Samsung Hörbuch-App soll uns verantwortungsvoller Auto fahren lassen

Unfälle durch überhöhte Geschwindigkeit haben laut einer Studie des Statistischen Bundesamtes die schlimmsten Folgen. Vor allem Männer fahren häufig zu schnell. Vier Millionen Männer waren im Januar 2013 laut Kraftfahrtbundesamt wegen Geschwindigkeitsverstößen registriert – fast vier mal so viele wie Frauen. Das zur Statistik.

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Die Thematik hat man bei Samsung nun aufgegriffen. SlowDownDad, eine Hörbuch-App, die für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen soll. Wie das? Die bislang in einer Beta befindliche App spielt Hörbücher ab. Die hören ja ganz viele im Auto – ich auch. Ebenfalls hat man Hörbücher an, wenn man die Kleinen hinten im Auto hat. SlowDownDad hat ein paar Hörspiele für Kiddies im Gepäck, hier findet man zum Beispiel „Peter Pan“ oder „Pinocchio“.

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Dank GPS-Empfang und Einbindung der deutschlandweit zulässigen Geschwindigkeiten aus der OpenStreetMap-Datenbank registriert die „SlowDownDad“ App, wenn ihr zu schnell unterwegs seid. Die Geschwindigkeitsübertretung führt dazu, dass die App das Hörbuch immer schneller abspielt und für das Kind oder den Hörer nicht mehr verständlich ist. Statt dem berühmten Satz der Mutter: „Schatz, fahr bitte nicht so schnell“ bittet nun das Kind seinen Vater, langsamer zu fahren – so zumindest die Idee hinter der App.

Die „SlowDownDad“ App ist derzeit im Betastadium und mit Android-Produkten ab Version 2.2 kompatibel. Sie wird voraussichtlich pünktlich zu den Sommerferien im Sommer 2014 zum Download bereitstehen.

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Persönliche Meinung: Nette Idee, wenn man eigene Hörbücher einbinden kann. Aber: Hand aufs Herz, man ist ja immer zu schnell – zumindest ein wenig. Ich nehme mich selbst aus dieser Aussage nicht aus, war selber früher einer der Vollidioten, die dumm auf die Tube getreten haben, nur um eine Autofahrt zu verkürzen. Zum Glück ist nie was passiert und mittlerweile denke und fahre ich anders.

Auf der Autobahn finden wir teilweise überhaupt keine Geschwindigkeitsbegrenzung vor, sodass das Hörbuch noch in normaler Geschwindigkeit laufen würde, wenn wir mit 210 Sachen unterwegs sind. Nette Marketing-Idee, doch auf den Straßen sind wir immer noch für unser Handeln verantwortlich, sodass dort eine App nicht helfen wird.

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Hallo, ich bin Carsten! Baujahr 1977, Dortmunder im Norden, BVB-Getaufter und Gründer dieses Blogs. Auch zu finden bei Twitter, Google+, Facebook, Instagram und YouTube. PayPal-Kaffeespende. Mail: carsten@caschys.blog

6 Kommentare

  1. Ich möchte das auch anders herum haben. Bei uns gibt es genug Leute, die fahren standardmäßig 20km/h zu wenig und das bevorzugt im Berufsverkehr …

  2. Im Straßenverkehr sind doch meist Männer unterwegs. Also fahren natürlich auch mehr Männer schneller. Ist das schon rausgerechnet?

  3. Christoph says:

    Ich halte das auch höchsten für einen Werbegag. Wenn die kleinen hinten andauernd sich zu Wort melden, hat das auch Einfluss auf die Konzentration/ Sicherheit.

    Wobei der Ansatz der Geschwindigkeitskontrolle gut ist.

    Mir geht es oft so (besonders auf Autobahnen), dass ich gar nicht weiß wie schnell ich im Moment fahren darf und gleite daher oft im normalen Verkehr mit. Auch verwirrend finde ich das Verkehrszeichen, dass nur eine bestimmte Geschwindigkeitsbegrenzung aufhebt (http://tinyurl.com/oysaq3w) und die davor gültige re-aktiviert..wer von Euch führt ein Log über die bisher gültigen Geschwindigkeitsbegrenzungen?

    Da wäre eine App gut, die mir die aktuelle Geschwindigkeitsbegrenzung anzeigt, doch sehr hilfreich. Ich weiß, dass einige Fahrzeuge solch eine Funktionalität schon haben. Diese scannen die Straßenschilder und zeigen Geschwindigkeitsbegrenzungen an

  4. Sparbrötchen says:

    Die Kinder kennen ihre Hörbücher sowieso auswendig, daher wird es eher heißen „Papa, fahr schneller, jetzt kommt wieder die langweilige Stelle.“

  5. Holgerbaer says:

    Coole Idee. Ich höre meine Podcasts immer auf doppelter Geschwindigkeit an 😉 Also bitte Samsung baut noch einen Podcatcher ein…

  6. Man müsste es vielleicht einfach mal installieren und ausprobieren. Wenn einem eh alles egal ist kann man natürlich so schnell fahren wie man will. Dann riskiert man sicherlich ne Menge. Schade, dass man offenbar nur sensibel wird für ein Thema, wenn man direkt davon betroffen ist. Soll kein Vorwurf sein. Geht mir sicherlich leider oft genug genau so. Ich hab zwar keine Kinder, aber ich kann mir schon vorstellen, dass, wenn so ein zartes Stimmchen aus dem Hintergrund sagen würde ‚Fahr doch bitte nicht so schnell, sonst verstehe ich gar nichts mehr.‘, dass sich an meiner Fahrweise etwas ändern würde.
    Na ja, vielleicht bin ich ja auch nur bekloppt .

    Neulich bin ich beim Radfahren von einer Autofahrerin die aus der Einfahrt fuhr und ihr Handy in der Hand hatte fast umgefahren worden. Die hatte ihre Aufmerksamkeit überall, aber nicht dort am Ort. Auch ein leidiges Thema.