Samsung könnte ab 2022 Systeme für selbstfahrende Schiffe anbieten

Samsung soll derzeit planen, ab 2022 Systeme für autonome Schiffe anzubieten, die ohne menschliches Zutun fahren. Noch 2021, genauer gesagt im August, wollen die Südkoreaner wohl Tests auf besonders schwierigen Routen durchführen. Sollte alles glattlaufen, könnten die Systeme ab 2022 zur Verfügung stehen.

Dafür soll sich Samsung mit der Mokpo National Maritime University aus Südkorea zusammengetan haben. Das hauseigene System will das Unternehmen wohl auf einem Schiff mit 133 Metern Länge einsetzen. Die Trainingsroute soll von Mokpo zur Insel Jeju verlaufen. Dafür brauchen Passagierfähren rund fünfeinhalb Stunden. Diese Strecke verläuft durch einige schmale Kanäle und nahe an kleineren Inseln vorbei.

Man hat da also mit Absicht eine Herausforderung für die automatische Steuerung gewählt. Sollte die Fahrt eben reibungslos laufen, dann würde das entsprechende System ab 2022 für Partner angeboten werden. Das Testschiff soll jedoch verhältnismäßig klein und leicht sein, sodass das System zunächst eingeschränkte Anwendungsgebiete hätte. Für die riesigen Frachtschiffe, die über den Ozean schippern, wäre es also zunächst nicht geeignet. Man hätte aber eben einen Anfang gemacht.

Samsung ist mit derlei Tests nicht allein. Auch das japanische Unternehmen Mitsui E&S soll aktuell derartige Tests durchführen. Fracht auf Schiffen zu transportieren, ist keine so glamouröse Aufgabe, sodass automatische Systeme da in Zukunft immer mehr an Relevanz gewinnen könnten.

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André Westphal

Hauptberuflich hilfsbereiter Technik-, Games- und Serien-Geek. Nebenbei Doc in Medienpädagogik und Möchtegern-Schriftsteller. Hofft heimlich eines Tages als Ghostbuster sein Geld zu verdienen oder zumindest das erste Proton Pack der Welt zu testen. Mit geheimniskrämerischem Konto auch bei Facebook zu finden. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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18 Kommentare

  1. Naja vlt sind Computer ja besser als „betrunkene oder schlafende“ Kapitäne.. Viele große Schiffsunglücke wurden nunmal durch menschlies Versagagen herbei geführt.

  2. Littlegoaty says:

    Ich finde die Vorstellung des autonomen Fahrens insgesamt absolut gruselig – egal ob Schiff, Auto oder sonst was. Die Vorstellung, dass in ein paar Jahren das natürlich über eine App bestellte Taxi ohne Fahrer vor der Tür steht finde ich schrecklich.

    • Geht mir ähnlich. Ich versteh auch nicht warum alle so wild auf das autonome fahren sind. Ich fahre zum Beispiel gern Auto, weil es mir Spaß macht. Wieso sollte ich das einem Computer überlassen?

      Ich seh das aber alles noch nicht so dramatisch. Weil so schnell wie die Firmen die diese Systeme entwickeln und einige Tech Verrückte sich das wünschen geht das dann in der Praxis alles doch nicht.
      Bis solche Systeme in der breiten Masse ankommen vergehen noch viele viele Jahre.

      • Gibt vielleicht Menschen die aus gesundheitlichen Gründen nicht selber Auto fahren können.

      • „Ich versteh auch nicht warum alle so wild auf das autonome fahren sind.“ – Dann solltest du mal mit einem Auto fahren das eine Vielzahl von Assistenzsystemen hat. Einige davon wirst du nicht mehr vermissen wollen.

        • Littlegoaty says:

          Ne Du, ich brauche den ganzen Quatsch nicht, kostet viel Geld und kann nur kaputt gehen. Ich fahre seit 35 Jahren ohne den Mist unfallfrei.

      • Leider , Holger. Es gibt genug menschen die aufgrund ihres Alters oder einer Behinderung keinen Führerschein erhalten. Sie hätten gern eine Möglichkeit sich auch unabhängig vom ÖPNV oder gar speziellen Transportdiensten – lange Voranmeldezeiten – unabhängig per KFZ zu bewegen . Einfach ein Stück lebensqualität mehr .

    • Ich sehe das gegenteilig. Ich finde die Regelung dass jeder der irgendwann einmal einen Führerschein erworben hat ein Kraftfahrzeug steuern darf viel gruseliger, da im Nachgang nicht mehr geprüft wird ob die Fähigkeit noch vorhanden ist. Jeder der schon einmal „übersehen“ wurde weil eben der Blick nicht mehr ganz so frisch ist wird das nachvollziehen können. Von den ganzen Spezialisten die einen ausbremsen, schneiden, beim überholen noch Gas geben da man nicht überholt werden möchte usw. ganz abgesehen.
      Daher sehe ich dieser Funktion positiv entgegen und denke es wird vielen Personenkreisen ein mehr an Mobilität geben und anderen, die vielleicht nicht mehr oder noch nicht ganz so sicher unterwegs sind auch.

    • Hallo kleine Ziege , warum sollte die vorstellung eines Schiffes auf hoher See , das sich selbst steuert , gruselig sein? Die Wahrscheinlichkeit eines spielenden Kindes das hinter parkenden Autos vom Straßenrand her in den Fahrweg läuft ist doch etwas geringer als in einer Wohnstraße. Und Autopiloten im Flugzeug steuern die Kiste schon einen großen Teil einer luftreise. Ob und wann das im Straßenverkehr einer Großstadt funktioniert ist eine andere Frage – hat aber nix mit „Gruseln“ sondern mit Zahlen und Fakten zur Sicherheit für Fahrzeug, insassen und das Umfeld zu tun. Beim Taxi würde mir aber fehlen daß mir der Faherer mit dem Gepäck hilft , da wäre dann schon der autonome Koffer , der mir von selber hinterherfährt und sich selber in den Kofferraum hebt notwendig wür eine Akzeptanz – lach – Übrigens schon mal in Nürnberg U-Bahn gefahren … google mal nach der nürnberger u-Bahn und „fahrerlos“ im netz

  3. Wird dann ganz Samsungtypisch ein paar Monate unterstützt und dann gibt es keine Updates mehr…

  4. Vielleicht mal mein kurzer, fachlicher Kommentar zu dem Thema: Ich bin selber Nautiker, fahre also beruflich große Schiffe.

    Solange es da draußen Segler, Fischer und andere kleine Fahrzeuge gibt welche mit den üblichen technischen Hilfsmitteln wie Radar und AIS nicht eindeutig erkannt werden können wird es immer einen Menschen benötigen der das System im Hintergrund überwachen muss. Dazu kommen die technischen Probleme wie Fehler in der Maschinenanlage. Die ist in der Regel 24 Stunden besetzt und erfordert laufend Wartung durch die Ingenieure.

    • Es wird doch sicher ähnlich der Vorgehensweise bei autonomen „Landfahrzeugen“ laufen, auch die Schiffe werden vollgepackt mit Sensoren, damit die im Zweifel jede Qualle im Umkreis von 2km (Achtung: Übertreibung!) wahrnehmen können. Beim Auto hat mans ja schließlich auch nicht bei Tempomat, Abstandshalter und Regensensor belassen 😉

    • Zitat aus dem Beitrag: „Für die riesigen Frachtschiffe, die über den Ozean schippern, wäre es also zunächst nicht geeignet.“

      • Das liegt aber eher an den Dimensionen des Testschiffes so wie ich den Artikel verstehe. Vermutlich nicht Seetüchtig.

        Denn ansonsten wären Seepassagen noch am ehesten für Automatismus gemacht, da geht es stumpf tagelang geradeaus bzw im Großkreis über den Ozean. Dahin verirrt sich höchstens mal ein ambitionierter Segler oder größere Fischer, die sind dann aber zumeist intelligent AIS zu nutzen.

        Nur was macht man wenn mitten auf dem Pazik die Hauptmaschine, Ruderanlage oder Kommunikation abschmiert?

  5. …Fracht auf Schiffen zu transportieren, ist keine so glamouröse Aufgabe, sodass automatische Systeme da in Zukunft immer mehr an Relevanz gewinnen könnten.

    Ich vermute mal, diese Aussage kommt von einem nautischen Laien

  6. Solange man in den Philippinen Personal findet das nur wenige Dollar/Monat kostet lohnt die Technik nur eingeschränkt. Vorteil wäre evtl. das man weniger qualifiziertes Personal aufs Schiff setzen kann und die Personalkosten fast auf null senken kann.

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