Proscenic P11 Smart: Kabelloser Staubsauger mit App ausprobiert

Smart Home ist schon länger ein Thema und bei den meisten Nutzern, die damit anfangen wollen, wird vielleicht ein „smarter Lautsprecher“, etwas Beleuchtung oder ein Staubsaugerroboter im Haushalt sein. Doch mittlerweile gibt es allerlei, was Hersteller mit einer App verfeinern wollen – sei es sinnvoll, oder nicht. Ich durfte bereits diverse kabellose Staubsauger ausprobieren und nun habe ich erneut einen kleinen Erfahrungsbericht aus der Ecke für euch. In dem Fall handelt es sich um ein Modell von Proscenic, das auf den Namen P11 Smart hört, wobei das Smart auf die App verweist. Ob das notwendig und nützlich ist, habe ich versucht herauszufinden.

Im Paket selbst findet ihr eine für heutige Verhältnisse ordentliche Ausstattung. Neben der normalen Bodendüse sind eine Fugendüse, eine Polsterdüse und noch eine zusätzliche Bürstendüse dabei. Der Staubsauger ist zügig zusammengebaut, aus wertigem Kunststoff und sehr ordentlich verarbeitet. Das Gewicht ist angenehm und er ist somit wendig zu bedienen.

Der Akku steckt schon im Gerät, ist aber wechselbar und nicht fest verbaut, wie es in den älteren und wesentlich teureren Dyson-Geräten der Fall ist. Geladen wird der Akku entweder direkt über den Netzteilanschluss oder über eine kleine Ladestation, die auch an die Wand geschraubt werden kann.

Habt ihr den Akku aufgeladen, kann es auch schon mit der Saugerei losgehen. Mit einem Tastendruck startet das Gerät, mit einem weiteren geht es wieder aus. Hat den Vorteil, dass man nicht die ganze Zeit den Knopf gedrückt halten muss. Das ist auch etwas, was ich an den aktuellen (größeren) Dyson-Modellen kritisiere. Ich weiß nicht, warum die das noch nicht implementiert haben. Die Bodendüse wird per Motor betrieben und befördert den Dreck mit Faser-Bürsten in das Saugrohr.

Vier LED beleuchten den Boden und machen schwer erkennbaren Schmutz sichtbar. Ganz praktisch, wenn man mal in dunkleren Ecken unterwegs ist. Meiner Meinung nach sind die Bürsten etwas weich geraten. Ich könnte mir vorstellen, dass sie mit der Zeit stärker abnutzen und die Rolle ausgetauscht werden muss. Wird sich zeigen, wie lange diese halten.

Angenehm ist, dass die Bürste auf großen Rädern unterwegs ist, die sich angenehm über Böden jeglicher Art schieben lassen.

Im Großen und Ganzen macht der P11 Smart einen guten Reinigungsjob. Auch hochflorige Teppiche bekommt er sehr ordentlich gereinigt, aber vor allem auf Hartboden kann er seine Stärken ausspielen. Im Vergleich zum Dyson würde ich behaupten, dass jener die Aufgaben zuverlässiger erfüllt und gerade so kniffelige Dinge wie Katzenstreu besser vom Boden abhebt. Gemessen am Preis kann man aber am Proscenic wenig kritisieren.

Drei Reinigungsmodi stehen euch zur Verfügung, die ihr über die Touchfläche am Kopf des Gerätes einstellen könnt. Standard ist Auto. Es gibt aber noch Eco und Max. Der Eco-Modus reicht für die kleineren Saug-Durchgänge locker aus und Max wird nur bei Härtefällen benötigt. Der Auto-Modus wechselt auf Bedarf automatisch in einen höheren Modus, sobald das Gerät einen Teppich erkennt. Funktionierte bei mir nicht immer und ich muss sagen, dass ich erstaunlich viele Fehldurchgänge hatte. Der Dyson ist da wesentlich zuverlässiger.

Mit einer Akkuladung kommt ihr laut Hersteller auf bis zu 60 Minuten Laufzeit. Das wurde aber im Eco-Modus gemessen und in meinem Test bin ich hingegen auf einwandfreie 40 Minuten gemischte Nutzung gekommen. Das Ausleeren geht einfach von der Hand, könnte aber verbessert werden. Ihr müsst einen kleinen Clip am Ende des Behälters öffnen, dann fällt der Dreck raus. Es gibt keine Lippe, die den Dreck herausschiebt, so bleibt euch nichts anderes übrig, als Haare oder anderen Schmutz mit den Fingern herauszuholen.

Kommen wir noch zur App, die Proscenic hier anbietet. Wer sich nun irgendwelche fancy Features wünscht, dessen Erwartungen werden sicher nicht ganz erfüllt. In der Proscenic-App koppelt ihr den Staubsauger per Bluetooth und habt fortan eine Übersicht über die letzten 32 Reinigungsvorgänge. Dort seht ihr dann in einem Balkendiagramm aufbereitet, wie viel Zeit ihr mit den letzten Reinigungen zugebracht habt. Außerdem zeugt euch die App an, welche Saugstufe wie lang verwendet wurde und erinnert euch an den regelmäßigen Filterwechsel. Aller 15 Tage schlägt Proscenic hier vor. Gibt es mal ein Problem, findet ihr dort obendrein einen Guide, wie ihr Fehler beheben könnt. Wenn ihr mich fragt, braucht es die App nicht, aber das trifft ja auf viele Dinge zu. Als Nice-to-have kann man das sicher mitnehmen.

Alles in allem verrichtet der Staubsauger seinen Job sehr gut. Die Verarbeitung ist gut, das Paket für den Preis in Ordnung und die App fühlt sich nicht ganz notwendig an, schadet aber auch nicht. Für 239 Euro kann man das gute Stück erwerben und macht sicher keinen Fehler. Ich würde aber wahrscheinlich eher zum normalen P11 greifen, der im Angebot für 160 Euro zu bekommen ist und zusätzlich noch einen Wassertank zum Saugen und Wischen mitbringt.

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8 Kommentare

  1. Am besten vorher mal mit einer Preissuchmaschine nach dem Gerät schauen. Bei Amazon ist das Model leider etwas arg teuer.

  2. Haste keinen Vorwerk, haste eben keinen Vorwerk

    • Mike Fedders says:

      Dafür hab ich 3 Miele für’s gleiche Geld incl. günstigeren Ersatzteilen und keine Schlepperei über alle Stockwerke.

  3. Das mit dem Wassertank beim P11 habe ich nicht verstanden. Bei Amazon steht davon nichts.

  4. Lieber den P11 oder Xiaomi G10? Wir sind nämlich akut auf der Suche nach einem Staubsauger ohne großartig Ahnung von dem Thema zu haben.

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