Sony Reader Store schließt

Sony hat nicht nur E-Book-Reader im Angebot, sondern auch einen eigenen Book-Store. In Zeiten von Tolino, Kindle und Co sicherlich kein leichtes Unterfangen, einen konkurrenzfähigen Store aufrecht zu erhalten. Nachdem man bereits in den USA den Stecker gezogen hat, ist nun auch die deutsche Variante von der Schließung betroffen. Bis zum 16. Juni kann noch im Store eingekauft werden, dann ist Schicht im Schacht.

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Für Bestandskunden hat Sony aber eine Lösung parat, der Reader Store wird seine Kunden zu Kobo migrieren. Sony-Kunden bekommen Ende Juni eine Mail mit personalisiertem Link von Kobo, über diesen Link wird man sein Konto migrieren können. Hierbei werden die bei Kobo verfügbaren Bücher vom Sony-Account umgezogen, weiterhin wird man bei Kobo E-Books erwerben können, wie man seitens Sony mitteilt. Sollten bereits gekaufte E-Books bei Kobo nicht verfügbar sein, so müssen die erworbenen Bücher von euch lokal gesichert werden. Eine Anleitung nebst weiteren Infos findet ihr hier. Inwiefern Sonys Business mit E-Book-Readern weitergeht, kommunizierte man nicht.

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

12 Kommentare

  1. Doch gut, dass ich direkt auf Kobo gesetzt habe 🙂

  2. Thomas Baumann says:

    It’s a So-Nie 😉

  3. Guntram says:

    Eine weitere interessante Facette des DRM. Spielt Dein Shop irgendwann nicht mehr mit, bist Du auch raus…

    Kobo sind übrigens besonders fies: Da taucht nirgendswo ein Hinweis auf DRM auf – erst nachdem man das Bauch gekauft hat. Im Gegenteil, man behauptet freimütig, die Bücher könnten auf:
    DESKTOP – eREADERS – TABLETS – IOS – ANDROID – BLACKBERRY -WINDOWS
    gelesen werden.
    Pustekuchen! Das geht natürlich nur, wenn man deren (eingeschränkt verfügbare) Software installiert und benutzt. Eine diesbezügliche Beschwerde verlief im Sand (es sei doch VÖLLIG KLAR, daß man die Bücher nicht auf dem Desktop an sich, sondern nur via der speziellen Software lesen könne)!
    Betrügerpack!

  4. …Gerüchte, dass der PRS T 3 der letzte Reader von Sony sein wird, gibt es schon eine Weile… Der REst ist z.T. selbst verschuldet bzw ungeschickt angestellt:
    So gab es zwar die Sony-Reader zu kaufen, beim Shop wurde man aber von Mal zu Mal vertröstet, der offizielle Start wurde immer weiter nach hinten verschoben – zumindest für den deutsch(-sprachigen) Shop. Als der dann endlich kam, waren die PRS-Besitzer wahrscheinlich längst woanders – und warum dann noch ein Konto (bei Sony) eröffnen?

    Und diese ganze Geschichte mit Bücher lokal sichern – na ja, hier zeigt sich schon wieder: der Ehrliche ist der Dumme, das war bei mp3 so und bei ebooks macht man den selben Fehler. Es bleibt also dabei:
    hoch lebe Calibre und die Möglichkeit, diverse Plugins einzusetzen – welches Format das Buch hat oder welcher Shop schließt ist da absolut unwichtig.

  5. @Guntram
    Kobo ermöglicht dir deine Ebooks im EPUB-Format zusätzlich herunterzuladen. Mit Adobe Digital Edition oder Calibre kannst du jenseits von Ebook-Readern und Kobo-Apps die Bücher lesen. Und auch wenn Kobo den Shop schließen würde – die Ebooks bleiben dadurch weiterhin lesbar. Der Shop ist dadurch irrelevant. Anders sieht es bei Amazon aus mit ihrem „mobi“-Format.

    • Guntram says:

      @Xenios Zeus: Dazu brauche ich aber immer noch Adobe Digital Editions inkl. Registrierung. Und eine Plattform, auf der ADE auch läuft. Und letzteres ist bei mir (ohne ein WIndowslizenz zu kaufen) eben nicht gegeben. Obwohl ich mehrere „Desktops“ zur Verfügung habe!

      Daß man das ganze in rechtlichen Grauzonen mithilfe von Calibre umgehen kann, ist mir schon klar. Das ändert aber nix am Fehler im Konzept!

  6. @Guntram
    ADE läuft unter Windows, MAC und unter Linux und BSD mit Wine. Und klar benötigt man dazu Software und eine Registrierung. Wer kein DRM haben will, sollte nur DRM-freie Ebooks oder weiterhin Bücher aus Papier lesen. Der Fehler im Konzept ist mehr, dass kaum jemand Geld für die Bücher bezahlen würde, wenn diese ohne DRM wären.
    Wobei ich die Buchpreisbindung und der fast gleiche Preis zu einem Papierbuch als viel schlimmer betrachte.

  7. @Xenios Zeus:
    Es würden sicher einige (viele?) auf raubkopierte Bücher zurückgreifen, allerdings habe ich auch gedruckte „Papierbücher“ verliehen und ausgeliehen – also gibt und gab es auch da schon „Bücher-Sharing“. Und da fiel mir das Verleihen leichter, als bei eBooks – hier bin ich mir doch nicht so gaaaanz sicher, ob nicht der eine oder andere „gute Bekannte“ das Buch an einen weiteren guten Bekannten weitergeben würde.
    Allerdings gab es das Problem auch schon bei mp3 und das Problem ist einfach, dass der Ehrlich der Dumme ist: der, der sich an die Spielregeln hält, hat die ganzen Probleme mit Registrieungen bei Shops, Adobe, den doch mehreren Formaten, der Anzahl der Lese-Geräte, welche Software auf welcher Plattform usw….
    Der, der von vornherein die Regeln etwas dehnt – oder völlig mißachtet, der hat es einfach leichter – und das kann im Grunde nicht sein.

    Vielleicht wäre eine Art Wasserzeichen die bessere und einfachere Lösung. Wenn ich nicht irre, ist es bei mp3 ähnlich. Zwar fehlt der Kopierschutz/DRM aber in den Dateien versteckt ist hinterlegt, wo die Daei her stammt bzw. wer sie mal gekauft hat. Obwohl es DRM-frei einfach zu handeln wäre, muß sich jeder, der diese eBooks kauft also bewußt sein, dass bei Weitergabe oder gar beim „weltweiten“ Verteilen der Verursacher feststellbar ist.

    Den Preisunterschied zwischen gedrucktem Buch und eBook empfinde ich auch als zu gering – zwar mag das digitalisieren Kosten verursachen, Lagerung, Transport, Material u.ä. falen aber komplett weg. Dafür nur ca. 1€ Ersparnis – das sind sonst gerademal die Speditionskosten vermute ich

  8. Mich wundert es nciht das die schließen.. Ich habe zwar einen eBook-Reader, aber bei dem geringen Preisunterschied kaufe ich dann doch meistens das Papierbuch. Die kann ich problemlos auch verleihen oder später verkaufen. Das die nicht einsehen das sie sich viel Geld durch die Lappen gehen lassen mit den nicht verleihbaren/verkaufbaren Ebooks.

  9. Guntram says:

    @Xenios Zeus: Auch bei der Benutzung von Wine mußt Du eine Windows-Lizenz besitzen.
    Apropos mehr Geld: Im Prinzip sind ja DRM-verschandelte eBooks mehr oder weniger nur Leihbücher (zumindest besitze ich sie nicht wirklich) – dafür ist der Preis dann viel zu hoch!
    Außerdem gibt es nur die wenigsten Bücher überhaupt DRM-frei (weswegen ich bei den Betrügern von Kobo kaufte, wo nirgends erwähnt war, daß die die Bücher mehr oder weniger nur an technisch passend ausgestattete Opfer vermieten).

    @dischue: Genau – bezüglich Wasserzeichen gibt es ein super System, welches das Wasserzeichen durch Verschieben/Ersetzen von Leerzeichen etc. in den Text (also auch Textdateien!) einbaut – die Texte sind für den normalen Leser wohl nicht unterscheidbar.
    Wäre also eigentlich gut machbar!

    Wenn’s ein Preisproblem gibt, sollte man über Preis-Leistung nachdenken! Ich selber habe in der guten alten Napster Zeit viele Künstler, Alben entdeckt zu denen ich dann die CDs gekauft habe (insbesondere, um den Künstler in seinem Schaffen zu unterstützen), weil’s mir das WERT war.

    Bei MP3s ist’s doch auch ähnlich. Der riesige Erfolg teilweise nicht so berauschender Streamingdienste zeigt es doch: Die Masse der Menschen, die lieber legal Musik hören, reicht vollkommen aus. Es wird immer Schwarzleser, -hörer, -seher geben, wie es auch immer Arbeitsunwillige geben wird (bei z.B. bedingungslosem Grundeinkommen) – aber sind diese ~10% wirklich sooo relevant?

  10. @Guntram
    Für Wine braucht man eine Windows-Lizenz?
    Wine ist eine Windows-kompatible Laufzeitumgebung unter der LGP-Lizenz. Unter Wine verwendete Windows-Programme sind natürlich weiterhin lizenzpflichtig, wenn für diese unter Windows auch eine Lizenz benötigen. Für ADE wird keine Lizenz benötigt (Freeware), somit entsteht keine Kosten.
    Und nein – Kobo vermietet dir keine Bücher. Du bist nach dem Kauf der Besitzer im Rahmen der Nutzungsbedingungen. Wenn einem diese Bedingungen nicht passen (DRM), sollte man auch dort nicht kaufen oder hinterher alles als Betrug darstellen.
    Selbstverständlich braucht man einen Ebook-Reader bzw. geeignete Software, um Ebooks generell zu lesen. Das gilt ja auch für freie Ebooks. Für das Lesen von HTML-Internetseiten wird ein Webbrowser benötigt. Sind deshalb Internetprovider gleich Betrüger, weil sie dich nicht darauf hingewiesen haben? Manchmal kann man nur den Kopf schütteln über das Kaufverhalten von Nutzern, ohne vorher Informationen eingeholt zu haben.
    Du willst Ebooks ohne DRM und dafür Wasserzeichen als Käuferidentität? Dann kauf doch bei libreka ( http://www.libreka.de/ ). Nennt sich dort Soft-DRM.

  11. @Xenios Zeus: Wine selber braucht keine Lizenz – okay. ABER sobald Du Windows-DLLs nutzt etc. brauchst Du (theoretisch) eine entsprechende Lizenz. Kann sein, daß das jetzt bei ADE nicht nötig ist.
    Ganz abgesehen davon, daß ADE für Wine/Linux nicht supported wird – spätestens dann ist es eben keine offizielle Variante (wobei es hier ja ums Prinzip geht).

    Ich sprach außerdem von „mehr oder weniger“ Leihbüchern. Gemäß dem Motto: If you can’t root it, you don’t own it.

    Bei libreka habe ich die Bücher meiner Wahl leider nicht gefunden. Oder nur als DRM-Version bzw. Hardcopy.

    Und (falls Du meine Beiträge überhaupt gelesen hast): Ich habe sehr wohl versucht herauszufinden, ob kobo DRM-frei ist. Sie erwecken den Anschein und geben erst NACH dem Kauf bekannt, daß es unfreie Bücher sind. Evtl. steht das auch in den AGB – hier finde ich es aber auch nicht? (http://de.kobo.com/termsofuse?___store=de&style=onestore) Bin mal gespannt, ob Du etwas gegenteiliges findest!

    Nach wie vor ist das eine Täuschung des Käufers, dem DESKTOP etc. als Lesemöglichkeit (ohne Einschränkung!) angepriesen wird!