstellung geprägt sind, so wie wir alle. In den überwiegenden Fällen mag es eindeutig sein, aber eben nicht immer und professionelle Medien, wie z. B. die Bild oder andere Boulevard-Medien testen das gerade noch sagbare immer wieder aus.
            Selbst wenn nach bestem Wissen und Gewissen Recht gesprochen wird, bewegen wir uns in der Subjektivität.

  2. Es wird damit dem Nutzer die Mündigkeit aberkannt. Wenn ein Podcast nichts für mich ist, höre ich es mir nicht an. Ist ein Podcast diffamierend, gehe ich als person dagegen an. Hört mein Kind etwas, wofür ich als Elternteil selbst Verantwortung über die Aufsicht übernehmen muss, liegt es an mir es zu unterbinden. Bin ich in dem Podcast betroffen, sei es eine Beleidigung und/oder Unwahrheiten, liegt es an mir es anzuzeigen und dagegen vorzugehen. Ist es schlichtweg verbotene Propaganda, Hetze etc, ist dafür ein Rechtsweg zu wählen. Das Unternehmen kann in seinen AGBen angeben, welcher Weg bei Rechtsverletzungen eingeschlagen wird. Vorher aber selbst zu entscheiden, was Hetze/Hatespeech ist, hat etwas von Willkür. Nicht alles das gegen gute Sitten oder die öffentliche Ordnung verstoßen soll, hat wirklichen Bestand. Manches ist oftmals Satire, Persiflage. Leider streben wir Zeiten entgegen, in denen die eigenen Meinung oftmals als verletzende Beleidigungen aufgefasst wird, da offenen Kommunikation uninteressant ist. Naja….is halt nich so gut ne.

    • Hallo Erna, ich glaube du siehst das schon ganz richtig. Ein Unternehmen wie Spotify kann in seinen AGB angegeben das Hatespeech nicht erlaubt ist. (Und auch selber nochmal genau definieren was es unter Hatespeech versteht.) Wenn dieses Unternehmen der Meinung ist das irgendeine Äußerung in einem Podcast auf seiner Platform dagegen verstößt darf dieses untenehmen das Ganze auch selber offline nehmen ohne das irgendein Gericht das anordnen muss.
      Genauso kannst du auf einer Feier bei dir zu Hause jeden ohne Gerichtsbeschluss rausschmeissen der der Meinung ist den Anwesenden zu erklären das deinem Partner wohl ins Gehirn exkrementiert wurde, dieser außerdem häßlich wie die Nacht ist und er keine Ahnung hat warum du mit dieser Person ein Bett teilst.
      Ist also genauso dein gutes Recht Dinge zu tolerieren oder nicht zu tolerieren die bei dir passieren wie es das Recht von Spotify ist.
      Bevor das Argument Meinungs- oder Redefreiheit kommt noch der Hinweis das derjenige ja durchaus gesagt hat was er sagen wollte. Das bedeutet nicht das du oder Spotify ihn dabei unterstützen müssen das er das weiter bei euch machen darf.
      Ist so korrekt, ne.

      • Mache dich schlau über das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG).

      • Mir ist das Prinzip „Das eigene Recht findet seine Grenzen, wo das Recht eines anderen beginnt.“ bekannt und das ist auch mein Punkt. Habe ich etwas kritisiert oder habe ich jemanden beleidigt? Um bei deinem Beispiel zu bleiben, wobei wir hier bei einer Beleidigung sind und eine Anzeige durchaus denkbar, wären meine Gäste vielleicht schockiert von meiner überzogenen Reaktion, wenn ich einen Gast rausschmeiße, weil dieser eine andere Person nicht mag und das auch jemandem mitgeteilt hat. Es ist mein Recht die Person meines Heimes zu verweisen, ist es aber gerechtfertigt? Das ist hier eine Frage der Persönlichen Moral. Hier ist Spotify aber, im weitesten Sinne, ein „Auftraggeber“. Das Unternehmen bezahlt mich oder bietet mir an meinen Podcast weiter zu leiten. Dazu gibt es einige Spielregeln die ich beachten muss. Kommt aber nun ein Zeitpunkt, den die nicht mehr okay finden, kommt es zu einer schwierigen Situation finde ich. Anbieter von einigen wenigen Plattformen, die defacto alternativlos sind, in denen Meinungen und Ansichten kundgetan werden, sind auf einer allgemeineren Ebene zu betrachten die vielleicht schon öffentlich rechtlichen Ansprüchen genügen müssen. Biete ich jemandem an, seine Ansicht tausenden, hunderttausenden oder vielleicht millionen mitzuteilen, bin ich raus aus meiner zugeschnittenen AGB. Ich muss mir nicht alles von meinem Gast gefallen lassen das Unternehmen muss es aber sofern nicht ein Recht gebrochen wird. Zu diesen Unternehmen zähle ich Youtube, Twitter, Spotify/apple podcasts. Diese haben eine konkurrenz, aber nicht die Reichweite. Daher auch die Befürchtungen über Einflüsse in die Meinungsbildung, wenn bestimmte Narrative gefördert werden und andere vernachlässigt, weil es nicht den AGB entspricht. Damit ergibt sich eine Dissonanz die post faktisch in angebliche realität übergeht. Studien zeigen, dass 3-5% in jeder Gesellschaft, über alle Schichten distinktive Eigenschaften besitzen, verfügbare Podcasts/Videos/Blogeinträge ignorieren es und sagen 30-40% haben diese Eigenschaft oder Disposition. Sagt meine Gast etwas, dass der Wahrheit entspricht aber meine anderen Gäste nicht hören wollen und ich schmeiße die Person raus, habe ich was richtig gemacht? Nö, is nich korrekt, weil et nich datt is worauf ich raus wollte.

        • Schwieriges Thema. Ich für mich glaube, dass ich ganz gut selber entscheiden kann, was ich hören will und wem ich glaube. Trifft das für alle Leute zu? Nein. Mal ein anderes, ähnlich gelagertes Beispiel. Auf Plattformen von Apple findet absolut nichts statt, was auch nur den Anschein von Nacktheit erweckt. Ich empfinde das als verklemmt. Andererseits freue ich mich darüber, dass ich mich kein bisschen darum kümmern muss, dass meine Kinder dort mit legaler Pornographie in Berührung kommen. Wo man den Trennstrich zieht, ist auch immer eine Frage des Blickwinkels, ganz besonders bei einer kommerziellen Plattform mit großer Reichweite. Eine Lösung habe ich leider auch nicht, immerhin versucht Spotify einen Mittelweg zwischen den Extremen zu finden.

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