Spotify möchte in Europa bald stärker als iTunes sein

Musikstreaming ist ein boomender Markt, das reine Download-Geschäft mit Musik schrumpft immer weiter. In einem Interview mit MusicWeek (Paywall) äußerte sich Kevin Brown, Label-Verantwortlicher, sehr zuversichtlich, was die Zukunft von Spotify angeht. Man will schon bald iTunes in Europa überholen. Bereits jetzt berichten ihm einige Labels, dass sie mit Spotify mehr Geld verdienen als mit iTunes.

SpotifyOverview

In Großbritannien kann Spotify im Moment einen sehr starken Zuwachs verzeichnen, was vor allem an einer großen Marketing-Aktion mit Vodafone und der Sunday Times liegt. So konnte der Dienst in den letzten 4 Monaten dort 1 Million neue Kunden verbuchen, ein „erheblicher Teil“ davon seien zahlende Kunden. In den nächsten Monaten erwartet Spotify den 10 Millionsten zahlenden Kunden. Bisher spricht Spotify immer von 6 Millionen zahlenden Kunden, diese Zahl stammt allerdings noch aus März 2013.

Kevin Brown sagt zudem, dass Spotifys größter Konkurrent nicht etwa iTunes sei, sondern YouTube. Es gibt immer noch Künstler, die ihre Musik lieber exklusiv über iTunes verkaufen, dann aber auf YouTube zu finden sind, während Spotify diese Songs nicht anbieten kann.

Interessant dürfte es in Europa dann werden, wenn iTunes tatsächlich ein Streaming-Angebot in Form des Spotify-Angebots anbietet. Gut möglich, dass iTunes dann wieder der größere Konkurrent ist, oder was meint Ihr?

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Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

15 Kommentare

  1. Das klappt bestimmt, wenn sie noch mehr populäre Features entfernen.

  2. Kann ich mir gut vorstellen, dass Spotify bald stärker ist, als iTunes. Das Angebot ist einfach unschlagbar. Für läppische 10€ im Monat bekomme ich – am Desktop und mobil – Musik in hoher Qualität. Bisher kam es erst zwei oder drei Mal vor, dass ich ein Lied wirklich nicht bei Spotify gefunden habe. Wenn ich mir vorstelle, ich müsste jedesmal 1,29€ bei iTunes zahlen, wenn ich mal wieder kurz ein Lied hören möchte, das vielleicht schon ein paar Jahre alt ist…

    Es gibt eigentlich nur eine Sache, die das Vergnügen etwas trübt, aber dafür kann Spotify gar nichts: Das begrenzte mobile Datenvolumen, das die deutschen Mobilfunkanbieter leider noch immer mit Gold aufwiegen. Das ist sehr ärgerlich, wenn man unterwegs mal eben Lust auf ein paar Lieder hat, die man nicht sychronisiert und offline verfügbar gemacht hat…

  3. Das sehe ich genauso @ ChackZz

  4. Also ich bin mittlerweile auch wieder ein zahlender Spotify Kunde. Bin zwar 1,5 Jahre auf Music Unlimited und Xbox Music ausgewichen, die Dienste kommen dann aber doch nicht wirklich an den Komfort von Spotify heran (ohne Facebook Integration versteht sich :D)

    Selbst wenn itunes ein ähnliches Angebot anbieten würden, so werden auch hier nach und nach wieder Kunden schwinden. Solange man die Android und Windows Phone Gemeinde ausschließt, sehe ich da auf lange Sicht den kleineren Markt.

    Dennoch bin ich mir seit dem Whatsapp Deal nicht mehr wirklich sicher, was aus erfolgreichen Diensten wie Evernote und Spotify am Ende wird. Die Frage wer am Ende Spotify kauft, stellt sich mir jetzt schon. Dienste wie Skype wurden ja letztlich auch von Microsoft gekauft und Facebook ist bestimmt auch nicht uninteressiert an der Social Music Plattform. Hoffentlich bleibt Spotify autark.

  5. @ ChackZz
    dann solltest du zur telekom wechseln. ich kann ohne zusätzliche kosten unterwegs spotify nutzen.

  6. Früher wollte ich die Lieder auch immer selber besitzen. Doch ich bin nunmehr auch auf Spotify gekommen und sehr zufrieden. 10 EUR und ein sehr gutes Musikangebot in guter Qualität. Unschlagbar in Kombination mit einem Telekom-Vertrag und Spotify. Höre mittlerweile mehr Musik als vorher, u.a. entdecke ich jede Menge neue Lieder und Bands in Playlisten etc.

    Wenn ich überlege wie ich früher die CDS eingespielt, umgewandelt und fein getaggt habe. Mittlerweile gehe ich an diese Musik nur noch sehr sehr selten ran.
    Ich denke Spotify bleibt auf dem Markt und gewinnt immer mehr Kunden bzw. macht sich einen Namen. Sollte Itunes ein ähnliches Angebot geben wird es bestimmt nicht so günstig sein. Sie würden sich ja auch auf einen Schlag die doch noch zahlreichen Kunden des Stores vergraulen.

    Bin gespannt, wie sich das entwickelt und hoffe ebenfalls sie bleiben autark. Das Angebot ist für mich umfassend und bei dem Preis bleibe ich bei Spotify.

  7. Nero Burning Rom says:

    „Bereits jetzt berichten ihm einige Labels, dass sie mit Spotify mehr Geld verdienen als mit iTunes.“

    vs.

    „.@Spotify and @Pandora have made it impossible for songwriters to earn a living: three months streaming on Pandora, 4,175,149 plays=$114.11.“
    https://twitter.com/BetteMidler/status/452200886970769408

    Ich frage mich, was hat Apple da gezahlt? 80 USD für 2 Mio Downloads?

    Den Endkunden ist das alles Schnuppe (zu Recht) – 10 EUR ist ein guter Deal. Wo die Musik warum und wie herkommt ist auch egal. Gibt genug.

    Ich wünsche mir trotzdem, dass Labels die Konsequenzen ziehen und ihre Kataloge aus Spotify heraus nehmen oder erst 10 Jahre später einstellen.

  8. Spotify ist wie Radio: rechne mal aus, was ein Künstler pro Radio-Hörer bekommt, wenn sein Lied gespielt wird. Natürlich bekommt er vom Radio-Sender relativ viel, aber das muss man dann noch durch mehrere 100.000 Hörer teilen.

    Ich nutze nur noch Spotify, würde ggf. zu iTunes wechseln, wenn das Angebot ähnlich wäre. 10€ wären mir aber zu teuer, da ich es praktisch nur im Auto nutze, macht dann vielleicht 20h im Monat. Die 5-6€ für Spotify ist es mir aber wert. Vorteil iTunes wäre, dass man dort Siri nutzen kann.

  9. Ein richtiger Schritt zur Marktführerschaft wäre es, mal den Support zu verbessern und schneller Neuerungen zu implementieren. Es hat Spotify Ewigkeiten gebraucht, um eine „Repeat 1“ Funktion einzuführen.

    Nun warten hunderttausende Nutzer auf Chromecast-Unterstützung und Spotify sagt schlicht: „vielleicht irgendwann mal, vielleicht aber auch nicht“.

    Playlists auf dem Smartphone per Drag and Drop neu sortieren (da hinzugefügte Titel immer nur am Ende auftauchen)? Fehlanzeige.

    Das Grundkonzept stimmt. Als zahlender Kunde fragt man sich aber manchmal, was die den ganzen Tag so machen. Geld zählen?

  10. Ich persönliche „besitze“ lieber Musik und kann sie dann auch unbegrenzt auf allen Geräten wiedergeben, etc.
    Für nur ein reines Musik Leih-Angebot wie es Spotify darstellt, halte ich 10 Euro pro Monat für zu hoch. Das kommt aber natürlich auf das persönliche Nutzungsverhalten an, wenn man jeden Tag zig neue Alben sich anhört, und die meisten davon später nicht noch einmal hören will, dann lohnt sich so ein Angebot natürlich.
    Wenn man allerdings eine „überschaubare“ Anzahl an Lieblingskünstler hat deren Alben man gerne regelmäßig hört, dann ist so ein Angebot natürlich zu teuer.

  11. Aha – mit iTunes wurde die erste Welle der DRM-Musik überwunden, damit die Kunden wieder zum DRM über Spotify zurückkehren. Ich persönlich bin vermutlich zu alt, um diese neuen Mietmodelle toll zu finden, aber wer es mag…

  12. @Tenograd
    „Dennoch bin ich mir seit dem Whatsapp Deal nicht mehr wirklich sicher, was aus erfolgreichen Diensten wie Evernote und Spotify am Ende wird. “

    Spotify = 77Millionen US-Dollar Verlust 2012
    Evernote = Gewinn wird für 2014 erwartet

    Erfolgreich ist bei mir irgendwie was anderes

  13. @flyingt

    Was juckt Facebook Gewinn oder Verlust? Solange Daten da sind ist für Facebook alles super…

  14. @FlyingT Ich denke nicht, dass Erfolg an Gewinnen festgemacht werden kann. Amazon hat auch eine Ewigkeit nicht an Gewinnsteigerungen, sondern Umsatzsteigerungen mit abstrichen gearbeitet.
    Bei Evernote ist es dagegen der Aufkauf von diversen Diensten und Spotify muss auch immer wieder eine Menge reinvestieren um wachsende Userzahlen händeln zu können und hat zusätzlich auch gerade erst Echo Nest gekauft.