SpaceX darf Satelliten im niedrigen Orbit ins All bugsieren

Die nordamerikanische Federal Communications Commission alias FCC hat Elon Musks SpaceX die Genehmigung erteilt seine Satelliten in einen niedrigeren Orbit zu hieven als ursprünglich gedacht. Da dürfte man bei SpaceX nun erleichtert sein, denn das war eine sehr wichtige Hürde, um im Mai von Florida aus wie geplant seine Satelliten ins All zu bugsieren.

Die Satelliten zählen zu dem größeren Plan namens Starlink: Starlink soll das Satelliten-Netzwerk für Internetverbindungen aus dem Hause SpaceX werden. Im November 2018 beantragte man bei der FCC eine Anpassung, um seine rund 4.425 Satelliten im Orbit abzusetzen – in Höhen zwischen 1.110 bis 1.325 km. Später fand bei SpaceX jedoch ein Umdenken statt und man wollte 1.584 der Satelliten nur bei 550 km Höhe verwenden. Diese Planänderung ergab sich durch die Auswertungen, der durch die ersten beiden Testsatelliten gesammelten Daten.

Um diese Strategie anzuwenden, bedurfte es jedoch der Zustimmung durch die FCC. Und genau jene hat SpaceX also mittlerweile erhalten. Als Begründung für die niedrigeren Höhen gibt SpaceX an, dass man so Signale mit deutlich geringeren Latenzen erreiche. Zudem benötige man nun 16 Satelliten weniger für die gleiche Abdeckung. Laut SpaceX vermeide man so auch Weltraumschrott: Defekte Satelliten würden so mit höherer Wahrscheinlichkeit einfach abstürzen und verbrennen.

Ein Konkurrenzunternehmen, One Web, das ebenfalls eine Satelliten-Internet-Infrastruktur aufbauen möchte, stemmte sich zuvor gegen die Plöne von SpaceX. Auch der Satellitenbetreiber Kepler Communications hatte sich gewünscht, dass die FCC die Pläne von SpaceX abschmettert. Sie befürchten, dass die Starlink-Satelliten ihre eigenen Übertragungen stören, da ähnliche Frequenzen verwendet werden. Laut FCC bestünden derartige Gefahren jedoch nicht. Auch Bedenken bezüglich möglicher Zusammenstöße schmetterte die FCC ab.

Langfristig will SpaceX ca. 12.000 Satelliten im Orbit einsetzen, um Internetverbindungen rund um den Globus zu garantieren. Nicht nur Elon Musks Firma verfolgt aber derartige Ziele: Auch Amazon will im Rahmen seines Project Kuiper ähnlich mit etwa 3.236 Satelliten vorgehen. Das bereits erwähnte Konkurrenzunternehmen OneWeg möchte im ersten Schritt 650 Satelliten nutzen. SpaceX muss also zusehen. Das ist nicht nur wegen dem Konkurrenzdruck so: Die Genehmigung durch die FCC ist daran gebunden, dass SpaceX mindestens die Hälfte der geplanten Satelliten innerhalb der nächsten sechs Jahre an den Start bringt.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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3 Kommentare

  1. Ich beschäftige mich mit der Weltraumthematik sehr wenig, aber laut statista befinden sich derzeit ca. 2000 Satelliten im All. Und jetzt sollen alleine durch SpaceX 12.000 neue dazukommen?!
    Oder wird hier zwischen Orbit und All unterschieden? Und wie viele Satelliten kann man mit einem Raketenstart transportieren?

    • retikulum says:

      @Malawe
      Zunächst: Was der Artikel hier zwischen den ganzen Typos (Plöne, OneWeg, etc.) verschweigt: Die FCC hat zur Auflage gemacht, dass die Satelliten genug Treibstoff an Bord haben müssen, um sie in der Atmosphäre verglühen zu lassen. Ebenso werden diese, bedingt durch die niedrige Umlaufbahn, nach 5 Jahren automatisch in die Atmosphäre eintreten und verglühen, falls sie unkontrollierbar/unsteuerbar werden.
      Wieviele Satelliten: 10-20 pro Start. Je nachdem wo sie ausgesetzt werden. Vermutlich werden die Satelliten in 350 km Höhe ausgetzt, von dort aus werden die Satelliten ihre Position in 550 km selbst erreichen können.

  2. Interessanter Artikel, bitte noch mehr Berichte zu SpaceX, Tesla und Musk.

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