Reolink: Die neuen Modelle Argus PT und E1 Pro ausprobiert

Hier im Blog haben wir schon recht häufig über die smarten Kamera-Lösungen von Reolink berichtet und auch das eine oder andere Modell bereits ausprobieren können. In der Zwischenzeit hat das Unternehmen schon wieder ein paar neue Kameras auf den Markt gebracht, darunter auch die kabellose Reolink Argus PT sowie die Reolink E1 Pro. Beide Modelle habe ich in den letzten Wochen daheim ausprobieren können und möchte euch an dieser Stelle ein wenig davon berichten.

Dabei fungiert die E1 Pro zukünftig als Überwachungskamera im Hauseingang, die wetterbeständige Argus PT bewacht hingegen den Carport und den Durchgang zum Garten. Der Vorteil bei beiden Kameras liegt ganz klar darin, dass sie das Kamerabild sowohl schwenken als auch neigen lassen, ihr also nicht nur auf einen festen Bereich schauen müsst. Das Modell Argus PT kann ungebunden von einer festen Stromquelle innen und vor allem draußen angebracht werden, da sich der integrierte Akku auch über das Reolink-Solarpanel aufladen lässt. Dieses nutzte ich auch schon in Verbindung mit der Reolink Argus 2 und weiß daher, dass das System zuverlässig funktioniert, selbst wenn das Wetter mal über Wochen alles andere als sonnig ist.

Kommen wir doch erst einmal zu den Spezifikationen und Key-Features der beiden Kameras.

Reolink E1 Pro

  • Höhe Kamera: 70 mm
  • Breite Kamera: 76 mm
  • Höhe Kamera mit Fuß: 107 mm
  • Features: Tageslichtsensor, 8 IR-LEDs, Status-LED, eingebautes Mikrofon, Reset-Taste, Micro SD-Slot, eingebauter Lautsprecher
  • Bildsensor: 1/2,7 Zoll CMOS
  • Auflösung: 2.560 × 1.440
  • kein Zoom
  • Objektiv: f=4,0 mm fixiert, F=2,0, mit IR Cut
  • Sichtwinkel: Horizontal 87,5 Grad, Vertikal 47 Grad
  • Schwenk-/Neigewinkel: Horizontal 355 Grad, Vertikal 50 Grad
  • Mindestbeleuchtung: 0 Lux (mit IR-Illuminator)
  • IR-Abstand: 12 Meter
  • Gewicht: 200g
  • Stromversorgung: DC 5,0 V/1 A
  • Zwei-Wege-Audio
  • Bildkompression: H.264
  • Max. Bildfrequenz: 20 FPS (Default: 15 FPS)
  • ermöglicht Aufzeichnung bei Bewegungen
  • WLAN 802.11 a/b/g/n (2,4/5 GHz)
  • 2T2R MIMO-Antennen
  • nicht wasserfest
  • Betriebstemperatur: -10 bis +55 Grad Celsius
  • Lagertemperatur: -40 bis +70 Grad Celsius
  • Betriebsfeuchtigkeit: 20 Prozent bis 85 Prozent
  • Lagerfeuchtigkeit: 10 Prozent bis 90 Prozent
  • unterstützt Bewegungsaufnahme auf Micro SD oder 24/7-Aufzeichnung per Reolink-NVR (ab 247 Euro)
  • per Skill kompatibel mit Alexa, Google Assistant soll später kommen
  • Preis: 59,99 Euro

Reolink Argus PT

  • Höhe Kamera: 122 mm
  • Durchmesser Kamera: 98 mm
  • Features: Lautsprecher, Status-LED, Eingebauter PIR-Bewegungssensor, Tageslichtsensor, eingebautes Mikrofon, Antenne, Batteriestatus-LED, Micro-USB-Anschluss, Netzschalter, Reset-Loch, Micro SD-Slot
  • Bildsensor: CMOS-Sensor
  • Auflösung: 1.080p HD bei 15 FPS
  • Sichtfeld: mit festem Objektiv 105 Grad diagonal
  • Schwenk-/Neigewinkel: Horizontal 355 Grad, Vertikal 140 Grad
  • Sternenlicht-Nachtsicht bis zu 10 Meter
  • 6-fach digitaler Zoom
  • einstellbare Bewegungserkennung bis zu 10 Meter
  • PIR-Erkennungswinkel: 90 Grad horizontal
  • zuschaltbare Sirene
  • individuell anpassbarer Zeitplan für Bewegungserkennung
  • Echtzeit-Benachrichtigung per Push und E-Mail
  • WLAN 802.11 b/g/n (2,4 GHz)
  • wiederaufladbarer 6.500-mAh-Akku, unterstützt Aufladung mit 5V/2A-Netzadapter oder Solarpanel
  • Micro SD bis 64 GB, optional Reolink-Cloud (noch nicht verfügbar in DE)
  • Zwei-Wege-Audio
  • Gewicht: 470 g
  • wetterfest mit IP65
  • Betriebstemperatur: -10 bis +55 Grad Celsius
  • per Skill kompatibel mit Alexa, Google Assistant soll später kommen
  • Preis: 174,99 Euro

Im Lieferumfang der beiden Kameras befinden sich neben den Geräten natürlich auch wieder allerlei Montage-Material sowie das übliche Papierwerk mit Einrichtungsanleitung und so weiter. Dabei ist die Einrichtung der Reolink-Kameras nicht nur immer dieselbe, sie ist auch total simpel. Kamera aufbauen, starten, Reolink-App herunterladen und starten, mit der Kamera verbinden, den QR-Code der App von der Kamera einlesen lassen und schon ist das Gerät verbunden und mit eurem Account verknüpft. Wenn mal was schiefgeht, könnt ihr die Kameras über einen dedizierten Reset-Knopf zurücksetzen und neu anfangen.

Für den Innenbereich: die Reolink E1 Pro

Wie bereits erwähnte, setze ich die E1 Pro zur Überwachung unseres Hauseingangs ein. Da vorne sind nicht nur unsere beiden Katzen vor der Tür im Gange, auch der Postbote, die direkten Nachbarn und eventueller Besuch (im Ernstfall auch der ungebetene) tummeln sich da hin und wieder. Im Falle unserer Nachbarn möchte ich, dass die Kamera keine Benachrichtigung sendet oder Aufzeichnungen startet, falls sich jene auf ihrem angrenzenden Grundstück (wir wohnen in einer Doppelhaushälfte) bewegen. Auch will ich lediglich über Personen, nicht aber Tiere vor der Tür informiert werden.

Für das erste Problem kann ich in der Reolink-App feste Zonen definieren innerhalb derer die Kamera bei Bewegungen nicht direkt in den Alarm-Modus verfällt. Die Zonen können ganz einfach frei mit dem Finger in der App markiert werden. Für unsere Katzen und andere Tiere muss ich hingegen mit der Empfindlichkeit der Kamera experimentieren. Jene Einstellung kann ich in der App zwar frei definieren, allerdings nur für feste Zeitblöcke.

So könnte ich also sowohl zwischen 0 und 6 Uhr eine vordefinierte Empfindlichkeit einstellen als auch für die Zeiträume 6 – 12 Uhr, 12 – 18 Uhr und 18 – 24 Uhr. Das ist mir etwas zu wenig, hier kann ich nicht nachvollziehen, warum Reolink nicht einfach ebenfalls die umfangreiche Anpassung ermöglicht, wie es bei der Argus PT (komme ich noch zu) der Fall ist. Auch stört mich, dass sich die von mir festgelegte Zone, in der kein Alarm ausgelöst werden soll resettet, sobald ich die Kamera über die App bewege. Somit ist diese Zonen-Funktion nur dann zu gebrauchen, wenn ihr trotz Schwenk- und Neige-Möglichkeit bei einer festen Einstellung bleibt.

Das mit maximal vier Megapixeln aufgelöste Bild der E1 Pro ist tagsüber sehr scharf und auch wenn kein digitaler Zoom existiert, kann ich in der App per Zwei-Finger-Geste ins Bild zoomen, was dann immer noch angenehm stark aufgelöst wird. Der Tageslichtsensor der Kamera erkennt, wenn die IR-LEDs aufgrund mangelnder Beleuchtung hinzugeschaltet werden müssen. Somit ist auch in der Nacht immer für ausreichend Restlicht gesorgt, sodass ich einen eventuellen Einbrecher problemlos erkennen könnte. Sobald eine Bewegung registriert wird, nimmt die Kamera auch schon auf, optional auch mit Ton. Das funktioniert aber nur, wenn ihr auch eine microSD-Karte eingelegt habt oder auf die Reolink-NVR-Systeme setzt, die ab etwa 250 Euro kosten. Bei mir ist es dementsprechend die Speicherkarte, von der ich über die App auch schnell Aufzeichnungen auf mein Handy herunterladen kann, um sie im Notfall an die Polizei zu übermitteln.

Die Status-, sowie die IR-LEDs lassen sich optional abschalten, falls die Kamera ganz „unauffällig“ in der Ecke hängen soll, ohne dass man erkennen kann, ob diese nun aktiv ist oder nicht. Auch die Zwei-Wege-Kommunikation habe ich getestet, wobei ich hier anmerken muss, dass ich die ausgegebene Lautstärke als etwas zu leise einordnen würde. Je nach Umgebungsgeräuschen kann eine Konversation schon mal schwieriger ausfallen. Besonders gut gefällt mir, dass ich in der Reolink-App auf eine Übersichtsseite wechseln kann, die mir das aktuelle Kamerabild aller eingebundenen Kameras zeigt. So muss nicht zwischen den einzelnen Kameras oder noch schlimmer, zwischen einzelnen Apps, hin und her gewechselt werden.

Das mit den nicht persistenten Alarm-Zonen nervt genauso wie der etwas schwache Ausgabesound. Dennoch sind allein das gute Bild, die simple Einrichtung und die Schwenk- und Neige-Funktion ein guter Grund, zur knapp 60 Euro teuren Reolink E1 Pro zu greifen. Vor allem, wenn man eh schon auf andere Geräte des Herstellers und somit auf eine App setzt.

Kabellos für außen: die Reolink Argus PT

Die etwas wuchtige, fast 176 Euro teure, Reolink Argus PT habe ich bei mir in meinen Carport installiert. Hierfür musste der mitgelieferte Schwenkarm angeschraubt und die Kamera anschließend damit verbunden werden. Im Inneren der Argus PT ruht ein 6.500 mAh starker Akku, der per 5V/2A-Stromquelle geladen werden kann oder aber man schnappt sich das Reolink-Solarpanel, das genau für solche Kamera-Lösungen gedacht ist. Hierbei sollte die Kamera einmal richtig voll aufgeladen werden, anschließend kann das lange Kabel des Panels auch schon per Micro-USB-Anschluss mit der Kamera verbunden werden. Gummierte Anschlüsse sollen hierbei dafür sorgen, dass Regen und Schnee keine Chance haben, ins Innere der Kamera einzudringen. Diese ist mit IP65 zertifiziert.

Auch hier müsst ihr eine microSD-Karte in die Kamera einschieben, wenn ihr lokale Aufzeichnungen aktivieren wollt. Als zweite Option bleibt, auf den Service der Reolink-Cloud zu setzen, der hierzulande aktuell aber noch gar nicht verfügbar ist.

Das Bild der Kamera löst mit maximal 1.080p auf, was meiner Meinung nach für die meisten Einsatzbereiche ausreichend ist. Spätestens beim Zoomen merkt man dann aber, dass Full HD nicht mehr zwingend das Maß aller Dinge ist. Genau wie bei der E1 Pro ist der Klang des integrierten Lautsprechers meiner Meinung nach beim Sprechen viel zu leise. Die Sirene hingegen ist dann wieder sehr gut zu hören, auch wenn meinen Nachbarn das beim Ausprobieren nicht unbedingt gefallen hat.

Was einem aber eben immer bewusst sein muss bei so einer Lösung: Einbrecher haben es je nach Anbringungshöhe der Kamera einigermaßen leicht, die Kamera mitsamt Speicherkarte zu demontieren, wenn ihr bei einer Push-Benachrichtigung aufs Handy nicht schnell genug reagiert und die Aufzeichnungen herunterladet. Als Abschreckung reicht die Sirene der Kamera aber bestimmt. Im Idealfall sichert (wie bei mir) eine zweite, nicht erreichbare, Kamera den anderen Bereich des Carports.

Kabelgebundene Kameras von Reolink lassen sich per Desktop-Software auch am Mac oder am Windows-Rechner ansehen. Die Argus PT gehört da leider nicht zu

Das Schwenken und Neigen der Kamera funktioniert gut, wenn auch zeitlich etwas versetzt. Bei Nacht reicht das Sichtfeld noch maximal 10 Meter weit, was also eher für kleinere Flächen wie hier beim Carport ausreicht. Dennoch kann man in den Aufzeichnungen noch mehr als genug erkennen, so wie hier, als ich den Gelben Sack an die Straße bringen wollte:

Auch für die Argus PT darf ich in der App Zonen festlegen, innerhalb derer die PIR-Bewegungserkennung keinen Alarm auslösen und keine Aufzeichungen starten soll. Hier gilt dasselbe vorher beschriebene Problem: Die von euch definierten Zonen bleiben auch nur so lange eingerichtet, bis ihr das Bild der Kamera über die App schwenkt oder neigt. Das muss in der Software zwingend anders gelöst werden. Besser gelöst ist auf jeden Fall die Zeitplan-Regelung für die Benachrichtigungen bei aktivierter PIR-Erkennung:

Wie bereits gesagt, macht es vor allem die Kombination aller Kameras in ein- und derselben App für mich aus, warum ich sowohl die E1 Pro, als auch die nicht unbedingt hübsche, aber nützliche Argus PT gerne benutze. Die Verarbeitung beider Geräte ist hochwertig, das Material wirkt auf keinen Fall billig. Schade finde ich, dass es außer der Reolink Cloud oder der optionalen Reolink-NVR-Anbindung keine offiziellen Wege gibt, die Aufzeichungen auf einem lokalen NAS zu sichern, sondern maximal per microSD-Karte.

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Benjamin Mamerow

Nordlicht, Ehemann und Vater, hauptberuflich mit der Marine verbündet. Außerdem zu finden auf Twitter. PayPal-Kaffeespende an den Autor. Mail: benjamin@caschys.blog

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8 Kommentare

  1. Also bei der E1 Pro kann man sehr wohl auf eine Nas aufzeichen, nämlich bei Synology per Surveillance Station.

  2. Hallo,

    Bei meinen Rcl-511w wird jedesmal beim Wechsel von Nacht auf Tagmodus ein Alarm ausgelöst. Also jedesmal wenn die IRs ausgeschaltet werden. Es gibt dann einen Bildwechsel von dunkel nach hell und das wird als Bewegung interpretiert.

    Ist das bei den Modellen auch der Fall?

  3. Ich hab gestern eine RLC-511W gekauft und war richtig erschrocken, dass die Videowiedergabe im Browser zwingend das gammelige Flash-Plugin erfordert.
    Wer setzt das denn bitte allen Ernstes heutzutage noch ein?
    Ist das bei dem hier getesteten Modell auch der Fall? Ist da ein Update geplant?

  4. Schade das du nichts über die Empfindlichkeit des PIR Sensors der Argus PT. Ich habe hier die Eco und die Argus2. Beide benötigen nach der Auslösung 2-3 sec bevor sie aufzeichnen. Das ist zu lang. Reolink würde mehr Kameras verkaufen, wenn sie nicht nur ihr proprietäres Protokoll anbieten würden sondern ONVIF und RTSP anbieten würden. Refenrenzcameras sind die Instar-Cameras die können sowas und noch viel mehr. Die gehen auch bei der Software auf Kundenwünsche ein. Hat allerdings seinen Preis.

    • Also, was ich dazu bisher sagen kann: Sobald mein kahler Kopf in den Sensorbereich kommt, ist dieser auch umgehend so im Video zu sehen. Soll heißen, dass das Video zeigt, wie ich durch die nicht direkt im Sichtbereich liegende Tür komme und dann durch unseren Carport gehe. Also eher 2 Sekunden vorher aufgezeichnet. Sieht man in meinen Aufzeichnungen auch, wenn dort Besuch entlang kommt.

  5. Hallo,
    vielen Dank für den interessanten und nützlichen Testbericht. Ich habe heute eine Argus PT installiert und in Betrieb gesetzt. Passt soweit alles recht gut. Meine Frage: auf der Website von Reolink und auch in Ihrem Testbericht zur PT ist von einem 6fach digitalem Zoom die Rede. Es ist mir aber nicht gelungen, weder in der Android- noch in der Desktop App, eine Zoomsteuerung zu finden. Wissen Sie, wie sich der Zoom steuern lässt? Mit freundlichen Grüßen

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