Project Astoria: Microsoft-Tool für Umwandlung von Android-Apps verzögert sich oder kommt gar nicht

Artikel_MicrosoftMicrosoft und Apps im mobilen Bereich, schon immer schwierig. Windows Phone 8.1 wurde nie so richtig unterstützt, die offiziellen Apps größerer Anbieter kamen nur zögerlich oder überhaupt nicht. In der heutigen Welt ist dies ein Problem, Android und iOS haben hier sehr viel zu bieten und noch mehr Abnehmer. Mit Windows 10 sollte sich das für Microsoft wieder ändern, bereits im April versprach das Unternehmen mit Project Astoria ein Tool, das Android-Apps zu Windows-Apps macht, den Entwicklern sollte also die Arbeit des erneuten Programmierens abgenommen werden.

Bis heute ist Project Astoria nicht verfügbar. Und es ist mittlerweile auch unklar, ob es das Tool überhaupt noch geben wird. Gegenüber re/code bestätigte Microsoft nun, dass Project Astoria nicht im Zeitplan liegt. Allerdings wurde nicht konkretisiert, was dies bedeutet. Ist es nur verschoben, auf Eis gelegt oder gänzlich zu den Akten gelegt? In einem Statement teilt Microsoft lediglich mit, dass Astoria noch nicht fertig sei, Entwickler aber auf andere Tools zurückgreifen können, die eine App-Entwicklung vereinfachen.

Schon zur Vorstellung im April kamen Fragen auf, inwiefern Microsoft von einem solchen Tool profitieren würde. Klar, App-Entwickler könnten ihre Android-Apps ohne Probleme für Windows verfügbar machen, allerdings müssten sie dann auf die Spezialfähigkeiten der Windows-Plattform verzichten. Außerdem hätten Entwickler keinen allzu triftigen Grund mehr, sich Gedanken um eine Windows 10-Anpassung zu bewerkstelligen.

Vielleicht ist die Verzögerung oder gar Einstellung von Project Astoria auch nur ein Mittel, um Entwickler dazu zu bewegen, sich mit Windows 10 Universal-Apps zu beschäftigen. Mit einer Code-Grundlage lassen sich so relativ einfach Apps für Desktop und Mobile erstellen, das wo Microsoft eigentlich hin möchte. Einfach portierte Android-Apps passen da nicht so recht ins Bild. Microsofts Ziel mit Windows 10 sind 1 Milliarde Nutzer innerhalb der ersten drei Jahre, vielleicht lassen sich Entwickler ja von der Zahl begeistern, wenn es darum geht, für Microsoft Apps zu entwickeln. Ein größerer Marktanteil im mobilen Bereich dürfte da allerdings eher zuträglich sein.

Windows 10

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Sascha Ostermaier

Technik-Freund und App-Fan. In den späten 70ern des letzten Jahrtausends geboren und somit viele technische Fortschritte live miterlebt. Vater der weltbesten Tochter (wie wohl jeder Vater) und Immer-Noch-Nicht-Ehemann der besten Frau der Welt. Außerdem zu finden bei Twitter (privater Account mit nicht immer sinnbehafteten Inhalten) und Instagram. PayPal-Kaffeespende an den Autor.

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10 Kommentare

  1. „allerdings müssten sie dann auf die Spezialfähigkeiten der Windows-Plattform verzichten“ – stimmt so nicht. Es wurden Bibliotheken versprochen, mit denen bestehende Apps um bspw. Live-Tiles erweitert werden hätten können. Interaktive Benachrichtigungen usw. waren auch möglich, da die Android API einfach übertragen wurde. Auch wichtig in dem Fall ist, dass Android-Apps es nur auf Win 10 Mobile geschafft hätten – nicht den Desktop. Die Umsetzung per Hyper-V war ja in den Insider Previews auch nicht die beste (Android war dafür einfach rootbar) und lizenztechnisch stellt sich eh die Frage, wie Microsoft das gemacht hätte. Fragen über Fragen, aber warten wir mal ab was da noch kommt.

  2. Ich bin auf jeden Fall dafür, dass es weg bleibt, wenn es so umgesetzt wird, wie bisher. Das Subsystem war schrecklich, da man damit auch den Nachteil von Android hatte, dass das System mit der Zeit immer langsamer wurde. Gibt es übrigens auch mehrfach nachzulesen. Der erste Build, in dem das Subsystem entfernt wurde, hatte dieses Problem nicht mehr.

    Ich sehe ehrlich gesagt auch keinen echten Vorteil darin, Apps die einfach nichts mit dem System zu tun haben, drauf abzuspielen. Hat Blackberry nicht gerettet, hilft Sailfish nicht und auch für Windows wäre es kein Gewinn.

    Da hat die iOS Bridge für mich einen deutlich höheren Mehrwert. Im Gegensatz zu der Android Bridge wird hier nämlich nichts emuliert und läuft die ganze Zeit im Hintergrund, sondern die Apps werden wirklich umgewandelt und sind echte Apps.

  3. Ich bin auch ernsthaft am überlegen mir demnächst ein Windows Phone zu holen, jedoch ist eine App-Auswahl natürlich unabdingbar, auch wenn ich nicht viele verschiedene nutze.

    Zum Artikel:
    Es sollte aufjedenfall noch erwähnt werden das „Project Islandwood“ (iOS auf WP) noch aktiv gepflegt wird und gute chancen hat. Dann müssen die Entwickler halt Ihre iOS App umwandeln anstatt die Android App.

    https://dev.windows.com/en-us/bridges/ios

  4. Ich denke so eine Funktion würde auch die falschen Signale senden. Microsoft muss es schaffen die Entwickler davon zu überzeugen von selbst Windows Apps zu entwickeln. Mit emulierten Apps ist da auf lange Sicht keinem geholfen.

  5. Wie Simon schon schrieb, im Artikel fehlt der Hinweis auf Bridges / iOS.

  6. @Simon

    Ich hatte auch mal ein Lumia 930, Hardware&Windows&Stock Apps = Super
    Das Windows ohne die gewohnten Widgets ist,habe ich schnell hingenommen,
    ABER die Drittanbieter Apps sind meistens totaler Mist,GUI & Möglichkeiten
    im Gegensatz zu den Android Pendants deutlich reduziert/Buggy,
    das sowas überhaupt Angeboten wird ist mir unverständlich,dann lieber seinlassen,
    daran wird auch 10 nichts ändern, haben ja viele gehofft !
    Auch die Möglichkeit die EU Lautstärkenbegrenzung auszuhebeln
    ist unter Windows nicht drin, Windows ist total Abgeschottet,
    die Apps werden in einer Sandbox ausgeführt,die Musik war mit dem 930
    sehr leise, hat sich richtig Schei… angehört !
    Ich bin reumütig zu Android zurück (LG G3), eine Wohltat…

  7. Leicht Off Topic:
    Ab wann kann man hier wieder den Kommentar Berarbeiten ?
    Meiner eins drüber sieht unschön aus ;(

  8. „muss auf die Spezialfähigkeiten der Windows-Plattform verzichten.“ soll wohl heissen, „muss auf die speziellen Einschränkungen …“

  9. @KeyserSoze
    Ja diese Funktion der 5 Min. Bearbeitung vermisse ich auch.

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