Spotify glaubt, dass Apple sein Ökosystem in Zukunft stärker öffnen wird

Spotify hatte sich vor ca. einem Jahr bei der EU-Kommission über Apple beschwert. So wirft man Apple vor, sich selbst und seinem Dienst Apple Music einen Vorteil gegenüber der Konkurrenz, wie eben Spotify, zu verschaffen. Schließlich kann Apple seinen Streaming-Dienst Apple Music wirksam direkt in iOS platzieren. Außerdem stößt es Spotify natürlich sauer auf, dass man für über den App Store abgeschlossene Abonnements an Apple blechen muss.

Der CEO des schwedischen Unternehmens, Daniel Ek, rechnet jedoch damit, dass Apple seine Plattform auf lange Sicht stärker öffnen werde. Aktuell bemängelt man neben der Provision, die Apple sich genehmigt, auch Beschränkungen für App-Updates und Verhinderung der Verteilung von Spotify-Funktionen für die Apple Watch und Siri.

Apple hat schon ein wenig nachgegeben: Letztes Jahr erhielt Siri die Möglichkeit, auch andere Streaming-Dienste als Apple Music fernzusteuern. Als Folge veröffentlichte Spotify eine neue App für die Apple Watch und die Apple TV. Laut Ek habe man vorher gar nicht diese Optionen gehabt. Indirekt deutet Spotify also an, dass Apple das selbst verhindert habe.

Allerdings erzählt Apple selbst eine andere Geschichte: Spotify habe für seine Beschwerde irreführende Zahlen verwendet und zudem habe Apple stark zum Erfolg von Spotify beigetragen. Das Gros der Spotify-Nutzer würde zudem das werbefinanzierte Angebot beanspruchen, sodass Apple daran gar nicht mitverdiene.

Apple schränkt übrigens immer noch andere Anbieter ein: Denn Third-Party-Apps dürfen nicht auf den HomePod-Lautsprechern laufen und auch die Standard-MusikApp lässt sich unter iOS und iPadOS z. B. nicht ändern. Im Verlauf des Jahres will Apple es aber noch erlauben, dass Drittanbieter ihre Apps für die HomePod flott machen dürfen. Der Spotify-CEO erkennt da bei Apple Schritte in die richtige Richtung, nimmt aber an, dass Apple da noch einen langen Weg vor sich habe.

Laut Spotify wachse man selbst schneller als Apple Music und mache sich um die Konkurrenz per se wenige Sorgen. Allerdings sollte es einen fairen Wettbewerb für alle geben.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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9 Kommentare

  1. Jeve Stobs says:

    Wann wird sich Spotify öffnen sein eigenes Podcastangebot als RSS Feed anbieten?

    • Auch wenn ich Spotify nutze bleibe ich weiterhin bei den frei zugänglichen Podcasts. Mir gehen diese geschlossenen Plattformen ganz schön auf die Nerven. Podcasts die nur auf Spotify zu finden sind höre ich einfach nicht.

  2. Spotify: Weint wie ein Kind und beschwert sich, wie andere ihr Geschäft führen.

    Auch Spotify: „… macht sich um die Konkurrenz per se wenige Sorgen.“

  3. JaySan25 says:

    Ging ja lange das Gerücht um, dass man ab iOS 14 und Co. seine eigenen Standard Apps auswählen könnte.

    • Als wenn es Apple-Nutzern wichtig wäre eigene Entscheidungen zu treffen.
      Denn dann wären sie ja keine Apple-Nutzer… 😉

      Also im Ernst jetzt, ich kenne mich bei Apple kaum aus, aber es können wirklich keine eigenen Standard-Apps festgelegt werden? Es ist 2020, nur mal zur Einordnung…

      • > ich kenne mich bei Apple kaum aus

        Offensichtlich.

        • Was jetzt, kann man nun unter iOS eigene Standard-Apps definieren oder nicht?

          Ich bin mir ziemlich sicher, dass, wenn dies ginge, du diesen Umstand erwähnt hättest.

          Hast du aber nicht.

          Damit ist doch alles gesagt…

      • JaySan25 says:

        Bei macOS schon. Sonst nicht. Außer, wenn man in Chrome Gmail oder in Outlook Firefox als Standard wählt. 😀

      • „Als wenn es Apple-Nutzern wichtig wäre eigene Entscheidungen zu treffen.
        Denn dann wären sie ja keine Apple-Nutzer…“

        Word! Besser könnt ich’s auch nicht ausdrücken.

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