Rheinland-Pfalz: Microsoft Teams an Schulen bald nicht mehr nutzbar

Das Redaktionsnetzwerk Deutschland meldet unter Verweis auf die dpa, dass der Einsatz der Kommunikationssoftware Microsoft Teams an den Schulen von Rheinland-Pfalz bald womöglich nicht mehr erlaubt sei, Bedenken beim Datenschutz werden da ins Feld geführt. Das Bildungsministerium gehe davon aus, dass dann alle Schulen auf die Teams-Nutzung verzichteten, heißt es in der Antwort auf eine Landtagsanfrage der CDU-Fraktion.

1.600 Schulen gibt’s laut Meldung in Rheinland-Pfalz, knapp über 200 nutzen noch Microsoft Teams, über 600 seien schon beim 2021 eingeführten Schulcampus RLP mit dabei. Kritisch beäugt wird Microsoft Teams deshalb, weil laut Landesdatenschutzbeauftragte Dieter Kugelmann Daten in die USA übertragen werden, des Weiteren komme hinzu, dass die Datenschutz-Grundverordnung dem Schutz personenbezogener Daten von Kindern einen besonders hohen Stellenwert beimesse. Es bleibe abzuwarten, ob es mittelfristig datenschutzkonforme Möglichkeiten für die schulische Nutzung von Software außereuropäischer Anbieter gebe, heißt es beim Landesdatenschutzbeauftragten.

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60 Kommentare

  1. Gibt es nicht schon längt datenschutzkonforme Alternativen, wie Jitsi und BigBlueButton? Warum hält man denn dann so lange an Teams fest? Als wäre es jetzt eine große Überraschung dass Teams schlecht mit einem Einsatz an Schulen zu vereinbaren ist.

    • Ja klar gibt es die, nur sind die Anbieter in diesem Bereich rar gesät oder es muss entsprechend Selfhosted laufen. Und letztendlich reden wir von einer Behörde mit entsprechenden Ausschreibungspflichten.

    • Genau das. Verstehe ich auch nicht.

    • Monopolismus, Lobbyarbeit, Bequemlichkeit, Trägheit, Gewohnheit.
      Such Dir was aus.
      Sicherlich gibt es Alternativen…z.T. auch gut funktionierende (Alfaview z.B).
      Auf dem Markt rennt auch jeder zum lautesten Schreihals

      • Nicht vergessen, in den Schulen arbeiten Lehrer, keine IT-Profis. Und die Schulen werden leider oftmals komplett alleine Gelassen. Solche Software Lösungen müssten zentral auf Landesebene eingeführt und verwaltet werden.

        Teams ist eben sehr einfach einzusetzen. Das bekommt der Bio Lehrer leichter hin, als dass er irgendwelche andere Lösungen selbst hosten und einrichten muss.

        • @Franz:
          Das stimmt nicht ganz. Wenn wir mal von einer Großstadt ausgehen, dann hast du in den großen Schulen mindestens 1-2 Medienbeauftragte, die sich um die kleinen IT-Probleme vor Ort kümmern, und dann die IT der Stadt/Kommune im Background für alles weitere. Kann da für eine NRW-Großstadt (über 500.000 Einwohner) sprechen. Aber in der Regel ist diese Struktur in jeder Großstadt so vorhanden.

          Aber wie du schon richtig sagst, so Sachen wie Jitsi, die selbst gehosted werden müssen, sind immer problematisch. Die ganze Administration/Verwaltung innerhalb von MS-Teams ist halt super einfach für die verantwortliche IT-Leute.

          • Ist in BW leider nicht Fall. Da muss sich jede Schule selbst um Medienkonzepte und Hosting (teilweise beim vom Land beauftragten Dienstleistern) von solchen Services kümmern.

            Das führt dazu, dass es in vielen Schulen von motivierten Lehrern abhängt, ob solche Lösungen umgesetzt werden.

            Digitale Wüste Deutschland…

            • @Torsten:
              Okay, interessant. Dann scheint das wohl von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich zu sein.

              • Das war in BW tatsächlich in der Vergangenheit auch so. Da waren die Schulen an das Hochschul-Netz angebunden bzw. wurden von dort betreut. Das wurde aber letztes Jahr aufgekündigt. Just muss sich tatsächlich jede Schule selbst darum kümmern

              • DragonHunter says:

                Natürlich kocht jedes Bundesland sein eigenes Süppchen. Wieso sollte es dabei denn anders sein?
                Das ist für die KMK völlig unvorstellbar, dass man da einheitliche Linie fährt. Das würde am Ende noch Sinn ergeben und den Kindern nützen.

    • Christian says:

      Püh, BBB hat aber am Anfang einiges versäumt / versaut, keine Ahnung, ob das jetzt alles behoben ist

    • Weil es funktioniert, weit verbreitet ist und die Lehrer und Schüler damit umgehen können.

      Aus dem gleichen Grund wird auch nach wie vor Windows überall genutzt.

  2. MS Teams ist nicht alternativlos, datenschutzkonforme Lösungen gibt es bereits heute: https://www.kuketz-blog.de/bildungswesen-datenschutzkonforme-loesungen-sind-die-zukunft-nicht-microsoft/
    Man muss sich halt nur darum kümmern und nicht einfach nur die Hände in Schoß legen und Steuergelder nach Redmond transferieren.

    • Tom Bongers says:

      Wer soll sich denn darum kümmern? Die Lehrer an den Schulen haben andere Aufgaben. Sowas müsse auf Landesebene zentral eingeführt und Verwaltet werden, ober die Schulen werden da leider oftmals komplett alleine gelassen. Das ist das eigentliche Problem.

      • Schulträger sind in der Regel die Kommunen und die verfügen über eine IT bzw. einen IT-Dienstleister. Lösungen auf Landesebene sind natürlich auch eine gute Sache und hier in NRW gibt es hierfür Logineo.

        • Ich kann nur von Baden-Württemberg reden. Da waren die Schulen an das Hochschul-Netz angebunden bzw. wurden von dort betreut. Das wurde aber letztes Jahr aufgekündigt. Jetzt muss sich tatsächlich jede Schule selbst darum kümmern

      • Ehrlich ? Gibt genügend „kleine“ IT Firmen die man damit beauftragen könnte. Regional sowie auch Überregional.

  3. Läuft den die alternative Software auf genauso vielen Plattformen wie MS_Teams?

    • Alternativen laufen einfach im Browser – ohne Probleme.

      • Aber die Masse ist selfhostet und schwierig einzurichten, dafür hat ein Lehrer einfach keine Zeit. Hinzukommt, dass MS-Office und ja auch Teams später bei Vielen im Berufsleben einfach zum Alltag gehören wird. Zu Hause werden dann eh Win10 oder Win11 Rechner genutzt, die wirklich alles was sie können nach Hause telefonieren. Das ist viel schlimmer und macht den meiner Meinung nach etwas übertriebenen Datenschutz in Schulen sinnlos.

        • Du kannst dir freie Videokonferenzlösungen auch von Dienstleistern besorgen und administrieren lassen. Ist ja jetzt nicht so, als wenn man Teams auch selbst hosten würde – daher hinkt der Vergleich.
          Es gibt sogar viele offene Jitsi-Server von vertrauenswürdigen Quellen.

          Das „man nutzt es später im Berufsleben ja sowieso“-Argument ist doch nun auch wirklich nicht viel wert. Videokonferenzsysteme sind nun wirklich austauschbar wie wenige andere Dienste. Alle haben sehr ähnliche Funktionen die man mit ähnlich wenig Klicks erreichen kann.
          Jemand, der mit der Umstellung auf ein anderes Videokonferenzsystem überfordert ist, sollte vielleicht einen Beruf ohne IT-Berührungspunkte in Betracht ziehen.

          Ich finde es auch schwierig zu sagen „man nutzt ja sowieso etwas anderes, was auch schlimm ist – daher brauchen wir an der anderen Stelle nicht auch noch hinzusehen“. Damit kommen wir keinen Meter weiter.
          Datenschutz ist kein Selbstzweck. Man schützt nicht die Daten, um die Daten zu schützen. Man schützt die Privatsphäre der Leute, um die Kontrolle zu behalten.

        • DragonHunter says:

          Tja, es gibt aber immer noch einen Unterschied zwischen „staatlich verordnet“ aka in Schulen und „freiwillig“ zuhause.
          Ein Rechtsstaat darf keine Lösung verordnen, die mit den geltenden Vorschriften NICHT kompatibel ist.

          Und wenn Schule mal ihren Job macht und Methoden lehrt, dann kannst du die Software beliebig austauschen. Dann ist es völlig egal, ob Teams, Webex, Zoom, Jitsi oder egal welche andere Plattform. Gerade bei Videokonferenztools sollte es doch wirklich total egal sein, welche man nimmt, solange die sauber das Video überträgt, oder? Mein Fokus liegt auf dem Gesprächspartner und nicht auf irgendeinem dummen Tool. Wenn nicht, läuft was gewaltig schief.

        • Wenn man TEAMS nur als Videokonferenztool sieht mag das sein, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass gerade in Schulen auch die ganzen anderen Teamfunktionen, wie Onlinedokumente, Aufgabenverteilung, Bereitstellen von Dateien etc. sinnvoll genutzt werden. Das kann halt nicht unbedingt gerade jede x-beliebige Software. Da braucht man dann gleich wieder 2-3 andere Produkte um das alles abzudecken.

          Und ich frage mich auch wie schlimm die Software datenschutztechnisch wirklich sein muss, wenn wirklich große Firmen wie VW etc. mit Sitz in Deutschland diese Software einsetzen. Da ist Datenschutz deutlich wichtiger und kritischer als bei Schulthemen. Ich finde da muss man immer mal ein gesundes Maß ansetzen und das sehe ich hier einfach nicht. Am Ende leiden nur die Schüler, weil die dann einfach gar keine Lösung haben – wie immer in Deutschland. Wir sind dann nicht nur 10 Jahre zu später sondern eh die neue Lösung da ist gleich mal 12-15Jahre. Das sieht man daran, dass in der Verwaltung immer noch Win7 zum Teil eingesetzt wird, weil wegen Datenschutzbedenken Win10 so unbrauchbar installiert wurde, dass man das System eigentlich nicht mehr benutzen kann. Da gibt es jetzt leider genügend Leute die deshalb 2 Laptops haben. Eins mit Win7 und eins mit Win10. Kein Scheiss! 7 und 10 nicht 10 und 11!!!

          • Sehe ich auch so. Schule soll auch aufs Berufsleben vorbeireiten, und gerade für die Kids die zu Hause noch nicht die Möglichkeit haben alles was sie interessiert privat einzusetzen erachte ich es auch für am sinnvollsten wenn sie auf Schulebene die Tools einsetzen die auch später im Berufsleben verwendet werden. Was bringt es ihnen wenn sie Software einsetzen der sie später nie wieder begegnen werden….
            Das erinnert mich an meine Zeit als wir in der Schule noch eine DOS Textverarbeitung und wenn es hoch kam mal Lotus 1-2-3 nutzen, während die ganze Berufswelt nach der Schule auf MS Office setzte.

          • DragonHunter says:

            Es ist einfach, die Schuld auf die Datenschützer zu schieben, nur weil sie an geltendes Recht erinnern und dessen Einhaltung fordern.

            Für Dokumentenmanagement gibt es, ehrlich gesagt, mit moodle und ELIAS Systeme, die genau auf (Hoch-)Schulen zugeschnitten sind.
            Man fragt sich ja, wie das an Hochschulen funktioniert, wo die sich auch an den Datenschutz halten müssen. Die müssten ja implodieren oder die Studierenden als digitale Nichtskönner da raus gehen. Dem ist aber nicht so.

            Warum sollte man also auf proprietäre Datenschutzkatastrophen setzen, wenn es Systeme gibt, die das DSGVO-konform können… Da bleibt am Ende doch nur Bequemlichkeit über… Oder Lobbyarbeit.

            Damit hilft man aber auch nur den Firmen, deren Produkte man einsetzt und nicht den Schülern und Studierenden.

          • Absolut richtig! Bei Videokonferenztools gibt es tatsächlich genügend Alternativen, aber die Videotelefonie/-konferenz ist eben nur ein Feature von Teams. Alleine schon beim gemeinsamen Arbeiten an Dokumenten scheitert es schon häufig. Ein weiteres Problem bei den Produkten, die den Datenschutz als USP haben: Die Nutzerfreundlichkeit ist häufig für die Tonne. Wenn ich schon vom Vertriebler höre „Wir sind wie die amerikanische IT-Anwendung XY, nur datenschutzkonform“, winke ich direkt ab. Damit eine europäische Lösung eine Chance hat, muss diese in der Nutzerfreundlichkeit eben besser sein und Datenschutzkonform sein.

            Mit so Aktionen wie in RLP werden wir aber ewig in der digitalen Steinzeit verweilen.

            Übrigens hieße das für RLP, dass es in der Schule im Prinzip gar keine amerikanischen IT-Anwendungen mehr geben darf. Das hieße dann auch, dass keine Windows-/Apple-Rechner und keine Tablets mehr geben darf

  4. Black Mac says:

    Abseits des Datenschutzes: Das kann für Schüler nur ein Gewinn sein, denn Teams ist einfach nur eine grottenschlechte, hässliche Software. Sie ist nur so dominant geworden, weil sie mit Office verbandelt ist.

    Und jetzt haben wir den Salat. Im geschäftlichen Umfeld kenne ich niemanden mehr, der etwas anderes nutzt – obwohl fast alle damit unglücklich sind.

    • Sorry, kann ich nicht nachvollziehen. Wir nutzen auch Teams in der Firma und ich bin überhaupt nicht unglücklich darüber. Ok die Webcam Integration ist grenzwertig je nach Modell das eingesetzt wird aber ansonsten funktioniert es. Keine Ahnung was passiert wenn man sehr viele Teilnehmer hat, aber bei uns sind es in der Regel unter 10 aber wir hatten auch schon Teams All Hands mit 50+ Teilnehmer.

    • dem kann ich nun nicht zustimmen.
      Wir im Unternehmen (über 100.000 Mitarbeiter weltweit) nutzen das nun seit der Umstellung von Skype4Business auf Teams vor knapp 2 Jahren nur noch und fahren damit sehr gut.
      Telefonieren darüber geht, alle Meeting-Geräte (Smartboards) laufen damit und in den Meetingräumen – sofern man durch Corona mal im Office ist, lassen sich auch super in Meetings integrieren.

      Ich denke das eigentlich Problem ist nichts Teams, sondern eher irgendwelche restriktionen die irgendwelche Leute festlegen und es dann nicht richtig funktioniert.

      • Also wenn ich von Skype4B zu Teams gehe, habe ich wirklich eine Steigerung, kann ich nachvollziehen. Wenn du aber was anderes vergleichst, dann merkst du schnell, wie miserabel Teams eigentlich ist – nimm z.B Zoom oder Webex, da hängt Teams 3-5 Jahre hinter dem Funktionsumfang, Video/Audioqualität, Stabilität und Benutzerführung her.

        • WebEx ist Käse. Das haben wir vorher benutzt. War die reinste Katastrophe, was Stabilität und Qualität anbelangt. In MS Teams haben wir sogar große Präsentationen mit 180+ Teilnehmern, das läuft alles wie am Schnürchen. Und Teams ist ja nicht nur Videotool, sondern wesentlich mehr.

        • Sorry, aber Zoom und Webex haben bei weitem nicht den Funktionsumfang von Teams. Teams ist eben nicht nur ein Tool für Videokonferenzen, sondern ein Tool für kollaboratives Arbeiten.

      • Da kann ich dir nur beipflichten. Auch bei uns… ca. 30k MA, nutzen von Anfang an Teams und die meisten Leute lieben es. Klar gibt es hier und da einige die es ned mögen, das sind aber auch die, die über alles Andere auch meckern.

        Der Funktionsumfang ist einfach Top.

  5. Cloudworks says:

    Wieso an den Schulen Software verwenden, die man später im Arbeitsalltag nie wieder zu Gesicht bekommt?
    Daher: Office365 mit Teams.

    • Damit die Schüler nicht lernen, auf den Knopf zu drücken, der immer unten links ist – sondern das Prinzip dahinter verstehen.

      Man begibt sich damit in eine Abhängigkeit von Microsoft, dessen Ausmaß man kaum absehen kann.
      Mit öffentlichem Geld gehört offene Software finanziert.

      „Weil es alle nutzen“ ist halt kein gutes Argument. Es gibt viel Software, die jeder doof findet – aber jeder nutzt.

      • Also soll man wieder nen deutschen Sonderweg wählen und was entwickeln, daß in 2-3 Jahren total veraltet ist, nicht mehr funktioniert,….?
        Warum muß es bei uns immer kompliziert und teuer sein? Der Alltag ist doch, daß 95% der Menschen privat wenn dann eben Teams nutzen, weil es einfach ist und funktioniert. Was bringt uns da bitte wieder was selbstgestricktes und vor allem wie soll das dann da bitte mit dem Datenschutz funktionieren, wenn das eine offene Software ist?

        • Es gibt mehrere Ansätze.
          Der eine wird scheinbar jetzt durchgezogen. Man verbietet Teams – in der Hoffnung, dass Microsoft vielleicht endlich mit der Datensammelei aufhört. Oder dass Alternativen wachsen.

          Ich weiß, was du mit dem deutschen Sonderweg meinst. Das muss aber hier nicht der Fall sein. WebRTC ist ein offener Standard, den alle Konferenzlösungen am Markt unterstützen. Dazu gibt es mit BBB und Jitsi mindestens zwei offene Projekte, die fertig sind und sich „von jetzt auf gleich“ einsetzen lassen. Die mögen nicht perfekt sein – aber sie funktionieren.
          Die Weiterentwicklung kann mit öffentlichem Geld gesichert werden. So lassen sich langfristig Funktionen implementieren, die im Schulbetrieb vielleicht erwünscht werden.
          Diese Funktionen sollte man dann wieder in den Code einfließen lassen, sodass alle davon profitieren. Auf die Art und Weise könnten Firmen die nun verbesserte Lösung nutzen, ohne die Abhängigkeit gegenüber Microsoft zu vergrößern. So profitieren alle von den öffentlichen Geltern, die in Open Source gesteckt werden – anstelle in Lizenzen für Microsoft.

          Was genau meinst du mit „wie soll das dann da bitte mit dem Datenschutz funktionieren, wenn das eine offene Software ist?“?
          Kannst du das weiter erläutern?
          Offene Software kann sicherstellen, dass einfach gar keine Daten gespeichert werden. Hier ist die Corona Warn App ein super Beispiel.

        • @Chris: Ich habe das Gefühl, dass meine Antwort auf deinen Kommentar verschwunden ist, daher hier nochmal die Kurzversion:

          Es ist kein Sonderweg notwendig. Es gibt einen offenen Standard, der heißt WebRTC. Der wird auch heute schon von allen Anbietern unterstützt. Die Sonderlösungen von denen du sprichst, werden doch häufig dann eingesetzt, wenn ein Verantwortlicher sich wieder mit Dingern wie „Blockchain“ hat bequatschen lassen.
          Der Alltag ist, dass 95 % der Leute Teams nutzen, weil sie nur das kennen. Mir fallen auf Anhieb einige Videokonferenzdienste ein. Jeder Messenger hat einen. Jitsi und BBB sind die beiden großen Open Source Lösungen.

          Was genau meinst du mit „wie soll das dann da bitte mit dem Datenschutz funktionieren, wenn das eine offene Software ist?“?
          Kannst du das Erläutern?

          Mit offener Software kann man Lösungen anbieten, die bestimmte Daten einfach gar nicht erst erfasst und speichert. Man kann die erfassten Daten auf das für das technisch notwendige Minimum reduzieren. Die Corona Warn App ist hierfür ein Paradebeispiel.

          Man kann schon jetzt hergehen und eine fertige Software einsetzen und deren Weiterentwicklung fördern – selbstverständlich unter einer Open Source Lizenz. Damit könnte man beispielsweise Jitsi/BBB fördern und Funktionen hinzufügen, die man gerne für den Schulbetrieb hätte. Da das ganze sowieso schon mit offenen Geldern finanziert wurde, sollen auch alle davon profizieren – daher die Open Source Lizenz.
          Wenn man so ein Projekt ordentlich fördert, könnte das dann auch im Firmenumfeld eingesetzt werden. Steuergelder wären somit deutlich sinnvoller für die Allgemeinheit eingesetzt, als wenn man Lizenzkosten an Microsoft zahlt und sich in Abhängigkeiten begibt.

      • @Martin:
        Dann finde mal die guten Leute, die bereit sind die „offene Software“ zu betreuen im öffentlich Dienst und den damit verbundenen Gehalt. Viel Erfolg!

        • DragonHunter says:

          Wieso?
          Wenn man MS Teams kaufen kann, kann man auch bspw. Alfaview kaufen… oder Blizz von Teamviewer, Simplemeeting, sichere-videokonferenz.de, Wire, Tixeo…
          Und das sind nur die Ergebnisse von 1 Minute Google-Recherche…

          Wieso gibt es bei den „Kritikern“ nur „Voll cool aus einer Hand MS Teams“ und „böse frickel-Lösung“ und nichts dazwischen?

        • Grundsätzlich scheint das ja zu funktionieren. Zumindest an Hochschulen.
          Aber es muss doch nicht zwangsläufig von Angestellten im öffentlichen Dienst gemacht werden.
          Wegen mir kann man das auch bei einem Dienstleister einkaufen, der entsprechende Software nutzt.

      • Dann müsste man das Prinzip aber auch stärker auf der Hardware Ebene verfolgen. Ich mein wie viele nutzen inzwischen iPads in den Schulen und haben dadurch überhaupt kein Grundverständnis mehr von einem Filesystem. Da sind Dinge wie Teams das deutlich kleinere Übel was rudimentäre Grundverständnisse angeht.

    • This

    • DragonHunter says:

      Methodenbezogenes Lernen? Schon gehört?
      Im Bestfall ist das Tool, mit dem gearbeitet wird egal, solange es zur Aufgabe passt.g

      Oder willst du im Werkunterricht nur noch lehren, wie man mit ner Hilti umgeht, statt wie man Holz bearbeitet, ein Loch bohrt, etc. In Englisch nur noch, wie man den Taschenübersetzer von Firma XY einsetzt, statt was dahinter steht?
      Wieso willst du Kinder mit der Einstellung künstlich dumm halten und zu gut trainierten Affen machen? Welches Ziel verfolgst du damit?

  6. Wieso muss man denn da Datenschutz einhalten? Welche sensiblen Daten werden denn in der Schule übertragen? Wir nutzen Teams sogar in einem DAX notierten Unternehmen. Denke wir haben wohl ein bisschen geheimere Daten als eine Schule.

    Und wenn dann sollte der Staat einfach mal bundesweit eine funktionsfähige Alternative für die Schule anbieten.

    • Meinst du das ernst?
      Im Grunde: ALLES!
      Die Gesichter der Kinder, die Namen der Kinder, die Zuordnung der Kinder zueinander, wann sich welches Kind einloggt, das gesprochene Wort, die Umgebung im Kinderzimmer, die Leistung im Unterricht…und so viel mehr. Mir fällt gar nicht ein, wo da denn bitte KEINE personenbezogenen Daten anfallen.
      Daraus lässt sich so unfassbar viel ableiten…Wann ist welches Kind krank, wie ist der „soziale Status“ des Kindes usw.

      Was große Datenberge für eine Macht bringen, zeigt sich immer weider. Ein prominentes Beispiel ist doch der Einfluss auf die US-Wahl 2016 durch Cambridge Analytica.
      Man muss gar nicht immer „ich hab doch nichts zu verbergen“ sagen. Es müssen nicht nur die Geheimnisse sein, die man preisgibt – es ist die Kontrolle, die man aufgibt. Und man merkt es nicht einmal. Und das alles im Rahmen der Schulpflicht von der Schulbehörde erzwungen.

      • Jaja, Kinder sind für US-Geheimdienste und Unternehmen bestimmt super interessant… Nicht auszudenken, was DA alles passieren kann!

        Fur die schulische Teams-Nutzung einfach ne anonyme E-Mail-Adresse anzulegen wäre ja auch zu einfach. Lieber gar kein Homeschooling…

        • Achso, so einfach ist das ? Hätte mir mal vorher jemand erzählt, dass ich lediglich eine anonyme Mailadresse benötige. Was soll denn dann diese ganze Cookie-Diskussion, wenn es so leicht ist?

          Ich erwarte nicht, dass reale Personen bei den Geheimdiensten und Unternehmen im Onlineunterricht mithören. Aber es werden Daten ausgewertet. Und wenn sie so uninteressant sind – wieso wertet man sie dann aus?
          Dass die Alternative „lieber kein Homeschooling“ lautet, hat niemand behauptet. Wieso stellst du das also so dar? Es gibt einfach eine Vielzahl funktionierender Lösungen – dann kann man doch bitte auch den Dienst wählen, der mit unseren Gesetzen vereinbar ist, die eben kein Selbstzweck sind.

          • Wenn man in Teams die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung aktiviert, hört da niemand mit und wertet auch nichts aus. Mit anonymen Mail-Adressen zur Anmeldung weiß auch niemand, wer das ist. Das Problem sitzt vor dem Computer bzw in den „Datenschutz“-Paranoia-Behörden.

            • Ende-zu-Ende-Verschlüsselung wäre ein Anfang.

              Aber warum denkst du, bietet Whatsapp standardmäßig eine E2E-Verschlüsselung?
              Weil die Metadaten sowieso viel interessanter sind. Wer, wann wo, wie oft mit wem sind ebenso interessante Daten. So interessant, dass du mit deiner anonyman Mailadresse auch nicht mehr anonym bist.

              Wieso erlauben wir, dass diese Daten gesammelt und ausgewertet werden? Weil es später in der Berufswelt auch verlangt wird? Das macht es kein bisschen besser.
              Videokonferenzsysteme lassen sich untereinander super austauschen. In den meisten Fällen wird doch sowieso nur ein Link ausgetauscht. Dann nutzt man halt den Video/ Audiochat und die Bildschirmfreigabe. Gelegentlich wird etwas in den Chat geschrieben. Das können ALLE verfügbaren Lösungen.
              Breakout-Räume habe ich nur selten „live“ erlebt – aber auch das können einige andere Lösungen.

            • was nützt einem eine anonyme email adresse wenn der auswerter deine ip hat mit der er dich eindeutig identifizieren kann?

    • DragonHunter says:

      Die meisten Daten, die in einem Unternehmen anfallen, laufen eher unter Datensicherheit, als unter Datenschutz.
      Daran merkt man leider wieder nur, wie unreflektiert viele über das Thema schreiben.

      Und wenn ein Unternehmen auf eine datenschutztechnisch schwierige Software setzt, dann ist das tatsächlich ihr Ding. Ich kann als Arbeitnehmer, als Geschäftspartner, als Kunde theoretisch jederzeit zur Konkurrenz gehen (praktisch tatsächlich nicht ganz so einfach, weil der Markt das nicht hergibt, aber das spielt nur bedingt eine Rolle)…
      Bei Schulen geht das nicht und deswegen gilt da einfach das strenge Datenschutzrecht der DSGVO!
      Solange Deutschland ein Rechtsstaat gilt, MUSS der Staat dafür sorgen, dass die Behörden und Einrichtungen, sich an die Gesetze halten. Und die sagen ziemlich eindeutig: Daten NICHT in Länder, die nicht ein vergleichbares Datenschutzniveau haben… und die USA gehören dank Cloud Act definitiv NICHT dazu.

  7. Sorry, ich hab für solche Entscheidungen kein Verständnis. Wenn die Schüler / Studenten usw. bpsw. später in große Unternehmen kommen oder ganz banal Kennenlerngespräche durchführen müssen werden sie sowieso mit Teams in Berührung kommen.

    Big Player werden bestimmt nicht die Softwareverteilung anwerfen oder Policy-Ausnahmen machen. Das zieht sich doch seit Beginn der Pandemie im Schulwesen durch: Hauptsache weltfremd. Eltern arbeiten lässig per Teams oder Zoom, deren Kinder können sich noch nicht mal am selbstgebastelten System anmelden.

    • Und dass große Unternehmen diese Lösungen nutzen, macht es nichtbesser. Das ist genauso datenschutzrechtlich daneben. Hier bezieht man sich lediglich auf eine „freiwillige, informierte Einwilligung“, die in der Realität so aussieht: Nutz MS Teams oder Zoom oder du kannst hier nicht arbeiten.

      Es gibt funktionierende Alternativen, die datensparsam sind.
      Bei deiner Überspitzung der Lage hast du sicher bewusst weggelassen, dass Teams zu Beginn der Pandemie ebenfalls größte Probleme hatte und die Schulen größtenteils ebenfalls Teams/Zoom genutzt haben.
      Man hat jetzt halt zwei Jahre alle Augen zugedrückt – und jetzt ist halt mal Zeit, eine funktionierende, gesetzeskonforme Lösung zu suchen.

  8. Deutschlands größtes Problem…. Datenschutz.

    Versagen bei der Digitalisierung, Mobilitätswende, Energiewende und vielem mehr… ABER DER DATENSCHUTZ. *facepalm*

    • Und weil wir AUCH andere Probleme haben, dürfen wir dieses nicht angehen? Obwohl es doch Marktreife Lösungen gibt, die es besser machen?

      Sieh es mal anders: was fällt Microsoft eigentlich auch in, diese ganzen Daten zu erheben? Mit welcher Berechtigung tun sie das? Und wieso sollten wir sie einfach damit weitermachen lassen?

    • DragonHunter says:

      Deutschlands größtes Problem: Datenschutz als Problem zu sehen.
      Gibt ja nicht genug Datenskandale, die politische Wahlen beeinflussen, bei denen empfindliche Kundendaten in zwielichtige Gefilde abgesaugt werden… Das ist alles kein Problem für die Anti-Datenschutz-Fanatiker.
      Wahrscheinlich, bis sie selber mal davon betroffen sind, dass das Konto leer ist, die Kreditkarte überzogen und ein Fremder Verträge auf einen angemeldet hat, die man erstmal wieder los werden muss.
      Das ist voll lustig, sowas… NICHT

    • wünsch dir das dir mal deine daten gestohlen werden, vielleicht würdest du es dann anders sehen. Datenschutz ist das höchste gut das wir haben, aber solche typen wie du finden das halt alles lächerlich. Schau einfach mal nach China was die dort machen, da wird alles ausgewertet: du warst regierungskritisch? Du bekommst ein Reiseverbot (Zug, Flugzeug usw..)
      Willst du sowas haben?

  9. Die DGSVO zerstört die deutsche IT. Es wird sich eigenes Grab geschaufelt. Deutschland wird in Sachen IT und Digitalisierung weltweit abgehängt. Der Ansatz, welchen die Behörden ansetzen, mag vielleicht in einer analogen Welt funktionieren, aber nicht in einer digitalen. Dort muss angesetzt werden.
    Open Source Alternativen können in einer kleinen Umgebung funktionieren. Nachteil von Open Source ist und bleibt der administrative Aufwand. Hier zähle ich die Einrichtung mit ein. Dass kann nicht jeder „IT beauftragte“ an einer Schule.
    Ich finde diese Microsoft gebashe immer wieder belustigend. Datenschutz alles aller erstes Argument. Da sieht man auch wieder, dass sich niemand mit dem Produkt auseinandergesetzt hat. Sondern nur „das habe ich von Müllers Lieschen so gehört“ Datenschutz in Europa gilt auch für Microsoft. Kann man auch gerne sich damit beschäftigen und sich aus seiner „Anti Microsoft Blase“ die Augen öffnen.
    MS Teams nicht benutzen, aber dann Office. Ernsthaft? Am Besten gleich Social Media (Twitter, Facebook, WhatsApp, Instagram, SnapChat, LinkedIn etc.) gleich mit verbieten. Denn man weiss hier auch nicht was mit den Daten passiert…
    Es kommt mir immer wieder so vor, dass jemand persönlich in den Behörden etwas gegen Microsoft hat.
    Es ist schon traurig und bedauerlich welchen Weg Deutschland in Sachen Digitalsierung und IT geht.

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