Sonos: Einstweilige Verfügung gegen Google in Deutschland

Erinnert ihr euch noch daran, dass Sonos gegen Google vorgegangen ist? Im ersten von Sonos angestrebten Rechtsstreit ging es noch um die Basics drahtloser Audiosysteme – die Einrichtung, synchrones Abspielen, Erstellen von Stereopaaren und so weiter. Der zweite Rechtsstreit beziehe sich dagegen auf Inhalte, die bereits 2011 entwickelt wurden – so beispielsweise die Steuerung von Musikstreams von einem sekundären Gerät aus, automatischer Lautsprecher-Equalizer-Einstellungen und einer Lautsprechergruppenverwaltung.

In Deutschland hat Sonos nun laut eines Berichtes einen Teilsieg errungen. Die einstweilige Verfügung, die Ende April von einem Hamburger Gericht erlassen wurde, könnte Google den Verkauf seiner Lautsprechertechnologie in Deutschland untersagen. Dies könnte Google tatsächlich dazu zwingen, den Verkauf seiner smarten Lautsprecher, sogar der Smartphones, in Deutschland stoppen zu müssen, sofern man sich nicht einigt. Das vollständige Urteil liegt noch nicht schriftlich vor, sodass die tatsächlichen Auswirkungen auf die Marktpräsenz von Google ungewiss sind, so der Bericht von Protocol.

„Wir sind dankbar, dass das Gericht die eklatante Verletzung des geistigen Eigentums von Sonos durch Google anerkannt hat“, sagte Eddie Lazarus, Chief Legal Officer von Sonos, in einer per E-Mail versandten Erklärung. „Diese Entscheidung ist ein vielversprechender Meilenstein in unseren laufenden Bemühungen, unsere Innovationen zu verteidigen und uns gegen die unfairen Praktiken von Big Tech zu wehren.“

Die Entscheidung des Gerichtes wurde bekannt gegeben, als Sonos die Ergebnisse für das zweite Quartal 2021 veröffentlichte. In diesem Quartal konnte Sonos einen Umsatz von 332,9 Millionen US-Dollar erzielen, was einer Steigerung von 90 % gegenüber dem gleichen Quartal im Jahr 2020 entspricht.

Sonos-CEO Patrick Spence sagte am Mittwoch gegenüber dem US-Medium Protocol, dass er das Unternehmen im Aufwärtstrend sieht, was zum Teil an neuen Produktkategorien wie dem tragbaren Sonos Roam liegt.

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20 Kommentare

  1. Wenn Google mal gegen alles geklagt hätte, was ansatzweise von deren Ideen „geliehen“ wurde. Na ja, die positiven Seiten von Google werden leider selten sichtbar.

    • Google positiv? Unterm Stein gelebt?

      • Naja, man kann auch alles schlecht reden. Sorry, Google hat definitiv gute Seiten und auch gute Angebote. Aber leider ist es in Deutschland sehr weit verbreitet immer alles niederzuknüpeln, wenn Teilbereiche vielleicht nicht ganz gut sind.

        • Hallo Dominik und alle , „gut“ und „böse“ sind m. E. völlig ungeeignet um das Handeln eines so komplexen Konstrukts wie eines multinationalen Unternehmens, ja letzlich sogar eines „Ladens an der Ecke“ zu beschreiben. Hier geht es um rechtskonform oder eben nicht. Das hat nichts mit moralischen Wertungen zu tun , die meiner Meinung nach eher auf Individuen gemünzt sind als auf Körperschaften. Und da verhalten sich wohl alle Unternehmen oder Behörden oder was auch immer immer wieder einmal nicht rechskonform. Das ist dann nicht „böse“ sondern dafür gibt es Gerichte . Dafür haben wir die Gewaltenteilung und Gerichte als Schiedsinstanz die dann diese Unternehmen dazu bringt sich wieder rechtskonform zu verhalten und entstandene Schäden aus nicht rechtskonformem Handeln zu erstatten. „Google“ oder „Apple“ sind Unternehmen , keine personen , oder gar esotherische Entitäten wie ein „Gott“ oder „Geist“.

      • Und Du? Angst vor den kleinen Satelliten die man eingesetzt bekommt wenn man nicht aufpasst?

  2. Hm, wieso eigentlich nur Google? Sind die Systeme von Amazon und Apple nicht sehr ähnlich was den Funktionsumfang angeht?

  3. Hoffentlich wird Sonos durch Google nicht aufgekauft. Google hat schon viele gute Dinge zerstört.

    • Bei Sonos wäre die Zerstörung allerdings begrüßenswert. So wie Sonos snips.ai zerstört hat.

      • Sonos ist bis jetzt die einzige brauchbare und bezahlbare Lösung für vernetzte Lautsprecher.
        Es gibt halt keine Alternativen, die anderen sind Hersteller-gebunden und/oder brauchen teurere Abos.

  4. Christian says:

    „so beispielsweise die Steuerung von Musikstreams von einem sekundären Gerät aus“
    Machen das Spotify und Amazon nicht auch? Ob sie auch dagegen vorgehen werden?

    Auch das sind doch „Basics drahtloser Audiosysteme“ darauf sollte niemand einen alleinstehenden Anspruch haben.

  5. Auf eure Frage, ob das auch auf andere Hersteller zutrifft: ja, Sonos verweist auch immer wieder darauf, dass auch andere Firmen gegen die eingetragenen Patente verstoßen.

    Das sind übrigens die Patente, um die es genau geht:

    „Method and apparatus for adjusting volume levels in a multi-zone system
    Dieses Patent beschreibt den Vorgang, wie die Lautstärke unter mehreren verbundenen Lautsprechern miteinander synchronisiert oder angepasst wird.
    System and method for synchronizing operations among a plurality of independently clocked digital data processing devices
    In diesem Patent wird beschrieben, wie Lautsprecher in einem größeren Netzwerk miteinander unter Verwendung von Zeitstempeln synchronisiert werden.
    Multi-channel pairing in a media system
    Hier wird beschrieben, wie zwei oder mehr Lautsprecher miteinander verbunden werden.
    Playback device
    Ein Zusatzpatent, das beschreibt, wie das Abspielen von Inhalten zwischen den synchronisierten Lautsprechern bewerkstelligt wird.
    Playback device connection
    Mit diesem Patent sichert sich Sonos die Methode, dass die Lautsprecher per WLAN miteinander verbunden werden.“

    Quelle und Links zu den Patenten: https://www.googlewatchblog.de/2020/01/sonos-google-um-patente/

    Was mich allerdings verwundert: das sind US-Patente, die so in Deutschland gar nicht wirksam sein sollten. Wieso klagt Sonos dann vor einem deutschen Gericht? Mir erscheint es etwas merkwürdig, dass zwei US-amerikanische Firmen US-Patente in Deutschland verteidigen, was dann Auswirkungen auf den deutschen Markt haben soll.

    • Danke für die weiterführenden Infos.

      „Sonos hat schon seit längerer Zeit keinen guten Lauf mehr und könnte tatsächlich mit existenziellen Problemen kämpfen – auch aus diesem Grund hat man die Klage gegen Amazon erst einmal vertagt.“

      Das erklärt zumindest warum sie sich nicht an Amazon heran getraut haben, oder Apple.

      Was den Rechtsstreit in Deutschland angeht…
      Das sind alles US Patente laut dem Blog, keinen blassen Schimmer warum das hier in Deutschland verhandelt wird. Könnte es sein, dass es gar nicht um die Patente an und für sich geht, sondern um den Verkauf von Geräten die mit „gestohlenen“ Patenten entwickelt wurden? So ähnlich wie Plagiate?

  6. Google sind nicht die ersten. Gegen Sound United (Denon & Marantz) hat Sonos auch schon geklagt, wegen deren Multiroom-System HEOS. Sound United hat sich da wohl durchgefochten und HEOS gibt es ja bekanntermaßen immernoch. Ich glaube die haben die meisten Anklagepunkte widerlegt und sich in einigen Detailpunkten dann irgendwie geeinigt. Ich denke Google wird es hier nicht schlechter ergehen.

  7. Onkel Wanja says:

    Tja, zuerst wollten sie die Kunden mit älteren Geräten abziehen, was nicht so ganz geklappt hat und nun haben sie scheinbar ein ganz anderes Geschäftsmodell entdeckt. Wenn man nicht mehr in der Lage ist innovativ zu sein, muss man die Kohle halt vor Gericht verdienen. Sonos ist einfach nur noch teuer, mittelmäßig und unsympathisch.

    • Markus M. says:

      Was wäre denn eine Alternative? Bin selber Sonos Nutzer, aber aufgrund der Firmenpolitik aktuell auf der Suche nach Alternativen. Voraussetzung:

      – Kleinere Lautsprecher (Vergleichbar Sonos one)
      – Mittlere LS (vgl. Sonos 5)
      – Verstärker ( Sonos Amp)
      – Apps für IOS , Android, MacOS und Windows
      – Integration von Spotify mit mehreren Profilen, Tidal, Apple Music und Pocketcast
      – Lokale Musik vom NAS und Internet Radio Streams

      Hab bisher noch keine Alternative gefunden ohne Kompromisse machen zu können.

  8. Vor allem ist Sonos ja Anbieterneutral: jeder hat Zugang zu Sonos , m. W. unterstüztt kein anderer hardwareHardwareherstelleer so viele Streamingdienste . Airplay 2 wird auch unterstützt , in meinem Windows 10 tauchen die Sonösse als Audio-Ziel im Kontextmenü auf wenn ich eine kompatible Audio-Datei fokussiere. M. W. sind da andere Systeme viel abgeschlossener . Schade daß es keinen nativen „Pseudo-Device-Treiber“ untr Windows gibt mit dessen Hilfe man die Sonösse als virtuelle Soundkarte einbinden kann so daß man nicht nur aus dem Dateisystem sondern z. B. auch aus dem Browser oder Apps die Sonösse direkt als ziel aufrufen kann . Aber generell eins der offensten Systeme vür aktive Streaming-Lautsprecher – da ist es verständlich daß man im Gegenzug für diese Systemoffenheit seine Patente verteidigen möchte.

    • Das macht Sonos aber nicht wegen der Offenheit, sondern aus zwei Gründen:

      1. Um Lizenzgebühren oder gegenseitige Patentgeschäfte tätigen zu können und
      2. Damit die Lizenzen erhalten bleiben.

      Gegenseitige Patentgeschäfte setzen Patente voraus, die in der Branche wirksam sind. Deshalb braucht eine Firma wie Sonos Patente, um im Falle eines Patentstreit, in dem Sonos das beklagte Unternehmen ist, mit Lizenzen ein gegenseitiges Geschäft machen zu können.

      Und zu 2. setzen Patente voraus, dass der Patentinhaber Interesse an diesen bekundet. Macht er das nicht, können Patente gelöscht werden. Deshalb haut also Sonos hier auf den Putz.

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