Sennheiser hat seine Consumer-Sparte verkauft

Das sind sehr überraschende Nachrichten aus der Audio-Branche. Wir berichteten ja darüber, dass Sennheiser darüber sinnierte, seine Consumer-Sparte zu verkaufen. Nun, dies ist laut Aussagen des Unternehmens nun gelungen. Sennheiser und die Sonova Holding AG mit Hauptsitz in Stäfa, Schweiz, haben heute ihre künftige Zusammenarbeit unter einem gemeinsamen Markendach bekannt gegeben. Der Anbieter für medizinische Hörlösungen wird das Consumer-Electronics-Geschäft von Sennheiser vollständig übernehmen.

Vorbehaltlich der Zustimmung durch die Aufsichtsbehörden ist geplant, den Übergang des Geschäftsbereichs auf Sonova bis Ende 2021 abzuschließen. Sennheiser hatte im Februar angekündigt, sich in Zukunft auf den Professional Bereich zu konzentrieren und gleichzeitig einen Partner für den Bereich Consumer Electronics zu suchen. Sonova wird die komplementären Kompetenzen beider Unternehmen nutzen, um seine Geschäftsfelder zu stärken und weiter auszubauen, so die Mitteilung.

Das Ende? So erst einmal wohl nicht: Unter dem gemeinsamen Markendach Sennheiser ist eine dauerhafte Zusammenarbeit geplant, um Sennheiser-Kunden auch in Zukunft erstklassige Audiolösungen anzubieten. Ein Lizenzvertrag über die künftige Markennutzung wurde vereinbart. Sonova soll 200 Millionen Euro gezahlt haben.

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26 Kommentare

  1. Webb@gmail.de says:

    Na damit ist man dann komplett raus aus dem Markt. War vorher schon nicht rosig

  2. Als Nutzer eines Cochlea Implantats von Advanced Bionics (Tochter von Sonova), ist das eine tolle Nachricht. Advanced Bionics wurde auch von Sonova aufgekauft und die aktuellen CIs wurden durch das Know How von Phonak deutlich aufgewertet. Wenn jetzt noch das Consumer-Know How von Sennheiser dazu kommt, dürfte die Qualität noch besser werden (die Bluetooth-Verbindungen sind z.B. bei meinem CI noch verbesserungswürdig)

  3. Damit ist dann auch die Ambeo Soundbar „betroffen“?

  4. Gina-Laura Wittekind says:

    Ich werde deshalb auch lieber beim Marktführer Apple AirPods bleiben, so wie die meisten hier.

    • „deshalb“? Ist „Apple AirPods“ ein eigenständiges Unternehmen? „die meisten hier“?

      • Ich hoffe sie hat wenigstens Geld für Apple für diesen sinnlosen Beitrag erhalten. Ansonsten ein Beweis, dass Apples Marketing wirklich Apple-Zombies generiert,

    • Thomas Höllriegl says:

      Worin Marktführer? Verkaufszahlen? Die sagen wenig bis gar nichts müber die Qualität aus. Und da sind die Bose Quiet­Com­fort 20 Marktführer.

      • „Der Marktführer (englisch market leader) ist ein Begriff der volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse, insbesondere der Wettbewerbstheorie und Marketinglehre, und bezeichnet ein Unternehmen, das auf einem relevanten Markt unter allen Marktteilnehmern den größten Marktanteil am Marktvolumen oder der abgesetzten Menge (Stückzahlen) besitzt. Auf globaler Ebene spricht man von einem Weltmarktführer.“

        Ich zitiere an der Stelle einfach mal Wikipedia 😉
        Vermutlich wird man nicht nicht Marktführer bei den Verkaufszahlen, sondern auch bei Umsatz und Gewinn sein.

        Qualität hat per erstmal nichts mit Marktanteilen zu tun.

  5. iMactouch says:

    Und was passiert mit den Sennheiser Angestellten z.B. hier in der Wedemark?

    • Ich vermute übelstes. Meist wird nur Know How aufgekauft, das war bei anderen Firmen in der Vergangenheit zumindest so. Die werden noch eine Zeit lang hier entwickeln und irgendwann…. Sennheiser reiht sich nahtlos bei allen aufgekauften oder Pleite gegangenen Traditonsfirmen ein, Blaupunkt, Techniks, Schneider (Pleite), Grundig usw. usw.

  6. Vor ein paar Jahren hat ein Freund bei einer Werksbesichtigung von Sennheiser, gefragt wo die Kopfhörer hergestellt werden. Da erklärte der Sennheiser Mitarbeiter, dass nur noch die Mikrofone selber hergestellt werden. Die Kopfhörer werden von anderen Firmen hergestellt und dann das Logo Sennheiser „aufgedruckt“. Also selbst damals schon waren die günstigen Senmheiser Produkte nicht wirklich Sennheiser

    • Die waren halt auch nie wirklich gut, finde ich. Alles was „günstig“ bei denen war, hat erst einmal nichts getaugt.

    • Da hat dein Freund dir quatsch erzählt, Sennheiser hat eigene Produktionsstandorte in Wennebostel (Deutschland), Tullamore (Irland), Albuquerque (Vereinigte Staaten) und Brașov (Rumänien)

      • Mal aus Interesse,,,, sind das eigene Standorte oder Joint-Ventures wo man „nur“ produzieren lässt?
        Eigene Standorte würde mich wundern, weil man das Consumer Zeugs doch eigentlich an den Standorten gar nicht wirklich günstig herstellen kann (im Vergleich zu Asien).

        • Alles eigene Standorte die auch ausschließlich Sennheiser und Neumann (Premium Mikrofon Marke die zu Sennheiser gehört) Produkte herstellen, geführt werden die alle über Irland soweit ich weiß. Irland ist doch ein Steuerparadies, vielleicht sagen sie sich, lieber weniger Steuer als niedrige Lohnkosten und dafür bessere Qualität? ich weiß es nicht, die Asiaten können ja nun auch premium wenn man das von denen verlangt.

  7. Schade aber anscheinend ist man nicht in der Lage in Deutschland bei Unterhaltungselektronik mitzuhalten. Es gibt so gut wie keinen deutsche Unterhaltungselektronik Firmen mehr. Der Markt ist groß die Marge klein.

  8. Ich verstehe nur nicht wie das ganze defizitär sein soll: 600 Mitarbeiter erwirtschaften 600Mio.-Umsatz pro Jahr. Pro Kopf also ca. 416T€ je Jahr! Da muss man entweder unglaubliche Kosten produzieren (womit/wobei?) oder schmeißt die Einnahmen aus dem Fenster raus?!

    • Schreibfehlerkorrektur: Nicht 600Mio.-Umsatz, dann wären es ja ein noch höherer pro Kopf-Umsatz, sondern es sind 250Mio. Umsatz pro Jahr und somit eben die angesprochenen 416T€ pro Kopf.

      • was ist das für eine Logik? von den 416 T€ muss ja nicht nur der MA bezahlt werden, sondern die „Rohstoffe“ müssen auch eingekauft, Vertrieb, Marketing, und und und…
        noch nie gehört, dass der Umsatz pro Mitarbeiter irgeindeine Aussage über die Wirtschaftlichkeit erlaubt.

        • Ich habe auch nirgends geschrieben, das die 416T€ pro Kopf nur für die Mitarbeiter verwendet werden solle. Das da R&D, Einkauf, Vertrieb etc. dazu kommen ist schon klar. Man kann aber die pro Kopf-Umsätze durchaus in Relation zu anderen vergleichbaren Unternehmen setzen und erhält so eine Einschätzung und hier sage ich, dass bei der angebotenen Produktpalette 416T€ pro Kopf durchaus hoch ist und für mich daher unverständlich ist, weshalb es defizitär sein soll und daher gehe ich davon aus, dass da einiges im Argen bei Sennheiser liegt.

          • kleiner Tipp – unternehmensregister.de – und dort Sennheiser eingeben. Leider veröffentlicht Sennheiser ein Gruppenabschluss. Dass heißt man hat keinen Einblick in die einzelnen GmbHs (z.B. Consumer). Die letzte Bilanz stammt von 2019 – und schon dort wurrde ein Fehlbetrag ausgewiesen. Im Geschäftsbericht ist die Rede davon, dass PReisnachlässe bei den Kunden die Marge verschlechtert haben. Die Materialquote liegt bei über 40%.. Leider sind die sonst. betriebl. Aufwendungen nicht im Detail aufgeführt. Inwieweit sich Marketing, Logistik, EW-Kosten dahinter verbergen.

  9. sonova hat vor etwa 10 Jahren selbst schon mal einen sehr beachtlichen Schritt in den Bereich Kopfhörer gemacht. Das war über die Marke Phonak mit dem Audéo PFE 121, den ich hier zu Hause habe. Die Dinger klingen wirklich gut und ich bin da nicht wirklich anspruchslos (3 Sennheiser, die teilweise wirklich nicht schlecht sind, iBasso, Shure, 1more, EarFun und andere für nur zwei Ohren ). Der Schritt erschien mir logisch damals. Wenn sich jemand mit Akustik auskennen sollte, dann sicherlich jemand, der ein großer Player bei Hörgeräten ist. Allerdings wurden die Kopfhörer nur online oder über Hörgeräteakustiker verkauft. Ich musste dafür damals durch halb Berlin fahren. So kann man natürlich keine kritische Masse erreichen mit einer im Consumer-Bereich unbekannten Marke. Kurzum, das Thema wurde wieder eingestellt. Dies scheint mir nun ein neuer Anlauf zu sein, den man sicherlich ernster nehmen muss. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie Schweizer selbst so große Produktionsstätten haben, um die von Sennheiser zu ersetzen. Allerdings werden sicherlich im Overhead Synergien geschaffen. In der Forschung und Entwicklung kann das ein Gewinn für beide sein. Man muss nicht alle Produkte von Sennheiser mögen, es gibt aber immer noch einige, die klanglich Referenzen ihrer Preisklasse sind, HD600, IE300 und andere. Das kann meines Erachtens etwas Gutes werden.

  10. Ich liebäugel schon was länger mit den „Sennheiser Momentum Wireless“. Hat da jemand Praxiserfahrungen mit (und vielleicht sogar vergleiche zu den Gegenstücken von Sony und Bose) ?

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